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Die Welt · 1899-01-13 · 2 (13.1.1899) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
3 (1899)
Issue
2 (13.1.1899)
Article
Delegiertentag der Schweizer Zionisten
Date
1899-01-13
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Heile 10 Nr. 2 tage zu wählenden Beigeordneten. Der Verkehr der Leitung mit den Vereinen wird durch die Vereinspräsidenten vermittelt. Mitgliedschaft. Ueber die Zugehörigkeit eines Vereines zum Verbände entscheidet die Verbandsleitung. Jeder Verein hat per Mitglied jährlich Frcs. 1*— als Beitrag in die Eentralcassa des schweiz. Verbandes abzuliefern, unabhängig vom obligatorischen Schekelbeitrag. Delegiertentag. Der Delegiertentag hat als oberstes Verbandsorgan die Vereinheitlichung der Organisation und Agitation der schweiz. Zionistenvereine zu bewirken. Er beschließt über alle Angelegenheiten des Zionismus in der Schweiz, und seine Beschlüsse haben für alle dem Verbände angehörigen Vereine Rechtskraft. Mindestens zweimal jährlich findet ein Delegiertentag der schweiz. Zionisten statt. Zu den Aufgaben des Delegiertentages gehören: n) Entgegennahme des Berichtes über die Thätigkeit des Verbandes und den Stand der zionistischen Bewegung, b) Stellungnahme zu den Beschlüssen des Congresses und Berathung von Anträgen für denselben. (?) Beschlussfassung über Organisations- und Agitationsfragen. Bei allen Abstimmungen entscheidet die absolute Majorität. Präsident des Delegiertentages ist das jeweilige Mitglied des Actionscomitös. Bei Durchberathung der Statuten gab ein Amendement, das Herr I. Veit für § 1 vorschlug, zu längerem Meinungsaustausch Veranlassung. Der Antrag des Herrn Slouschz. an Herrn Twctor Herzl nach Wien ein Begrüßungstelegramm zu richten, fand einstimmige Annahme. Der Antrag, die dem Verbände noch nicht angehörenden Zionistenvereine in Zürich und Genf zum Anschluss an den Verband einzuladen, wurde ebenfalls einstimmig angenommen. Der Präsident der jüdischen Gemeinde zu Bern, Herr B ä r, nahm als Gast an den Berathnngen theil. Zur zionistischen Frauen1»emcgung. Die Delegierte des zweiten Baseler Congresses, Frau Rozia Ellmann, versendet an die zionistischen Frauen- und Mädchenvereine Rumäniens folgenden Aufruf: A n die z i o n i st i s ch e n Frauen- und Mädchenvereine Rumäniens! In den Berathungen, die in den denkwürdigen Augusttagen am Eongress zu Basel stattgefunden haben, wurde ich damit beauftragt, die zionistischen Frauen- und Mädchenvereine Rumäniens auf einheitlicher Grundlage zu organisieren. Das ist die Ouelle meines Mandates. Der Eongress hat die Machtvollkommenheit hierzu gehabt, denn er ist die erste und einzige Autorität für die internen Angelegenheiten des Judenthums als Volk. Die Frauen- und Mädchenvereine sollen der Bewegung, der wir dienen, nützlich werden; sie müssen ein Factor werden, mit dem man rechnet, und das können sie nur dann werden, wenn sie einen einheitlichen, geschlossenen Körper präsentieren. Vor allem gilt es, unsere Stellung zum Eontraleomite in Galatz klar zu machen. Das Centrale omite ist und bleibt die höchste zionistische Instanz im Lande, dieser müssen wir uns unterordnen, nicht als einzelne Vereine, sondern als Körperschaft. Indem der Eongress die Sonderstellung der Frau aufgehoben hat, dadurch, dass er ihr alle Rechte, die sonst nur dem Manne gebürt haben, aus freien Stücken gewährt hat, hat er noch nicht die Eigenart der Frau als solche aufheben wollen. Eine Administration, die für Männervereine passt, ist für Frauenvereine nicht gerathen. Wir sind und bleiben in Gemüth und Auffassung anders geartete Wesen. Deshalb müssen wir eine Organisation haben, die uns entspricht, die von uns selbst ausgearbeitet ist und unserem ureigenen Charakter Rechnung trägt Ist doch die Organisation der Männervereine von ihnen selbst ausgearbeitet worden. — Während das Eentralcomitö also über die Mädchenvereine eine direct einwirkende Autorität besitzt, so kann und soll seine Macht über uns nur eine indirecte sein, d. h. es muss sich in allen Angelegenheiten, die die Frauenvereine betreffen, an eine im Namen aller sprechende Frau wenden. — Dies soll, so lange diesbezüglich keine Aenderuug getroffen ist, mein Recht und meine Befugnis sein. In der Generalversammlung, die wahrscheinlich zu Ostern in Galatz stattfinden wird, werden auch Mandatare der Frauen- und Mädchenvereine erscheinen. ^Lie werden dort das Recht haben, sich darüber auszusprechen, ob sie mit meiner Leitung zufrieden sind, oder sie werden sie solchen Händen übertragen, die ihnen zur Erfüllung aller diesbezüglichen Pflichten fähiger erscheinen werden. Das endgiltige Statut wird in Bälde den Vereinen zugeführt werden. Einstweilen will ich Ihnen mittheilen, was bereits festgestellt ist und woran wir im Interesse der Gescrmmtheit durchaus nicht zu mäkeln suchen sollen. Die Ausgabe unserer Vereine ist folgende: 1. Sie müssen den festgesetzten Schekel entrichten. 