Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 11 (14.3.1913)
- Date
- 1913-03-14
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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348 LT Nr. 11 nisse der letzten Wochen sprach und Gg. Dr. Bernhard Eisenberg (Bonvhäd) unter dem Titel „Die Makkabäa jetzt und vor zehn Jahren“ einen Vortrag hielt. — Nach der Sitzung fand ein gemütliches Beisammensein statt. Am 9. d. M. vormittags war die Fest Versammlung im Festsaale der Kultusgemeinde. Nach der Eröffnungsansprache des Präsidenten Dr. Viktor Jordan trug Redakteur Dr. Josef Patai seine der „Makkabäa“ gewidmete Festrede vor, die mit lebhaftem Beifall aufgenommen wurde. Es folgte nun der Festvortrag des Gg. Dr. Nison K a h a n, der in ausgezeichneter Weise das Bild des zehnjährigen Wirkens der Vereinigung entrollte. Der in Budapest lebende junge hebräische Dichter Avigdor Feuerstein trug nun eine hebräische ,, Makkabäa“ - Hymne vor. Dr. Ludwig Dömeny meldete im Namen der Gründer und der „Alten Herren“, daß diese beschlossen haben, aus Anlaß des Jubiläums mehrere Jemenitenhäuser zu stiften. Das erste Haus stifteten die Mitglieder Herr David Lindenbaum und Herr Paul Leopold Lindenbaum auf den Namen ihres Vaters s. A., ein zweites Haus ist bereits durch Einzahlungen und Zeichnungen gesichert. Die Sammlung wird eifrig fortgesetzt werden. Es wurden hierauf zwei Begrüßungsschreiben verlesen: die des Präsidenten des E. A. C. Prof. Dr. Otto W a r b u r g und unseres Altmeisters Dr. Max Nordau. Heide Schreiben entfesselten große Begeisterung. Jetzt kamen die Begrüßungen an die Reihe. Ihren Reigen eröffnete Herr David Wolffsohn, der in überaus warmen Worten die „Makkabäa“ begrüßte und ihr seine besten Wünsche für die Zukunft entbot. Es sprachen dann: Parteisekretär Dr. Korn grün in Vertretung des E. A. C., Herr Präsident Benjamin B e r e g i im Namen der Ungarländischen zionistischen Organisation, Herr Präsident Dr. Hugo Spitzer für die Landesorganisation der südslavischen Länder, Herr Ludwig Bat 6 für die Westösterreichische zionistische Organisation, Herr Dr. Alt für den Misrachi sowie die Herren Gg. Gg. Schindler (Kadimah-Wien), Grünbaum (Zephirah- Wien), Dr. Weil (Theodor Herzl-Wicn), Bruck (Herzliah- Berlin), Neuberger (Judea-Agram) und die Vertreter der ungarländischen jüdischen Vereinigungen. — Korpspräsident Ludwig Simon schloß dann die würdige Feier. Nachmittags fand im Sitzungssaale des alten Parlamentspalais ein großes Volksmeeting statt, das einen Massenbesuch aufwies. Der geräumige Saal und sämtliche Galerien waren schon lange vor dem Beginne überfüllt und sehr viele mußten umkehren, da sie keinen Platz mehr erhalten konnten. Dem illustrcn Hauptredner des Meetings, Herrn David Wolffsohn, der sich der Mühe unterzog, direkt zu diesem Zwecke zu uns zu kommen, sei auch an dieser Stelle unser innigster Dank ausgesprochen. Herr Wolffsohn sprach über die Gründe, die jeden aufrechten und selbstbewußten Juden zum Zionismus führen müssen, sowie über die Wege, Ziele und Methoden unserer Bewegung. Nach ihm sprach der Präsident der ungarischen zionistischen Organisation über das Thema: „Der Zionismus und das jüdische öffentliche Leben.“ Beide Reden wurden überaus beifällig aufgenommen. Am Abend vereinigte die Mitglieder und die Festgäste ein. Festkommers, welcher einen sehr animierten Verlauf nahm. Wir hatten bei dieser Gelegenheit auch die Ehre, den auf der Durchreise hier weilenden Herrn Johann Kremenezky in unserer Mitte begrüßen zu können. Agitationsbroschüren in ungarischer Uebersetzung (Von unserem Berichterstatter.) Budapest. Die Agitation in Ungarn leidet schon seit Jahren an dem Mangel an Agitationsmaterial. Die „Makkabäa“ in Budapest hat dem jetzt ein Ende bereitet, indem sie anläßlich des Jubiläums ihres zehnjährigen Bestehens unter dem Titel „Makkabäa- Pibliothek“ ein Unternehmen ins Leben rief, das berufen ist, jüidsche Schriften kleineren Umfangs zu verbreiten. Die beiden ersten Ausgaben der Bibliothek sind bereits erschienen. Sie bringen zwei bewährte Agitationsschriften, nämlich Rieh. Lichtheims „Das Programm des Zionismus“ (übersetzt von Dr. Leo Lukäcs) und Dr. Elias Auerbachs „Palästina als Judenland“ (übersetzt von Josef Fisch). Die beiden einander ergänzenden Schriften werden hoffentlich auch in ungarischer Uebersetzung aufklärend wirken und uns neue Freunde zuführen. Dem Aktions-Komitee, der Zionistischen Vereinigung für Deutschland sowie unseren Gesinnungsgenossen Lichtheim und Dr. Auerbach sei auch an dieser Stelle unser innigster Dank für ihre Freundlichkeit ausgesprochen. Budapest. Am 25. Februar a. c. hielt der Schriftsteller Willy Lang-Langen im Misrachihaus einen Vortrag über: „Das Wesen des Zionismus, seine Entstehung und Bedeutung.