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Die Welt · 1897-12-17 · 29 (17.12.1897) · p. 13

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Journal
Die Welt
Volume
1 (1897)
Issue
29 (17.12.1897)
Article
Wien [Nachricht]
Date
1897-12-17
Page
13 (sequence 1)
Language
German
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Nr. LS Eeite.^A, Die zionistische Bewegung. Spende»» für zionistische Zwecke find an Herrn Dr. O. Koktf d), Hof- und Gerichts» Advoeaten in Wien,' I., Singerstrafie 25, zu senden. Wim. Bei der Dienstage den 7. December runter Vorsitz deS Herrn Dr. Kahn abgehaltenen Bercinsversammlung deS „Zion^ hielt Herr Dr. L i e b r e ich seinen zweiten Bortrag über das Thema: „Excurs durch die jüdische Tradition". Der Referent schilderte in höchst anziehender Weise daS Zeitalter deS P h i l o, das geistige Milieu deS Hellenismus, das den Boden für das System des Philosophen abgah. Anregende Ergänzungen zu dem mit großem Beifall, aufgenommenen Referate gaben die Herren Dr. Kahn und B. Hausner. Ejorkvtv. Einer der eifrigsten Zionisten. D r. Wilhelm Brydsty, hatte mit dem Rabbiner Israel Fried mann, dem Sohne deS bekannten Oberrabbiners von Czortkow, des Herrn D a v i d M. Friedmann, eine längere Unterredung, in deren Verlaufe der. Herr Rabbiner erklärte-, er ryüusche, dass es überall ausdrücklich betont würde, dass er nicht ,uue/ fein.Gegner des Zionismus, sondern sogar ein großer Freüyd desselben sei und nur wünschen, würde, dass die zionistische Leitung /der streng orthodoxen Judenschaft die Garantien gebe, dasdie'Orthodoxie nicht unter dem Zionismus leide. Besonders rühmend gedachte er, auf eilte diesbezügliche Bemerkung deS Dr. Brodsky hin, desl WiderstmrddL, den die Zionisten einer verderblichen Assimilation : entgegensetzten. AlS besonderes Verdienst rechnete er es auch dem Zionismus an, dass sr zu einer förmlichen Re.yaiff.ance der hebräischen Sprache geführt habe. Der Herr Rabbiner, der übrigens über eine in Bezug aus Inhalt und Größe seltene Bibliothek verfügt, zeigte sich sehr versiert in der neueren hebräischen Literatur. Aus seinen Ausführungen wäre noch zu erwähnen, dass er geneigt wäre/ die Leitung der zionistischen Gruppen von Czortkpw und Umgebung zu übernehmen, .wenn er sich erst mit dem Stand' der Bewegung genügend vertraut gtmacht und von der Leitung die nöchigen Erklärungen erhalten haben werde. Am Abend nach bieser Unterredung fand in Czoriiöw eine große jüdische ' Volksversammlung statt, in welcher Herr Dr. Brodsky' das Re'erüt führte. Die Versammelten nahmen eine Resolution deS Inhaltes an, dass-sie auf dem Boden deS Bcfeler Programms 'ständen - und eine Reorganisation der Zionsvereiue aus dieser Basis befürworten. Aleph. Minneapolls (Amerika) Der neugegründete Verein „Sons os Zion" (Bnei Zion) hat das Baseler Programm seinen Statuten zu Grunde gelegt. Derselbe hat sich an Dr. H erz l mir der Bitte um weitere Rathschläge gewandt. Lrrds (England). Sonntag, den 5. d. M. fand hier in der neuen Bruggate.Synagoge ein großes Meeting statt. Es sprachen unter' lebhaftem Beifalle Mr. I. de Haas aus London und Mr. I. Massel aus Manchester über das Baseler Programm. Nach ihnen beantragte Prof. D a r e w s k i folgende Resolution, die einstimmig angenommen wurde „Das versammelte Maffen-Meeting in Leeds spricht seinen verfolgten Brüdern in anderen Ländern die herzlichsten Sympathien aus uns ist bereit, zur Verwirklichung der Baseler Beschlüsse beizutragen." London. Den