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Die Welt · 1908-08-14 · 32 (14.8.1908) · page 10

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
12 (1908)
Issue
32 (14.8.1908)
Date
1908-08-14
Page
– (sequence 10)
Language
German
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werde, von allen Sammlungen einen kleinen Prozentsatz zurückzubehalten. Diesen Betrag habe sie >zur Fortführung ihrer Geschäfte unbedingt notwendig. Präsident Wolffsohn erklärt daß das E. A. C. diese Wünsche zur Kenntnis nehme. Herr Keßler möge entsprechende Anträge bei dem Direktorium des National-Fonds und der Bank wie auch bei der Verwaltung der Ölbaumspenden vorbringen. Dr. Brau de verweist darauf, daß in Österreich und Galizien die Schekel-Sammlung noch nicht zum Abschluß gelangt sei. Daher erkläre sich die niedrige Ziffer in der Schekeltabelle. Die Sammlung des Partei-Fonds sei in Galizien sehr schwierig, die Zionisten ständen der Idee eines Parteifonds nicht sympathisch gegenüber. Präsident Wolffsohn: Wir bedauern lebhaft, daß es uns nicht gelingt, mit den Landeskomitees in Österreich und Galizien in engeren Kontakt zu kommen. Das Zentralkomitee in Lemberg hat 6 Monate lang unsere Briefe nicht beantwortet. Auch sonst sind in Galizien die organisatorischen Verhältnisse nicht erfreulich. Das südgalizische Distriktskomitee z. B. hat sich ohne weiteres über den Kongreßbeschluß, der den Schekel auf Kr. 1.20 festsetzte, hinweggesetzt und ihn auf der ursprünglichen Höhe von Kr. 1.— belassen. Die Tatsache kann nicht bestritten werden, daß für die eigentlichen Zwecke der Organisation in Österreich und Galizien außerordentlich wenig geleistet wird. Auch in England ist die Arbeit nicht auf der Höhe Auf unsere Anfrage hat man den Mangel an Schekeleingang mit der Sammlung für den Parteifonds erklärt. Aber auch dafür ist nur ein geringer Betrag in England eingegangen. Ich hoffe indessen zuversichtlich, daß auch in diesen beiden Ländern nunmehr bessere Verhältnisse eintreten werden. Ansätze hierzu sind erfreulicherweise schon wahrzunehmen. Dr. Hantke: Die Ursache, warum die großen Organisationen nicht ganz befriedigend arbeiten, liegt vielleicht darin begründet, daß sie zu große Bezirke umfassen. Vielleicht wäre eine Teilung zweckdienlich. „ - Hier wird die Beratung dieses Punktes unterbrochen und über die in der Vormittagssitzung vorgeschlagene Resolution des E. A. C. abgestimmt, die lautet: Die in Köln versammelte Jahreskonferenz begrüßt freudig die von Sr. Majestät dem Sultan gewährte Neuordnung der Verhältnisse im türkischen Reiche, indem sie der Hoffnung und dem Wunsche Ausdruck gibt, daß diese zur Festigung des Reiches beitragen und das Wohl aller seiner Völker fördern wird. Die Resolution wird mit Beifall angenommen. Daraufhin wird die Debatte in der früher vorgezeichneten Richiung fortgesetzt. Herr Bentwich und Herr Moser geben Aufklärung über die Lage in England. Die Arbeit sei dort in vollem Gange, leider aber noch unter der Nachwirkung derfrüheren ungünstigen Verhältnisse. Es sei nicht daran 2u zweifeln, daß in kurzer Frist aus England ansehnliche Beträge für Schekel und Parteifonds eingehen würden. Dr. Bra.ude: Die von Dr. Hantke befürwortete Teilung der großen Ländesorganisationen ist in Österreich bereits durchgeführt. Es ist wahr, daß für den Parteifonds in Galizien wenig erzielt worden ist. Das liegt aber daran, daß die Massen die Idee dieses Fonds nicht recht begreifen. Für andere zionistische Zwecke, für den Nationalfonds und für das Palästinaressort sind auch in Galizien sehr ansehnliche Beträge gesammelt worden. Auch die Schekeleingänge dieses Jahres werden nicht wesentlich hinter denen des Vorjahres zurückbleiben. Was den Parteifonds anbetrifft, so habe der Präsident auf dem Kongresse selbst erklärt, daß man auf die armen Länder nicht rechnen könne. Präsident: Allerdings habe ich diese Bemerkung gemacht, das sollte aber doch nicht heißen, daß die ärmeren Länder gar nichts leisten sollen. In Österreich und Galizien hätte bei geeigneter Agitation gewiß bedeutend mehr für den Parteifonds erzielt werden können, als geschehen ist. Dr. Friedemann bittet die englischen Delegierten, dafür eintreten zu wollen, daß endlich die persönlichen Differenzen beseitigt werden, die die Arbeit Englands erschweren. Moser führt aus, daß der Stand der Bewegung in England zur Zeit durchaus befriedigend sei und in einigen Monaten noch besser sein werde. Die Arbeit leide aber darunter, daß die Leitung der englischen Föderation gegenüber "keinen freundlichen Standpunkt einnehme. Präsident Wolffsohn weist'diese Behauptung zurück. Über schlechte Behandlung unserseits klagen nur die Länder, mit deren Erfolgen wir unzufrieden sein müssen. Jeder hier anwesende Vertreter einer Landsmannschaft wird bestätigen können, daß wir durchaus darauf achten, einen freundschaftlichen Verkehr nut dea^ - Landsmannschaften zu pflegen. r Schein gibt einen Bericht über die Arbeit der rumänischeW4*,- Föderation, der in der nächsten Nummer veröffentlicht werden wird, ■i^.'