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Die Welt · 1899-01-27 · 4 (27.1.1899) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
4 (27.1.1899)
Article
Die Heuschrecken in den argentinischen Colonien
Date
1899-01-27
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 4 p<$w<jr Seite 9 Geschmeiß vollkommen aufgegeben. In anderen Provinzen wird von einem guten Erfolge der Vernichtungsarbeit berichtet. Ka iserin Elisabeth-Büchsen. Aus Galgocz (Ungarn) schreibt man: In der jüngsten Generalversammlung des hiesigen israelitischen Wohlthätigkeits-Frauenvereines brachte das Ausschussmitglied Frau Dr. Jakob Händler einen Antrag bezüglich der Ehrung des Andenkens unserer unvergesslichen Königin ein, der mit ungetheilter Zustimmung angenommen wurde. Der Antrag lautete: „Der Verein lasse Sammelbüchsen für Geldspenden anfertigen, welche mit der Vignette: „Königin Elisabeth- Armenbüchse" und mit dem Bildnisse der Königin versehen in jedem Hause angebracht werden sollen. Der Inhalt derselben werde am Todestage oder eventuell am Geburtstage der Königin zu wohlthätigen Zwecken verwendet." Ein Wegtaufungssall. Die „Ungar. Wochenschr." vom 20. d. schreibt: Ein Wegtaufungssall beschäftigte vorgestern den Unterrichter Bezeredy beim hauptstädtischen Strafgerichte. Der Sohn Wilhelm des bekannten königl. Rathes Dr. Adolf Tatay zu Altofen lebte in Unfrieden mit seiner Ehehälfte, Ernestine, geb. Budaspitz, obgleich er sie gegen den Willen seiner Eltern aus Liebe geheiratet hatte. Nach mehrjähriger Ehe strengte das Paar gegeneinander gerichtliche Klagen an und es kam so weit, dass der junge Tatar) den gemeinsamen Haushalt mit seiner Frau mied. Als diese eines Tages vom Hause abwesend war, kam ihr Mann in ihre Wohnung und führte seine beiden ältesten Söhnchen Andor und Tihamer zum Pfarrer Bela Totfalussy, der an dem Vater und den beiden Kindern die Taufe vornahm. Die zwar ganz und gar nicht religiöse, aber durch den Schritt des Mannes gekränkte Frau, strengte gegen den erwähnten Geistlichen die gerichtliche Klage an, well er ihre Kinder ohne ihre Zustimmung taufte und von der erfolgten Taufe nicht einmal das Altofener Nabbinat verständigte. Bei der hierüber stattgefundenen Verhandlung verantwortete sich der angeklagte Geistliche dahin, dass er es für seine Pflicht hielt, dem Wunsche des eigenen Vaters, betreffs Aufnahme seiner Kinder ins Christenthum, bereitwilligst zu entsprechen. Es sei nicht Gebrauch, dass die Confessionen einander vom Austritte verständigen. Der als Zeuge erschienene Altofener Rabbiner Elias Adler erzählte, dass bei ihm Tatay seinerzeit mit der Anzeige erschien, er übertrete zum katholischen Glauben, worauf der Rabbiner ihm sagte: „Da Sie auf der Pester Seite wohnen, so wenden Sie sich an das dortige Nabbinat." Zeuge sagt ferner auf Befragen des Richters aus, dass er von den bei ihm vorkommenden Uebertritten die betreffenden confessionellen Behörden stets zu verständigen pflege. Die Fortsetzung der Verhandlung wurde auf einige Tage verschoben. Me jümMche 7 .. .. Spenden für zionistische Zwecke, sowie Schekelzahlungen sind an das Bureau des Zionistencongresses, Wien, II., Rembrandtstratze 11, Schekelblocks, sowie -Juxten an das Bureau des Zionistencongresses, Basel, zu