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Die Welt · 1913-07-25 · 30 (25.7.1913) · page 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
30 (25.7.1913)
Date
1913-07-25
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 30 LT 965 Ingenieur Samuel Pewsner, Haifa. Schulim P i t z e 1 e, Krakau. I. D. Rzepkowicz, Kalisch. Julius Schönwetter, Krakau. S. O. L i c h t n e r, Komotau. Eine Erklärung von Mr. Joseph Cowen Wie der Londoner Berichterstatter der „Hazephirah“ in Nr. 153 dieses Blattes mitteilt, hat ihn der Präsident der English Zionist Federation, Herr Joseph Cowen, ermächtigt, die in verschiedenen Blättern erschienene Nachricht, wonach er (Cowen) danach strebe, Herrn David Wolffsohn wieder an die Spitze der zionistischen Leitung zu stellen, kategorisch zu dementieren. Selbst wenn auf dem Kongreß der formelle Antrag gestellt werden sollte, Herrn Wolffsohn zum Präsidenten der Organisation zu wählen, würde Mr. Cowen dagegen sein. Mit dem Wahlspruch des Herrn Wolffsohn „Lieber gar nichts tun, als Fehler begehen“, könne man keine Politik machen. Mr. Cowen erklärte ferner, er sei im Grunde gar nicht gegen die gegenwärtige Leitung, und wenn diese etwa ihr Amt niederlegen wollte, wüßte er absolut keinen Ersatz; er sei bloß ein Gegner verschiedener Aktionen der Leitung, und jeder Zionist habe doch das Recht, über die Unternehmungen der Leitung seine Meinung auszusprechen. Die Darstellung in verschiedenen jüdischen Zeitungen, als stünde Mr. Cowen an der Spitze der Opposition gegen die jetzige Leitung, entbehre jeder Begründung. Es mag noch viele Zionisten geben, die sich einzelnen Aktionen der Leitung gegenüber ablehnend verhalten, aber eine eigentliche Opposition, die darauf ausginge, die Leitung zu stürzen, gebe es überhaupt nicht. Was die Organisationsarbeit der gegenwärtigen Leitung betrifft, müsse er zugeben, daß die Leitung hierin sehr erfolgreich war und für die Neubelebung unserer Organisation den Dank aller Zionisten verdiene. Deutschland Berlin. Der Verband jüdischer Frauen für Kulturarbeit in Palästina unterhält in seinem Bureau. Burgstr. 27, einen ständigen Verkauf der in seinen Ateliers in Palästina gearbeiteten Spitzendeckchen, Kragen, Häubchen usw. Dort werden auch Bestellungen auf Extraanfertigungen entgegengenommen. Stettin. Regelmäßige Zusammenkünfte der Zionisten beim Vorsitzenden der Ortsgruppe Hermann Jacob, Tumerstr. 10, Eing. Amdtstr., an jedem Freitagabend 9 Uhr. Fremde Zionisten stets willkommen. Leipzig. Am Sonnabend, den 19. Juli, veranstaltete die hiesige akademische zionistische Vereinigung anläßlich des Todestages Herzls eine Gedenkfeier. Der Vorsitzende, Herr Dr. Brodetsky, eröffnet«: den Abend mit einer Begrüßungsansprache, in der er besonders den Gast des Abends, den russischen Sekretär des E. A. C. Herrn Dr. Bernstein, willkommen hieß. Hierauf hielt Herr Dr. Bernstein-Berlin einen längeren, mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag, in dem er die Bedeutung Herzls für die Entwicklung des jüdischnationalen Gedankens innerhalb des Ostjudentums ausführlich besprach. Mit dem Gesang der Hatikwah schloß die gelungene und erhebende Feier. Wiesbaden. Zionisten treffen sich jeden Mittwoch abend um 9 ,Uhr im Cafe Berliner Hof. Oesterreich (Von unserem Berichterstatter.) Wien. An die von der Wiener Leitung veranstalteten zionistischen Bezirksversammlungen mit der Tagesordnung „Der XI. Zionistenkongreß“, über deren günstiges Resultat wir berichteten, schloß sich eine ganze Reihe von Propagandareden Kurt Blumenfelds. Die Gediegenheit und der Ernst seiner Vorträge übten nachhaltige Wirkung und die Wiener Zionisten drücken gleich den Gesinnungsgenossen Böhmens, Mährens und Schlesiens aus diesem Anlasse dem unermüdlichen Vorkämpfer unserer Sache für seine vorbildliche Erziehungs- und Propagandaarbeit in Wien und ganz Westösterreich ihren innigen Dank aus. Die Versammlungstätigkeit des Distriktskomitees wird nunmehr in den Sommerfrischen und Kurorten der nächsten und weiteren Umgebung Wiens energisch fortgesetzt. — Anläßlich des Kongresses hat das zionistische Zentralkomitee für Westösterreich eine populäre