Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- Kongreß-Ausgabe II (4.9.1913)
- Date
- 1913-09-04
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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DIE25EELT Nr. II Die A. H. des Vereines zionistischer Hochschüler .Theodor Herzl* in Wien werden ersucht, Freitag, den 5. d. M., um V29 Uhr abends, imCafePrückl, I. Parkring, Wollzeile, zu erscheinen. Der Czernowitzer Jüdische Gesangsvere'n, welcher am Freitag, 11 Uhr vormittags, im Beethovensaal seine Konzertmatinee absolviert, triff« heute, Donnerstag, den 4. d. M., 8 Uhr früh, in Wien ein. Zu seinem Empfange werden sich die Bukowinaer Landsmannschaft und der Obmann des Vereines, Vizebügermeister von Czernowitz. Dr. Salo Weisseiberger, am Nordbahnhofe einfinden. Eitrittskarten für die Konzertmatinee im Kongreßbureau erhältlich. Alter Herren-Verband des Vereines jüdischer Hochschüler Bar Kochba aus Prag. Die Zusammenkunft findet Sonntag, den 7 d. M., 8 Uhr früh, im Restaurant Hübner, Wien, IV. Alleegasse statt. Eine besonders große Begeisterungsfähigkeit entwickelt ein Besucher des Kongresses, Herr Robert Gutmann aus Prag, der den Weg von Prag nach Wien zu Fuß zurücklegte. Herr Gutmann marschierte am 21. August von Prag ab und langte nach 7V2tägigem Distanzmarsche in Wien an, während man gewöhnlich 16 Tage für diese Fußwanderung rechnet. Herr Gutmann hat übrigens schon drei Kongresse, einen in Basel, im Haag und einen in Hamburg von Prag aus zu Fuß besucht. Ein paar interessante Zahlen. In der Kongreßnummer der Oesterreichischen Nationalfonds-Zeitung gibt Hugo Schachtel- Breslau an Hand des offiziellen Materials einige überraus lehrreiche Zahlen über die Beträge, die von den verschiedenen Organisationen und Institutionen für jüdische Zweckeim Laufe der letzten fünf Jahre in Palästina verausgabt worden sind. Wenn es auch nicht möglich ist, die Arbeit auf Grund der neuesten Zahlen zutreffend zu bewerten. Die produktiven Ausgaben der U. F. und die Unterstützungsgelder der Chalukah bilden, da wohl die beiden Extreme, und doch zeigen schon die bloßen Zahlen, wie unverhältnismäßig größer die Leistungen des U. F. sind, als die aller anderen Organisationen. Die Zahlen für das Jahr 1912 sind: Nationaifonds M. 456.70«', Hilfsverein M. 197.200, Allianz M. 160.000, Esva M. 54.000, Chalukah M. 1O3.500. Die Summen, die das Odessaer Komitee verausgabte und die für das Schulwerk der deutschen Orthotoxie sind noch nicht bekannt. Ein besonders erfreuliches Bild bietet der „Hilfsverein der deutschen Juden“, dessen palästinensischen Ausgaben von M. 77.000 im Jahre 1907, auf M. 197.200 — im Jahre 19l2 stetig gewachsen sind. Die Ausgaben der Allianz zeigen seit dem Jahre 1909 wo noch M. 185.000 verausgabt wurden eine sinkende Tendenz und betrugen 1912 nur noch M. 160.000. Darf man nach den Versicherungen des Herrn B i g a r t annehmen, daß eine Änderung hierin eintreten wird? Hugo Schachtel, dessen statistische Arbeiten uns schon manchen interessanten Aufschluß gegeben haben, hat uns mit dieser kleinen Tabelle Zahlen in die Hand gegeben, die in der Propaganda für den U. F. und unsere Bewegung gute Dienste leisten müssen. Sie allein macht die Nationalfondszeitung schon lesenswert für einen jeden Kongreßbesucher. Schluß des redaktionellen Teiles. Geschäftliche Mitteilungen"^ Ueber die Behandlung bei Tropenkrankheiten. Trotz aller Mittel, die in neuerer Zeit bei Tropenkrankheiten in die Heilkunde eingeführt wurden, erzielen die Chininsalze heute noch bei weitem die besten Resultate, ja stehen bei gewissen Krankheiten, z. B. Malaria, direkt als einzig wirksam da. Leider aber stehen der Anwendung der gewöhnlichen Chininsalze manchmal Hindernisse entgegen, sei es, daß die zu behandelnden Patienten dieselben schlecht vertragen, sei es. daß die mit dem Chinin in den Kauf zu nehmenden Nebenwirkungen gegenüber der gewünschten Heilwirkung zu sehr in den Vordergrund treten, oder dergl. Die bekannteste der unangenehmen Nebenwirkungen des Chinin ist, abgesehen von dem manchmal bis zur Taubhait gesteigerten Ohrensausen, ein bemerkenswertes Darniederliegen des Stoffwechsels. (Binz, Kerner, Zulz u. a.) Da nun