Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 33 (15.8.1913)
- Date
- 1913-08-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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1064 -- ... DIE^ELT-—- n rr. Nr. 3^ Der „Jüdische Handlungsgehilfenverband", der bekanntlich Handlungsgehilfen auf nationaljüdischer Grundlage organisiert, hat seit dem letzten Parteitage, über welchen in diesen Spalten berichtet wurde, eine eifrige Propagandatätigkeit entfaltet. In den letzten Wochen fanden erfolgreiche Versammlungen in Wien, Ung.-H radisch Proßnitz. D o m b r a n und B i e 1 i t z statt. Der Verband hat in seiner Mitte eine Schekelgruppe gebildet, die sich an der Schekelagitation lebhaft beteiligte. — Der Wiener „H e r 7.1 - K1 u b“ beging seine in kurzer Frist vollendete Eintragung in das Goldene Buch des Nationalfonds in feierlicher Weise. Der N.-F.-Kommissär des Distriktes, Herr Dr. Georg Weiner hielt eine Ansprache. Ein jüdischer Sporttag in Galizien (Von unserem Berichterstatter.) Lemberg. Sonntag, den 20. Juli, veranstaltete der jüdische Sportklub „H asraonea“ in Lemberg den ersten jüdischen Sporttag in Galizien, der trotz des regnerischen Wetters einen sehr guten Verlauf nahm. Das Fußballspiel zwischen dem „Makk a b i“-Krakau und der „H a s m o n e a"-Lemberg endete mit 2:0 zugunsten der Krakauer Gäste. Dann folgten die Hebungen der Scoutingmannschaften, die über 150 Bilder aus dem Scoutingleben im Lager, während des Kampfes und Spieles darboten. Olmutz. Der Bürgerverein „Zion“ veranstaltete am 23. Juli im Rheingoldsaale des Grand-Cafe eine Herzlgedenkfeier. Herr Dr. Heinrich Mandl aus Prerau schilderte in eindrucksvoller Rede Herzls Bedeutung für das Judentum. Herr Benno Fleischer- Olmütz brachte Herzls „Mauschel“ zu gediegenem Vortrage. Die Anwesenden spendeten 6 Oelbäume für den Herzlwald. Prossnitz (Mähren). Der erste Prossnitzer Kongreßtag fand am 9. August d. Js. im jüdischen Kasino statt. Der Abend hatte zum Zwecke, einen Ueberblick über die Tätigkeit des Zionismus auf allen Gebieten zu geben. Es wurden vier verschiedene Referate gehalten. Die Reihe der Referate eröffnet«: Herr Dr. Viktor Altar, welcher über die Bedeutung des XL Zionistenkongresses sprach. Hierauf sprach Herr Hans Löw über „Die Geschichte der Zionistenkongresse“. Herr Julius Neumann behandelte das Thema: „Sechzehn Jahre zionistische Palästinaarbeit“. Als letzter Redner trat Herr cand. ing. Erich Altar auf, welcher ein sehr interessantes Referat über „Die Bedeutung des Zionismus für die jüdische Jugend“ hielt. — Nach den Referaten fanden die Delegiertenwahlen zum XI. Kongreß statt. Auf Antrag des einen Mandatswerbers, Herrn Dr. Viktor Altar, wurde nachfolgende Resolution einstimmig angenommen: „Die am 9- August zum ersten Kongreßtage im jüdischen Kasino versammelten Schekelzahler von Prossnitz sprechen dem E. A. C. für die bisherige Leitung der zionistischen Organisation Dank und Anerkennung aus und geben der Hoffnung Ausdruck, daß der XL Zionistenkongreß die Führung der Geschäfte der jetzigen Leitung übertragen und ihr die nötigen Machtmittel zur Verfügung stellen wird.“ Der nächste Kongreßtag findet in Form eines Schauturnens am 24. August statt, wobei die Turner und Turnerinnen, die zum Kongreßschauturnen nach Wien fahren, die einstudierten Uebungen dem Prossnitzer Publikum vorführen werden. Für die Kongreßspende wurden größere Beträge gesammelt. Lemberg. Die Delegiertenwahlen zum bevorstehenden Kongreß sind im vollen Gange. Sie dürften am 10. d. M. abgeschlossen sein. Die Distrikte Lemberg und Tarnopol werden 25, der Distrikt Stanislau 10, der Distrikt Krakau über 10 Delegierte entsenden. Beinahe 13 000 Schekelzahler wird in diesem Jahre Galizien aufweisen, die Landsmannschaft dürfte also diesmal doppelt so starte wie auf dem letzten Kongresse sein. Suczawa. Am 23. Juli fand im Saale des Jüdischen Hauses ein Vortrag von Dr. Philipp Korngrün über den XI. Zionistenkongreß statt. Der Vortrag war glänzend besucht. Bei der am 17. Juli abgehaltenen ersten Generalversammlung des hiesigen Sportklubs Hakoach“ wurde Advokat Dr. Heinrich L u p u 1 zum Obmann, Steuerverwalter Ephraim Rosenstrauch und cand. med. Phöbus Tuttn a u e r zum Obmannstellvertreter gewählt. In den Ausschuß wurden 20 Gesinnungsgenossen gewählt, wovon 