Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 35 (4.9.1908)
- Date
- 1908-09-04
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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l( JU ePlSCHeR M ATI OM A L- FQM DS/g MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFONDS IN KÖLN Das Hauptbureau des jüdischen Nationalfonds versendet an die Landessammelstellen folgenden Aufruf: „Sehr geehrte Gesinnungsgenossen! Ein neues Jahr rückt heran. Die bevorstehenden Festtage versammeln unsere Brüder in allen Ländern der Erde zu gemeinsamer Andacht und wecken auch bei sonst indifferenten Volksgenossen die Erinnerung, an unsere große Vergangenheit. Zionisten! Versäumt nicht die gute Gelegenheit,. das bei vielen schlummernde nationale Gefühl in den Momenten gehobener Festesstimmung wachzurufen und rege zu erhalten. Die Werbearbeit für unsere zionistischen Institutionen möge unverweilt mit aller Kraft einsetzen. Insbesondere für den Nationalfonds bietet die kommende Festzeit mannigfache Agitationsmöglichkeiten, die bereits vielfach erprobt sind und die es planmäßig auszunützen gilt. Neben den altbewährten Glfickwunschablösungen zum Neujahrsfeste möchten, wir die Aufmerksamkeit der Gesinnungsgenossen auf die üblichen Kaares-Sammluagen am Erew-Jom- Kippur lenken. Es empfiehlt sich, daß angesehene zionistische Bürger in den Synagogen und Bethäusern Tellersammlungen für den Nationalfonds veranlassen und diese Spendensammlungen persönlich überwachen. Bei dieser Gelegenheit könnten an die Spender Flugschriften und Broschüren über den Nationalfonds, verteilt werden. Die ChoMiamoed-Tage könnten besonders von jinserer zionistischen Jungmannschaft zur Propaganda, namentlich aber zur Unterbringung von N.-F.-Büchsen in jüdischen Häusern benutzt werden. Gesinnungsgenossen! Die Reform der Agrargesetzgebung in der Türker soll eine der ersten Aufgaben des neuen konstitutionellen Regimes bilden. Damit eröffnen sich insbesondere dem Jüdischen Nationalfonds neue Perspektiven. Der eigentliche Zweck unseres Volksschatzes: Geulas Ho-Orez, die Gewinnung unseres Heimatbodens durch jüdischen Erwerb und jüdische Arbeit, kann um ein gutes Stück der Erfüllung nähergebracht werden, wenn das jüdische Volk es verstehen wird, den günstigen Moment für die künftige Gestaltung seiner Geschicke nutzbar zu machen. Wenn die oben kurz skizzierten Arbeiten im vollen Bewußtsein der Wichtigkeit des Augenblicks in Angriff genommen werden, dann wird diese eure Tätigkeit sowohl eine ideelle und materielle Stärkung der hohen Sache unseres Nationalfonds bewirken, als auch in würdiger Weise die mit dem Eintritt der Herbstzeit beginnende Agitationskampagne für den Zionismus einleiten. Zionisten, an die Arbeit! Das Hauptbureau des jüdischen Nationalfonds. Im Anschluß an den vorstehenden Aufruf bringen wir zur Kenntnis, daß wir in der Nationalfondsabteilung der „Welt" eine besondere Rubrik für Glückwuhschablösungen zum Neujahrsfeste einrichten werden. Im Interesse der ökonomischen Verwendung des uns zür Verfügung stehenden Raumes ist diese Neujahrsrubrik in der Weise gedacht, daß auf einen allgemeinen, von der Redaktion festgesetzten Glückwunschtext bloß die Namen der zu Neujahr Gratulierenden folgen. In dieser Rubrik finden alle Gesinnungsgenossen Aufnahme, welche zu diesem Zwecke mindestens 1 Jt für den N.-F. spenden. Wir bitten unsere Freunde, sich rechtzeitig unter Einsendung der Spende vormerken zu lassen. Den N.-F.-Sammelstellen empfehlen wir, auch in ihren Publikationsorganen eine ähnlich angelegte Gratulationsrubrik einzurichten. Vorbemerkung zur statistischen Tabelle der im Monat August 1908 in der „Welt" ausgewieseneu Nationalfondsspenden. Obschon an dem diesmonatlichen Ausweise nur drei Fünftel aller Gebiete beteiligt sind, welche für die Spendenstatistik des Nationalfonds in Betracht kommen, ist die Gesamtsumme dieses Monats doch um ein Fünftel höher als der monatliche Durchschnittseingang (J6- 20.000.—). Die erste Stelle behauptet, wie immer, Rußland mit J6 8.744.22. Allerdings ist zu berücksichtigen, daß ll/2 Tausend Mark für M-F.-Marken und Telegrammblankette in Rußland nicht tatsächlich eingegangen sind, soodern, wie wir bereits in der Vorbemerkung zu unserer Julistatistik erwähnten, nur den Betrag darstellen, für welchen die Sammelstelle in diesem Monat Marken und Blankette aus London bezogen hat. Die Rubriken „N.-F.-Marken" und „Telegrammblankette" enthalten (wir wiederholen dies, um Irrtümern vorzubeugen) nicht die Summen der seitens der Sammelstellen verkauften Marken und Blankette, sondern sie repräsentieren den Betrag, für welchen unser Londoner Bureau Marken und Blankette verkauft hat. Aus diesem Grunde kommen diese Beträge in den Spendenausweisen der „Welt" nicht vor. Da dieser Verkauf jedoch nur gegen Barzahlung erfolgt, bedeuten die Summen der beiden Rubriken dennoch einen tatsächlichen Zuwachs des Fonds. In Wirklichkeit wurden nach den leider lückenhaften Angaben der Sammelstellen an einzelne Gesinnungsgenossen für folgende Summen Marken und Blankette abgegeben: Land Marken Blankette Rußland ......... J6 1 114.88 J6 12.96 Österreich........58.14 _ 47.18 Ungarn.........„ 1.21 „ —.85 . Summe M. 1 174.23 M. 60.99 An zweiter Steife figuriert diesmal wieder Österreich. Dies ist umsomehr zu würdigen, als die dort eingegangenen Ölbaumspenden in der „Welt" auch diesen Monat nicht ausgewiesen werden konnten. Der Verein „Ölbaumspende", an welchen die österreichische Sammelstelle die Spenden für den Herzlwald abführt, war bisher noch nicht in der Lage, sämtliche bei ihm -eingehenden Spenden ordnungsgemäß zum Ausweise aufzugeben. Wir hoffen» daß im nächsten Monat hierin Wandel geschafft wird, da sonst unsere Statistik allzu ungenau und unvollständig bliebe. Die Gesamtsumme der. österreichischen Spenden erhöht sich übrigens um Jd 184.45, da der Erlös für Materialien und Briefmarken in diesem Monat ausschließlich von der österreichischen Sammelstelle erzielt