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Die Welt · 1899-02-17 · 7 (17.2.1899) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
7 (17.2.1899)
Article
Wien [Nachricht]
Date
1899-02-17
Page
13 (sequence 1)
Language
German
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„Die A Welt“ Seite 13 Nr. 7 Nminsillllhriihtkn. Wien. (Verein „Z i o n", II., Rembrandtstraße 11.) Dienstag am 21. d. liest Herr Dr. Liebreich in unseren Vereinsloealitäten über das Thema: „Die Megilah im Lichte des Zionismus." Gäste herzlichst willkommen. Wien. Die Ortsgruppe „M ariahilf-Neubau" des „Zion" veranstaltet am 25. d. M. in den Festsälen der „goldenen Birne", 7. Bez, Mariahilserstraße 30, eine Purinrfeier, an welcher Herr Dr. I. W. M a r m o r e k die Festrede halt. Zahlreiche bekannte Kunstkräfte und eine Wiener Saloncapelle versprechen den Abend zu einem höchst unterhaltenden zu gestalten. Familienkarten ä fl. 2, Einzelkarten ä fl. l sind von der Administration der „Welt", 9. Bez., Türkenstraße 6, Einzelverein „Wien", 2. Bez., Rembrandtstraße 11, Einzelverein „Mariahilf-Neubau", 6. Bez., Schrnalzhosgasse 10 und bei den meisten Vereinsmitgliedern im Vorverkauf zu beziehen; an der Abendeassa k fl. 2.50 und fl. 1.20 Wien. Der jüdische Mädchenverein „H ad ass a" veranstaltete am 9. d. im „Hotel Central" einen Vortragsabend mit nachfolgendem Tanzkränzchen. Der Abend wurde eingeleitet mit einer von nationalem Schwung getragenen Rede der Präsidentin des Vereines, Fräulein KarolineL ed'ercr.Dann trugdieVicepräsidentin, Fräulein R. H e r l i n g e r in reizender Weise einen von Frau Tr. G r ü nw a l d verfassten Prolog vor Es folgten nun Elavieroorträge, Declamationen und Gesang, wobei durchwegs tüchtige Kräfte mitwirkten, so namentlich: Fräulein Ella Pick, Frau F. F i n k e lst e i n, die Herren Dr. L e m b e r g e r, Max R e i ch, Brüder Golz, H. Fiedler, — die kleine Amalie"Rossäe nicht zu vergessen, ein wahres Wunderkind im Vortrage von Dichtungen. Ueberhaupt war der Verlauf des Festes ein glänzender, die Stimmung eine überaus animierte. Unter den Anwesenden bemerkte man Herrn Lector F r i e d m a n n. Herr Dr. S ch a l i t erschien als Vertreter Dr. Herzl §. Ferner waren erschienen Mitglieder des jüdischen Mädchenvereines „Moria", Vertreter der Studentenverbindungen und des Vereines „Jordania". Nahezu am Morgen endete das schöne Fest. Wien. Im Mädchenverein „H ad ass a" hielt Herr Dr. S. S chorr einen aus zweiTheilen bestehenden hochinteressanten und anregenden Vortrag über den Geschichtsschreiber „Flavins Josephus". Mit Sonntag den 19. d. M. beginnt eine Reihe von Vorträgen, die die Geschichte des Judenthums in chronologischer Folge behandeln und von den Mitgliedern des Vereines gehalten werden sollen. Diese Vorträge sind bloß für die Mitglieder des Vereines bestimmt und werden mit den bisherigen öffentlichen Vorträgen abwechseln. Wien Freitag den 24. d. M. findet im Hotel de France abends 8 Uhr ein Vortrag irn Vereine zur Abwehr des Antisemitismus statt. Herr Dr. B. Münz wird über den Umiversalismus des Judenthums mit Berücksichtigung des Talmud sprechen. Wien. Der Kranken-Unterstühungsberein „Lnvias Chen“ versendet seinen elften Jahresbericht, aus dem das verdienstliche humanitäre Wirken des