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Die Welt · 1899-01-13 · 2 (13.1.1899) · p. 14

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
2 (13.1.1899)
Article
Rzeszów [Nachricht]
Date
1899-01-13
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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iieUe 14 Nr 2darbot, und hob insbesondere die Verdienste des Wiener Actionsu>mite§ hervor, welches mit so vielem Takte und Zielbewusstsein die schönste Harmonie herstellte und so die Erwartungen schadenfroher Gegner arg enttäuschte. Das dankbare Publicum applaudierte den Redner lebhaft, besonders als er von der ungeheuchelten Hingebung der russischen Rabbiner an die Zionsidee sprach und der/ bewährten Führer Dr. Theodor Herzl und Dr. Max Nord a u gedachte—Auf Antrag des Herrn Kür z rn a n n wurde "folgende Resolution mit Acclamation einstimmig angenommen: „Die am 2. December in Rzeszow tagende Zionistenversammlung nimmt mit Dank das Referat des Herrn Dr. A. Kornhäuser zur Kenntnis: acceptiert ohne jeden ^Vorbehalt das Baseler Programm, drückt dem Aetionscomitö Dank, rückhaltlose Anerkennung und unbedingtes Vertrauen aus und verdammt ans das Nachdrücklichste die unehrlichen Machenschaften scrupelloser Zionsfeinde". Mit einem begeisterten Hoch aus Dr. He rzl und warmen Abschiedsmorten des Redners schloss die Versammlung. Czenstochau. Hier wurde ein neuer zionistischer Verein _lckobrn Achim. Bnei Zion“ gegründet. m ZkiWristeimiiiWa«. In der Revue der „Association Cathoiique“ veröffentlicht der Marquis de la T o u r du Pi n, ein Vorkämpfer der katholischropalistischenPartei in Frankreich, eine ausführliche Studie über „Die Iudenfrage und die sociale Revolution". Er constatiert, dass dies üdische Gesellschaft, die im Gefühl ihres Alters und ihrer Macht sich gegen die Welt abschließe, keineswegs zur französischen Nation gehöre, in welche sie ihren zersetzenden Geist hineingetragen haben. „Der Sarkasmus Voltaires ist das Echo eines gottlosen Wortes, das vor sechs Jahrhunderten im Ghetto gemurmelt worden oder vielleicht schon in den Tagen des Origenes, an der Wiege der christlichen Religion selber." Das Judenthum schleicht allen socialen und politischen Institutionen ins Herz, um sie zu ruinieren, aufzulösen. Das Ende des vorigen'Jahrhunderts sah die Juden, die Ealvinisten und Francs-Ma^ons Hand in Hand unter dem Einigungsbanner der Erklärung der Menschenrechte, und so sind sie auch die geistigen Urheber der politischen Revolution. Diese, sowie die Eroberung des ö k o n o m i s ch e n Terrains, die diesem Jahrhundert Vorbehalten blieb, haben ihre gemeinschaftliche Wurzel in der altjüdischen Lehre des Individualismus, der die Menschen bloß als Fruchtgenießer der Erde betrachtet und kein anderes sociales Band, als das rein staatliche, als berechtigt erkennt. (!) Ta nun die Juden, in Erfüllung eines historischen Schicksals, eine Nation geblieben sind, und zwar eine von der Ueberzerrgung, dass die Weltherrschaft ihr gebäre, erfüllte Nation, und da sie dieses Ziel nur durch den Verderb der Geister und die sociale Zersetzung erreichen können, so muss als Gegenaction eine ch r i st l i ch e E m a n c i p a t i o n eintreten, die von folgenden Punkten auszugehen hätte: 1. die Juden sind als F r e m d e, u. zw. als gefährliche, zu behandeln; 2. alle philosophischen, politischen und ökonomischen Irrlehre n, mit denen der jüdische Geist uns vergiftet hat, sind abzuschaffen; 3. in die politische und ökonomische Ordnung sind die ehemaligen Gewalten wieder einzusetzen: die Familie muss wieder v o n d e r R e l i g i o n, d a s V o l k v o n e i n e r D y n a st i e beherrscht werden. (!) Damit ist aber nicht der E a s a r i smus gemeint, der den Triumph der jüdischen Herrschaft bedeuten würde. Dass dieser Gedanke dem französischen Anliseuütismus entgeht, ist ein Eardinalsehler, der das Verdienst des muthigen Werkes Drumonts schmälert. Das Wichtigste ist nicht "die materielle, sondern die geistige Emancipation. Den Juden zu verfolgen u n d u n s ch ä d l i ch z tt m a ch e tt, i st a u s legalem W ege unmöglich, dank der Hcrrschast jener Ideen, die er auf geschickte Weise in die moderne 'Gesellschaft eingeführt, ehe er sich selber in sie einsührte und von ihr Besitz nahm. Das Judenthum ist die Zusammenfassung all der Kräfte, welche zum Schaden der christlichen Gesellschaft die politische und die religiöse Revolution