senden. - Das Actionscomitö. London (Telegr.) Die „English Zionist Federation4*, enthusiastisch beim Festmahle versammelt, sendet herzlichen Gruß an Tr. Herzl und das Actionscomite. Francis Montefiore. Wien. (Zur z i o n i st i s ch e n Organisation in 9t u m ä n i e n.) Das Centraleomite der „6 h o w e w o Z i o n“ in Rumänien versendet an alle Präsidenten der in Rumänien existierenden Zionsvereine den Entwurf eines Statuts für eine General-Association der Zionisten in Rumänien, welches eine centralisierte Organisation aller zionistischen Vereine in gelungener Weise herbeizuführen imstande ist. Au diesem uns mit dem Begleitschreiben des Präsidenten Herrn S. Pin eles und des Secretärs M. R o s e n b a u m vorliegenden Statut können wir bemerken, dass es nur zu wünschen und wohl auch zu erwarten . steht, dass sich thatsächlich alle bestehenden Vereine Rumäniens dieser Organisation anschließen, welche eine Zusammenfassung der zionistischen Kräfte unserer Brüder und Gesinnungsgenossen im ganzen Lande bedeutet und der großen Idee mit vereinten Kräften zu dienen befähigt wäre. Wir erwarten auch, dass gegenüber einem soweit ausgreifenden Plane etwaige kleinliche persönliche Empfindlichkeiten einzelner Diffentierender im Interesse der gemeinsamen Sache verschwindet werden. K. Bielitz, Anfang Jänner. Dieser Tage haben einige Mitglieder des hiesigen zionistischen Bürgervereines „Haschnchar* unter der Leitung des Mitgliedes Herrn Goldberger, Lehrer an der Bielitzer jüdischen Volksschule, eine Turnerriege gebildet, zu welcher sich auch eine Reihe jüdischer Jünglinge, welche noch nicht Mitglieder des „Haschachar“ sind, meldeten. Für den Unterricht der ungefähr 30 Theilnehmer zählenden Riege hat die hiesiae Cultusgemeinde den Turnsaal der jüdischen Schule bereitwilligst bergest, llt. Die Theilnahme am Turnunterrichte selbst ist sehr rege. Graz. Mittwoch den 28. v. M. veranstaltete die jüdischakadernische Bereinigung „Jvraea“ in ihren Vereinslocalitättm behufs Gründung eines Zionsveceines eine Versammlung, die sich eines sehr guten Besuches zu erfreuen hatte. Nachdem der Präses der Verbindung, cand. jur. S. F u ch s, die zahlreich Erschienenen, und insbesondere den Präses der Cultusgemeinde, Herrn B. Biller, begrüßt hatte, sprach er unter allgemeinem Beifalle über die Lage der Juden und den Zionismus. Allgemeiner Beifall und Händeklatschen lohnten die ausgezeichneten Ausführungen des Referenten, worauf cand. ing. I. Rosenstock im Namen der „Jvraea* eine Resolution beantragte, dahingehend, einen jüdischen Volksverein der Alpenländcr auf Grund der Beschlüsse de 5 Baseler Congresses zu gründen und ein fünfgliedriges Comitö mic der Ausarbeitung der Statuten zu betrauen. Es entspann sich darüber eine lebhafte Debatte, an der sich die Herren Biller, Hof- und Gerichtsadvocat Tr. Weiß, E. Mayer u. a. m. betheiligten, worauf die beantragte Resolution einhellig angenommen wurde. Es ist nun mit Bestimmtheit anzunehmen, dass es den Bemühungen der „dvuaca“ im'Vereine mit anderen wackeren Gesinnungsgenossen sehr bald gelingen wird, in Graz, wo bereits eine große Scheblzahlergruppö besteht, auch einen Zionsverein zu gründen. J. R. Krakau. Dank den eifrigen Bemühungen des Mitgliedes der Vereinigung