“ Der Vortrag war sehr gut besucht uncl brachte dem „Misrachi“ zahlreiche neue Mitglieder. Schweiz Bern. Am Sonntag, den 23. Februar, sprach Herr Dr. Felix P i n k u s - Zürich in der hiesigen Synagoge vor einer zahlreichen Zuhörerschaft über „Die nationale Erziehung der Luzern. An dem von der zionistischen Ortsgruppe Luzern am 23. Februar veranstalteten Vortragsabend sprach Herr Dr. D. Strauß-Zürich über das Thema: „Ursachen und Wirkungen des Zionismus.“ Lausanne. Herr Dr. Brunschwig aus Basel hielt am 3. März in der hiesigen Ortsgruppe einen Vortrag über den „Zionismus und seine bisherigen Leistungen“. Zürich. Der Parteisekretär des Schweizerischen Zionistenverbandes, Herr W. Wolffsohn, referierte am 4. März in Genf über „Die Aufgaben der Organisation“ und am 6. März in Fribourg über „Die Entstehung und die Bedeutung des Jüdischen Nationalfonds“. Drei zionistischen Vereine sind dem Schweizerischen Zionistenverband e beigetreten: Akademischer Verein „Haschacha r“ in G e n f und die neugegründeten Akademischen Zionistenvercinc Zürich und Lausanne. Frankreich Paris. Den Höhepunkt des zionistischen Lebens bilden die alljährlichen Winterfeste des Vereins „M ebassereth S i o n“, deren dreizehntes am 22. Februar d. J. in den Sälen der „Societe des Ingenieurs Civils“ stattfand. Sie werden auch aus nichtzionistischen Kreisen zahlreich besucht und bieten in den letzten Jahren den hiesigen jüdischen Zeitungen Gelegenheit, sich sympathisch über den Zionismus zu äußern. Das diesjährige Fest wurde besonders durch die Vorführung der Lichtbilderserie des N.-F. erhöht. Der Reinertrag de> Festes betrug gegen 700 Frcs. Die vierzehntägigen Versammlungen des Vereins fanden in diesem Jahre sehr regelmäßig statt und erfreuten sich eines guten Besuches. Es sprachen u. a. Gg. Andre S p i r e über „Joseph S a 1 - vado r“, J. Roukhomovsky über „Jüdische Tagesfrage n“, Dr. Jacobson über „D er Zionismus in Frankreich“ und stud. Piness über ..Die Moral der Bibel und des Talmuds“. Um die zionistische Propaganda in Paris möglichst zweckmäßig zu betreiben, haben die hiesigen Vereine seit etwa einem Jahre einen Ausschuß begründet, in welchem Propagandafragen gemeinsam behandelt werden. Den Bemühungen dieses Ausschusses ist es nunmehr gelungen, die wiederholt in Angriff genommene Gründung einer Vereinigung zionistischer Studenten zustande zu bringen. Der neue Verein, dem Studierende aus den verschiedenen Ländern Osteuropas angehören, zählt bereits über 40 Mitglieder, und entfaltet bereits eine eifrige Tätigkeit, namentlich in der Pflege der hebräischen Sprache und Literatur. Holland Noord-Brabant. Die hiesige Ortsgruppe hielt am Sonntag. den 16. Februar, eine öffentliche Propagandaversammlung in Breda ab. Herr Dt. jur. S. Franzie Berenstein sprach über das Thema: „Der Zionismus und die jüdische Kolonisation in Palästina.“ Meppel. Die hiesige Ortsgruppe hielt am Sonntag, den 16. Februar, eine interne Versammlung ab, in der Frl. Rosa Nathans aus Assen einen Vortrag über: „Die Judenfragc und Theodor Herzl“ hielt. Groningen. Am Sonntag, den 16. Februar, sprach in einer internen Versammlung Frau Dr. J. Ornstein-Hoofien über das Thema: „Die Lage der Juden in den verschiedenen Ländern.“ Hilversum. Am 28. Februar wurde eine öffentliche Propagandaversammlung abgehalten, in der die Herren Henri Edersheim und R. j. Spitz aus Amsterdam als Propagandaredner auftraten. Herr Edersheim behandelte das Thema: ^,Der Zionismus und der holländische Jude“, Herr Spitz die Frage: „Warum Palästina?“ Amsterdam. Die hiesige Ortsgruppe veranstaltete am 24. Februar eine öffentliche Propagandaversammlung, in der Herr Dr. H. Blink, Privatdozent an der Universität zu Leiden, Vorsitzender der Niederländischen Vereinigung für ökonomische Geographie und Redakteur der Zeitschrift „Vragcu