bewirkt haben und welche nunmehr weitersteuern zum Endziel: zur socialen Revolution." — Dies die leitenden Gedanken der katholisch-ropalistischen Partei, die mit lebhafteren Hoffnungen als je an dem Gebäude des republikanischen Frankreichs "rüttelt. Eindringlichere Warnungsworte für die französischen Juden konnten nicht gefunden werden. Wir haben unlängst in einem Berichte aus Montreal interessante Daten über den Zionismus der Inden von Eanad a gebracht. Wie ein Echo hören sich nun die Worte an, die die in Q u e b e c erscheinende „Vecite" einem Berichte über einige zionistische Tempelversammlungen anfügt: „Es begreift sich leicht, dass die Juden gewisser Länder, z. B. Russlands, den Wunsch hegen, nach Palästina zu gehen, um ihr jetziges trauriges Los zu verbessern. Es fällt aber schwer, anzunehmen, dass auch in jenen Ländern, wo die Juden im Genüsse aller Freiheiten und außerordentlich günstiger materieller Verhältnisse stehen, die Anhänger der zionistischen Idee ernstlich an eine. Auswan d e r u n g denken sollten. Wir glauben, die Juden von Eanada brauchen nur Zionisten für die anderen zu sein. Wir wären recht erstaunt, wenn sie unser Land verlassen wollten, um ihr Glück in Palästina zu suchen." W Bücherwelt. Uns er Gesinnungsgenosse Herr L. Koretz (Ropczyee, Galizien) der Verfasse/ mehrerer "populärer Agitationsschriften, ist mit der Abfassung einer Propagandaschrift für Palästina- Ethrogim beschäftigt und ersucht die Herren Gesinnungsgenossen, welche im Besitze sind von Schriften, die diese Frage behandeln, ihm dieselben leihweise zu überlassen. f ni i 11 r t du. Unsere Von Dr. I. Bodenheimer. VI. Nach Jaffa. Schon vor Tagesanbruch herrschte auf dem Nikolai II. reges Leben; denn Dir näherten uns Alexandrien. In größter Eile packten wir unsere Sachen und warfen dazwischen erstaunte Blicke durch die kleinen, runden Fensterchen der Kajüte. Wie lange Reiheil von Gespenstern in wallenden, weißen Schleiern wogten Nebel gegen uns heran. Dahinter ein glühender Streifen der erwachenden Sonne. Was war aber das für ein seltsames blassgelbes Licht, das uns von vorne entgegeuleuchtete? War es die feuchtschimmernde Krone der Königin der Meergeister, welche durch ihre dienstbaren Nebel das Schiff tit die Irre leiten wollte, um uns zu ihren Gefangenen zu machen? Uns gelüstete wenig darnach, die Herrlichkeiten ihres Zauberschlosses in der Tiefe kennen zu lernen. Und tröstlich klang es in unser Ohr, als einer uns znrief: „Dort ist ja schon der Leuchtthurm von Alexandrien." Er war es wirklich. Vom stolzen, schlanken Thurme, weit vorgebaut ins Meer, kämpfte sein ermattetes Licht vergeblich gegen die mächtig den Nebel durchdringenden Strahlen der Sonne. Wie konnte ich Dich so verkennen, Du treuer Wächter, der Du den Schiffer bei stürmender See und in dunkler Nacht sicher zum Hasen geleitest, zur Heimstätte des Irrenden! Wie konnte ich Dich mit deinem zauberhaften Irrlicht der See verwechseln, das den kühnen Seefahrer an Klippen und Felsen lockt und ihn und sein Schiss zum Raub des Meeres macht. Ein helles Licht überflutete schon stattliche Gebäude, das weißgläuzende Palais des Khedive und ein wirres Häusermeer, zwischen dem einzelne schlanke Palmen aufragten, als wir in den Hafen von Alexandrien entfuhren. Geräuschvoll rasselten die Anker nieder, die Maschine stieß wiederum ein heiseres Gebrüll aus, und wir legten auf der Landungsbrücke an den weißen Quais an, ans denen ein reges Leben und buntfarbiges Getriebe herrschte. Schlanke, braune, kräftige Gesellen in malerischen Trachten drängten sich an Bord. Dragomane für jede Sprache boten uns ihre Dienste an, indem sie uns gleichzeitig ihre hübsch lithographierten Visitenkarten überreichten. Wir mieteten einen jungen Mann von angenehmem Wesen, welcher der deutschen Sprache mächtig war. In Alexandrien hatten wir manche Besorgungen zu erledigen, wozu wir genügende Zeit hatten, da die „Russin", mit der wir die Fahrt nach Jaffa fortsetzen wollten, erst um 2 Uhr mittags abfuhr. Wir fuhren durch europäisch angelegte, rechtwinklig sich durchschneidende breite Straßenzüge, welche mit großen Steinplatten belegt waren. Fellachenfrauen in blauen, baumwollenen Gewändern, über die in langen Falten ein schwarzes Tuch geworfen ist, bringen Fruchte und Gemüse zum Markte. Meist reitet ein kleines, braunes, nacktes Kind, das der Obhut

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