jüdischer Hochschüler aus Galizien, „Bar-Kochha“, D. Feld mann, fand hier am 4. d. M. eine zahlreich besuchte Versammlung der hiesigen jüdisch-nationalen Mädchen statt. Das Mitglied der „Bar-Koch ba“, F. Beckman n, begrüßte die Versammlung. Hierauf behandelte unser bewährter Gesinnungsgenosse Dr. G inzi g in einer beifällig aufgenommenen Rede das Thema: „Socialismus und Zionismus". Die Gründung eines Lesevereines jüdisch - nationaler Mädchen wurde einstimmig beschlossen und die Statuten des zu gründenden Vereines der Behörde vorgelegt. In den Ausschuss wurden ausgenommen die Fräulein : S i l b e r f e l d. Kurz, A m st e r und Bester. .-V. M. Nzeszow Die am!0. d. M. stattgefundenen Neuwahlen im Vereine „Chowewe Zion“ ergaben folgendes Resultat: Ch. Weinig, Ehrenpräsident; K. Kurz mann, Obmann; A. A p f e l b a u m, Obmann-Stellvertreter; E. F u ch s, Cassier; A. Fröhli ch, Schriftführer für beide Landessprachen; Ch. Wald, hebräischer Schriftführer; I. Jezower und Ch. Verständig, Revisoren; G. Königsdorf, D. Horn ttnb O. Schneeweiß, Beiräthe. Tarnopol. Die zionistische akademische Jugend veranstaltete am io. Jänner einen musikalisch-literarischen Abend, der durch eine Ansprache des Herrn Pomeranz eingeleitet, von Productionen der Herren S ch a l i t, N u s s b a u m, sowie des Frl. R eißberg, einer l 3jährigen, bemerkenswerten Pianistin, aus zefüllt ward. Die Herren Gabel (Lemberg) und S ch a p i r a (Stanislau) sprachen unter lebhaftem Beifall der Gesinnungsgenossen. Nadworna. Zu dem Berichte über unsere Makkabäer-Feier sind noch die Namen des Herrn M Hübner als Veranstalter der Feier und der 10jährigen Deb. Jekel, deren deutsche und hebräische Declamationen sehr gefielen, nachzutragen. Stanislau. Durch die Bemühungen der Herren Dr. S. Schur und Dr. R. Jonas wurde der hiesige „Ban- und Handwerkerverein" für die zionistische Sache gewonnen und wird unter den in unserer Stadt so zahlreichen jüdischen Arbeitern eine hoffentlich erfolgreiche Propaganda betreiben. M. H. Stanislau. Am 8. d. M. veranstaltete die hiesige Kreisorganisation Volksversammlungen in T y s nt i e ni ca, Tlumacz und B o h o r o v e r a n y, bei welchen die Herren Dr. Jonas, Zweig, S ch ö n f e l d, K a r p f und F ä l t i k über die allgemeine Lage des Judenthums, die Schekelinstitution und Colonialbank sprachen. Die ausgezeichneten Referate bewirkten den Anschluss vieler neuer Mitglieder an unsere Bewegung und sehr ergiebige Schekelsammlungen. Grzymalow. Am 7. d. M. hielt Herr A. S au b e r b e r g, k. k. Obcrmgcnieur aus Stryj, im Locale des Vereines „Dorsche Zion“ eine beifällig aufgenommene Rede über die Tendenz der zionistischen Bewegung und gewann unserem Vereine zahlreiche neue Mitglieder. B. Kalusz Unter Vorsitz des P.äsidenten des , Syoir, M. Mühl st e i n, fand am 11. v. M. eine gelungene Makkabäerseier statt, bei welcher Herr < amJ. jur. H. Kossler aus Lemberg die Festrede hielt. Allgemeinen Beifall fanden die schönen Declamationen der Herren D. Horowitz und D. Spindel und die musikalischen Produc ionen der Herren Sonnenschein, W irth, Goldstaub und Jonas. Die Schlussrede des Herrn M. Lachs weckte viel Begeisterung. Ick. Ick. - P D-6B

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