Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 12 (1908)
- Issue
- 14 (3.4.1908)
- Date
- 1908-04-03
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
- Belongs to
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lo. 14 ' DIE^ELT 21 MITTEILUNGEN DES HAUPTBUREAUS DES JÜDISCHEN NATIONALFO NDS IN KÖLN Die neuen Sammelbogen des Jüdischen Nationalfonds mit deutschem Text sind bereits fertiggestellt. Dieselben sind sehr gefällig in der Form eines-Notizbuches mit elegantem Deckblatt ausgestattet und enthalten u. a. einen Kalender für die Jahre^te und 5669 sowie ein kleines Heftchen zu Vormerkungen für die Selbstbesteuerung. Wir bitten die Gesinnungsgenossen in den Ländern deutscher Zunge, ihren Bedarf an neuen Sammelbogen der zuständige'n Landessammelstelle rechtzeitig bekanntzugeben. Die Stifter von Golden-Buch-Spenden und die Landessammelstellen werden wiederholt ersucht, bei Aufgabe des Textes der Eintragung stets auch den hebräischen Namen der einzutragenden Person oder Körperschaft namhaft zu machen, damit überflüssige Korrespondenzen und nachträglicheReklamationen vermieden werden. Insbesondere mögen die Landessammelstellen darauf achten, daß der Wortlaut der Golden-Buch-Eintragungen, die sie der Jüdischen Kolonialbank übermitteln, genau den Intentionen der Spender entspreche und den Namen des Spenders, der die Eintragung veranlaßt, sowie den hebräischen Namen des Einzutragenden mitnmfasse. Etwaige Wünsche bezüglich des Wortlautes der G.-B.- Eintragungen können seitens der Spender auch direkt dem Hauptbureau des J. N. F. in Köln mitgeteilt werden. . Wir beabsichtigen, in nächster Zeit eine löste derjenigen Gesinnungsgenossen zu veröffentlichen, in deren Besitz sich alte oder neue Sammelbüchsen des Jüdischen Nationalfonds befinden. Daher richten wir an alle, die dringende Bitte, ihren Bedarf recht bald der zuständigen Sammelstelle aufzugeben, damit die Versendung der noch vorhandenen Büchsen unverzüglich erfolgen Desgleichen bitten wir diejenigen Sammelstellen, welche uns noch keine Aufstellung über die Verteilung ihrer Büchsen eingesandt haben, dies baldmöglichst zu erledigen. * Mitteilungen der Hauptsammelstelle von Postwertzeichen für den Nationalfonds. In letzter Zeit sind mir verschiedentlich Markensendungen zugegangen, die in außerordentlich schlechten und dünnen Umschlägen verpackt waren. Infolgedessen wurden sie unterwegs zerrissen und so stark beschädigt, daß die Post die Sendungen neu verpacken mußte. Da hierdurch leicht Marken verloren gehen, bitte ich, stets gute und kräftige Umschläge zn verwenden. Außerdem treffen vielfach Spenden ein, die entweder unrichtig frankiert sind oder auf eine unzweckmäßige Art versendet werden. Deshalb möchte ich auf folgendes hinweisen: - Sendungen bis 1 kg aus Deutschland, Luxemburg, Österreich, Ungarn, Bosnien und der Herzegowina sowie Sendungen bis 2kg aus allen übrigen Ländern, des Weltpostvereins postiert man im allgemeinen am vorteilhaftesten gut verschnürt als Drucksache. Die schriftlichen Mitteüungen können auf Postkarten besonders geschrieben werden. Handelt es sich um wertvolle Marken, so können die Drucksachen auch eingeschrieben werden. Jedoch rate ich in diesen Fällen, besonders bei Sendungen aus Ländern mit noch wenig zuverlässigem Postwesen, die Marken in eingeschriebenen Briefen zu senden. Unzweckmäßig und deshalb nur in Ausnahmefällen zu benutzen ist die Versendung in