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Die Welt · 1899-02-24 · 8 (24.2.1899) · p. 12

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
8 (24.2.1899)
Article
Horodenka
Date
1899-02-24
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 Nr. 8 „Die Wblt“ Herr H. Tumim aus B o t u s z a n y über Zionismus. Redner, der ein warmer Anhänger unserer Idee ist, verstand es, aus Bibel- und Talmudstellen den orthodoxen Gegnern nachzuweisen, dass die. zionistische Idee vorn religiösen Standpunkte nicht nur unanfechtbar sei, sondern dass es geradezu^ ein Gebot rst, diese Bewegung mit allen Kräften zu unterstützen. Da Beifallsklatschen und Bravorufen in einem Bethause unstatthaft sind, so gab die große Menge der Hörer ihrem Enthusiasmus in stürmischen Hedad-Rufen Ausdruck. P. Zbaraz, 6. Februar. Unsere Vereine „Zion" und „Hazionim Hazeirim" veranstalteten hier am 1. Februar einen Smolenski- Abend, welcher von Gesinnungsgenossen so zahlreich besucht war, dass der Festsaal, der über 300 Personen fasst, für die Versammelten nicht ausreichte. Wir hatten 4 Festredner, nämlich: die Herren K. Fl am, Präsidenten der „Hazionim Hazeirim", A. Po m e r a n z aus Tarnopol, L. Taubes aus Kolomea, der von Wien hieher eingeladen wurde, und Reich aus Lemberg. Die Festredner entledigten sich ihrer Aufgabe in der glänzendsten Weise. In Declamationen leisteten Vorzügliches Frl. Z. Herzig (polnisch) und Herr A. Engel (hebräisch); durch musikalische Vorträge zeichnete sich Herr Nussbaum aus. In der Aufführung von „Nathan der Weise" erregte Herr W. F l a m in der Rolle des Nathan Aufsehen durch seine schauspielerische Begabung. Herr L. Taubes musste noch auf allseitige Einladung Samstag zum zweitenmale einen Vortrag in der hiesigen Synagoge hallen; eine große Volksmenge bejubelte den beliebten Redner. Wir fühlen uns verpflichtet, allen Damen und Herren, die bei unseren Abenden mitgewükt haben, in der „Welt" öffentlich Dank zu sagen. Nadworna. Am 5. Februar fand die Generalversamwlnng unseres Zionsvereines statt, bei welcher folgende Herren in den Ausschuss gewählt wurden: Dr Theodor Herzl zum Ehrenpräsidenten, I. Mehr zum Obmann, S. Knoll zu dessen Stellvertreter; weiters wurden gewählt: A. J eke l, M. Hübner, B. I. Harz, L. Förster, D. Base che s, M. Kamornik, H. Jekel, N. L an d e sm a n n, M. Schreier, I. Koppelmann und Eh. M. K e r n. Nädas (Eom. Pressburg), den 30. Jänner 1899. Wir haben hier in Gemeinschaft mit den Juden der Umgebung einen Zionsverein unter dem Namen „Beth Jaakob" gegründet. Als Leiter des Vereines wurden von der zahlreich besuchten Versammlung folgende Herren gewählt: Zum Präses Herr Adolf Schuck, zum ersten Vicepräsidenten Herr Josef Szidon, zum zweiten Vicepräsidenen Herr Gabor Back, zum Eassier Herr Hermann Steiner, zum Secretär Herr Arthur G e m c t n e r. In der Diseussion ergriff zuerst Herr Adolf Schuck das Wort, um die Anwesenden über die Ziele und die bisherigen Erfolge deS Zionismus aufzuklären. Redner fand bei der Versammlung lebhaften Anklang. Herr Josef Szidon besprach die Entwicklung des Zionismus und widmete den Führern der Bewegung freundliche Worte. Die Reihe der Redner beschloss mit