letzten Vortrag in der „Bnei. Zion Association" hielt Fächer Ignatius über das „Erwachen JudaS". Wie immer sprach er auch diesmal voll Begeisterung von. der nationalen Idee und von der nahen Zeit, da das Haus Israel wieder nach seiner alten Heimat zurückkehren werbe.. Er brandmarkte besonders die Assimilation, die eine PreiSgebung der rühmlichen Geschichte und als solche eine Unmöglichkeit sei. Der Vortrag wurde mit stürmischen edeers ausgenommen. Chief Rabbi Dr. (Raster benützte die Gelegenheit, um für die Colonialbank einzutreten. Er sagte, dass die Massen des jüdischen Volkees sehnsuchtsvoll erwarten, ihre Shillings und Pennies für die Bewegung auf die Wagschale werfen zu dürfen. Die Zeit sei nicht mehr ferne, wo ihre Träume der Verwirklichung näher gerückt sein werden. Es sprachen noch Mr. Prag, Mr. Jsh-Kishor u. 21. Von Oberst G o lds mi d langte ein Zustimmungsschreiben ein- - Die „Chowewi Zion Association" hat sich entschlossen an der Conftrenz der englischen Zionisten theilzunehmen. VierichtiKUNK. In der Notiz aus Kossow in Nr, 22 der „Welt" soll es statt A. Händler heißen: Sam. A. Häusler, statt Josef Muck, soll es heißen: Jac. Joses Mück. Herr' Da mb uS in Berlin sendet uns folgende zwei Berichtigungen: Löbliche Redaktion! Unter Bezug auf die Correfpondenz in Nr.-24 und die Berichtigung in Nn 28, welche sich mit meiner Person beschäftigen, bitte ich um Aufnahme der folgenden Berichtigung: Es ist unwahr, dass ich den citierten Artikel der „Allgemeinen Zeitung des. .Judenthums"1 in dem citierten Wortlaut geschrieben habe. Es ist unwahr, dass die Briefe des „Efra" irgend einen Angriff auf den Zionismus enthalten. Es ist unwahr, hass ich mich bez. dieser Briefe in irgend einer Differenz mit rtteiym Tollegen im Vorstände des „Esrä" befinde. Es ist daher endlich unwahr,- dass ich den Zionismus in irgend einer Weise angegriffen habe. Hochachtend W. Bambus. Löbliche Redaktion! Sie werden mich verbinden, wenn Sie in Ihrer geschätzten Zeitung den Bericht über die Zionistenversammlung in Berlin vom 24. November dahin berichtigen würden, dass ich zwar eme halbe Stunde zur Bertheidigüng des Zionismus in der Diskussion" gesprochen habe, die mir in lenem Berichte aber zugeschobenen Sätze nicht gebraucht habe, weder dem Wortlaut noch dem Sinne nach. Hochachtend W, Bambus. Lorvesponden^etir. Oestereeich-Ungarn. Wien. (Orig.-Corr.) Der israelitische' CultuSpörstäjld. Kat in frinek letzten nichtöffentlicherl Sitzung vorn 9...8. M, beschlossen, den durch den Tod des Dr Moriz Deutscherledigten RabbiKerp osten in Ottakring im Wege einer, allgemeinen öffentlichen Concursausschreibung zu besetzen, ./ , Wie». (Orig.-Corr.) Wir beschäftigen uns gerade nicht: gerrke mit den antisemitischen Hetzblättern, sondern überlassen Pies ruhig anderen. Aber eine Notiz, die diese. Woche int' „Kikeriki" ju fjfen war, möchten wir dennoch registrieren, Es heißt dort : „W^hr ist's." Das ist doch zu komisch, in Prag rauben die.Leute die -Juden aus und bei uns in Wien, mr. -lauter-Pntisemitey sind, da ist's — ganz anders.^ Es sei uns hier nur/die-bescheidene; Frage gestattet: Leben wir in einennRechtsstaat-e, dass eine derart unverhüllte Aufforderung zur Ausräubung der Jud?n ungeahndet bleiben kann. Wir.üherlasse^ dir Discussion darüber gerr^ den Herren Wiener Antizrönistem ' / Wie». (Orig.