Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 1 (3.1900)
- Article
- An mein Kind!
- Date
- 1900-03-01
- Page
- 26 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 20 Die # Welt1 Was sie darüber hinaus lehren, soll Dich erst recht nicht stören, es gilt die Verherrlichung ihres Messias aus Deinem Stamme. In allen Kirchen der Weh Kind die Formen lebendig, die das Judenthum geschaffen hat. werden Angehörige des jüdischen Volkes verehrt, in allen Moscheen des Islam gelten Aliraham und Moses, unsere Stammvater und unsere Lehrer als heilig. Und gehst Du an jenen vorüber, die den dunstigen, rauchigen Fabriksräumen enteilen, um in ihren Versammlungen gegen t'eborgrifVe besitzender Hoheit zu protestieren, und siehst Du ihre düsteren Mienen sich erhellen beim Anhören dessen, was ihre Führer sprechen, so wisse: Zwei Juden haben jene Thesen aufgestellt, die n;;eh und nach alle Staaten annehmen werden, nachdem sie längst alle Herzen gewonnen haben. In diesem stolzen Bewusslsein lebe. Frage Dein Judenthum als eine hohe Auszeichnung, lächle jener, die Dich darob gering achten, und sie werden lernen. Dich zu schätzen. H. Y o 1" k - S t e i n e r. Psalm.*) Von Leo Rafaels. Ein Hauch weht durch die Lande, . Iii 11 leiser, linder Wind, Fi' weckt die schlummernden Herzen. Er wecket Ureis und Kind, Dein Odem, Du ewig junger. Du alter, starker l!ott. Er pocht an die Kerkerlhüre, Fr dringt in die Tiefe hinab. , Die schweren Eisenbande, Sie fallen ins leere tii'ab. Dreis Dir, Du Löser der Fesseln, Du alter, starker (iott. Den nackten, den kalten Gebeinen, Gibst Du ihr lebendig Gewand, Die Adern und die Sehnen Spannt Deine allmächtige Hand. Preis Dir, Du Todtenbeleber, Du alter, starker Gott. Sie schien verdorrt, die Rechte, Er schwellt sie mit nerviger Kraft. Er, der die kreisenden Welten Allstündlich neu erschafft. Du Schöpfer. Du ewig junger. Du alter, starker Gotl. Auf, auf. Ihr säumigen Brüder, Und gürtet die Lenden mit Macht! Er ruft! Lasst uns ihm folgen, Er führt uns durch Nebel und Nacht. Ei leuchtet', Du ewig junger, Du alter, .starker Gott. Ens schert nicht der Spott der Freunde, Nicht der Feinde Kriegsgeschrei: Es lenkt uns nicht vom Wege Die falsche Clerisei. Denn Du bist unser Führer, Du alter, starker Gott. Er trägt auf Adlersilügeln Den kleinen, den treuen Rest, Fetter Berge und Thäler und Meere Zum alten Felsennest. Vater, ewig junger. Du alter, starker Gott. Ens schrecken nicht die Felsen. Uns schreckt nicht der Wüste Glut. Wir netzen mit unserem Schweisse, Mit unserem Herzensblut Deinen heiligen Hoden, Du alter, starker Gott. Wir machen zum Paradiese Die öde Wüstenei: Ein Garten ist die 1 leim it. Sie sei, wie sie auch sei. Unsere, Deine Heimat, Du alter, starker Gott. Führ' uns zur alten Stätte, Die Dir so wohl gefällt. Wir machen sie zum Kleinod. Zur Krone der ganzen Welt. Führ' uns. Du ewig junger, Du alter, starker Gott, *) Musik von Ignaz Ii r ü I 1. Judenlieder. Von Adolf Donath. I. War ein kleines, stilles Haus. Drin ein Jude wohnte. Sabbath war's. Auf.jedem Tisch Line Kerze thronte. Und der alte Judo sang Eine Zauberweise. Und die Mutter und das Kind Sangen mit ganz leise : .Alle Sterne trauern hier." „Und die Losen weinen." „Alle Vogel schweifen hier" „In den fremden Hainen." „Fliege, fliege mein 1 lebet" ,Zu den fernen Weiten :" „Wo die Hurg der Ahnen steht," „Lass die Sehnsucht breiten!■• Und das Zauberlied erklingt, Weckt aus allen Träumen . . . Und des Kindes Sehnsucht singt Von den Uederbätimeli. II. „Mirjam, hast Du die Mutter geseh'n V*' „Mutter weint in der Kammer — - "" „Mirjam, lass Deine Träume geh'n," „Schau, wie die Bäume Dich lachend umsteh'n." „Wie sie Dir Blätter lierunterweh'n! . . „..Mutter weint in der Kammer ,Mirjam, kennst Du der Mutter Leid ".' . . ." „,,— Mutter drücken die Sorgen."" „„Mutter furchtet des Nachbars Neid,"" „„Wenn in der Wiege mein Brüderchen schreit."" „„Mutter fürchtet die fiebernde Zeit. . „Mutter drücken die Sorgen — — - "" Die weisse Robbe. Eine Fabel. Von Rudyard Kipling. Alle diese Dinge sind vor mehreren Jahren in einem Orte auf der Insel St. Faul passiert, der Novastoschuah heisst, hoch oben in der Behring-See. Limnierschin. der Winterzaunkönig. hat mir die Geschichte erzählt, als er in das Takelwerk eines nach Japan gehenden Dampfers geweht wurde und ich ihn in meine Kajüte nahm und zwei Tage mit warmer Milch fütterte, bis er wieder nach St. Paul zurückfliegen konnte. Nach Xovastoschnah kommt man nur, wenn man dort was zu suchen hat, und die einzigen Leute, die dort was zu suchen Indien, sind die Hobben. Sie kommen in den Sommermonaten zu Tausenden und Abertausenden ans der kalten, grauen See : denn die Küste von Novastoschuah bietet den Hobben die beste Unterkunft von der Welt. Seelang wusste das und schwamm jeden Frühling — wo immer er auch sein mochte wie ein Torpedoboot ihre et nach Novastosehnnh und verbrachte dort einen Monat im Kampfe mit seinen Gefährten tun einen guten Platz an den Felsen, so nahe als möglich beim Meer. Seefang war eine riesige graue Kobbe: die Haare hiengen ihm fast wie eine Mähne von den Schultern herab, und er hatte ein langes, böses Gebiss. Wenn er sich auf die Vordei-flossen stellte, war er über vier Fuss hoch, und sein Gewiohr, wenn jemand so kühn wnn\ ihn zu wiegen, betrug 700 Pfund. Er war über und über mit Schrammen, den Zeichen heftiger Kämpfe, bedeckt, aber er konnte nie