Vereines ersichtlich ist. Es ist bemerkenswert, wieviel dieser Verein trotz seiner bescheidenen Mittelinfolge des ihatkräftigen Wirkens seines Ausschusses bisher schon geleistet hat. Allerdings genießt der Bereinsvorstand die werkthätige Unterstützung der Vereinsmitglieder, die in unaufdringlicher, aber zielbewusster Weise die Interessen des Vereines wahrnehmen. Der Verein wühlte in seiner elften Plenarversammlung den neuen Ausschuss, u. zw. als Obmann: Herrn L. Gold, als Obmann- Stellvertreter : Herrn L. Schnürer, als Cassasnhrer: Herrn A. Loew, weiter die Herren B o t tw i n, März, Go ldschmidt, T r i g e r, Klausner, T o r e z i n e r, S ch a n n e r, D r e x l e r und Metzger. Olmiitz. Der Verein „Zion" wird am 25. Februar irn Englisch-Saale eine Purimfeier veranstalten. Heidelberg. Die zionistische Ortsgruppe Heidelberg veranstaltet am Freitag den 17. Februar, 8 Uhr abends, im Saale der Harmonie einen Vortrags- und Diseussions-Abend, in welchem Serr Theodor Z l o e i st i (Freiburg) über das Thema: „Der ionismus in seinem Wesen und seinen Zielen" referieren wird. P ZeWristemndslhm. Wie wir bereits kurz gemeldet haben, feierte der „ämei-iean Hebrew“ jüngst das Jubiläum des Erscheinens seiner 1000. Nummer. Diese Jubiläumsnummer ist überaus reichhaltig und enthält auch Beiträge von Max Nord au und TheodorH erzl, die sich über den Zionismus vernehmen lassen. N o r d au schreibt u. a.: „Nur die Leute, die eine vollständige Verschmelzung Israels mit den Völkern wünschen, können gegen die Errichtung eines jüdischen autonomen Gemeinwesens in Palästina Stellung nehmen. Ich spreche mit Vorbedacht von einem jüdischen Gemeinwesen und nicht von einem Judenstaate, weil diese Bezeichnung viele zu der irrigen Vorstellung veranlasst hat, als wünschten wir die Oberherrschaft der Türkei abzustreifen, was uns natürlich niemals in den Sinn gekommen ist. Wir erstreben eine Selbstverwaltung, eine Leitung unserer Angelegenheiten durch Männer aus unserer eigenen Mitte, um uns ungehemmt entwickeln zu können. Nordau setzt ferner auseinander, dass die Zionisten nicht sämnrtliche Juden nach Palästina verpflanzen wollen, sondern bloß diejenigen, denen in ihren jetzigen Wohnorten durch Bedrückungen und Verfolgungen aller Art die Entfaltung ihrer physischen und geistigen Kräfte unmöglich gemacht oder doch erschwert werde. Die Juden thun sich nicht wenig auf die großen Staatsmänner zugute, die sie in allen Ländern des Westens haben, oder vielmehr nicht haben. Sie sind stolz auf den Engländer Disraeli, auf den Franzosen C r 6 m i e u x, auf den Deutschen Laster, auf den Italiener Luzz ati. Werden nun die Juden ihre eigene Negierung haben, so kann es nicht fehlen, dass ihnen ebensolche staatsmännssche Talente erstehen; diese werden indess ihre Kraft und Begabung in den Dienst ihres Volksthums stellen. Dr. Herz l beginnt seinen Artikel mit folgenden Worten: „Wenn Du die Absicht hegst, zum Wohle der Juden irgendetwas zu unternehmen, so hast Du vor allem einen gesunden, kräftigen Magen vonnöthen." Er erzählt, dass zu Beginn seiner Thatlgkeit für die zionistische Sache alle seine Bekannten den Kopf über ihn geschüttelt haben, indem sie wohl gedacht haben mögen, er sei nicht recht bei Tröste. Einer von ihnen schrieb auf