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Die Welt · 1913-06-20 · 25 (20.6.1913) · page 21

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
17 (1913)
Issue
25 (20.6.1913)
Date
1913-06-20
Page
– (sequence 21)
Language
German
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Nr. 25 805 -» DIE3§KELT waren: Dr. Leo Blass, Mr. Morris Kaufman und Dr. M. S. L e v y aus San Francisco, welch letzterer kürzlich aus Palästina zurückgekehrt war und über das Leben in unseren Kolonien sprach. Der Vortrag wurde durch Lichtbilder illustriert. Eine zweite Hoachooza-Gesellschaft wird bald gegründet werden. Die Palästinafreunde in Los Angeles hoffen, innerhalb eines Jahres 400 0000 M. in Palästina investieren zu können. SPRECHSAAL Herr Adolf Stand, Mitglied des A. C., bittet uns um Aufnahme folgender Erklärung: Sehr geehrter Herr Redakteur! In Nr. 2 des ersten Jahrganges der „Freistatt“ veröffentlicht Herr L. Chasanowitsch eine Studie über: „Das jüdische Proletariat in Nordamerika“. In diesem Artikel befindet sich eine Anmerkung des Ver-' fassers, die meine Person betrifft und die ich im Interesse der Wahrheit richtigstellen muß. Diese Anmerkung lautet wörtlich: „Wie verständnislos und geradezu unwissend man sogar in zionistischen Kreisen den Erscheinungen des jüdischen Wirtschaftslebens gegenübersteht, beweist die Tatsache, daß der gewesene Reichsratsabgeordnete Adolf Stand, der Führer des galizischen Zionismus, einmal — schon ein Jahrzehnt lang arbeitete damals kaum mehr ein einziger jüdischer Arbeiter unter Tag — von der Parlamentstribüne herab über die Menge jüdischer Arbeiter sprach, die in den tiefen Schächten Boryslaws beschäftigt seien!“ „Verständnislos und geradezu unwissend.“ Seit dem Jahre 1808 arbeitet kein Jude in Boryslaw und ich spreche laut und vernehmlich im Jahre 1008 von 1000 Arbeitern. Man wird mir mit Recht vorwerfen, daß ich die Parlamentstribüne mißbrauche, um Märchen und Legenden zu erzählen. Nein, das habe ich nie getan. Das überlasse ich ruhig Soziologen und Nationalökonomen ä la L. Chasanowitsch. Da man aber doch solche Vorwürfe auf sich nicht sitzen lassen kann, begab ich mich zur einzig kompetenten Quelle, schrieb einen Brief an das Bürgermeisteramt in Broyslaw, ersuchte um nähere Daten über die jüdischen Arbeiter in Boryslaw seit 1808 — seit diesem Jahre soll nach den „wissenschaftlichen“ Angaben meines Kritikers kein einziger jüdischer Arbeiter unter Tag gearbeitet haben — bis zum heutigen Tage und bekam prompt eine ausführliche Antwort, die mit der Unterschrift des Bürgermeisters und dem Siegel des Gemeindevorstandes versehen ist, und der ich folgenden Passus entnehme: „Bei den großen Erdwachsgruben in Boryslaw blieben im Jahre 1898 noch über 1000 jüdische Arbeiter“ auch weiter beschäftigt, außer diesen haben sich ca. 1000 Arbeiter bei sog. Leppschmelzen, welche sie allein aus alten Halden erbauten, beschäftigt bis zum Jahre 1002, wo in Boryslaw die Petroleum- Industrie begann, und da haben alle obigen auch bei verschiedenen Erd arbeiten Arbeit gefunden, indem man die jüdischen Arbeiter als die geeignetsten Arbeiter bei Erdaushebungen anfesehen hat, und so sind in Boryslaw bis heute ca. 2500 jüische Arbeiter und Arbeiterinnen beschäftigt, und