Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 3 (1899)
- Issue
- 1 (6.1.1899)
- Article
- Lemberg [Nachricht]
- Date
- 1899-01-06
- Page
- 7 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 1 JPfc&Wr Seite 7 Publikum mit seinen vorzüglichen „Monologen". Die hebräische Declamation des Herrn Taubes fand lebhaften Beifall. Auch die Herren Sonnenschein, Hamb er und H ölzl, wie auch Fräulein T r e m s k a trugen viel zur Unterhaltung bei. Nach der Feier fand ein Gommers statt, an dem unter anderen auch die Herren Löbl Taubes, Dr. Malz und noch viele andere theilnahmen, wobei zahlreiche Toaste ausgebracht wurden. Herr Löbl Taubes toastierte auf den Verein „Jvri", Dr. M alz auf Dr. H e r z l, Herrr Ewinger auf Dr. H e r z l und Dr. Salz" und Herr Samuel Schorr auf die Zukunstslichter des Judenthums. Stanislau. Mittwoch den 14. December v. I. veranstaltete der Verein „Erez Israel“ eine große Makkabäer-Feier, zu der sich eine zahlreiche Versammlung einfand. Nach Absingen eines Choralgesanges begrüßte unser ehrwürdiger Präsident, Herr Samuel Schur, die Versammelten und legte den Zweck des Zionismus in treffenden Worten dar. Hierauf sang Herr Cantor S. Broch — unter Clavierbegleitung der geehrten Frau Dr. D a v id — Mendelsohn'sche Lieder. Unter lebhaften Zurufen besprach nun Herr Stand aus Lemberg in polnischer Sprache die Ziele des Zionismus und zog eine Parallele zwischen den einstigen jüdischen Hellenisten und den heutigen sogenannten Repräsentanten des Judenthums. Dann sang Frau U i b e r a l l aus Rohatyn die von ihrem Bruder, Cantor B r o ch, componierten Zionslieder „Das jüdische Herz" und „Chazoth“ iMitternachtsklage.) Nach einem GedichivortrageFräulein Rosmarins und einem Biolinvortrage des Herrn M. I o n a s hielt Herr Osias Heber das lebhaft aeclamierte Schlusswort in hebräischer Sprache. Zu dem Gelingen der Feier trug der hiesige akademische Club viel bei. Ung.-Hradisch. Am 11. December v. I. veranstaltete die jüdisch-akademische Verbindung „Achiwah" ihre zweite Makkabäerseier. Schon lange vor Beginn der Feier füllten zahlreiche Gäste aus allen Ständen den großen städtischen Redoutensaal. Der Vorsitzende, cand. mecl. Benno Schallinger, konnte in seiner. Begrüßungsrede den verdienstvollen alten Herren der Verbindungen „Kadimah" und „Achiwah", Sr. Ehrwürden Dr. Josef Burstyn, mehrere Vertreter der Cultusgemeinde und viele fremde Gäste willkommen heißen. Reichen Beifall erntete für seine glänzende Festrede cand. jar. Emil M e n z i l e s. Nach der eindrucksvollen Tendenzrede des carut. med. M. Scymitz sprach mock. Dr. Brauner über die sociale Lage der Hradischer Juden. Stud. jur. Nassau (Jvria) und ph.il. Fischer (Unitas) überbrachten der „Achiwah" die Grüße ihrer Verbindungen und präcisierten unter größter Spannung aller Anwesenden in freier Discussion den Standpunkt des Vorredners. Med. Bogad (Kadimah), tedin. Liquornik (Makkabäa) und .jur. E h r e nf e st (Severitas) begrüßten namens ihrer Verbindungen in überaus herzlicher Weise die „Achiwah". Unter rauschendem Beifall huldigte jur. Hugo Felber in seinem Toaste dem schönen Geschlechte. Frl ~ Valerie Wein st e i n trug in vorzüglicher Weise das „Zionslied" vor. Hierauf reeitierte unter allgemeiner Aufmerksamkeck für. Theodor Schön die Monologscene aus „Uriel Acosla. Schließlich sprach noch .jur. Dr. Beer der jüdischen Studentenschaft für den genussreichen Abend den besten Dank der Festgäste aus. Das