Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 44 (31.10.1913)
- Date
- 1913-10-31
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 44 LT 1503 Oesterreich Aus den Wiener Organisationen Der „Zionistische Verband ehemaliger Akademiker“ hielt seine zweite Generalversammlung ab. Aus dem vom Präsidenten, Herrn Dr. Alfred L ö w y, erstatteten Rechenschaftsbericht ist neben den zahlreichen Vortragsabenden insbesondere die Tätigkeit der Verbandsleitung in Angelegenheit des „Weidhofener Prinzipes“, auf dem Gebiete der wirtschaftlichen Organisierung und in Standesfragen der absolvierten jüdischen Akademiker hervorzuheben. Der Verband, der im verflossenen Jahre eine Stellenvermittlung eröffn ete, hat bereits eine ansehnliche Zahl freigewordener Stellen für Aerzte und Advokaturs - Koncipienten mit Gesinnungsgenossen besetzt. Herrn Dr. Löwy wurde seitens des Präsidenten der westösterreichischen zionistischen Organisation, Herrn Dr. Po llak, Dank und Anerkennung ausgesprochen. Zum Obmann des Verbandes wurde Herr Inspektor Emil F r i e s 1 gewählt. Die „W jener zionistische Vereinigun g“, die sich der zionistischen Jugendarbeit widmet, versendet ihren Jahresbericht, dem wir folgende bemerkenswerte Daten entnehmen: Die Vereinigung hielt in vier Wiener Bezirken wöchentlich sieben Geschichtskurse ab, die von 697 Teilnehmern frequentiert wurden. Sie hat den Wiener jüdischen Wanderbund „B1a u-W eiß“ ins Leben gerufen, dem bereits mehr als 200 Mädchen und Knaben als Wanderer angehören und im Laufe des Jahres zwei Broschüren (von Julius Löwy und Max Nordau) herausgegeben. Für das hebräische Gymnasium in Jerusalem wurden 1800.— Kr. gesammelt. Anläßlich des Kongresses veranstaltete die eifrige Leitung einen westösterreichischen Jugendtag, an welchem Vertreter von 43 Jugendorganisationen aus 24 Städten teilnahmen. Die diesjährige Generalversammlung des 1. Wiener jüdischen Turnvereines fand am 8. Oktober d. Js. statt. Der Obmann, Herr Dr. Julius Beer, der neuerdings zum Präsidenten gewählt wurde, konnte auf die erfolgreiche Arbeit der letzten Jahre hinweisen, insbesondere auf die Schauturnen am 8. Dezember 1912, 9. März 1913 und beim Turnfest auf der Hohen Warte anläßlich des Kongresses. Das Wachstum des Vereines geht am besten daraus hervor, daß das Budget des Berichtsjahres gegenüber dem des Jahres 1901/02 auf "mehr als das dreifache gestiegen ist. Der „Wiener zionistische Frauenverein“ versendet einen wirksamen Aufruf, in welchem er auf die Arbeiten des Wiener Zionistenkongresses hinweist. Zusammenkünfte allwöchentlich Montag nachmittag am Vereinssitze IX, Porzellangasse 9, im Damensalon des Cafe City. Wien. Die akademische Verbindung „Kardinal“ gibt bekannt, daß sich ihre Lokalitäten ab 1. November I. Biberstraße 26, befinden. Bodenbach. Am "29. v. M. erstattete Herr Dr. Emil Margulies in einer von dem jüdischen Volksverein „Theodor HerzI“ für Tetschen-Bodenbach und Umgebung veranstalteten Versammlung ein Referat über die Bedeutung des XI. Zionistenkongresses in Wien. In anschaulicher Weise legte Herr Dr. Margulies die auf dem Kongresse behandelten Fragen dar. Die an den Referenten gestellten Anfragen, bewiesen deutlich, mit welchem Interesse die Zuhörer die Ausführungen aufnahmen. Zum Schlüsse brachte der Obmann des jüdischen Volksvereins „Theodor Herzl“, Herr Sigmund Dusch a k. folgende Resolution zur Abstimmung, welche einstimmig angenommen wurde: „Die im Post-Hotel zu Bodenbach am 29. September 1913 tagende zionistische Versammlung begrüßt das neugewählte Actions-Comite und verspricht, dasselbe in den von ihm übernommenen Aufgaben mit allen Kräften zu unterstützen; sie billigt die von den österreichischen Delegierten auf dem XI. Zionistenkongresse eingenommene Haltung und spricht denselben, sowie insbesondere deren Führer, Herrn Dr. Emil Margulies, für die auf dem Kongresse geleistete Arbeit ihren Dank und ihre Anerkennung aus. Landeskonferenz der galizischen Zionisten Das Zentralkomitee der Zionisten Galiziens hat beschlossen, für den 9. und 10. November nach Lemberg die Landeskonferenz der galizischen Zionisten einzuberufen. Sie soll u. a. wichtige organisatorische Fragen regeln, nochmals das Problem der Gegenwartsarbeit behandeln, die Fragen der Errichtung einer besonderen Nationalfondssammelstelle endgültig entscheiden und durch Einsetzung eines arbeitsfähigen Zentralkomitees die weitere Entwicklung der Landesorganisation sichern. Die Tagesordnung