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Die Welt · 1897-07-09 · 6 (9.7.1897) · p. 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
1 (1897)
Issue
6 (9.7.1897)
Article
Stanislaus v. Kozmian
Date
1897-07-09
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr . 6. J>k#Wdr Seite 9. Mittel und Karlsbader Cur erträglich machen. Aehnliches müßte man auch versuchen mit der doppelten Frage: Antisemitismus und Semitismus. Eine gerechte Vertheidigung muß in wahrhaft christlichem Sinne gehandhabt werden. Man darf nicht von der Vertheidigung zum Angriff übergehen. Die Streitfrage muß vorerst vom demagogischen Aufputz gereinigt werden. Es ist ja zweifellos, daß beim Auswerfen der Judenfrage auch viel Speculationssucht mitspielt. Wenn man keine Geschäfte mehr mit dem Juden oder durch den Juden machen kann, will man Geschäfte machen gegen die Juden. Der Antisemitismus ist für Viele ein gutes Geschäft geworden, eine Lebens- und Erwerbsquelle. Dazu gesellt sich noch der Neid. Könnte man den Antisemitismus von diesen Schlacken reinigen, so wäre die Aufgabe leichter und das Zusammenleben angenehmer. Der Judenstaat, scheint mir jedoch, wird eine Utopie und die Juden in den christlichen Staaten werden eine Wirklichkeit bleiben." Jaffa von der Seesette. Stolz, mit hoheitsvoller Ruhe blickt die Stadt von ihrem am ehesten erreichen. Hier warfen die phönizischen Schiffe Hügel zum Meere hinab, das seine Wellen vom Westen her Anker, welche die prächtigen Cedern zum Baue des ersten und unaufhörlich gegen die trotzigen Riffe und Klippen, die schützenzweiten Tempels brachten, hier landeten das ganze Mittelalter den Vorposten des Festlandes, wälzt. Die Landung ist schwierig, hindurch ungezählte Pilgerschaaren. Von der Küste zieht sich und doch ist Jaffa schon seit uralten Zeiten ein vielbesuchter die Hafenstraße nach der Stadt, die, immer mehr sich erweiternd, Hafenplatz. Denn von hier' aus kann der Seefahrer Jerusalem zur Hauptstraße, zur Hauptverkehrsader Jaffas wird. An der .-rf-U-v, 4 ärc:V^; Hafenstcaße liegt auch die große Moschee der Stadt. Die Häuser zeigen den landesüblichen allgemeinen Charakter, — viereckige, castellartige Bauten, flache Dächer, und rings um das Dach die aus getrocknete» Backsteinen aufgeführten Umfriedungen. Das erinnert an das Gebot Mofis: Du sollst Dein Dach mit einem Gehege versehen, auf daß Niemand beim Abstürzen Schaden leide. In früheren Zeiten war die Stadt stark befestigt, doch seitdem die Soldaten Napoleons die Mauern geschleift haben. sind die Befestigungswerke in fortschreitendem Verfalle begriffen und die Wogen des Verkehrs fluthen ungehindert landeinwärts in das herrliche Gartenland, welches im weiten Umkreise die Stadt umsäumt. Der Boden ist ungemein fruchtbar. Zur Zeit der Einwanderung Israels gehörte Jaffa den Philistern und erst später zur Zeit der Seleukidenkriege ging es in die Hände der Juden über. Tribüne. (An dieser Stelle geben wir gerne Zuschriften Raum, die in schicklichem Ton Angelegenheiten von allgemeinem Interesse oder gerechtfertigte Beschwerden enthalten. Die Redaction.) Sehr geehrte Redaction! Gestatten Sie mir, aus Anlaß des bevorstehenden Baseler Congresses eine Anregung vorzubringen. Da voraussichtlich beim Congresse Zionisten aus allen Weltgegenden sich einfinden werden, so wäre das die beste Gelegenheit, ein anschauliches Bild der ganzen zionistischen Bewegung seit ihrem Entstehen, namentlich aber seit den letzten 15 Jahren, den Besuchern des Congresses und weiteren Kreisen zu bieten. Die praktischen Erfolge, die jede einzelne zionistische Vereinigung aufzuweisen hat, sind die Ergebnisse einer Agitation in Wort und Schrift. Wie wäre es nun, wenn gelegentlich des Congresses in einem speciellen Locale sämmtliche auf die zionistische Bewegung bezügliche

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