Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 7 (17.2.1899)
- Article
- Spenden für zionistische Zwecke [Nachricht] / Aktionskomitee
- Date
- 1899-02-17
- Page
- 12 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 12 Nr. 7 „Die . Welt“ Me ximiMe KemWz. Spenden für zionistische Zwecke, sowie Schekelzahlungen sind an das Bureau des Zionisteneongresses, Wien, II?, Rem- Lrandtstraße 11, Schekelblocks, sowie -Juxten an das Bureau des Zionisteneongresses, Basel, zn senden. - Das Actionscornitö. In jüdischen Blättern, welche den Zionismus mit allen, auch den verwerflichsten Mitteln bekämpfen, finden sich seit einiger Zeit unwahre „Correspondenzen" aus Wien und allerlei hämische Artikel, welche „von einem Zionisten" herrühren sollen. Die Vermuthung besteht, dass dieser anonyme „Zionist" mit einem entlassenen Mitarbeiter unseres Blattes identisch ist. Obwohl bereits bei verschiedenen Gelegenheiten die Unwahrheit der Berichte dieses „Zionisten" festgestellt wurde und zur Kenntnis der betreffenden Redactionen gelangte, fahren diese doch fort, solchen verdächtigen Einsendungen Aufnahme zu gewähren. Dieses Vorgehen richtet sich selbst. Wie aber jemand, der für Geld in antizionistischen Blättern die zionistische Bewegung angreift, nachdem er vorher für Geld in zionistischen Blättern geschrieben hat, sich noch einen Zionisten nennen kann, das wollen wir untersuchen, sobald der Unbekannte seine Maske gelüftet hat. Wien. Die Ortsgruppe „Mariahilf-Neubau" des „Zion" veranstaltete am 25. v. M. ihre IV. Plenarversammlung, die sehr zahlreich besucht war. Der Vorsitzende Dr. S o f e r eröffnete die Versammlung, indem er die Anwesenden herzlichst begrüßte und einige Ersatzwahlen vornehmen ließ. Es wurden nun in das Landescomitö Herr Dr. S o f e r, in den Ausschuss Herr S. E. M i ch e l st ä d te r, in das Schiedsgericht die Herren A. R. v. E i ß, Js. Kollisch, A. B e ts ch o w itz, Dr. Fr änkl und I. D enker gewählt, ferner Herr Wolfgang Sternberg mit bestem Danke für die dem Vereine bisher gewidmete Mühewaltung zum Beirathe ernannt. Nachdem noch der Vorsitzende von der am 25. d. M. stattsindenden Purimfeier Mittheilung gemacht und ein 4<)gliederiges Eomite zu dessen Vorbereitung sich aus der Mitte der Versammlung constituiert hatte, ertheilte der Vorsitzende Herrn Iork-Steiner zu seinem Referate „Jüdische Arbeiter und Bauern in Palästina" das Wort. Iork-Steiner begann seinen Vortrag mit einem geistreichen Eommentar der vom Eongress genehmigten Grundformel des Zionismus. Die Juden, die sich nicht assimilieren wollen — die großer: Massen des Ostens, und die Juden, die sich nicht assimilieren können — die Zionisten des Westens, wollen eine Heimstätte reaMch gesicherter Art in. Palästina, beide um ihre Eigenart ausleben lassen zu können, im Einvernehmen und unter dem Schutze der palästinensischen Gesetze. Redner kam sodann auf die von ihm auf seinerletzten Orientreise gesammelten Eindrücke zu sprechen. Ueberall im Orient, vor allem in Jerusalem, sei er auf productive jüdische Arbeiter — ein bisher ungläubig belächeltes Schema — getroffen. Kein Gebiet des Gewerbes wird von den Jerusalemern vernachlässigt, die besten Arbeiter in ganz Palästina von der Schule der Alliaiice israelite geliefert, so dass selbst die