Paketen. Denn zwei Drucksachen ä 1 kg kosten nicht so viel wie ein Postpaket, da außer dem Porto und der in vielen Ländern üblichen Steuergebühr am Bestimmungsorte, also hier in Berlin, noch eine Gebühr von 15 Pfg. für inländische und eine solche von 20 Pfg. für ausländische Pakete erhoben wird. Außerdem müssen alle Pakete, welche aus dem Auslande kommen, auf dem Zollamt geöffnet und revidiert werden. Bei Briefen und Drucksachen, die frei passieren, fallen diese Umstände fort. Nur bei besonders großen Sendungen sind Postpakete zu empfehlen. Im übrigen bitte ich die einzelnen Spender, vor allem diejenigen, welche im Auslande wohnen, sich bei ihren Postämtern nach der billigsten und besten Versendungsart zu erkundigen. Bemerken möchte ich nur noch, daß ich ungenügend frankierte Sendungen nicht annehmen kann. Desgleichen bitte ich, bei Anfragen eine Postkarte mit Antwort zu benutzen oder dem Briefe einen internationalen Antwortschein (Coupon de reponse) beizulegen. Zum Schluß richte ich noch an unsere Gesinnungsgenossen in den überseeischen Ländern und Kolonien die dringende Bitte, uns Marken aus diesen Ländern zu senden. Berlin SW., Beuthstraße 1. Dr. med. Julius Loewenheim. Vorbemerkung zur statistischen Tabelle der im Monat März 1908 ausgewiesenen Spenden für den Jüdischen Nationalfonds. In Nr. 10 der „Welt" sprachen wir die Zuversicht aus, daß die Märzstatistik in der Rubrik „Goldenes Buch" die Januarsumme in der gleichen Spalte noch übersteigen werde. Nicht nur dies hat sich bewahrheitet, sondern auch alle andern Sammelmittel erzielten ein bedeutend besseres Resultat, so daß diesmal die Gesamtstatistik ein sehr erfreuliches Bild gibt. Das Goldene. Buch hat wieder den Hauptanteil an derl* Endsumme. Sein Ertrag erreicht beinahe die Summe aller andern Sammelmittel insgesamt. Auch die Selbstbesteuerung tritt ein wenig aus ihrer sonstigen bescheidenen Zurückhaltung hervor. Sie kann in diesem Monat mehr als das doppelte der Februarsumme aufweisen. Allerdings ist der bemerkenswerte Aufschwung wohl nur den in Nr. 12 der „Welt" rühmend erwähnten Bemühungen des Herrn Kantor Blitz in Dessau zu verdanken. Er hat in dem kleinen Lande Anhalt etwa dieselbe Summe erzielt, wie alle andern Länder der Welt zusammen. Die sonst spärlichen Ziffern in dieser Rubrik lassen deutlich erkennen, wie gering sich im allgemeinen . die Eingänge auf Grund der Selbstbesteuerung belaufen. Dieses Sammelmittel müßte mehr gefördert werden. Es müßte mit der Zeit die Haupteinnahmequelle des Nationalfonds werden. Im übrigen möchten wir wiederholt hervorheben, daß aus der Statistik einzelner Monate keineswegs zutreffende Schlüsse auf die Sammeltätigkeit in den verschiedenen Ländern gezogen werden können. Beispielsweise beruht das diesmal gegenüber der Februarsumme um mehr als 4000_Mark günstigere Gesamtergebnis der Sammlungen in Österreich darauf, daß die Zeitschrift „Wschöd" in Lemberg, beziehungsweise die Bezirkssammelstelle für Galizien die bei ihr im Laufe von fünf Monaten eingegangenen Nationalfondsspenden vor kurzem auf einmal abgeführt hat. Wir beabsichtigen, in der Pessachnummer der „Welt" eine Zusammenfassung der in den verflossenen 3 Monaten-ausgewiesenen Spenden zu veröffentlichen. Diese Aufstellung wird die ganze Lage wesentlich genauer undanschaulicher zeichnen. Deshalb wollen wir mit Rückschlüssen und Folgerungen warten, bis wir uns auf dieVierteljahr-Statistik stützen können.