die den Stoffwechsel energisch anregende Wirkung des Phytin, welche durch eine große Anzanl Autoren (u. a. Gilbert Lippmann, Postemak etc.) nachgewiesen wurde, imstande ist, diese erschlaffende Wirkung auf den Organismus auszugleichen, so drängen die Tatsachen, einer Salzverbindung des Chinin mit Phytin, dem Chininphytin in den entsprechenden Fällen den Vorzug vor anderen Chininsalzen zu geben. A. Schweizer!) hat das Chininphytin bei Malaria in einer Reihe von Fällen versucht und nennt dasselbe ein ideales Heilmittel gegen diese Krankheit. Er gab das Chininphytin bei gewöhnlichen Fällen 3 Stunden vor dem Anfall je nach Stärke desselben, die eine Hälfte der Tagesdosis (3 bis 4 Tabl.) eine halbe Stunde später die zweite Hälfte. An den anfallfreien Tagen gab er bei den vom gewöhnlichen Verlauf abweichenden Fällen und bei Malaria- Schwächezuständen Chininphytin früh, mittags und abends in gleichen Teilen (je 2 Tabl.). Er sagt über die Wirkung: . as Mittel wirkt gut Die Anfälle nahmen an Heftigkeit schon in den ersten Tagen ab. sie dauerten bedeutend kürzer und die Entfieberung trat rasch, sehr oft schon nach 2 bis 3 Stunden ein. Die Blutuntersuchung wurde bei jedem Kranken öfters vorgenommen. Die Krankheitserreger waren selbst bei den tückischsten Fällen nach 4 Wochen verschwunden. Bei der langsam verlaufenden Malaria und bei Kräfteverfall nahmen die Kranken an Gewicht rasch zu und bekamen geradezu ein blühendes Aussehen Die Blutuntersuchung ergab eine bedeutende Vermehrung der roten Blutkörperchen.“ Bei einem Malariakranken, der Chinin schlecht vertrug, verwendete Dr. Dryepondt-’) das Chininphytin mit glücklichem Erfolg auf Urinfärbung und Fieber. Die Einnahme der Chininsalze bewirkte manchmal schon nach der ersten Dose, sicher aber nach der zweiten oder dritten, eine Auflösung der roten Blutkörperchen und es trat Blutharnen ein. Dryepondt ersetzte alsdann die gewöhnlichen Chininsalze durch das Chininphytin. Bei Verabreichung dieses Präparates in Dosen von 0.5 g morgens und abends wich das Fieber sehr schnell und das Bluthamen hörte auf. Chininphytin ist daher überall angezeigt wo die üblichen Chininsalze schlecht vertragen werden. Lipa Bey3) bekämpft bei der Denga u. a. mit Chininphytin das Fieber und weist darauf hin, daß er eigentümlicherweise mit anderen Chininsalzen (sowohl innerlich gegeben, als unter die Haut gespritzt) die entgegengesetzte Wirkung erzielte, nämlich daß das Fieber noch mehr in die Höhe getrieben wurde, weshalb er Chininphytin bevorzugt. Geh. Med. Rat. Prof. Biedert-) verordnete es bei einem Fall von Influenza mit Herzbeschwerden und der Erfolg veranlaßte ihn zu einer Empfehlung des Chininphytin für solche Krankheitszustände. ’) „Therapeutische Monatshefte*. Jän. 07. Beiträge zur Therapie der Malaria *) Ancien dir. de la compagnie du Kasai (Kongo). *) Dr. Lipa Bey, Die Denga, „Aerztl. Rundschau“ Nr. 16, 1909. *) „Berliner klinische Wochenschrift“, 1907, Nr. 52. Der Konsum alkoholfreier kohlensaurer Getränke ist überall in fortwährendem Steigen begriffen. Einen wichtigen Einfuhrartikel in die Konsumländer bilden deshalb die Maschinen und Apparae, die zur Herstellung der erwähnten Getränke erforderlich sind. Die bekannte Firma Hag« SlOMbleCli, Köln-Ehrenfeld, baut solche Apparate schon seit einem Vierteljahrhundert als einzige Spezialität für jede gewünschte Tagesleistung und alle Flaschensorten. — Anläßlich des 25jährigen Geschäftsjubiläums bringt die Firma im Herbst einen neuen Katalog heraus, der die allemeuesten Maschinen auf dem Gebiete der alkoholfreien Getränke-Industrie enthält und den Interessenten kostenlos zugesandt wird. Ans erster Hand, offeriert die Firma Herrn. Laubach, Köln-Ehrenfeld, ihre Spezialfabrikate: Mineralwasser- und Limoaadenapparate. Dieselben bilden heute besonders im Auslande einen sehr gefragten Artikel und sucht die Firma in verschiedenen Ländern noch Vertreter aufzustellen. — Interessenten erhalten auf Anfrage Katalog in verschiedenen Sprachen kostenlos; das Material ist sehr umfangreich (90 Seiten) und läßt erkennen, daß der Fabrikant die Herstellung der fraglichen Apparate allen Ansprüchen dieser Branche angepaßt hat Wir verweisen noch auf die heutige Ankündigung der genannten Firma im Inseratenteil. Krebs & Kleuk, «lingsor-Werke, Hanan-K, welche auf der diesjährigen Herbstmesse nicht ausstellen, bringen soeben ihren neuen Katalog (Ausgabe VIII) heraus. Derselbe ist in 4 Sprachen abgefaßt und enthält verschiedene Neuheiten, auf die wir hier kurz hinweisen möchten. Unter anderem haben 2 Modelle in Loxos-Aasfühnng Aufnahme gefunden, die so wohl in Eiche hell, als auch in der neuerdings viel verlangten Farbe „Raucheichen“ geliefert werden können. Ferner finden wir einen Apparat (Modell Nr. 450 Pfau) mit Lichteffekt, einen rad.