5 Mitglieder der akademischen Verbindung „Tikwah“ als statutmäßig festgesetzte Delegierte. Bei dem am 4. August stattgehabten Fußball - Match zwischen der Jungmannschaft des Sportklubs „Hakoach“ und einer deutsch-rumänisch-nationalen Mannschaft siegten die jüdischen Spieler mit 10:0. Der Tennisplatz des Sportklubs ist am 10. d. M. eröffnet worden. Sadagöra. Am 26. Juli fand hier anläßlich der Wiederkehr des Todestages von Dr. Theodor Herzl eine von den hiesigen zionistischen Vereinen „Hadassa“ und „Kirja Nemunah“ veranstaltete Trauerversammlung statt, zu welcher alle Schichten der hiesigen jüdischen Bevölkerung erschienen Nach Eröffnung der Versammlung durch Herrn Jakob Reisei trug der Chordirigent Herr Föbus Körner unter Begleitung einiger Mitglieder des Chores von Kantor Gottlieb das El Mole Rachamim vor. Hierauf hielt Herr jur. Dr. M. Schapira aus Czemowitz die überaus wirkungsvolle Gedenkrede. Am 28. Juli d. J. starb unser Gesinnungsgenosse Dr. Salomon Horowitz, Großgrundbesitzer und ehemaliger Advokat in Wien. Er hinterließ dem Jüdischen Nationalfonds letztwillig einen namhaften Betrag. Auch bei Lebzeiten hatte er für den J. N.-F. werktägiges Interesse bekundet. Ehre seinem Andenken! Schweiz H erzl-Gedenkf eiern (Von unserem Berichterstatter.) Fast alle größeren Ortsgruppen der Schweiz .gedachten durch Erinnerungsfeiern des Todestages Herzls. Die Züricher Zionistenvereine veranstalteten am Sonntag, den 27. Juli eine gemeinsame Gedächtnisfeier, bei der Herr Dr. Duicas die Gedächtnisrede hielt und Frau Else Pinkus- F lat au rezitierte. In der Versammlung der Biel er Ortsgruppe sprachen die Herren Dr. C. Levy, J. Abraham (Bern) und J. Sverdloff (Bern). Auch die Herzl-Feiem der neugegründeten Union des Sionistes de Geneve und des St. Galler Vereins am 3. August waren sehr gut besucht und verliefen in würdiger Stimmung. In der Woche vom 9- bis 16. August sollen die Kongreßwahlen in der Schweiz vorgenommen werden. Die Schweiz wird zum XI. Kongreß fünf Delegierte entsenden, die die Wahlkreise Zürich, St. Gallen, Basel, Biel und Genf vertreten. ' Italien Rechenschaftsbericht der Federation der italienischen Zionisten Die Leitung der italienischen Federation hat dieser Tage aus Anlaß des bevorstehenden Kongresses einen ausführlichen Bericht über den Fortschritt der zionistischen Arbeit in Italien erstattet. Dem Bericht entnehmen wir folgendes: Die zionistische Organisation in Italien hat in den letzten zwei Jahren keine großen Fortschritte machen können wegen der politischen Bedingungen, die durch den türkisch-italienischen Krieg geschaffen wurden. Von den verschiedenen Ortsgruppen konnte nur die Mailänder Gruppe ersprießliche Arbeit leisten, indem sie wöchentlich Vorträge veranstaltete und für den Nationalfonds eifrig sammelte. Die Zahl der Mitglieder dieser Gruppe stieg in diesem Jahre auf 250. Die Einnahmen des Nationalfonds weisen einen ansehnlichen Fortschritt aut. Während in der Zeit vom IX. bis zum X. Kongreß nur 1070 Francs in Italien für den Nationalfonds gesammelt wurden, konnten im Jahre 1912 allein schon 5000 Frcs. aufgebracht werden. Der VII. Delegiertentag in Mailand hat beschlossen, die Propaganda für den Nationalfonds zu organisieren, und es sind bereits 14 Nationalfondskommissäre in den verschiedenen Städten gewählt worden, die ihre Arbeit in vielversprechender Weise begonnen haben. Auch für die Stärkung der italienischen Organisation ist der VII. Delegiertentag von großer Bedeutung gewesen. Wir haben in Turin und in Florenz Verhandlungen eingeleitet zwecks Bildung der neuen Gruppen, und es ist zu hoffen, daß in diesen bedeutenden jüdischen Zentren bald ein reges zionistisches Leben entstehen wird. Auch aus Ancona sind uns nach vielen Jahren der Untätigkeit eine ansehnliche Zahl von Schekeln zugeflossen und, wie es scheint, wird bald auch dort der alte zionistische Verein neu erstehen. Das vom VII. Delegiertentag geschaffene Sekretariat hat gut gearbeitet. Aber seine Arbeit wird nicht erfolgreich sein, wenn wir nicht in den einzelnen Zentren geeignete Persönlichkeiten finden, die sich mit unserer Sache intensiv beschäftigen. Die Schwierigkeiten, die die Verbreitung der zionistischen Idee in Italien begegnet, sind mannigfacher Art. Es ist aber außer Zweifel, daß der zionistische Gedanke das