zwar bei Wachs, Gruben, Wachsschmelzen, Leppschmelzen, Rohölzusammennehmen und Rohölreinigungen, welche Arbeiten auch christliche Unternehmungen jüdischen Arbeitern überlassen, weil diese die einzig dafür Fähigen sind, so daß bei den Petroleumgruben nur von jüdischen Arbeitern im Falle einer Feuersrunst die Rettungsaktion durch Zuschütten und Ersticken ausgeführt wird, weil diese die kühnsten sind, die direkt ins Feuer gehen, was seinerzeit beim Oil City-Brand vom Herrn Sektionschef Homann hervorgehoben und gelobt wurde. Gegenwärtig zählt Boryslaw 15 300 Einwohner, darunter 0000 Juden, von welchen ca. 3000 als Arbeiter und Arbeiterinnen tätig sind.“ So lautet der Text der Zuschrift des Gemeindeamtes Boryslaw an mich Z. 6501/13, vom 5. Juni 1913. Ich habe dem nichts hinzuzufügen. Ich glaube, der geschätzte Leser wird selbst einsehen, wer „verständnislos und unwissend“ ist — ich oder Herr L. Chasanowitsch. Ich empfehle Herrn L. Chasanowitsch, er möge in seinen weiteren „Studien“ bei Anrempelungon meiner Person, die ihm besonderes Behagen zu bereiten scheinen, etwas vorsichtiger sein. Ich glaube dieselbe Vorsicht dem geschätzten Leser der Arbeiten des Herrn Chasanowitsch nach dieser Probe nicht besonders anempfehlen zu müssen. Lemberg, den 13. Juni 1913. Adolf Stand. Persönliches Herr Dr. Hugo Spitzer in Osijek, Präsident des Landesverbandes der Zionisten der südslawischen Länder der österreichisch-ungarischen Monarchie, hat sich mit Fräulein Maria Jacobi, Tochter des Oberabbiners Dr. Hosea Jacob i und Schwester unseres Gesinnungsgenossen Dr. Ivan Jacobi, Präsidenten des zionistischen Bürgervereins „Achdus“ in Zagreb und Vizepräsidenten des südslawischen zionistischen Landesverbandes, verlobt. Schluß des redaktionellen Teiles Für den Verein zur Unterstützung des hebräischen Gymnasiums zu Jerusalem sind beim Unterzeichneten eingegangen: Jahresbeiträge. Salomon Schocken, Zwickau...II 50.- Dr. Isak Straus, Freiburg.„ 20.- Richard Lichtheim, Berlin.„ 10.— Samuel Eliasberg, Berlin.„ 10.— Saoul Lourie, London.„ 20.— Moses Marx, Berlin.„ 20.— Dr. Alfred Maas, Berlin.„ 10.— Sally Wolff, Antwerpen.„ 50.— Josef Marx, Halle a. S..„ 50.— Direktor Hermann Marx, Königsberg.„ 30.— Herr und Frau Dr. Gronemann, Berlin.„ 20.— M. Sambursky, Königsberg.„ 6.— M. 296.— Spende. N. N., Königsberg.J£. 10.— Kurt Blumenfeld, Berlin.„ 3.— Dr. Eliasberg (Honorar für den Artikel in der „Welt“).„ 18.— Societe „Micrac“, Ruschtschuk.„ 50.— M. 81. ~ Gesammelt durch Herrn Zahnarzt Hugo Schachtel, Breslau: Dr. Priebatsch.J(A0.— Dr. Steinitz.„ 5.— Red. Gottschalk.„ 5.— Frau Kochmann.„ 5.— Ignatz Fürth.„ 5.— Leo Grunthal.„ 5.— Paul Walt.„ 3.— .'fL 38.— ab Inkasso.„ —.60 .U, 37.40 Früher ausgewiesen - „ 1140.75 M. 1564.15 Moses Marx, Berlin, Spittelmarkt 11. Eingegangen bei der Administration der „Welt**: Für das Mikrobiologische Institut: Johann Kremenezky, Wien „Vergesset nicht das Mikrobiologische Institut“ Kr. 10.— M. 8.40 Bei d-;m Jewish Colonial Trust, London sind eingegangen: Für den Bezalel: Collected by the Sydney Zionist Society: Donation from Louis Philips Esq. £ 5.5.0. Philip Benjamin Esq. £ —.10.—.£ 5.15.0 SToLbWERCK 7 Fabriken. Über 6000BeschäFHgte

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