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Die Welt · 1900-12-21 · 51 (21.12.1900) · p. 1

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
51 (21.12.1900)
Article
Erneuerung des Abonnements [Nachricht]
Date
1900-12-21
Page
1 (sequence 1)
Language
German
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Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Frcs., halbjährig 8 Frcs. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 Doli. 40 Ct Nr. 51. Wien, 21. December 1900. 4. Jahrgang Anlässlich der Jahreswende werden unsere verehrten Abonnenten zur rechtzeitigen Erneuerung des Abonnements aufgefordert. Damit keine Verzögerung in der Zustellung erfolge, wird wiederholt darauf aufmerksam gemachl, dass der Verlag Tuschijah in Warschau unsere Vertretung für Russland hat, und dass wir ferner unsere Verbindung mit der Verlagsbuchhandlung A. Zuckermann in Warschau gelöst haben. schon so fern und weit von ihrem Volksthum, dass sie ihrer nationalen Helden nicht mehr dachten? Oder war ilu- Judenthum so traurig und armselig geworden, weil' sie sich ihrer Helden nicht mehr erinnern konnten? -Wer war Achill? Und wer war Agamemnon?— Als sie den blinden Säuger nicht mehr kannten, — war nicht Homer, war längst schon Hellas todt.. Makkabäergeist. Gewaltige, fast übe; menschliche Gestalten, so zeigen sich die Makkabäer dem rückschauenden Klicke. Alle Schönheit und Kraft der Männer ist in ihnen vereinigt. Unvergänglich und ohnegleichen ist ihr Kriegerruhm: Nie wussten Helden besser zu kämpfen, zu siegen und zu sterben, als sie. Aber noch grösser ist ihr anderer Ruhm: Sie haben aus schlaffen und schwächlichen Knechten Männer und Herren gemacht. In flammenden Worten sprachen sie von der Grösse der jüdischen Vergangenheit. So haben sie ein gefallenes Volk aufgerichtet und es zu seinem Volksthum, zu sich selbst zurückgeführt. Sie zertrümmerten die Götzen der Hellenen, sie befestigten die Gesetzestafeln und trieben die fremde Schande aus dem jüdischen Heiligthum. Ihr Werk war gross wie das Werk Mosis. Mit Esra und Nehemia theilen sie den Ruhm, Jerusalem gegründet und der _Krone ihren alten Glanz" gegeben zu haben. Aber ihr Muth und Trotz ist ohne Beispiel. Ohne Beispiel auch ihr Glaube an das Volk, dem sie angehörten und für das sie freudig in den Tod giengen. Nichts konnte das Vertrauen zu ihrem Volke, die Liebe zu ihm aus ihren Herzen reissen, nicht die Heerscharen der Syrer, nicht der tödtliche Spott, der grenzenlose Hass und die grimmige Anfeindung der eigenen Volksgenossen. Das hebt ihre Gestallen hoch über die Volksmänner und Helden anderer Völker. Und doch wollten die Juden an ihre Makkabäer vergessen. Eine Legende, die vom Oellämpchen, hat man pietätvoll gefeiert. Aber selbst in dieser Legende feierte man nur das Wunder, nicht das schöne Symbol, dass ein schwaches Flämmchen sich durch eigene Kraft nährt, nachdem ihm alle Nahrung geraubt ist. An die Makkabäer aber wollten sie vergessen. Waren die Juden Mit dem Zionismus ist die Erinnerung an die -Makkabäer erwacht. Nichts Wunderbares, wenn die Späten, die den Glanz jener Tage erneuern wollen, den Männern von Modin alle Ehren geben, welche die Dankbarkeit der Enkel geben kann. Den Zionisten sind die Makkabäer ein stolzes Beispiel: Sie sehen in ihnen die grössten Helden und die treuesten Söhne des jüdischen Volkes, die Wiedererwecker der nationalen Einheit und die unversöhnlichsten Feinde jeglicher Assimilation. So verwandt fühlen wir uns diesen Menschen und ihrer Zeit, dass es uns scheinen will, als nähmen wir heute die Waffen auf, die ihre Hände gestern niedergelegt haben. Die Makkabäer wären wahrhafte Heroen und Volksmänner gewesen, auch dann, wenn sich ihrer männlichen Tugend menschliche Schwächen zugesellt hätten. Aber selbst das menschlich Grösste war diesen jüdischen Führern zueigen. So gross und stark war die Liebe zu ihrem Volke, dass sie auch die Kraft aufbrachten, gegen die eigenen Volksgenossen, wenn auch gegen die schlechten und ungetreuen, den Kampf aufzunehmen. Für die kleinen und niedrigen Seeleu ist solch ein Kampf leicht, leichter als jeder andere. Die jüdischen Hellenisten, die sich mit den Syrern gegen die Makkabäer verbanden, fühlten nichts. Welch einen schweren Kampf aber hüben die mit sich selbst auszukämpfen, die mit jeder Faser ihres Herzens an ihrem Volke, an seinen kleinsten Gütern hängen, die mit unendlicher Liebe all seine Glieder umfassen. Sie sehen, wie das Volk in Gefahr ist, weil der schlechten Söhne mehr und mehr werden. Aber noch können sie sich nicht entschliessen, gegen diese Schlechten als Kämpfer, als Feinde aufzustehen, weil sie in ihnen die Brüder lieben. Doch wenn dann die Noth grösser und so gross wird, dass

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