der Landeskonferenz ist wie folgt festgesetzt: 1. Eröffnungsrede: Adolf Stand. Wahl des Bureaus. — 2. Bericht über die Tätigkeit des Zentralkomitees: Dr. Michael Ringel. Generaldebatte. — 3. Die nächsten Aufgaben der zionistischen Organisation in Galizien: Dr. Gerschon Zipper. Debatte. — 4. Die politische und wirtschaftliche Lage des galizischen Judentums: Redakteur Moses Frostig. Debatte. — 5. Bericht der von der Konferenz eingesetzten Kommission. — 6. Wahl des Zentralkomitees. Lemberg. Die Verbindung „H asmonea“ hat im großen „Tikwath-Zion“-Saale eine sehr gut besuchte Versammlung veranstaltet, in der über den XI. Kongreß Bericht erstattet wurde. Die Sprecher des Abends waren: A.-C.-Mitglled Dr. Leon Reich, Dr. Schreiber, Dr. Korngrich, Dr. Geyer. In Z o 1 k i e w berichtete Redakteur M. Frostig in einer großen Volksversammlung über die Verhandlungen des XI. Kongresses. In Buczacz sprach Leon Wechsler in einer gutbesuchten Versammlung über die Ergebnisse des Kongresses. Przemysl. Hier fand im Saale des Rathauses eine zahlreich besuchte Versammlung statt, in der die hiesigen Kongreßdelegierten, Dr. G. Zipper und Abr. Sonne, über den XI. Kongreß berichteten. Nach Anhörung der Rechenschaft berichte gelangte folgende Resolution zur Verlesung: „Die Przemysler Zionnisten begrüßen mit Genugtuung die Ergebnisse des Kongresses und insbesondere den Beschluß betreffend die Gründung einer Universität in Jerusalem, sprechen dem A.-C. ihre unveränderte Anerkennung und ihren Dank aus und versichern die Delegierten ihres Vertrauens.“ Przemysl. Vom 31. Oktober bis 2. November findet in Przemysl der 1. Verbandstag des Verbandes Zionistisch akademischer Korporationen Galiziens (H. A. Z.) statt. Tagesordnung: 1. Eröffnung und Wahl des Bureaus. 2. Rechenschaftsbericht des Präsidiums, 3. Bericht des Revisionsausschusses, 4. Referat: „Die Erziehung des studentischen Nachwuchses“, 5. Bericht der Statutenkommission, 6. Referat: „Die bisherige Entwicklung des Zionismus und seine Aussichten“, 7. Referat: „Die Nationalisierung der zionistischen Intelligenz“, 8. Referat: „Arbeitsprogramm für das Jahr 5674“, 9. Budget, 10. Eventualia, 11. Wahl des Präsidiums. Der Verbandstag findet im Lokale der Verbindung „Agudath Herzl“, Przemysl Jagiellonska 10, statt und beginnt am 31. Oktober, um 4 Ühr nachmittags. Landeskonferenz der ungarländischen Zionisten Die XI. Landeskonferenz der Un^arländischen Zionistischen Organisation wird Sonntag, den 2. November in Budapest in den Räumen des Zionistenheimes stattfinden. Die Landeskonferenz wird sich vorwiegend mit Fragen der Organisation und Agitation zu beschäftigen haben, weshalb diesmal die üblichen Veranstaltungen wegblieben. Die Tagesordnung ist die folgende: Vormittagssitzung: 1. Eröffnungsrede des Präsidenten, Herrn Ing. Benjamin Beregi. 2. Wahl des Präsidiums und der Kommissionen. 3. Bericht des Verifikationsausschusses. 4. Bericht des Landeskomitees, erstattet von Parteisekretär Dr. Josef Schönfeld. 5. Finanzbericht, erstattet von Herrn David Kohn. 6. Bericht der J. N. F.- Landessammelstelle, erstattet von Landeskommissar Dr. Ludwig Dömeny. Nachmittagssitzung: 1. Debatte. 2. Programm der künftigen Agitation, von Dr. Nison Kahan. 3. Programm der J.N. F.-Landessammelstelle, von Dr. Viktor Jordans. 4. Budapestdebatte. 5. Eventualia. 6. Wahlen. Czernowitz. Dieser Tage ist die vom Ehepaar Kißlinger gestiftete jüdische Toynbee-Halle fertiggestellt worden. Außer einem großen Prachtsaal enthält sie Räume für ein Lehrlingsheim, eine Volksbibliothek, hebräische Schule (samt Kindergarten) und für das Bureau des zionistischen Landeskomitees. Die feierliche Eröffnung hat kürzlich stattgefunden. Czernowitz. Hier wurde ein hebräischer Sprech- und Lese-Verein „H a t c h i j at“ gegründet. Obmann Herr Salomon Großberg. Czernowitz. Vor einigen Tagen wurde das Statut des hebräischen Schulvereins „S a f a I b r i a“ genehmigt. In Kürze wird eine hebräische Schule sowie ein Kinderarten eröffnet werden. An der Spitze steht ein rühriges omitee; Obmann ist Herr Goldfeld. Das Bukowinaer zionistische Landeskomitee hat seinerzeit sämtliche Kandidaten auf Delegiertenmandate zum XI. Kongreß verpflichtet, nach dem Kongreß in ihren Wahlkreisen Bericht zu erstatten. Dieser Verpflichtung nachkommend, werden in den nächsten Tagen die Delegierten in allen Städten und größeren Ortschaften Versammlungen abhalten. Vorläufig sind 18 Versammlungen in Aussicht genommen.