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Die Welt · 1913-08-22 · 34 (22.8.1913) · page 21

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Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
34 (22.8.1913)
Date
1913-08-22
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Nr.. 34 - Kongress -Pressestimmen Die „Jüdische Volksstimme“ beklagt die ihrer Ansicht nach zu späte Bekanntgabe der Tagesordnung und schreibt dann über den Kongreß: „Eine Frage, die wohl noch zu heftigen Gegensätzen auf dem Kongresse führen dürfte, ist der Wunsch der Leitung, die Majorität in den einzelnen zionistischen Finanzinstituten zu erlangen, eine Forderung, die die Leitung schon seit Monaten propagiert und für die sie lebhaft Stimmung macht, sehr zum Aerger der englischen, französischen und amerikanischen Zionisten, welche sich heftig gegen jede größere Einflußnahme der Leitung auf die Bank sträuben. (? Red. d. „Welt“.) Auch eine prinzipielle Opposition wird es diesmal geben. Die „Politischen“ gegen die „Praktischen“. Erstere, deren Standpunkt Jean Fischer (Antwerpen), David Wolfsohn, Marmorek, Cowen und wohl auch Max Nordau vertreten, sehen in der Arbeit der jetzigen Leitung ein Abgehen vom Herzischen Zionismus, wogegen sie selbst „die integrale Verwirklichung des Baseler Programms“ anstreben. Bedauerlich ist nur, daß diese prinzipiellen Konflikte auch erbitterte persönliche Gegnerschaften unter den Mitgliedern des A, C. gezeitigt die gewiß die traurigste Erscheinung bilden. Neben der „Kulturfrage“, die diesmal wegen der Frage einer hebräischen Universität in Palästina, und wegen der immer stärker werdenden „alljüdischen Richtung“, die allmählich auch unter den Zionisten an Boden gewinnt, aktuelles Interesse hat, um so mehr als Ussischkin Referent ist, dürfte auch die Frage des weiteren Verhältnisses zwischen Religion und Zionismus zur Sprache kommen. Letzteres schon deshalb, weil es diesbezüglich immer öfter zu Meinungsverschiedenheiten kommt, die hüben und drüben Unwillen und Verbitterung hervorrufen.“ 1109 schlossen, zu dem ,praktischen Zionismus', der realen Kolonisationsarbeit in Palästina überzugehen. Ferner wurde damals beschlossen, die Leitung der Bewegung in die Hände eines Kollegiums von fünf Mitgliedern zu legen. Die politischen Zionisten . . . sind mit der Leitung unzufrieden, und einer ihrer Führer, Herr Jean Fischer in Antwerpen, redet in lauten Tönen in der ,Welt‘, dem Organ der Bewegung, über den Mangel an politischer Tätigkeit, der beim Comite zutage trete. Dr. Alexander Marmorek aus Paris, ein alter Freund Herzls, ist der praktischen Richtung gram und will nicht an dem Kongreß teilnehmen. Dr. Tschlenow aus Rußland ist es nicht gelungen, Dr. Nordau zum Erscheinen auf dem Kongreß zu bewegen. Aber die große Masse der Zionisten teilt nicht die Verdrossenheit, die Marmorek und Nordau zur Schau tragen. Bei den Verhandlungen werden auch andere Fragen von großer Bedeutung besprochen werden. Die jemenitischen Juden wandern ständig nach Palästina aus, aber die dortigen Kolonien sind nicht sehr gut für ihren Empfang vorbereitet. Während des letzten Jahres sind den Juden gegenüber an verschiedenen europäischen Universitäten Beschränkungen eingeführt worden, und es ist nur natürlich, daß jetzt die Frage der Errichtung einer jüdischen Universität in Jerusalem auftaucht. Der Kongreß wird zweifellos diesem Plan zustimmen und er wird voraussichtlich über eine Methode für das Zusammenwirken mit Nichtzionisten in dieser Angelegenheit entscheiden. Diese Methode ist von großem Interesse für die amerikanischen Juden, welche Herrn Sokolow versprachen, den Universitätsplan zu fördern. Es ist gerade die . Vielseitigkeit, das Vorhandensein verschiedener Richtungen innerhalb der Bewegung, das ihre eigentliche Stärke ausmacht. Eine Bewegung, welche die Hoffnungen und Bestrebungen verschiedener Kreise umfaßt, wie es der Zionismus tut, muß Erfolg haben.