Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 13 (28.3.1913)
- Date
- 1913-03-28
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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411 Nr. 13 DIE3§KELT Kattowitz. Am 24. Februar fand eine Mitgliederversammlung im Savoy-Hotel statt, in der Herr Davis Trietsch über „Bilder .-aus Palästina“ einen- Vortrag hielt.-. München. Am Donnerstag, den -6. März sprach Herr Dr.- Martin . Büb e r -auf einem öffentlichen Vortragsabend über „Mythos .der. Juden“. Essen (Ruhr). Fräulein Frieda Treu sprach am 10. d. M. über „Sabbatai Zewj. und seine Zeit“. Duisburg. Herr Max Strauß (Köln) hielt am 5. März einen Vortrag über die .„Judendebatten des Jahres 1912“. Koblenz. Herr Dr. Straus (Köln) hielt hier einen Vortrag über das Thema: „Was heißt Zionist sein?“ Bischweiler. Am Sonnabend, den 8. d. M. veranstaltete die hiesige Schekelzahlergruppe einen Vortragsabend über das Thema „Moderner Antisemitismus“. Hochfelden (Unterelsaß). Im hiesigen Literaturverein sprach Herr Professor Dreyfuß (Straßburg) am 15. März über das Thema: „Das Wiedererwachen des jüdischen Volks- Gefühls“. Kolmar (Elsaß). Am Sonntag, den 16. d. M. sprachen in einer Propagandaversammlung die Herren Prof. Dreyfuß und Dr. Elias über „Das jüdische Problem“ und „Die Alliance und der Zionismus“. .Ungarn - Dr. Komgrün in Uwgarh — (Von unserem Berichterstatter.) - Budapest.. Parteisekretär Dr. Philipp Korngrün sprach am 15.d. M. im Zionistenheime zu Budapest über die gegenwärtige Lage des Judentums und über die Aufgaben unserer Bewegung. Die instruktiven Ausführungen trugen viel zur Vertiefung der zionistischen Auffassung der Zuhörerschaft bei. Dr. Korngrün wird jetzt mehrere Städte der Provinz besuchen. Der Verein jüdischer Studenten an der Universität Kolozsvär (Klausenburg) hielt am 2. d. M. anläßlich des fünfjährigen Stiftungsfestes einen öffentlichen Vorleseabend ab. Der Rektor der Universität, Hofrat Prof. v. Kossutäny, hatte die Freundlichkeit, die Aula der Universität zu diesem Zwecke zu überlassen und beehrte auch den Verein durch sein Erscheinen. Aus dem Programm seien die in gut jüdischem Sinne gehaltene Eröffnungsrede des Universitätsdozenten Rabb. Dr. Eisler, der Vortrag des Redakteurs Dr. Josef Pätai über die moderne hebräische Poesie und der Vortrag des Präsidenten unserer Landesorganisation, Herrn Benjamin B e r e g i über die jüdische Kunst hervorgehoben. Oesterreich Dr. Adolf Kurrein (Von unserem Berichterstatter.) Wien. Unser hochgeschätzter Gesinnungsgenosse Professor Dr. Adolf Kurrein beging dieser Tage sein 25 jähriges Amtsjubiläum als Rabbiner der Kultusgemeinde T e p 1 i t z. Aus diesem Anlasse soll auch in diesen Blättern seiner hervorragenden Verdienste um den Zionismus gedacht werden, die er sich seit dem Auftreten Herzls als Schriftsteller, unermüdlicher Propagator und ganz besonders als Jugendbildner erworben hat. Von den zahlreichen publizistischen Arbeiten Dr. Kurreins erwähnen wir insbesondere die Schriften: „Eine Krone für Zion“, „Dr. Herzls Pläne“, „Der Zionismus, der Fortschritt, die' Humanität und die Sozialpolitik des jüdischen Volkes“ und „Zionismus und Idealismus“. Dr. Kurrein darf mit Genugtuung auf die arbeitsreichen und so fruchtbaren Jahre im Dienste seines Volkes zurückblicken. Die ganz ungewöhnliche Anteilnahme der breitesten jüdischen Oeffentlichkeit an seinem Ehrentage hat ihm gezeigt, wieviel Dank man ihm für sein vorbildliches Wirken weiß. Möge er seiner Gemeinde und dem ganzen jüdischen Volke noch lange erhalten bleiben. Wien. Die akademische Verbindung „Kadimah“ hatte für Mittwoch, den 19. d. M. eine Delegiertenversammlung der Wiener jüdischnationalen studentischen Korporationen einberufen. Auf der Tagesordnung stand: „Endgültige Stellungnahme zu dem ,Waidhofner Beschluß4 und zum Verhalten des akademischen Senates der Wiener Universität.