2. Sie müssen die culturellen Bestrebungen des Zionismus fördern. Das wurde von allen unseren, in Basel anwesenden Schwestern immer wieder betont. Um diesen Zweck zu erreichen, sind sie verpflichtet, ihre gesammten Fonds in eine Easse einzuzahlen. Es ist ungebürlich, dass öffentliche Gelder vielen Verwaltungen unterliegen. Es gibt ein derartiges Vorgehen Uebelwollenden Raum zu Vermuthungen, die der Sache schaden können. — Die Adresse des Generalcassiers ist: Jeschek & E o> für I. Samuely, Braila. Dieses Geld wird in folgender Weise verwendet werden: Ein Franc Schekel jährlich per Mitglied. Ein Franc jährlich per Mitglied Beitrag zu den Spesen für das Eentralcomitö. Ein halber Franc jährlich per Mitglied für die Verwaltung der Eentrale des Frauenvereines. Ein noch zu bestimmender Beitrag wird dazu verwendet werden, jeden einzelnen Frauen- und Mädchenverein mit einer passenden jüdischen und zionistischen populären Bibliothek auszustatten. Es ist nur recht uud billig, dass dabei alle Frauenuud Mädchenvereine, und seien sie noch so klein, diesbezüglich gleich betheilt werden. Im Zionismus gibt es nur Gleichgestellte, nachdem wir für das Gemeinwohl wirken, so soll es uns durchaus nicht verdrießen, wenn bei Anschaffung dieser Bibliotheken die Einkünfte der großen Vereine den kleinen zum Theil zugute kommen werden. Sollte sich noch ein Ueberschuss zum Schlüssedes Jahres ergeben, so wird ein Theil desselben dem Fonds des vom Eentratcomitö in Palästina angekauften Terrains zugeführt und der eventuelle Rest in Actien der Jüdischen Eolonialbank angelegt werden. Natürlich sorgt ein jeder einzelne Verein für seine eigenen Spesen und ist darauf bedacht, diese auf das unbedingt Nothwendigste zu reducieren. Ueber alles weitere, insbesondere über die zionistisch? Agitation im Schoße der einzelnen Vereine, wie Vorträge, Abenoeurse, gesellige Unterhaltungen re. werden die Statuten Aufklärung geben. Ich habe bereits alle Frauen- und Mädchenvereine ersucht, mir Folgendes anzugeben: n) Den Zweck ihres Vereines. b) Die Zahl ihrer Mitglieder. (?) Die Höhe ihrer Fonds. Sie werden nun leicht begreifen, warum ich das gethan habe. Und nun habe ich nur noch eines hinzuzusügen. Sollte ich aus den an mich gelangenden Zuschriften ersehen, dass die Majorität der bereits existierenden Frauen- und Mädchenvereine Rumäniens dieser Verfügung nicht beistimmen will, so werde ich daraus — schweren Herzens zwar — aber ganz bestimmt, die Eonsequenzen ziehen, d. h. ich werde das Bewusstsein haben, meine sehr ernst aufgefasste Pflicht erfüllt zu haben, und werde das negative Resultat meiner'Bemühungen dorthin melden, von wo mir diese so ehrenvolle Mission zncheil wurde. Hiermit fordere ich nun alle zionistischen Frauen- und Mädchenvereine Rumäniens auf, diesen Beschlüssen Folge zu leisten und mir ihre Beistimmung unverweilr kundzugeben und auf diese Weise zu documentieren, dass sie den ehrlichen Willen haben, die heilige Sache, der wir alle dienen, mit ganzer, ungetheilter Kraft zu fördern. Bon allen anderen Unternehmungen ist unbedingt abzustehen. Das dient nur dazu, uns schwach zu machen. Vereint können wir etwas leisten, getrennt erreichen wir gar nichts. Bestreben wir uns, hinter den Erfolgen unserer Schwestern im Westen nicht zurückzubleiben. Die Früchte unserer vereinten Arbeiten werden das Verdienst einer jeden Einzelnen sein. Allen Vereine meine schwesterlichen Zionsgrüße. Rozia Ellmann, Präsidentin der Vereinigung aller zionistischen Frauen- und M ädch env erein e R um än iens. W Dir Sallmrg der „Bnei Britli“. Herr Redacteur! „Die Welt" Nr. 52 bringt eine Eorrespondenz aus Jassy, in der erwähnt wird, Herr B r o c i n e r hätte sich in einer Ansprache über die Haltung der „Bnoi Britlv* gegenüber den Zionisten geäußert /.und u. a. gesagt: „Auch hat uns Herr Pineles nie aufgefordert, mit einzugreifen, vielmehr

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