Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 17 (1913)
- Issue
- 5 (31.1.1913)
- Date
- 1913-01-31
- Page
- – (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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158 Nr. 5 DIE3^ELT Nach dem großen Erfolge Amerikas durch Einrichtung eines Zvveigbureaus in New York muß die Zunahme von etwa 5000 M. in diesem Jahre als unzulänglich bezeichnet werden. Unsere dortigen Gesinnungsgenossen scheinen dies auch selbst einzusehen und haben sich jüngst das Ziel gesetzt, durch eine Aktion für die Jemenitenhäuser 50 000 Dollar aufzubringen. Wir hoffen sehnlichst, daß sie dieses schöne Ziel erreichen mögen, würden aber wünschen, daß sie sich auch besonders der Ausgestaltung der Organisation der Büchsen widmen, die im Verhältnis zu der weit geringeren Anzahl in Deutschland z. B. einen erheblich kleineren Ertrag liefern. Mit großer Freude begrüßen wir den gleichmäßigen und bedeutenden Aufschwung in Canada und Südafrika, deren Eingänge sich verdoppelt haben. Bemerkenswert ist, daß die Landspende sich besonderer Beliebtheit in Canada erfreut und die Hälfte der Spenden ausmacht. Der Gedanke der Geulath Haarez findet überhaupt in den englischen Kolonialländern immer mehr Anklang. — Rumänien hat zum erstenmal leider einen Rückgang aufzuweisen. Der Grund ist nach der Versicherung unserer dortigen Vertrauensmänner in dem Balkankriege zu suchen, der eine starke wirtschaftliche Krise in Rumänien verursacht hat, unter der, wie überall, die Juden am meisten zu leiden haben. Wir hoffen, daß unsere rumänischen Gesinnungsgenossen nach Beendigung des Krieges den bedauerlichen Ausfall wettzumachen suchen werden. — Holland zeichnet sich nach wie vor durch die planmäßige und gewissenhafte Arbeit seiner Vertrauensmänner aus. Es verdient hervorgehoben zu werden, daß die Büchsen, wenn auch deren Zahl eine verhältnismäßig nicht so große ist, fast alle mit einer nachahmungswerten Gewissenhaftigkeit und Pünktlichkeit überwacht und geleert werden. — Belgien hat in diesem Jahre keinen so erheblichen Fortschritt wie im Vorjahre erzielt, hat indes dank der mit Erfolg einsetzenden Jemenitenaktion einen Zuwachs erreicht. — Betrübend wirkt wieder, daß Ungarn mit einer wohlhabenden Judenschaft von nahezu einer Millionen Seelen bei dem geringen Ergebnis von S0D0 M. noch einen Rückgang gegen 1911 zu verzeichnen hat. Es erscheint dies um so erstaunlicher, wenn man sieht, daß die benachbarten südslavischen Länder mit 32 000 Juden fast ebensoviel wie Ungarn aufgebracht haben. Dabei verdient hervorgehöben zu werden, daß die Leiterin Frau J a cob i - B a rm ap e r seit dem letzten Jahre in Wien wohnt und mit Zustimmung der Landeskonferenz von dort aus die erfolgreiche Arbeit in den südslaw ischen Ländern führt. Zu Ungarn zurückkehrend, möchten wir den Wunsch aussprechen, daß unsere dortigen Freunde, deren Tätigkeit unter den eigentümlichen ungarischen Verhältnissen gewiß keine leichte Aufgabe darstellt, sich aufraffen mögen, um endlich aus der Stagnation herauszukommen. — Nicht minder unerfreulich ist das Ergebnis in England, das seit einigen Jahren in den Niederungen unserer Tabellen enge Nachbarschaft mit Ungarn hält. Bei England ist das klägliche Resultat im Verhältnis zu den Erfolgen des N. F. in den englischen