Mannheim
Compact Memory

Die Welt · 1897-07-16 · 7 (16.7.1897) · p. 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
1 (1897)
Issue
7 (16.7.1897)
Article
[Ohne Titel] / A. A.
Date
1897-07-16
Page
7 (sequence 2)
Language
German
Belongs to
chapter
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3315709-3315710-3315717--00617-3379046
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Nr. 7. jac&WdC Seite 7. Auge behaltend, haben wir nämlich an kompetenter Stelle in Jerusalem angefragt und die erfreuliche Information erhalten, daß Palästina Heuer in der Lage ist, den Esrogim-Bedarf der ganzen Welt zu decken. Parallel mit diesen Thatsachen haben wir auch in Erfahrung gebracht, daß die diesjährige Fechsung auf Corfu eine ungünstige ist. Nebstdem unterliegt jetzt die diesjährige rituelle Verläßlichkeit der Corfuer Esrogim einem viel begründeteren Zweifel, als bisher. Denn es gibt gegenwärtig dort keinen Rabbiner, der die Angelegenheit vom rituellen Gesichtspunkte beaufsichtigen würde, wie es bisher geschah." Es gibt noch innerhalb des Judeuthums Fragen, die über jeden Parteistandpunkt erhaben sind. Zu ihnen gehört die vorliegende. Der gesammte Rabbinerstand und die gesammte jüdische Presse müßten wie ein Mann sich auftaffen und für die palästineusischen Esrogim eintreten, wollen sie sich nicht dem Vorwürfe aussetzen, daß sie durch ihr Schweigen die Geschäfte unserer Feinde fördern. A. A., Budapest. Girr UarKdild a«s de« Golomen. Er schlug mit dem Stabe auf den Felsen, ein frischer Es waren bleiche, abgehärmte Gesellen, die da über's Quell sprang aus dem tauben Gestein und das Volk trank und Meer herüberkamen. Der Hunger und der Kummer sprach aus ward neu belebt. — Jahrhunderte lange war der Fels wüst den eingefallenen Wangen, und aus den dunklen Augen blickte und trostlos öde; da kamen Wand'rer aus dem Westen, sie eine Jahrtausende alte Krankheit. Sie waren erblich belastet, schlugen auf den Felsen mit ihren eisernen Spaten, und Blumen diese bleichen Wanderer — sie krankten am Judenelend, sprossen hervor, der Fels bekränzte sich mit rankenden Reben, Die Wüste gebar den Garten, der Garten gebar die Frei- und ward zum Garten. heit und die Menschenwürde. Der Wanderer ging hinaus und ifS ..-Vt, erntete. Von Jahr zu Jahr wuchs die Ernte, ihr Wachsen verkündete der aufrechte, freie Gang des Juden und das Roth seiner Wangen. Wie ein trüber Nebel liegt jetzt die Vergangenheit hinter ihm. Nur hie und da schreitet noch durch seine Träume ein unglücklicher, gebeugter Jude, das Waarenbündel auf dem gekrümmten Rücken, die Hunde zerren an seinem langen Kaftan und die Dorfjungen bewerfen ihn mit Steinen. — „Handeln I Handeln!" . . . Der Bauer schauert im Traume. Er erwacht mit einem quälenden Angstgefühle; doch zum offenen Fenster strömt die kräftige Nachtlust eines freien Landes herein, Blumenduft und Palmenrauschen, und da oben schimmern am tiefdunklen Himmel des Morgenlandes die leuchtenden Augen der Nacht. Böse Träume. Aber sie werden immer seltener. Die Kinder wissen überhaupt nichts mehr von solchem Alpdrücke. Ihr junges Leben wurzelt im Boden der Freiheit und der Ruhe, und ihre Fersen werden nur schwach, fast unmerklich benetzt von den salzigen Fluten einer stürmischen Volksvergangenheit. Uew-Uorker Srief. Bon Michael Singer. Am 2. Juli 1897. Die Kabeldepesche, welche Ihr Correspondent von Herrn Dr. Theodor Herzl erhalten hat, und in welcher mir mitgetheilt worden war, daß der Congreß nicht in München, sondern in Basel stattfinden wird, war unter den hiesigen Zionsfteunden von unbeschreiblicher Wirkung. Ich brachte die Depesche in einer gestern hier abgehaltenen Versammlung zur Verlesung und mancher Ruf der Entrüstung wurde hiebei laut. Denn obichon wir hier zur Stunde ohne jede erläuternde Nachricht sind, herrscht

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.