hierauf folgende Tanzkränzchen endigte erst am Morgen. — Nebst dem Umstande, dass das äußerst gelungene Fest wieder einmal den Beweis für das innige Zusammenhalten der Hradischer Juden erbrachte, wurde die Anregung zu einer zionistischen Ortsgruppe gegeben, die in den nächsten Tagen ihrer Gründung entgegensieht. Brody. Am 11. December v. I. veranstaltete unser Zweigverein „Zion" seine erste Makkabäer-Feier> die insbesondere von den orthodoxen Schichten unserer Bevölkerung sehr stark besucht war. Dw Eröffnungsrede hielt Vereinsobmann Herr Lifschütz, der in klarer Weise das Wesen des Zionismus auseinandersetzte und eine Parallele zwischen dem Zeitalter der Makkabäer und dem unserigen zog. Einen lebhaften Eindruck machte der hebräische Chor unter Leitung des HerrnS z k ol n i k. Einen Glanzpunkt bildeten die hebräischen Vorträge der Herren A n d e r m a n n und A u s s ch n i 11. Mit Begeisterung" trug hierauf Herr Rottenberg ein für diese Feier verfasstes Gedicht vor. Allgemeiner Beifall lohnte die trefflichen Ausführungen sämnnlicher Redner. Zum Schluffe wurde eine S ch. e k e l s a m m l u n g eingeleitet, die ein zufriedenstellendes Resultat ergab. Czernowitz. Am 10. v. M. veranstaltete die jüdisch-nationale akademische Verbindung „Z e p h i r a h" im festlich geschmückten Saale der Turnhalle eme Eröffnungs- und Makkabäer-Feier, die einen sehr würdigen Verlauf nahm. $$on Seiten der Universität war zu der Feier der jüdische n Verbindung — niemand erschienen. Dcr Präses der Verbindung, Herr stud. pcktt. Kern begrüßte die erschienenen Gäste, unter anderen den Neichsrathsabgeordneten Dr. Benno Strauch e r, Oberrabbiner Doctor Ro f c n,f c (b, Handelskammer- und Gemeinderath P i ck er und oie Alten Herren der „H a s m o n a e a". Die Festrede hielt das Mitglied der „Zephirah", Herr stud. jur. Presser, der einen großartigen Erfolg zu verzeichnen hatte. Die Tendenzrede sprach, von. lebhaftem Beifall oft unterbrochen, stuck, für. Diamant. Die Rede auf die alma mater unterblieb. Nachdem das herrliche Lied „Dort, wo die Eeder" gesungen worden war, ergriff Oberrabbiner Dr. Nosenfeld das Wort und feierte die derzeit suspendierte akademische Verbindung „Hasmonaea" und die „Zephjixah". Dr. Mayer Ebner dankte dem Oberrabbiner für die freundlichen Worte, die derselbe den alten Hasmonäern gewidmet und besprach dann das Verhalten der Universität und der Studentenschaft zur jüdischen Verbindung „Zephirah". Vor sieben Jahren habe ein jüdischer Rector sein Ausbleiben von einem Commerse dev'„Hasmonaea" mit einem Schnupfen entschuldigt, hat aber wenigstens einen Deean als Vertreter der Universität geschickt. Heuer, ist dergänze akademische Senat verschnupft, obwohl er sich bei den Festen der and er.en V erbindun g en.^b eim besten Wohlsein befunden habe. Sei bst der jüdische Prorector ist a u f f ä lli g e r w e i se w e ggeblieben. Die durchwegs aus Juden bestehende „akademische Lesehalle" habe sogar auf andere Verbindungen mit Erfolg Einfluss genommen, damit sie ja nicht an der Feier einer jüdischen Verbindung theilnehmen sollen, dieselbe Lesehalle, die durch ihre Vertreter beim Festcommers der d eutschen Lesehalle in Prag auf das Teutschthum toastiert6<> Doctor Menczel toastierte auf das jüdische Volk; Dr. Strauch er toastierte auf die jüdische Jugend. Nach Absingung deK.'Bundesliedes der „Makkabaea" wurde der ofsieielle^ Theil beschlössen. Man blieb noch lange fröhlich beisammen. — Sonntag