Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 51 (21.12.1900)
- Article
- Vor den Cultusvorstands-Wahlen in Olmütz
- Date
- 1900-12-21
- Page
- 9 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 51 „Die s£ Welt" Seite 9 Makkabäer-Festes im vorhinein für seine jüdische Volks- Bibliothek bestimmte. Die Judenschaft kam auch am 1«. d. in Massen und lohnte die flammenden nationalen Reden der Herren Rabbiner Dr. Oppenheim und Ing. Fischler mit demonstrativem Beifall. Der Reinertrag übersteigt die Höhe der verweigerten Subvention um ein Mehrfaches. Es leben unsere Freunde — die Feinde! Dr. E. Z. Makkabäer-Feiern. Wien. Der Einzel verein Wien des Verbandes „Zion11 veranstaltete Donnerstag den 20. üecember im Vereinsiocale. II , Schwarzingergasse ± einen Chanuka-Abend, der sehr stimmungsvoll verlief. Die Festrede hielt Herr Schriftsteller R. A. B r a u d e s. Wien. Der „Theologische Verein der Hörer an der israelitisch-theologischen Lehranstalt in Wien" veranstaltete am 18. d. M. in Khuners Restaurant eine Chanuka-Feier mit sehr reichhaltigem Programme. Der Abend nahm einen sehr solennen Verlauf. Hervorzuheben sind die vorzüglichen Festreden des Herrn V. Aptovitze r (hebräisch) und des Herrn B. Margulies (deutsch), ferner die Liedervorträge . des Herrn Obercantors Guttmaun, die Declamation der Herren A. Schwarz und S. Brett aus dem Vrchlickyschen Drama „Bar Kochba" etc. Brünn. Der Verein zionistischer Handelsangestellter „Emunah" veranstaltete Sonntag den 16. d. M. im Altbrünner Bräuhause eine animierte Makkabäer-Feier mit anschliessendem Tanzkränzchen. Krakau. Samstag den 15. d. M. veranstaltete der Verein „Przedswi tu eine Makkabäer-Feier. die ungemein erlesene musikalische und oratorische Darbietungen aufzuweisen hatte. Herr Dr. Goldw asser hieJt die Festrede.* die sehr beifällig aufgenommen wurde. Frankfurt a. M. Die „Zionistische Vereinigung" veranstaltete Dienstag den IS. d. M. im Saale des Restaurant „Löwenhof11, Zeil 54, eiue äusserst gelungene Makkabäer- Feier. Die schwungvolle Festrede hielt Herr Dr. med. E. Edelstein aus Bonn a. Rh. — Herr Obercantor Grosskopf trug unter stürmischem Beifalle Zionslie ier vor. Das Mitglied der vereinigten Stadttheater, Herr Alfred Auerbach, recitierte mit gewohnter Meisterschaft einzelne Scenen aus Otto Ludwigs „Makkabäern11 und brachte j-päter auf allgemeinen Wunsch die „Zionide" von Jehudah H ä l e v y zum Vortrage. Fräulein Jenny W o 1 p 6 hielt eine kleine, temperamentvolle Ansprache, die rauschenden Applaus erntete. Vielen Beifall fand auch Herr eaud. ehem. Eppstein mit seinem hebräischen Vortrage, ferner Herr M.Mälzer vom Mailänder Conservatorium mit seinen musikalischen Darbietungen. endlich Fräulein Gideila W o 1 p e. Bielitz. Der zionistische Verein ,,H aschacha r" veranstaltete Sonntag eine Makkabäer-Feier. die von vielen hunderten Personen besucht war. Obmann - Stellvertreter PaulBraff begiüsste die Gäste in einer kernigen, mit stürmischem Beifalle aufgenommenen Rede. Die Festrede hielt Herr Berthold F e i w e 1. Redacteur der „Weif. Dann folgten vorzügliche musikalische und declamatorische Darbietungen, die ausserordentlich gefielen. An die Akademie schloss sich ein animiertes Tanzkränzchen. Kolin. (Jüdischer Volksverein ,Zion" in Kolin.) Am 1<5. d. M. fand im Wintergarten des ..Grand Hotel" ein grosses Makkabäer-Fest statt. Das Fest eröffnete unser Vorsitzender Herr Emanuei Gelber mit einer Begrüssungsansprache an die in sehr grosser Zahl erschienenen Gäste. Sodann sprach in zündender Rede unser ehrwürdiger Rabbiner Herr Dr. Gugen heimer ,,Zur Geschichte des Makkabäer-Festes". Nach ihm sprach der Präses des Prager Jüdischen Votksvereines, Herr Philipp Lebenhanlt (czechisch) über das Thema : ,.Ein Vergleich der Makkabaer- Zeit zur Jetztzeit", ein zündender Vortrag, den rauschender Beifall lohnte. Hierauf nahm das Wort unser Londoner Delegierter Herr Heinrich Polätschek; derselbe besprach in wenigen, aber desto markanteren Worten die Kindererziehung in der Schule und erzielte beim Publicum vollständige Zustimmung seiner Ausführungen. Herr Philipp Lebenhardt ergriff hierauf nochmals das Wort (deutsch) und schilderte seine Eindrücke und Ergebnisse am Londoner Congress, indem er gleichzeitig den