Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 32 (8.8.1913)
- Date
- 1913-08-08
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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1032 LT Nr. 32 Vereinigte Staaten von Nordamerika. 22. Dr. Otto A b e 1 e s, Wien. 23. Dr. Leopold A m b r u n n. 24. Dr. Hermann B a d t. 23. Ludwig Bato, Wien. 26. Dr. J. Bendersky, Kiew. 27. Joseph B e n n e 11. 28. Louis B e r m a n. 29. Frau J .L. Bor us hak. 30. J. L. Bo rus h ak. 3t. Louis D. B r a n d e i s, Boston. 32. Fräulein Helene Hanna Cohn, Berlin. 33. Zewi Cohen. 34. M. Chartine r. 35. Dr. A. E 1 i a s b e r g, Berlin. 36. J. Feldmann, Jaffa. 37. Harry Fr am. 38. Abraham Goldberg. 39. Prof. Richard G o 11 h e i 1, New York. 40. Frau Professor G o 11 h e i 1, New York. 41. Frau Sonja Gronemann, Berlin. 42. Samuel Hankin. 43. B. Hurwitz. 44. Fräulein Sarah K u s s y. 45. Boris K a z m a n n. 46. Eva Kahanowitz. 47. Louis L i p s k y, New York. 48. Fräulein Eva Leon. 49. Prof. Henry Malter. 50. Dr. Benzion Mossinsohn, Jaffa. 51. M. W. Norwalk. 32. Frau Bella Pevsner, Berlin. 53. Jacob de Haas, New York. 54. Rabbi H. H. R u b e n o w i t z. 55. Hugo Schachtel, Breslau. 56. Dr. S. Schechter, New York. 57. D. Segal. 58. Hyman R. Segal. 59. Max S h u 1 m a n, Chicago. 60. Nahum S o k o 1 o w, Berlin. 61. Harrv- Wolfson. 62. Frau J. Leo Wolkow. 63. J. Leo Wolkow. 64. Leon Zolotkoff, Chicago. Order Sons of Zion. 65. Hymann D a n e 1 s o n, New York. Die Rede Dr. Nordaus Bei der Herzlfeier, die am 24. Juli in Paris stattfand, hat Dr. N o r d a u, wie in der vorigen Nummer kurz berichtet wurde, eine Rede gehalten, die nun in mehr oder minder ausführlicher Form die Runde durch die jüdische Presse macht. Wir sind auf diese Rede nicht näher eingegangen, weil wir keine Veranlassung haben, die genugsam diskutierte Frage „Politischer oder praktischer Zionismus?" gerade jetzt nochmals zu erörtern. Wir waren und sind der Ansicht, daß diese Frage nun seit langem in dem Sinne erledigt ist, daß politischer und praktischer Zionismus eine untrennbare Einheit sind, und daß es sich bei dem Kampf gegen die sogenannte „politische" Richtung nur um Fragen der Art der politischen Betätigung, der Art der praktischen Arbeit in Palästina und der Art der Leitung unserer Organisation handelte. Auch auf die von uns in voriger Nummer erwähnten speziellen Angriffe Dr. Nordaus gegen die Leitung einzugehen, hatten wir um so weniger Veranlassung, als die von Dr. Nordau kritisierte Tätigkeit der Leitung ja in wenigen Wochen in schriftlichen und mündlichen Berichten dem Urteil des Kongresses unterbreitet werden wird. Nur eine Behauptung Dr. Nordaus erfordert eine sofortige Zurückweisung, zumal sie in entstellter Form in die Presse übergegangen ist. In einem Passus seiner Rede, der sich offenbar auf die praktische Arbeit in Palästina bezieht, hat Dr. Nordau in allgemeiner Form die Behauptung aufgestellt, die Leitung verheimliche ihre Verluste, liefere unklare Rechnungen, und kompetente Geschäftsleute erklärten, die von der Leitung gelieferten Zahlenangaben seien unrichtig, und die Leitung gebe auf Fragen ausweichende Antworten. Es kann nicht wundemehmen, wenn dieser Passus in kurzer Wiedergabe in manchen jüdischen Blättern in der Form erscheint, daß Dr. Nordau behauptet habe, die Leitung hätte Gelder veruntreut. Wir wissen, daß Dr. Nordau das nicht gesagt und nicht gemeint hat, aber auch gegen das, was er wirklich