-Corr.) Die zum Zwecke der Discnsstost' ub>r die Urmenpflege einberufene Enquete hielt am/8. December ich Sitzpngssaäle des israelitischen Cultusvorstandes ihre erste Sitzmig ab. Sie wurde vom Präsidenten Klin g er eröffnet chnd von Dr. Steiner als Referenten eingeleitet. / Den Boxsitz führte Banrath. Ritter von Gold schw i dt, die ' ungefähr s e ch'zig eingeladenen Experten futrdm sich..vollzählig'/eitl:/ OhmArititzr. 'verschiedener' Wöhlthätigkeitsvereme.ü. s. f. Zn /Beginn der Euquste fragte der..Vorsitzende, ob die.Versammelten eine. Generaldebatte wünschen, und da die Frage von einigen Anwesenden/ besaßt wurde, crtheilte er Dr. Fi.alla das. Wort. Dieser setzte -die einzelnen Punkte des Fragebogens üuseinander. .Er' schloss unter Hinweis auf bte <$ietgnifrc in' Sftuhtqnten " unb :puf. 'bt£ Möglichkeit einer neuen Emigration von Osten nach Wien, geqeyttber eine rechtzeitige Reform 'der Armenpflege von Nutzen wäre». Wie dieser Redner/ so hätten/ auch später nur diejenigen ExMten zu Worte kommen sollen, die um dasselbe geboten hattchr, was dem Wesen der Enquete vcllkönlmen widerspricht, in der bekanntlich a lle Experten nach einer gewissen/Reihen folge über'lden Fragebogen'einzuvernehmeü sind. Dr. Lindau.ergriff daher das Wort zur Geschäftsordnung und machte dett Vorsitzenden darauf aufmerksam./ Herr Sälo Cohn fühlte als ObmanMeAvertrxter der Hl. Section aus, dass in derselben' die.ponl redner angedeutete Verhandlungsform sogar ausdrücklich deschlössevi wurde. Darauf erwiderte jedoch der Vorsitzende dass hie Leitung derEnquete ihm überlassen bleiben möge. Ueber Antrag.eines Experten wurde die Generaldebatte geschlossen. . Der Vorsitzende interpretierte dies dahin, dass -den vorgemerkten, Rednern Jas Wort nicht mehr gebüre. Schließlich crtheilte er" es doch. Pen Herren Ziffere r und Tre b i tsch , nicht aber einem/w eitern Redner, obwohl er noch vorgemerkt war. Es begann die SpecialdebMe über die erste Frage:? „Wie sollen diezurvorüberg eh enden Ärmen-Untersitttznng . ersprderlichen Mittel -seitens des Cultusvorstandes. beschafft werden?" ' Diese Discussion wurde jedoch nicht zu Ende geführt. Wird ' diese „Enquete" . überhaupt zu einem Ergebnis führen? Man darf ds bezweifeln. . - - '/'Wien. (Orig.-Corr.) Die Wiener.ZLitungen^nielden von^ aufsehenerregenden. Verhaftungen^ in Prag. Währendttt/'dett ersten' Tagen nur Angehörige von niederen Volksclassen verhaftet " wurden, kommen snun täglich Verhaftungen von Personen vor/sd welche dem reichen czechischen Bürgerthum angehöreN. Die Be- : treffenden stehen im. Verdachte, .aus Grün d en d e s A n tu :: sc mit ismus die Volksmasscn zum Vorgehen gegen die Inden aufgereizt zu haben. - - / /^Ölmütz. (Orig.-Corr.) "Wir berichteten, von der antisen/'ltischxy Hetze im deutschen Vereine, dessen treue Poladinr "die Juden waren, und meldeten ihren Beschluss, aus denr^Pexeine auszu'treten. Gottlob, dieser Beschluss war xin^,!^re' Dröhrmg, zunz Austritte kam es doch nicht. Die Ölinüßer Juden^^ erhielten sich . peiter dem deutschen Vereine. Aber /init dem Stoicismns, der ihnen alle Ehre nmcht, überwinden sie den'inneren Zwiespalt, und.dir große Anklage, die sie in ihtenr Herzen tragen, drucken sie höchstens in sentimentalen Reflexionen aus.. In ihrem Blatte lesen wir: ' /: ' ^//'''. /''-'/>,./'/ n-r „Unsere Casinoabende scheinen nun, einem Wunsche,vieler „Maßgebender" Casinomitglieder entsprechend, zu den rein . „arischen" Vergnügungen zählen zu wollen^ Man weißin dieser Gesellschaft schön er», solches Arrangeinent Kr treffen

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