den 11. d. M. fand in der elektrisch beleuchteten großen Sypagöge die Makkabäerfeier des Vereines „Zion" statt. Die Völsawmlung war von mehr als tausend Menschen besucht. Die -Hcier nahm einen sehr würdigen Verlauf. Der Präses des Verernes, Herr E. H. Metz er, eröffnet die Festfeier mit einer beifällig aufgenommenen Ansprache. Cantor Schräger trug? mtt/Chor?und unter Musikbegleitung einige sehr hübsche hebräische Weder vor. Rabbiner Weiß hielt in gewohnter geistxeichev'Weise die Festrede, die von zionistischem Ge i st ^r-ersiu l l t w a r. Das Herz des Judenthmnes ist „Zion", sägte ör; und u m Zions w ick l e n darf ich nicht schweife m. Käs wgr der Grundton der mitstürmischem Beifalle aufgenommennp Rede. Die Tendcnzrede hielt dcr beslbckanstte -Redner Löbl Taubes aus Kolomea. Am Abend fand in. der Katzffchen Bierhalle in der russischen Gasse ein geselliger Abend statt, ' bei, dem deutsche und hebräische Reden gehalten wurden. ,; v Kolomea. Am 10. December v. I. veranstaltete, der Verein .^Eetck Israel“ im Sparcasfenfaale eine MakkaLäer-Feier,.'welche einen animierten Verlauf nahm. Der Saal, bis ästs den letzten Platz besetzt, bot einen prächtigen Anblick. Unser beliebter Vicepräsident, Dr. R o s e n h e ck, durch einen . nicht ertdenwollenden 'Applaus begrüßt, hielt die formvollendete .Festrede. Hierauf sang Herr K a u f m a n n aus Stanislau .^l-lanei'otli ckallulu“. Fräulein Rosenkranz aus Sniatyn declannerte unter'ungeheuerem Beifall hebräische Gedichte. Der musikalische Theil wurde von unserem beliebten Mitgliede und Musiker K. Hirä m arrangiert. Dann wurde eine dramatische Scene ,-Der ewige Jude" von den Herren S o i ch e r, I o l l e s und D u n a j e r ausgeführt. Zum Schluffe declamierte der Volksdichter Josef B tl'ch s e n b l u m mehrere Jargongedichte. Hernach fand in den,.Loyalitäten des Vereines ein Eouuners, arrangiert von H. Scherr, statt, an welchen: ein großer Theil der Versammelten theilnahm. Ueber Anregung unseres Schriftführers I o l l e s wurde beschlossen, an unseren geliebten Führer Dr. Herzt ein Beärüßungstelegramm zu senden Mit einem dreifachen Hoch auf Dr. H.erzl schloss der Gommers um Uhr früh. Horodenka. Am 14. v.M. fand hierin: The atersaale, welch er bis aufs letzte Plätzchen gefüllt war, eine Makkabäer-Feier mit folgendem Programm statt: 1. Chanukalichier-Anzünden mit Chor;?. Nationale Lieder; 3. Tendenzrede, Herr.'Dr. Philipp Menczel aus. Czernowitz; 4. Hebräische Declamation, Herr .Nemnann; •\ Musik; 0. Declamation, deutsch, Herr A. Pineles'; . 7. Zum Schlüsse „Die Sehnsucht nach Zion", Chor? und Musikbegleitung. Besonders hervorzuheben ist die Tenden^-ede des allseits beliebten hochverehrten Dr. Philipp Menczel,.der/in glänzender'Weise das Programm des Zionismus auseinandersetzte. Das. prächtige Gelingen dieser Feier haben wir hauptsächlich der aufopfernden Thätigkeit unseres Gesinnungsgenossen Herrn M. Gottesmann, k. k. Postbeamten zu verdanken. Nadworna. Am 13. December v. I. veranstaltete der hiesige Verein „Zion" eine Makkabäerfeier, die einen animierten Verlaus nahm. Unser Ausschussmitglied, Herr B. I. Harz, begrüßte die Versammlung, worauf die Tendenzrede von Herrn l. Wurzel, die Festrede von Herrn Doctor Jonas" aus Stanislau gehalten wurde. Es sprach noch Herr Moses W um d e rn: a n n hebräisch, Herr K r a t e n ft e t n sang einige zionistische Lieder. Beim Gommers toastierte Herr Doctor Jonas auf Dr. H.erzl und Dr. N o.rbau.