Kirchen und Klöster ihren Bedarf dort decken müssen. Trotzdem herrsche bei den Juden Jerusalems, insbesondere bei denen aus Marokko, fernen und Persien ein unbeschreibliches Elend, da viel zu wenig Arbeitsgelegenheit geboten sei. Die Hoffnung aller sei darum auf die jüdischen Eolonien gerichtet. Redner schilderte nun die erhebenden Eindrücke, die er in den von ihm besuchten Eolonien, insbesondere Kathra, Rechohoth und Rischon le Zion gehabt habe. Ueberall intensive Arbeitslust, selbst bei der kaum der Schule entwachsenen Jugend, ja wahre Arbeitsfreudigkeit, da sie dem Bewusstsem entspringe, auf dem Boden der Väter als freie Männer für die künftige Freiheit der Gesammtheit zu wirken. Das bewirke denn auch eine merkwürdige Umwandlung der in den Eolonien sesshaften Bevölkerung. Aus schwächlichen, zaghaften Händlern sei ein kraftvoller, tapferer Bauernschlag geworden, der trotz seiner schweren Arbeit sich Sinn für Kunst und Wissenschaft erworben habe. Redner bewies dies durch ein Erlebnis in der Eolonie Rischon le Zion, die ihn während seines Besuches um eine Vorlesung ersucht hatte. In dem großen Saale des Volkshauses hatte sich eine vielhundertköpfige Menge eingefunden, die zunächst einem meisterhaft ausgeführten Eoncerte ihrer Landsleute aufmerksam lauschte. Als dann Iork-Steiner, mit nicht endenwollendem Jubel begrüßt, eine seiner Novellen las, da lauschte ihm das Volk mit immer größerem Verständnis und dankte ihm für den in Palästina so seltenen Genuss, wie es nur ein nach Wissen und Schönem dürstendes Volk, gleich dem jüdischen, vermag. Iörk-Steiner schied aus Palästina mir Erfahrungen, die ihm sein "Leben, erst schön und lebenswert erscheinen ließen, er wusste nunmehr, dass dem jüdischen Volke ein Geschlecht von Kämpfern entsprossen sei, die, in unseren Gedanken lebend, es nimmer untergehen lassen würden, und dass früher oder später unseren braven Pionnieren der endgiltige Sieg werde, die Erlösung der gesammten Judenheit, die Verwirklichung des Zionismus. Prossnitz, Februar 1899. Die Agitation für den Zionismus hat einen neuen Erfolg in Mähren zu verzeichnen. Den Bemühungen der Brünner „Veritas" und des Olmützer Einzelvereines „Zion" ist es gelungen, in Prossnitz eine Ortsgruppe zu begründen. Durch einen glänzenden Sommers der „Veritas" mit einer ausgezeichneten Rede des Herrn B. F e i w e l wurde seinerzeit der Booen dafür geebnet,' die kräftige Unterstützung des Olmützer Zionsvereines und die Entschlossenheit des Proponenten, Herrn Siegfried Pollak, führten endlich .zum Ziele. Bei der eonstituierenden Versammlung hielt Herr Egon Zweig einen Vortrag über den 2. Baseler Eongress, dem er als Olmützer Delegierter beigewohnt hatte. Er entwarf ein anschauliches Bild dieser zweiten jüdischen Nationalversammlung und hob besonders die Bedeutung der erfolgten Bankgründnng hervor. Reicher Beifall folgte seinen spannenden Ausführungen. Bei einer zweiten Versammlung, an der gleichfalls Olmützer Zionisten theilncchmen, kamen die Ziele des Zionismus, seine Nothwendigkeit und nächsten Absichten zur Sprache. In der Debatte, welche Herr S. B i r n st e i n mit einer sehr beifällig aufgenommenen Rede einleitete, wurden die vorgebrachten Bedenken zerstreut. Der animierte Abend schloss mit der Subseription von