einigen bündigen Schlussworten Herr Arthur Gemeiner. Die Zahl der Mitglieder beträgt vorläufig bei 49, wir hoffen aber, deren Zahl baldigst zu verdoppeln, zu verdreifachen. Snlina (Rumänien.) Hier hat sich eine Seelion der„Ehowewi Zion" unter dem Namen „Arzei Halwunoin" gegründet. Wir versprechen uns viel von der neuen Organisation. Nmmsmlhrichtm. Wien. (Unitasball 1899.) Am 31. v. M. veranstaltete die jüdisch-akademische Verbindung „Unitas" im Ronacher-Ballsaale ihr diesjähriges Tanzfest, das sich Heuer zum erstenmale „Unitasball" nannte. Dem reizenden Darnencornitö, dem die Fräulein Elsa K o h n, Mita Theren, Helene und Ottilie v. E i ß, Fanny Pappenheim, Natalie P o l l a k, Paula Deiner, Rosa und Jenny Falk, Johanna T i n t n e r, Else Fuchs, die Schwestern D a w i d o w i c z u. v. a. angehörten, hat die Verbindung den Löwenantheil des schönen Erfolges zu danken. Unter den erschienenen Ehrengästen bemerkte man den Landesschulrath Dr Gustav K o h n, die Herren Paul Naschauer, Aork-Steiner, van Joung, Director Tintner u. v. a. Zur bleibenden Erinnerung an bie „Unitas" bildete ein violett-weiß-goldener Weinzipf die heurige Damenspende. Getanzt wurde mit der gewohnten Unermüdlichkeit bis in den grauenden Morgen hinein; besonderen Beifall fand die vom Eomitemitgliede Herrn I. Zucker gewidmete Polka fran<?aise. Tr. N. Wien. („B ar- Kochb a", Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien.) Am 28. Februar 1899 findet im Festsaale des „Hotel Continental", Wien, II., Taborstraße, eine Akademie mit anschließendem Tanzkränzchen statt. Beginn halb 9 Uhr. Familienkarte (4 Personen) fi. 4.—, Eintrittskarte fl. 1.50, Studentenkarte 50 kr. Karten sind im Vereinsloeale „Zion", II., Rembrandtstraße 11, Mezzanin, täglich von 2—3 Uhr nachmittags zu haben. Der Reinertrag fließt dem Fonds der Vereinseassa zu. Geldsendungen sind zu richten an: Cand. ing. W. Hammerschlag, [\r., Fleischmanngasse 9, 3. St., Th. 17. Wien. Der Einzelverein „Mariahilf-Neubau" des „Zion" veranstaltet Samstag, den 25. im Restaurant „Goldene Birne", VII., Mariahilserstraße 30, eine Purimfeier, an welcher Herr Dr. I. W. Marmorek die Festrede hält und Frl. A. E b n e r, die Herren Dr. Ludwig P o b o r s k i, Josef Mohr und Richard G r o ß m a n n, Mitglied des Raimund-Theaters, ihre freundliche Mitwirkung zugesagt haben. Die Tanzmusik besorgt die Salonkapelle Götzl, im Gemüthlichen concertiert ein beliebtes Wiener Terzett. Familienkarten a 2 fl., Eintrittskarten ä 1 fl. sind in der Administration der „Welt", IX., Türkenstraße 9, in dem Vereinslocal des „Zion", Ü., Rembrandtstraße 11, und bei den meisten Bereinsmitgliedern im Vorverkauf erhältlich. Wien. Die jüdische Vereinigung „Jordania", Verein von Beamten und Handelsangestellten, veranstaltet Montag, den 27. Februar 1899,. 