Kolonien Südafrika und Canada in die Augen springend. Nicht der sechste Teil der in diesen beiden Ländern erzielten Eingänge ist in England aufgebracht worden. Alle Mühe und Kosten, die wir ebenso wie bei Ungarn Jahre hindurch nicht scheuten, haben bisher zu keiner Besserung führen können. — Argentinien hat aus den in der „Welt" bereits mitgeteilten Gründen (Mißernte usw.) einen Rückgang erlitten. Nach der Erklärung unserer dortigen Landeskommission ist zu hoffen, daß bei einer normalen Ernte in den jüdischen Kolonien Argentiniens die N. F.- Eingänge wieder steigen werden. Zu den Ländern mit einem Ertrage unter 5000 M. übergehend, geben wir vor allem unserer Genugtuung darüber Ausdruck, daß in den unmittelbar vom Krieg heimgesuchten Ländern wie der Türkei, Bulgarien, Serbien und Griechenland die Sammlungen wohl gelitten, aber keineswegs aufgehört haben. In diesen Ländern ist sogar mit Ausnahme Bulgariens eine Steigerung der Spenden zu konstatieren, die überdies aus der letzten Zeit herrühren. So wurden kürzlich die Büchsen in Griechenland mit gutem Ergebnis geleert und neue verteilt. Würde der Krieg nicht dazwischen gekommen sein, so wäre wahrscheinlich die geplante Landeskommissin bereits ins Leben gerufen worden. In der Türkei entfällt der Löw enanteil auf Palästina und es erfüllt uns mit Befriedigung, daß die Palästinenser, die unmittelbaren Zeugen der Wirksamkeit des Nationalfonds, ihn in wachsendem Maße auch durch Spenden zu fördern suchen. Bei den übrigen Ländern ist festzustellen: eine wenn auch unwesentliche Zunahme der Spenden in Frankreich, dagegen in der Schweiz ein Rückgang gegenüber dem Kongreßjahre. Nachdem jüngst in Zürich ein Sekretariat eingerichtet wurde und sich neue wertvolle Kräfte dem N. F. zur Verfügung stellten, darf man dem Ergebnis des neuen Jahres mit Interesse entgegensehen. — In Italien gibt sich seit Beendigung des Krieges größeres Interesse für das Wirken unserer Institution kund. Auf der Jugend- konferenz wurden unsere Lichtbilder mit großem Erfolge vorgeführt. Ein Zeichen der Zeit sind auch die auf unser Ansuchen seitens der Gemeinden in Turin und Venedig bewilligten Spenden für Jemenitenhäuser usw. Wir sind jetzt bemüht, die N. F. - Organisation in Italien auf eine breitere Basis zu stellen und hoffen, daß es gelingen wird, eine leistungsfähige Sammelstelle einzurichten. — Erwähnenswert ist, daß in Aegypten, wo bisher hauptsächlich die aschkenasischen Juden für den Nationalfonds beisteuerten, nunmehr auch die sephardischen wohlhabenden Kreise größeres Interesse für den N. F. bekunden, und es wird die nächste Aufgabe unserer Gesinnungsgenossen in Aegypten sein, die Bildung einer aus allen Kreisen zusammengesetzten Landeskommission durchzuführen. (Schluß folgt.) SPENDEN AUSWEIS Sammelstelle des Jüdischen Nationalfonds für Deutschland: (Adresse: Max Wollsteiner, Berlm-Charlottenbg. 4, Roscherstr. 5. — Publikationsorgan: „Jüdische Rundschau", Berlin.) Vom 3. bis 7. Januar d. J. eingegangen und in Nr. 2 der „Jüdischen Rundschau*' detailliert ausgewiesen: Allgemeine Spenden . . . Sebstbesteuerung .... Sammelbogen. Sammelbüchsen. Goldenes Buch (Teilzahlungen) Baumspende. Arbeiterheimstätten .... D. u. F. Wolffeohn-Stiftung Mk. 147.34 . 28.- „ 5.25 252.44 44.75 ., 366- 729.75 „ 3.25 Summe JL1576 78