Shares durch die neugewonnenen Zionssreunde. Wir wünschen dem jungen Vereine in der großen und altehrwürdigen Judengemeinde Prossnitz das beste Gedeihen. Jaslo. Am 8. o. M. fand unter Vorsitz des Herrn Dr. A. Kornhäuser und in Anwesenheit von 30 Herren aus Kro sn o, Dukla, Gorliee und I a s l 6 eine vertrauliche Sitzung statt, in welcher ein Kreiseornite gebildet wurde. Dieses wählte die Herren Dr. Korn Häuser (als Präsidenten), Dr. Goldberg und L. L an d a u (für Gorlice), M. H irsch feld und I. H or owitz (für Krosno), Dr. Lanes (für Dukla), L. Zimet und L. Emer (für Jaslä) als ExecutiveomitS, mit der Ausgabe: 1. Localcomitös zu bilden, 2. die zionistische Propaganda zu organisieren und 3. die Gründung zionistischer Vereine zu betreiben. Für das Kreiscomile: L. Schreier. Suczawa. Dank den Bemühungen hiesiger Studierender fand am 7. v. M. irn Bethause „Chewrei Thillim“ eine Versammlung behufs Gründung eines Vereines „Zion" statt. Nach einer begeisternden Ansprache des Herrn E. Nippel schloffen sich 70 Personen, Orthodoxe und Fortschrittler, dem Vereine an. 8. Ir. Dtvinsk, Jänner. Man schreibt uns: Hier hat sich, ebenfalls unter dem starken Einflüsse der zionistischen Idee, ein zionistischer Verein junger Männer gebildet, dessen Thätigkeit durch den § 3 des Baseler Congreffes bestimmt wird. Es werden zu diesem Zwecke Gratisunterricht im Altjüdischen und anderen allgemein bildenden Gegenständen ertheilt, Kenntnisse der jüdischen Geschichte unter der jüdischen Bevölkerung verbreitet, die zionistische Idee propagiert und Aehnliches. Der Verein besteht aus 50 Mitgliedern, dem besten Theil unserer jüdischen Jugend. — Am Tage des V\ Schwat wurde vom Vereine eine literarisch-musikalische Soiröe veranstaltet, welche einen glänzenden Verlauf nahm. Len Zion. Liverpool Letzten Donnerstag abends reisten Dr. Gaste r, Green berg, Cowen und I. de Haas von Manchester nach Liverpool und sprachen zu einer Versammlung von vierhundert Personen über die zionistische Bewegung. Die Redner halten einen besonders herzlichen Empfang, speciell als sie die Einschüchterungen solcher erwähnten, welche gegen jene ausgehen, welche unserer Bewegung vorangehen, wie dies in Liverpool der Fall war. Der Enthusiasmus erreichte seine Höhe gegen Beendigung des Meetings, als Mr. Halpern, ein Liverpooler, unter großem Applaus die Gäste zur Fortsetzung ihres Wirkens aufforderte, indem das Volk Israel seinen Führern zu folgen bereit sei. Toaste auf Herzl, Nordau und G a st e r bildeten den Schluss der Versammlung. Cleveland (Ohio). In unserer Stadt, die vermöge ihrer geographischen Lage und politischen Bedeutung als die Berbindungsbrucke zwischen New-Aork und Ehieago zu betrachten ist, macht der Zionismus riesige Fortschritte. Unser „Ehowewe Zion Verein", bestehend aus 200 opferfreudigen Mitgliedern, ist würdig, in der Reihe der zuverlässigsten Vereine genannt zu werden. Diesem zur Seite stehen noch drei Vereine: „Bnai Zion", ,,B n o t h Z i o n", „A l u m o t h Z i o n". Diese bestehen aus idealgesinnten Damen, jungen' Männern und Mädchen, die mit jugendlichem Muthe und jüdischem Fleiße alle gemeinsam an dern rapiden Gedeihen dieser Vereine unermüdlich wetteifernd arbeiten. Alle diese Vereine stehen auf dem Boden des Baseler Programmes, w