“ Es waren Delegierte von 22 Korporationen erschienen. Der ernste Verlauf der Versammlung hat deutlich gezeigt, daß die jüdische Studentenschaft Wiens es satt hat, die Beleidigungen, die ihr durch den „Waidhofner Beschluß“ unter dem Protektorate des akademischen Senates zugefügt werden, noch weiterhin zu ertragen. Die Versammlung beschloß, nötigenfalls zu den äußersten Konsequenzen zu greifen. Es wurde ein Exekutivkomitee gewählt, welches die Beschlüsse dieser Delegiertenkonferenz, die jede zweite Woche tagen wird, auszuführen hat. Den Verhandlungen wohnte als Gast Dr. Po 11a k, Präsident des westösterreichischen Z. K. bei. Weiter wäre noch zu erwähnen, daß diese Versammlung nach vielen Jahren wieder die erste war, welche alle jüdischnationalen Stuaenten-Korporationen zu gemeinsamer Besprechung vereinte. Iglau. Der jüdische Volksverein „Theodor H e r z 1“ veranstaltete am 24. März eine Kinder-Purimunterhaltung mit großem Erfolge. 160 Kinder mit ihren Eltern und Verwandten waren gekommen. Nach den Vorträgen und Rezitationen wurden die Kinder bewirtet, ferner wurden ihnen Purimgaben und je eine Nummer von „J u n g - J u d a“ und ein Aufruf des J. N.-F. verabreicht. Hierauf folgten Lichtbildervorführungen und gemeinsame Lieder. — Am 6. April findet der große Lichtbildervortrag mit Dr. Georg Weiner als Vortragendem statt. Dann wird Kurt- Blumenfeld in großer öffentlicher Versammlung über die wirtschaftliche Bedeutung des Zionismus sprechen. . Znaim. Die jüdisch-akademische Verbindung „Ivria‘ -Wien veranstaltete am Sonnabend, den .15. d. M., in Znaim, wo die Tafelrunde zionistischer. Bürger „Theodor Herzl“ bereits mit reger Agitation, eingesetzt hat, eine Damenkneipe mit zionistischem Tendenzcharakter. Bukowina Agitationstournee des Dr. Geyer in der Bukowina (Von unserem Berichterstatter.) Czernowitz. Auf Einladung des Bukowinaer zionistischen Landeskomitees und mit Genehmigung des E. A. C. kam am 12. d. M. der Sekretär der zionistischen Landesorganisation Galiziens, Herr Dr. Geyer, nach Czernowitz, um von hier aus eine Agitationstournee zu unternehmen. Man hat hier die Ueberzeugung gewonnen, daß, wie übrigens in den meisten Ländern, auch in der Bukowina noch ein gutes Stück Propaganda-Arbeit für den Zionismus geleistet werden muß und daß die Bukowina ein dankbares Arbeitsfeld ist. Einen Beweis hierfür erbrachte bereits Dr. Korngrün durch seine vorjährige Organisationsreise durch unser Kronland. Jetzt hat Herr Dr. Geyer mit seiner Tournee einen glänzenden moralischen und auch einen befriedigenden materiellen Erfolg erzielt. Am 15. sprach Herr Dr. Geyer zweimal in Kotzman: nachmittags in der Synagoge vor einer größeren Zahl orthodoxer Zuhörer und am Abend vor einem großen Publikum im Rathaussaale. Nach den Vorträgen wurde eine Sammlung für den Zentralfonds veranstaltet. Ebenfalls zwei Vorträge hielt hierauf Dr. Geyer in W i z n i t z. Von Wiznitz wurde Dr. Geyer nach Kuty und Kossow in Galizien berufen, wo er Vorträge hielt. Hierauf sprach Dr. Geyer in Sadagöra. Hier sowohl wie in Wiznitz wurden Sammlungen für den Zentralfonds eingeleitet, die ein gutes Resultat ergeben dürften. Ueberall hielt Dr. Geyer mit den lokalen Arbeitskomitees Konferenzen ab, denen er Vorschläge für ihre weitere Arbeit machte. Aus den Berichten, welche aus den Städten einlaufen, in denen Dr. Geyer Versammlungen abhielt, geht unzweideutig hervor, daß er durch seine Reden und durch die Art seiner Vortragsweise vorzüglich wirkte. Leider verließ uns Herr Dt. Geyer zu frühzeitig. Das Landeskomitee wird voraussichtlich versuchen, Herrn Dr. Geyer für die Vollendung der begonnenen Agitationstournee zu gewinnen. Galizien Die jüdischen Toynbeehallen in Galizien (Von unserem Berichterstatter.) Lemberg. Die erste jüdische Toynbeehalle in Galizien wurde im Jahre 1900 in Lemberg begründet. Trotz großer Hindernisse entwickelte sie sich günstig und konnte im zehnten Jahre ihrer Tätigkeit bereits auf 72 Vorträge und 11635 Hörer hinweisen. Der nächste Winter 1911/12 zeigte schon 92 Vorträge mit 15 262 Hörem sowie systematische Bibel- und jüdische Geschichtskurse. Im laufenden Jahre werden sieben Vorträge wöchentlich geboten, darunter ein hebräischer und einer aus dem Gebiete der Medizin. Im Jubiläumsjahre der Lemberger Toynbeehalle fand die erste Tagung der Vertreter jüdischer -Toynbeehallen und ihr Zusammenschluß zu einem Bunde statt.