8 Uhr abends, im Restaurant Hatschek, II., Praterstraße 11, eine öffentliche, allgemein zugängliche Vereinsversammlung. Referent Dr. I. W. M a rmorek: „Das Judenthum in der Politik". Gesinnungsgenossen, erscheint zahlreich und agitiert. Gleichzeitig veranstaltet derselbe Verein nächste Woche die erste Agitations-Versammlung im IX. Bezirke. Ort und Zeit werden in der nächsten Nummer dieses Blattes bekanntgegeben werden. Wien. Wegen Unpässlichkeit des Vortragenden findet der für Freitag, den 24. d. M. bestimmt gewesene Vortrag des Doetor Münz im Verein zur Abwehr des Antisemitismus „über den Universalismus des Judenthums mit Berücksichtigung des Talmud" erst Freitag, den 3. März a. c. abends 8 Uhr im „Hotel de France" statt. Rohatyn, am 24. Jänner 1899. Bei der am 21. Jänner abgehaltenen Generalversammlung unseres Vereines „Bnei Zion" wurden folgende Herren in die Vereinsleitung entsendet: A. Weidmann, Präsident, E. Sternhell, Vice-Präsident. Ausschussmitglieder : Dr. S. Schaff, S. M e l z e r, A. Z1 a t k i e s, S. Margules, A. Damm, I. Fisch, I. Wein lös, M. Rottenberg, I.' U e b e r a l l. Ersatzmänner ^.Brennholz, S. H o r o w i tz, N. I. Gersten und O. T e i ch m a n. Grzymalow Wir werden ersucht, in der in Nr. 4 unseres Blattes erschienenen Vereinsnachricht aus Grzymalow Folgendes richtigzustellen: Herr A Sauberberg ist nicht „Oberingenieur aus Stryj", sondern Ingenieur der k. k. österr. Staatsbahnen und k. k. Bauführer in Ehodowice. Graz. Der akad. Verein „E h a r i t a s" veranstaltet am 25. Februar a. c. in den Annensäten ein Kränzchen. Anfang 8 Uhr abends. Bern, 8. Februar. Die Generalversammlung unseres Zionsvereines hat folgendes Eomite gewählt: Herrn Jacob P r o p p e x zum Präsidenten; Herrn Eh. Wortsman n, stuck, phil., zum Actuar und Vicepräsidenten, und Herrn Hermann Hauser zum Eassier. Wir haben hier eine „jüdische Lesehalle" gegründet (die erste jüdische Lesehalle in der Schweiz) und bitten jedermann, uns mit Büchern, Zeitschriften rc. in allen Sprachen zu unterstützen. Bücher 2c. können an folgende Adressen geschickt werden : stuck, phil. Stupinzky, Droffelweg 27 III, oder stuck, phil. Eh. Wortsmann, Fichtenweg 9II. ZcWnftkiirililWml. Jerusalem. Monatsschrift für jüdische Literatur und Belletristik. Herausgeber und Redacteur I. Kreppel, Krakau. — Eine neue Monatsschrift- Eine zionistische. Fast hätten wir gesagt, natürlich eine zionistische. Es ist zum Staunen, welchen Aufschwung das hebräische und allgemein jüdische Schriflthum feit dem Erstarken der zionistischen Bewegung genommen hat. Es dürfte eine der schönsten Errungenschaften des Zionismus sein, dass er vom Beginne an das geistige Leben der Juden so mächtig in all seiner Tiefe aufrüttelte. Eine ganze Schar bewährter, älterer und eben in der Arena erschienener jüngerer Kräfte ringt in schönem Wetteifer um die Siegespalme. Und wahrlich, sie machen sich den Sieg nicht leicht. Auch in der vorliegenden neuen Monatsschrift dürfen wir ein ernstes und, wie wir hoffen, dauerndes Element in unserer Bewegung begrüßen. Die Artikel sind durchwegs gut geschrieben und rn vornehmem, würdigem Tone gehalten. Schon der erste „Zionismus und Zionistencongress" ist, obwohl erst ein Theil vorliegt, von großem Interesse. Dann kommt die weit ausholende Arbeit des bereits wohlbekannten Dr. I. G ü n z i g über „Pessimismus im Judenthum". Auch hier liegt erst der Anfang vor. Von besonderem Interesse für uns ist die kurze Skizze von O. K. „Industrie in Palästina". Dieses

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