-chlagenden Pfau darstellend. Neuartig sind auch zwei Apparate (Modelle Nr. 173 und 103) mit einem burgartigen Einbau, Wetterhaus. Barometer und Thermometer, die ihre Wirkung nirgends verfehlen werden. Neu ist ferner das Modell Nr. 100 P mit tanzender Figurengruppe, welches sicher in der kommenden Saison ein „Schlager“ sein wird. — In Schatullen bringen die Klingsor-Werke ein neues Modell Nr. 95 zum Bruttopreise von M. 125. Wir wir hören, haben K. & K. bereits größere Bestellungen für Herbstgeschäft ei halten, so daß für sie alle Vorbedingungen für eine recht lebhafte Saison vorhanden sind. Warum soll man Sappen essen? In manchem kleineren Haushalt wird wegen des leidigen Zeitmangels oder wegen der nicht geringen Umstände und Ueberlegungen, die das Bereiten einer guten Suppe verursacht, oftmals gar keine Suppe auf den Tisch gebracht. Dies ist sowohl vom Standpunkt einer richtigen Ernährung als auch vom Kostenstandpunkt zu bedauern. Es ist nämlich eine Tatsache, daß jede Mahlzeit mit Suppe besser ernährt und sich billiger stellt als Mahlzeiten ohne Suppe, denn flüssige Nahrung wird vom Körper viel besser ausgenützt als feste, die meist auch viel teurer ist. Mit dem bekannten „Knorr-Suppenwürfel“ stellt man die besten Suppen schnell und einfach her, nur durch Auflösen der Suppenmasse in Wasser und Kochenlassen. „Knorr-Suppenwürfel“ sparen Zeit, Arbeit und Geld. Viermalhunderttausend Kinder werden in einem Jahr mit Knorr-Hafermehl aufgezogen. Es gibt keinen besseren Beweis für die Vorzüglichkeit dieses KindernahTungsmittels. In zuverlässiger Weise hilft es auch in solchen Fällen, wo alles andere versagt Das ist nicht zum wenigsten Erfolg der sinnreichen Präparation, durch welche die in dem Rohprodukt enthaltenen Nährstoffe in eine besonders leicht verdauliche Form übergeführt werden. Wir empfehlen der Aufmerksamkeit unserer russischen Leser die Fabrikate der Eisenand ÜIessingmöbeI-li'al»ri]E J. Neufeld, Warschaa- Praga Brnkowa 4 6, eigene Häuser. Die Fabrik, 1878 gegründet hat sich aus kleinen Anfängen zu der heutigen führenden Größe emporgearbeitet Die jetzige Bedeutung verdankt die Firma ihrem Prinzip, nur eine qualitative einwandsfreie Ware unter Zuhilfenahme von neuesten Maschinen, von welchen eine Anzahl für eigenen Bedarf die Firma sich selbst konstruiert hat zu liefern. Die Firma liefert schon seit Jahrzehnten an die russische Regierung. Eine Reihe von großen Lieferungen, wo die Metallmöbel der Firma J. Neufeld in jahrzehntlanger Benutzung stehen, legen das beste Zeugnis von der Leistungsfähigkeit derselben ab, so zum Beispiel die Kaserne des Keksholmschen Leibgarde-Grenadierregiments (zirka 4000 Betten), das Ujazdowski Militärkrankenhaus (zirka 300 Betten), Poleskija Staatseisenbahnen etc. In Hoteleinrichtungen etc. In Hoteleinrichtungen übernimmt die Firma J. Neufeld auch die Lieferung der Bettwäsche und -Decken. Erst in letzter Zeit wurde von der Firma das große Hotel „Savoy Palace Hotel“ in Lodz eingerichtet. Zahlreiche Semstwos g ihören ebenfalls zur ständigen Kundschaft der Firma J. Neufeld, auch viele jüdische Wohltätigkeitsinstitute sind mit den Eisenmöbeln der Firma J. Neufeld ausgestattet worden. Die Firma sucht weitere derartige große Lieferungen zu übernehmen. In den Haushaltsmöbeln erfreut sich die Marke J. Neufeld bei zirka 600 Möbelhändlem in Rußland seit Jahrzehnten des besten Rufes. Die Firma geht an die Ausdehnung ihrer Produktion unter Wahrung der bisherigen einwandsfreien Qualität und sucht für ihre Erzeugnisse noch weitere Monopol- Abnehmer und Alleinvertreter.