“ DIElggELT ln der Juli-Nummer der Zeitschrift „The Jewish Review“, wird über den bevorstehenden Kongreß u. a. ausgeführt: „Der Zionistenkongreß, der in der ersten Septemberwoche in Wien (der Heimat des Begründers der zionistischen Bewegung, des verstorbenen Dr. Theodor Herzl) tagen wird, bildet die einzige Platform, die einer interterritorial organisierten jüdischen Demokratie Gelegenheit gibt, durch ihre bevollmächtigten Vertreter zu der Welt zu sprechen. Bis jetzt haben Dr. Nordaus Berichte bei diesen Kongressen über die jüdische Lage in den verschiedenen Ländern dazu gedient, ein helles Licht über die gegenwärtige Lage unserer Brüder zu verbreiten, und das Gewissen Europas wachzurufen. In diesem Jahr wird Dr. Nordaus Beredsamkeit auf dem Kongreß fehlen. Die jetzigen Leiter der zionistischen Bewegung stellen vernünftigerweise Taten über Worte. Sie haben in der Zeit ihrer Amtsführung viel dazu getan, den Vorwurf zu entkräften, welcher die Judenheit für ihre Indifferenz gegenüber dem Heiligen Lande traf. Sie haben im Lande Israels eine Heimat jenen Kindern Israels geschaffen, die aus dem Jemen durch die Verfolgungen der arabischen Bevölkerung vertrieben wurden. Es gibt immer mehr Gelegenheiten zu Arbeit und Erwerb in Palästina, die Sympathie der türkischen Behörden ist gewonnen worden, außerdem ist es gelungen, den Nichtzionisten ein Zusammenarbeiten mit den Zionisten für kolonisatorische Interessen zu ermöglichen. Der Zionistenkongreß \wird sich jedoch zweifellos nicht darauf beschränken, die jüdischen Interessen in Palästina zu fördern. Er hat das Recht und die Pflicht, die Anschauungen der jüdischen Demokratie, die er vertritt, in allen jüdischen Fragen zur Geltung zu bringen.“ Der „Jewish Comment“ schreibt in seiner Nummer vom 8. August: „Der herannahende Kongreß wird voraussichtlich ein sehr lebhafter und erregter werden. Der X. Kongreß hat be- Schluß des redaktionellen Teiles Wir bitten unsere Leser, der Annonce des Jüdischen Verlags im Inseratenteil besondere Aufmerksamkeit zu schenken. Bei der Administration „Die Welt“ sind eingegangen: Für das Mikrobiologische Institut: „Vergesset nicht das Mikrob Johann Kremenezky, Wien Ing. Josef Seidener, Wien Heinrich Lederer, Wien Leo Weiss, Wien - - Oswald Weiss, Wien - Julius Weiss, Wien - - Dr. Elkan Weiss, Wien - - Emanuel Lockspeiser, Boryslaw Kais. Rat Emil Broch, Tarnow Kais. Rat C. Hirsch, Tarnow Heinrich Bard, Lemberg.„ 6.— — Für die Nationalbibliothek in Jerusalem: Durch Misrachi von Chajim Kahan, Charkow - - JL 193.50 Für das Jüdische Museum, Jerusalem: Ingenieur H. Braude, München.5.— ologische Institut“ Kr. 10.— M 8.40 -.50 „ —.42 -.50 2— 2.- —.50 —.42 —.84 1.6S —.84 1.68 —.84 —.42 4.20 5.04 Eduard Lokesch & Sohn, Prag-Holeschowitz, diese groß angelegte, modernste Fabrik für Manschettenknöpfe, Kragenknöpfe, Westenknöpfe und Modeknöpfe, wird von ihren treuen, jahrzehntealten Abnehmern in fortwährend steigender Weise beschäftigt. Infolgedessen war es notwendig, die bestehende Fabriksanlage zu erweitern. Diese ganz bedeutende Erweiterung ist nunmehr zu Ende geführt und der Anbau in Betrieb genommen. Derselbe umfaßt einen modernst ausgestatteten Emaillier-Raum, neue Gravier- und Galvanisierungs-Räume, ferner Löterei, Musterabteilung, Expedition und Lager. Die Größe dieser Erweiterung beträgt über 1000 qm und wird eine schnelle Bedienung der Kundschaft unbedingt ermöglichen. Die Firma Heinrich Westphal A.-G. Berlin hat für ihre patentierten Hohlsteindecken noch einige Lizenzen für verschiedene Länder abzugeben. Wir machen unsere Leser schon heute darauf aufmerksam, daß ein Direktor dieser Firma beim Kongreß in Wien anwesend sein und Unterhandlungen in dieser Angelegenheit führen wird.

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