das Titelblatt des „Judenstaates" folgendes Berschen: „Er sieht ein Ziel, ein Ziel so weit Im Träumen wie im Wachen: Er denkt daran, in dieser Zeit Mit Juden — Staat zu machen " Weiterhin berichtet Dr. Herzl, wie die antizionistischen Blätter über ihn herfielen und sich nicht genug thun konnten an Schmähungen und Beschimpfungen seiner Person, die an Roheit der Gesinnung alles bis dahin Dagewesene in den Schatten stellten. An der Spitze dieser Pressmeute jagten der „Jewisli Chrom cle“ in Londo n und der ,,American Israelite“ in Cincinnati einher. Letzteres Blatt hatte die Stirn, zu schreiben, es sei Herzl und Norbau nur darum zu thun, sich zu bereichern, und sie betrieben mit dem Zionismus einen schwunghaften Handel. Bis zum heutigen Tage, meint nun Dr. Herzl, habe er an seiner zionistischen Thätigkeit ein sehr schlechtes Geschäft gemacht und dabei viel Einbuße erlitten. Kein Wunder übrigens. Denn wäre der Zionismus ein Unternehmen, aus dem sich ein hübsches Prositchen herausschlagen lässt, man hätte wohl m der Vorhut der Bewegung gerade diejenigen Leute erblickt, die nunmehr über ihn und seine Freunde solch niedrige Verdächtigungen aus streuen. In derselben Nunnner des „American Hebrew" legt auch der greise Gelehrte Rev. Dr. B. Felsenthal aus Chicago mit Geschick und Wärme eine Lanze für den Zionismus ein. . M. Z. The Chicago Weekly, das bekannte Jargon-Wochenblart, bringt in der letzterschienenen Nummer an leitender Stelle den Brief von Dr. Herzl, an deu „American Hebrew“ zum Abdruck, über den wir bereits oben berichtet haben. In derselben Nummer findet sich eine interessante Notiz über Palästina, die Juden und die zionistischen Bestrebungen. Der Cousul in Beirut stellte die Statistik der palästinensischen Bevölkerung zusammen, 'wobei sich ergab, dass unter den 2u0.000 Einwohnern 40.000 Juden sich befinden. Bor zwanzig Jahren betrug die Zahl der Juden bloß 14.000. Was immer, meint der Consul, die zionistische Bewegung für Erfolge haben werde, dies eine Gute habe sie schon zuwege gebracht, dass dieses Land, welches so lange Zeit in einer Lethargie gelegen, nun unter dem kräftigen Zuge der jüdischen Einwanderer zu neuem Leben erwache. Es sei zu erwarten, dass der Sultan die Bewilligung zur Colonisierung des Landes in größereut Maßstabe wohl bald ertheilen werde. Bücherwelt. Max Nordau. Reden und Aufsätze. Ekaterinoslaw 1898. 10 Kopeken. In diesem Büchlein sind die Reden Nordaus, welche er am 1. und 2. Zionisteneongress hielt, ferner die Rede „Der Zionismus und seine Gegner", gehalten in Berlin, der in französischer Sprache erschienene Aussatz „Das nothwendige Ideal" und endlich „Die Aufgaben des Zionismus" enthalten. Da wir alle diese Kundgedungen Nordaus als bekannt voraussetzen dürfen, wollen wir noch hinzufügen, dass die Uebersetzungen durchwegs gut sind. A. B. Offene Frage an den allgemeinen Rabbiner-Bcrband Deutschlands von einem eonservativen Rabbiner. 1899. Straßburg i. E. Verlag von Josef Singer. Der Verfasser nennt sich zwar selbst einen Eonservativen, aber wir müssen hinzufügen, dass er ein Conservativer des äußersten Flügels ist. Die tiefen Gegensätze in den religiösen Anschauungen des orthodoxen und des Reformrabbinerthums —

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