Zweck der Colonialbank schilderte. In den Pausen zwischen den einzelnen Reden concertierte ein Octett, das aus jüdischen Gvronasialschülern und Handelsangestellten zusammengesetzt war. Der Abend war in jeder Hinsicht ein sehr gelungener und wird uns gewiss eine grössere AnzahL Mitglieder zuführen. Anwesend waren die Vertreter des Prager akad. Vereines „Bar Kochba" und des Jüdischen Volksvereines Kuttenberg, wie auch mehrere fremde Gäste. — In Kürze veranstaltet der Zionsverein eine Reihe Debatten-Abende. — Für den Monat Februar oder März ist auch eine Aka lemie geplant. — Seit einem Monate wird im Vereine von einem Mitgliede unentgeltlich Stenographie gelehrt. — Der Mitgliederstand hat derzeit die Höhe von 105 ordentlichen Mitgliedern erreicht. Voranzeigen. Prag. (Makkabäer-Feier.) Die zionistischen Vereine Prags veranstalten unter Mitwirkung des ..Jüdischen Gesang- und Musikvereines'1 Samstag den -2-2. Deconiher l'.)00 im Wintergarten des ..Grand Hotel" eine Makkabäer- Feier. Die Festrede hält Herr Rabbiner Dr. Aladar Deutsch. Nach Beendigung des Programmes findet eiu Tanzkränzchen statt. Czerrowitz. Der Verein .Zion" in Czerno.vUz veranstaltet am Sonntag den ->■'>. d. im Grossen Musikvereinssaale eine Makkabäer-Feier mit nachstehendem Programme : 1. B e g r ü s s u n g, durch den Obmann des V ereines. ± n313n "13 npSlH (H a d 1 a k a t h N e r Ch a n u k u) durch Obercantor S. Schechter sammt Chor. 3. Festrede, gehalten von Ehrwürden Dr. M. Brau de, Prediger aus Stanislau. 4. nn:" Tw HETS (Mismor Schir Chanukath), durch Obercantor S. Schechter sammt Chor. 5. T e n d e n z r e d e. gehalten von Max K o l'P e r, Präses der „Hasmonaea". G. Sy r i s c h e Gesang e. i:rnpj-| Hl-*? üb TIS? (Sehnsuch t). Si2 "iiSE S**' (Trost in T h r ä n e n), vorgetragen von Frl. Lola K o 11 1 a r. 7. Dort wo dieCeder, Männerquatten. gesetzt von Prof. Anton Kuzela, vorgetragen vom verstärkten (iiismonaeerchor. S. Humoristischer V o r t r a g von Herr 1. Gabor. *->. L i s z t: R i g o 1 1 e t o- P a r a p h r a s e. vorgetragen von Frl. Lola Kottlar. 1<>. W i n t e r I i e d. von Mendelsohn. Frl. Slava Schechter. Ungeduld, von Schubert, Frl. Slava Schechter. 11. ..Ein Hauch weht durch die Land e", Männerquartett, vorgetragen vom verstärkten H a s in o n a e e rchor. Ii Hebräischer und deutscher Vortnii; des Herrn s t u d. j u r. K 1 ü g e r. Der Reinertrag fällt dem .,Ferienheim" zu. Czernowitz. (Makkabäer-Feier.) Die akademische Verbindung ..H a s m o n a e a" stellt zur Makkabäer-Feier des hiesigen Vereines „Zion", die heuer im grossen Stile veranstaltet wird, den Tendenzredner bei, lässt seinen Chor auch mitwirken und entsendet ausserdem nach den meisten Ortschaften Galiziens und der Bukowina zu den Makkabäer- Feiern Fest- und Tendenzredner. Deutsche Chronik. Aus dem Rheinlande. In Bonn sprach im Verein für jüdische Geschichte und LiteraturDr. Schaue r-Mainz über„Socialethikin Alt-Israel" und im Anschlüsse daran über Anfrage eines Cultusvorstehers Dr. Klee -Bonn über Ursachen und Wesen des Zionismus. Der Abend bedeutete für unsere Sache einen äusserst erfreulichen Erfolg. — Wie uns aus Köln unterm 1*.). d. M. telegraphiert wird, findet der Delegiertentag der Zio nisten Deutschlands a m :iü. d. M. in Berlin statt. Ueber einen Vortrag unseres Gesinnungsgenossen Dr. Edelstein (Bonn), deu er in M a n n h e i m hielt, berichtet die „Neue Badische Landeszeitung" : Ursache. Wesen und Ziele des Zionismus war das Thema des Vortrags, den Herr Dr. med. Edelstein aus Bonn im Saale des Loge.)lestaurants am Sonntag Abend hielt In der Einleitung wies der Redner auf die innere Zersetzung des Judenthums hin, das ia einer falschen Assimilationssucht seine edelsten Güter, Religion, hausliche Sitten und Bräuche aufgegeben habe. Das jüdische Volk sei daher ideallos geworden und könne mit seinem Indifferentismus eben so wenig die Sympathien des Christenthums gewinnen wie der getaufte Jude ein Gewinn für das Christenthum sei. Die Juden opferten beständig, um dem Antisemitismus zu begegnen, ihre besten Güter, um nach wie vor Hass und Veraciit.iiiti dafür einzuheimsen. Rettung bringe dem Judenthum aiieiu der Zionismus, der innerhalb der Kulturländer eine geistige und ideelle Regeneration des