Flugschrift „Der XI. Zionistenkongreß in Wien“ herausgegeben und bereits massenhaft verbreitet. Die von Adolf Böhm verfaßte Broschüre wird gewiß treffliche Dienste leisten. — Der neugegründete Wanderbund „Blau-Weiß“ zählt bereits 10 Züge. Eine Gruppe von 15 Wanderern hat eine Fußtour durch den Böhmerwald angetreten und wird von den Herren cand. med. Lichtw i t z und Bermann geführt. Sonntag, den 20. Juli, morgens, marschierte der Wanderbund in geschlossenem Zuge vom Schottenring auf den Döblinger Friedhof zu Herzls Grabstatt. Nach dem feierlichen und eindrucksvollen Akte hielt Herr Skutezky eine begeisternde Ansprache. Die jüdisch-akademische Verbindung „I v r i a“ begeht den 20. Tamus (25. Juli) durch Sammlungen für den Herzl-Wald und hat ihn durch rege Agitation vorbereitet. Wir verweisen auch an dieser Stelle auf den „Herzlwald-Tag“ der Ivria, damit er erfolgreich verläuft. Prag. Die Vorbereitungsarbeit zum Wiener Kongreß wird in Böhmen vorläufig hauptsächlich auf publizistischem Wege betrieben. Das Zionistische Distriktskomitee für Böhmen hat eine schön ausgestattete Schekelflugschrift „A n die Juden Böhmens“ herausgegeben, die in mehreren Tausend Exemplaren versendet worden ist. Die ständige Propaganda besorgt im deutschen Gebiete die gut geleitete „Selbstwehr“; von dem neugegründeten zionistischen Organ in tschechischer Sprache „Zidovske listy pro Cechv, Moravu a Slezko“ (Jüdische Zeitung für Böhmen, Mähren und Schlesien) ist die zweite Nummer erschienen, die außer einer guten Uebersetzung von Herzls „Mauschel“ und politischen und zionistischen Aufsätzen auch Nachrichten aus Palästina und eine Liebersetzung Max Brods enthält. Diese Zeitschrift bedeutet für die zionistische Propaganda im tschechischen Gebiete Oesterreichs eine wertvolle Unterstützung. Ein neuer zionistischer Fußballverein „Hagibor“ in Prag hat in kurzer Zeit drei Mannschaften aufgestellt, die schon mit bekannten Sportklubs erfolgreiche Wettkämpfe ausgetragen haben. Der Jüdische Turnverein in Prag wird sich am Wiener Turnfest beteiligen. Mährisch-Ostrau. Das Distriktskomitee hatte für den 6. d. M. eine Sitzung des „großen D. K.“, zugleich eine Vertrauensmännerversammlung des Distriktes, einberufen, behufs Vorberatung für den Kongreß. Dieser Einladung hatten mehr als 30 Vertrauensmänner aus M.-Ostrau, Brünn (Bürgerverein und „Veritas“), Olmütz, Prossnitz, Neutitschein, Bielitz (Bürgerverein und „Emunah“), Teschen, Friedek, Oderberg und Troppau Folge geleistet, denen der Distriktsobmann F i n z i einen Bericht über den Stand der Organisation im Distrikte erstattete, worauf Herr Kurt Blumenfeld ein zweistündiges fesselndes Referat über die Tätigkeit des E. A. C. hielt. In einer vom Volksvereine „Zion“ Einberufenen Volksversammlung, wo sich eine vielhundertköpfige Menge eingefunden hatte, sprach er dann über den „XI. Zionistenkongreß in Wien“. Der Abend war ein Triumph für unsere Sache. Auf folgende vom Gg. Julius N e u m a n n (Prossnitz) beantragte Resolution hatten sich am Nachmittage die Vertrauensmänner geeinigt: „Die am 6. Juli 1913 in M.- Ostrau versammelten Vertrauensmänner des mährisch-schlesischen Distriktes sprechen dem E. A. C. für die bisherige Führung der Geschäfte der zionistischen Organisation Dank und Vertrauen aus. Die Versammlung hält es für notwendig, daß das E. A. C. entsprechenden Einfluß auf die Finanzinstrumente der zionistischen Bewegung bekomme, insbesondere ist die Verlegung des Hauptbureaus des J. N.-F. nach Berlin, an den Sitz der Leitung, dringendst geboten.“ Holland Zeeland. Am 29. Juni besuchten die Antweipener Gesinnungsgenossen auf einem mit blau-weißen Fahnen geschmückten Dampfer Vlissingen. Im Concertgebouw hatten die Vlissinger Zionisten eine öffentliche Propagandaversammlung veranstaltet, in der ca. 200 Antwerpener Zionisten vom Vorstand der Ortsgruppe Zeeland begrüßt wurden und die Herren Jos. Cohen und Demnitzer das Wort ergriffen. Die Propagandaversammlung hatte einen guten Erfolg an neuen Mitgliedern und Nationalfondsspenden aufzuweisen. Herr Z w a r t s aus Rotterdam hielt einen Kunstvortrag.

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