^ Scheinkin gibt interessante Daten über die zionistische ArbeifcvV in Palästina. „Ich will über die zionistische Arbeit in Palästina:".$ sprechen, da wir ja auch gewissermaßen eine Landsmannschaft*^: darstellen. So haben auch die Kolonisten für die Bank großes *. Interesse und" daselbst Einlagen gemacht. Zwar wurden neuer weniger Schekel als im Vorjahre verkauft, das bilde aber keinen j| Maßstab für die zionistische Tätigkeit in Palästina. Ebenso dürfen . die Sammlungen für den Nationalfonds und Parteisteuer nicht in . - Anrechnung gebracht werden. Die kulturellen Leistungen sind be- : .;' deutend. Es erscheint ein von Arbeitern herausgegebenes Blatt Ferner eine Jahresschrift „Haomer", von der in Palästina 300 Exemplare verkauft worden sind. In agitatorischer Beziehung verweise« ich auf das „Bet-Am" in Jerusalem» woselbst in kultureller und agitatorischer Hinsicht viel geleistet wird. In Beirut wird eine sehr eifrige Agitation von den Vereinen „Achwah" und „Kadimah", denen vornehmlich junge. Leute angehören, entfaltet, die insbesondere unter den spaniolischen Juden große Wirkungen erzielt In Jaffa muß der Palästinarat hervorgehoben werden und insbesondere seine Arbeit zur Organisation der palästinensischen Juden erwähnt werden. Der Gedanke, der „Histadruth" macht immer größere Fortschritte. Auch eine schöne Bibliothek ist in Jaffa im Aufblühen begriffen. Schließlich sei auch auf eine der gewichtigsten Arbeiten, die Gründung des hebräischen Gymnasiums, hingewiesen. Goldberg gibt einen Auszug aus russischen Berichten, der in nächster Nummer veröffentlicht werden wird. Sodann geht man zur Beratung über Resolution II des E.A.C. über. Dr. Tschlenow glaubt, daß die Jahreskonferenz kein Recht habe, die Strafbestimmungen des zweiten Teiles zu treffen. Es sprechen dazu noch Dr. Franzie-Berenstein, Trietsch, Gronemann, Weißenberg, B. Goldberg und Feiwel.- Letzterer stellt den Antrag, die Resolution in folgender Fassung anzunehmen: „Die Schekelsammlung hat überall sofort mit dem Beginn des neuen Schekeljahres einzusetzen und spätestens bis zum 1. Mai beendet zu sein." Präsident Wolffsohn erklärt sich mit dieser Fassung einverstanden. Der Antrag'wird angenommen. Es folgt die Abstimmung über Resolution III, die gleichfalls, und zwar einstimmig, in folgender Fassung angenommen wird: „Sämtliche Landesorganisationen und Föderationen sind verpflichtet, ohne die andere zionistische Arbeit einzuschränken, die Sammlungen für, den Parteifonds in ihrem Bezirke in kürzester Frist auf die Höhe zu Jbringen, die der Zahl ihrer Schekelzahler entspricht." Dr. Hey mann gibt, hierzu noch die Anregung, es möge in allen Landsmannschaften für die Sammlung des Parteifonds in der \ Weise gearbeitet werden wie in Deutschland. Hier habe man sich nicht darauf beschränkt, ^Zirkulare und Flugblätter an die Vereine zu senden, sondern jeder "einzelne habe in seinem Bekanntenkreise persönlich dafür agitiert, daß insbesondere höhere Beträge geleistet würden.-. Einzelne Gesinnungsgenossen hätten über 100 Briefe in - dieser Angelegenheit versandt Schluß der Sitzung 12'/2 Uhr nachts. Mittwoch den i2. August Vormittagssitzung Der Präsident eröffnet die Sitzung um 10 »'s Uhr. v^-- Zur Beratung steht Resolution IV des Engeren Aktions-KomiteesyV^ die lautet: „Die Jahreskonferenz beschließt, die Aufsichtsräte der zionisfrv*;^ sehen Institutionen aufzufordern, sich dafür einzusetzen, äa&;:£?£ diese Institutionen alljährlich einen Beitrag, der ungefähr l°?/£j£f ihres Reingewinnes oder Einkommens entspricht an «e;ä&s zionistische Organisation abführen." Präsident Wolffsohn begründet kurz diesen Antrag. Essei0^;' dem Engern Aktions-Komitee unmöglich, weiter zu arbeiten, weao^1" man ihm keine genügende materielle Grundlage gewähre. übrigen verweise er auf die Ausführung im Berichte des E. A*. C.. und die Zahlen in den verschiedenen Tabellen, die eine deutliche Sprache reden. Feiwel: Die vom E. A. C. vorgeschlagenen Resolutionen - : könnten einen wirklich pessimistisch stimmen. Nun wolle man steh die Mittel schon aus den aufgesammelten Fonds holen. Das*

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