Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 1 (3.1900)
- Article
- Programm / Die Welt <Redaktion>
- Date
- 1900-03-01
- Page
- 0 (sequence 1)
- Language
- German
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Programm Unsere Wochenschrift ist ein ..ludonblaü.-. Wir nehmen dieses Wort, das ein Schimpf sein soll, und wollen daraus ein Wort, der Ehre machen. „Die Weltist ein Blatt, der .Inden. Welcher .luden? Etwa der Starken, denen man ohnehin hilf!.:» Mein, nein, .die brauchen, keine Unterstützung. .Die Welt" ist das Blatt der Armen, der Schwachen, der Jungen, aber auch aller derjenigen, die sich, ohne seihst in bedrängter Lage zu sein, zu ihrem Stamme heimgefunden haben. Wage es niemand, zu sagen, dass wir den ('lassenliass in das Judenthum hineintragen, wenn wir uns der Schwachen unter unseren Brüdern annehmen. In unseren Reihen stehen Manner genug, die weder »Proletarier", noch Umstürzler, noch Tollköpfc sind. Die Sache, der wir dienen, ist gross und schön, ein Werk des Friedens, die versöhnende Lösung der Judenfrage. Ein Uedanke, wohl geeignet, edlere 'Menschen - sie seien Christen, Mohammedaner oder Israeliten zu begeistern. Wir möchten, um es mit den unseren Freunden schon vertrauten Worten zu sagen: Eine Völkerrechtlich gesicherte Heimstätte schaffen für diejenigen .luden, die sich an ihren jetzigen Wohnorten nicht assimilieren können oder wollen. Unter der Zionsfahne finden wir uns zusammen. Blicken wir aber auch nach einem fernen Ziele, so dürfen und werden wir doch den heutigen Zustanden der Juden unsere Aufmerksamkeit nicht entziehen. „Die Weif soll aiem jüdischen Volke eine Wehr uncUValTe sein, und zwar eine reine Walle. Gegen wen? Gegen seine Feinde — ohne Unterschied der Confession. Man erwarte dabei nicht, dass wir zur Sprache des Pöbels hinabsteigen oder dass wir alles verherrlichen werden, was Juden tliun und lassen. Eine redliche. ern>te Selbstkritik muss dem Judenthum erspriesslieh sein, und die wollen wir üben, mögen auch manche darüber wehklagen, dass es .in dieser Zeit/' geschieht. Eine der schwersten Folgen des Autisem l.ts|;iius war es. dass .in dieser Zeit* gewisse Leute eine Art von Straflosigkeit, genossen. Was die Judenfresser4 von ihnen sagten, galt natürlich als wüste Uebertreibung, und die anständigen Juden glaubiet) zu allem schweigen zu müssen. Daraus konnte eine Solidarhaftung aller für die Niederträchtigkeiten einzelner durch unsere Gegner construiert werden. Und gerade die Minderwertigen unter den Juden halten eine Deckung an anseien Feinden, indes unsere Besseren in ihtem Ehrgefühl tief beleidigt wurden. Die neue tmtionaljüdisehe Bewegung will aüch darin Wandel schaffen. Von unseren Universitäten ist diese Bewegung vor achtzehn Jahren ausgegange^utid es int ihr. ein Glanz von Idealen geblieben, selbst wenn sie nun seit Jahr und Tag in das praktische Lebelt hinausgetreten ist. und' mit. dessen Bedingungen rechnet. Wie viele thöriehte Vorstellungen sind über unser wiedergeborenes Nutionaljudentlnun verbreitet! .Die Welt" wird sie zer.-treueu, > Man schilt uns durcheinander Be;tetionäf(**!.| 1 ie\t)lntionäre, wo wir doch nur einen massvollen, gesunden Fortsehritt wünschen. ~ Wir hängen mi! unserem Gemülh am Allen, das ist wahr, wir lieben die schöne kämpf- und leidensvolle Vergangenheit unseres \ olkes; aber wir Wullen doch nicht in irgendeine Enge des Geistes zurück. Es ist nur die Aufgabe der Dichtuni; und Geschichischreibung. die wir nach Massgabe des Baumes in der Zeitung pflegen werden, uns von den einstigen Zuständen zu lierichlen. Solche Erinnerungen geboten uiw allein, die Schönheit der Hoffnungen aber Iheilen wir mit allen Menschen. „In dieser Zeit" des erneuten Judenjannim s gehen auch gar herrliche Dinge in der Welt vor. Die Naturkräfte werden bewältigt, die Uuitur erobert sich rastlos neue Gebiete, aus dem Verkehr der Völker entwickeln sich mildere Sitten, und eine tiefe Sehnsucht nach socialen Befonnen bewegt neben den Aerrnsten auch die Besten. Die junge Männlichkeil des Xationaljudenfhum.- nimmt (heil an allen diesen Arbeiten und Bestrebungen — nicht elwa zum egoistischen Vortheil nu-eres Volkes aliein. sondern auch zum Wohle anderer Menschen. Das <#• W wird sich in unserer Zeitung ebenfalls erkennen lass^i. Und zwischen Erinnerung und 1 lolliiung steht unseie Thaf. Auf Erforschung der Zustände, Erkenntnis der politischen Welllage und Vereinigung aller Kräfte uründel sich unser Werk. .Die Welt" wird das Oigan der Männer sein, die «las Jndonthum ans dieser Zeit hinauf in bessere Zeiten führen wollen. bie Redaction der „Welt". Soeben erschien: „^aCSCbl<ol" ®™& 1«. Derfelbe (18 Sogen ftatl) enthalt 'olaenbr Hrtifef: 1. fm Stein U$ Bttitofi«. Soiti ^mmgefm. i »«# Sit»' {SfMef»n, 3. IfdternidjoiDifi. 3. $tt dritte öonflref«, 2-8- Satt«. 4 Sic Sioäe (OirtitfiO, Si. «olitotec. 5. flu« meiner ftirtfritube, M. sBrainh 0. 3«r graue bei 3ioni«mu«, 3 Jtrewel. 7. tie inSif^e'Biiiioioiiljif urib Sic SaMialo, %c. 3 ®tt«j'l- 8. SM Somoinüdjf in Ufr Mijfiit, 2t. 6. »iutin, a. SafcW iüortiifsai {Jnfc, S. w (itaic tc. 10 eöjifisiemus, 1>r. SicrtiqeioJü. Ii. 9fobM Jottf De ia Maine («alla&el, 3; Senrit. lt. »ioff iOahWi, mh bcmfelben 13. SJm.fiS t&tiy«, «* 3) .£>orowiij. H. Kfdiemia ücr «rtjet, 3. Si, BadMi. lö. 5!uf De 11 «Mtcffeerge iMaW-l Iii »Hulit 16 M*Wb» (ßumo«4W S $> SitbcrtuM). t7. 8«n(™ j®et>id;e, St. 8<"tt«sfd)fijjH. IS. flu» de.» lerfcibc. 19. Und er meinte .Sti^r). (So- ». twtomil). ». Sfl'cn nnt> to (•eMrSt), He 6. ffltiiiitittfent. II, 9m DMfeiti Stijjf), 3- K- Siifce.ti. 22. Gtlftit unt> Cc iseitt («ekidit», Cts. « »in! it. 2... tat?t ter iSü^fi, Dm hm, ». 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