gesagt hat, müssen wir auf das schärfste protestieren. Denn es ist nicht wahr, daß die Leitung irgendwelche Verluste verheimlicht, es ist nicht wahr, daß sie unklare Rechnungen liefert, es ist n i c h t w a h r, daß sie falsche Zahlen angibt, und es ist schließlich auch nicht wahr, daß sie auf Fragen ausweichende Antworten gibt! Wenn Dr. Nordau das alles auf Grund seiner Informationen behauptet, so sind diese Informationen eben Fälschungen des Sachverhalts. In Nr. 165 der „Hazephira” schreibt S. Tschernowitz u. a.: „. . . Wäre die Pariser Opposition zum Kongreß gekommen und hätte sie dort im Rahmen einer gesunden und kühlen Kritik nachgewiesen, daß die gegenwärtige Leitung über ihren kleinen Unternehmungen das große Ideal vergessen habe, so würde sie möglicherweise unter den Kongreßteilnehmern viele Anhänger gefunden haben. Diesen Weg hat sie aber nicht gewählt. Statt einer vernünftigen und redlichen Kritik, statt eines Hinweises, wie die politische und praktische Arbeit zu organisieren wäre, damit keine Zersplitterung und Verzettelung der Kräfte eintritt, haben die Herren es vorgezogen, aus den Schlachtreihen zu fliehen, ihre Geschosse aus der Feme abzufeuern und öffentlich mit Behauptungen hervorzutreten, die weder ihnen noch anderen zur Ehre gereichen, die in den Augen der Außenstehenden einen Schatten auf die gesamte Bewegung werfen und den Gedanken aufkomm en lassen, daß es sich wirklich nicht mehr um ein Ideal und einen Prinzipienkampf, sondern um persönliche Eifersüchteleien, um bloße Erfolghascherei und einen Wettstreit um die Herrschaft handelt. Wenn in der Tat dies das Wesen der Opposition ist, werden ihr auch diejenigen Gesinnungsgenossen keine Gefolgschaft leisten, die mit der gegenwärtigen Leitung unzufrieden sind und mancherlei an ihr auszusetzen haben. Denn eine Opposition, der es um Reformen zum Wohle der Bewegung zu tun ist, hat nichts gemein mit einer übelwollenden und nörgelnden Opposition, die das Kind mit dem Bad ausschütt en will und darauf ausgeht, zugleich mit der Befriedigung ihrer Rachegelüste gegenüber der Leitung die Ehre der Partei herabzusetzen, der ihre Wortführer doch angehören.“ Unter der Ueberschrift „W as hatdies zu bedeuten" führt der zionistische „Fraind“ zu der Rede Nordaus u. a. folgendes aus: „Wenn ein Parteimann solche Beschuldigungen gegen seine Partei in die Öffentlichkeit schleudert, so heißt das, die Brücken, die zur Partei führen, in Brand setzen. Und wenn er nicht bloß Feuerwerk abbrennt, sondern eine richtige Brandfackel benutzt, so kann es gelingen, daß die ganze Partei in Flammen aufgeht. ... So lange man einen Kampf innerhalb der Partei führen will — wie dies bisher in der zionistischen Organisation geschah und wie dies auch in anderen Parteien vorkommt — bedient man sich nicht einer derart scharfen, vergifteten Waffe. Eine solche Waffe verwendet nicht einmal ein Mann, der seine Partei verläßt, aber ihrer Hauptidee treu bleibt. Und wenn ein Nordau dies tut, dann nimmt er gewiß die Verantwortung für alle Folgen, die sich aus seinen Worten ergeben mögen, auf sich. Bleibt Nordau in der Partei . . ., was hat dann dieses scharfe öffentliche Auftreten zu bedeuten? Dies zu erfahren, haben auch Nichtzionisten ein Recht.“ Ueber die Rede Nordaus bei der Herzl-Feier in Paris schreibt die hebräische Tageszeitung „Hasman"^ „Alle die Vorwürfe gegen die Leitung, die Nordau dreißig Tage vor dem Kongreß öffentlich erhebt, hätte er von. der