Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 50 (14.12.1900)
- Article
- Aufruf
- Date
- 1900-12-14
- Page
- 15 (sequence 1)
- Language
- German
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Nr. 50 ,Die Welt« Seite 15 Aufruf. Eine Waise aus Jerusalem, im Alter von 17 Jahren, (He jeder Stütze beraubt und fast erblindet ist. wendet sich hierdurch an die Mildthätigkeit der Zioristen. Beiträge übernimmt gerne der literarische Gesell igkeitsverein jüdischer Mädchen „Moria", Berggasse 22, der die Sammlung mit einem Beitrage von 10 Kronen eröffnet. ©ie Pei>steF. In Dr. Blochs „Oe^terreichischer Wochenschrift41, die unter anderem vom Cultusvorstande subventionier! wird — das ist die Verwendung des Steuerguldens für nichtutopistische Zwecke — kommen dichtverschleierte Männer immer wieder auf die Metapher zurück, die Dr. H e r z 1 in einer Wahlbesprechung gebrauchte: dass man dem Cultusvorstande ein Fenster einwerfen müsse, damit frische Luft in die verdumpfte Gemeindestube eindringe. Wie dieses Wort dann umgestellt wurde, wie ein nachher von fast sämmtlichen Wählern zum Vorsteher gewählter Gandidat, der kaiserliche Rath Wilhelm Po Hak, in einer Mariahilfer Versammlung erklärte, er wolle den Zionisten zeigen, welche Fenster des Eingeschlagenwerdens am bedürftigsten seien — das verschweigt die Höflichkeit der „ Oesterreichischen Wochenschrift". Diese Leute stallen sich, als hätten sie ganz klare Worte nicht verstanden. Und wehe, wenn zufällig ein Fenster, ein wirkliches, nicht metaphorisches, eingeschlagen würde. Das hätten dann ganz gewiss die bösen Zionisten gethan. Wir wollen aber vorsichtig sein und zugleich auch für die Heiterkeit unserer Freunde sorgen. Darum ergeht hiermit die deutliche Aufforderung an unsere Genossen : Die Fenster werden nicht ein geschlagen! Wir hatten zwar nicht die Absicht, den Steuergulden für utopistische Zweckezu verwenden, wir wollen aber auch nicht, dass der Steuergulden für unnöthige Lieferungen allzu realistisch aufgehe. Ueberhaupt sei unsere Aufmerksamkeit fortab dem Steuergulden und seiner Verwendung gewidmet. Die Herren Gegner haben uns auf diese gute Idee gebracht. Es muss doch Fenster geben, durch die man dieses Wirtschaften beobachten kann, ohne sie einzuwerfen. Erste jüdische Toynbee-Halle in Wien XX., Webergasse 13. Programm vom 3. bis 11. December. Montag: Dr. Sadger: „ Die Hygiene des Wassers." Recitationen. Dienstag (Discussions-Abend): York-Stein er: „Sind fixe Preise zu empfehlen?" Mittwoch: Dr. Leopold Kahn: „Mendelssohn und seine Zeit." Donnerstag: B. Margulies: „Ethik des Talmuds." Freitag (Discussions-Abend): Prof. Graubart: Einleitung in die Bibelerklärung. Samstag: York-Steiner: Vorlesung seiner für die Toynbee-Halle geschriebenen Novelle. Sonntag: Ernst Müller: „Ahasver." Montag: Dr. Herzl: Vorlesung („Solon in Lydien", ( „Hebräische Melodien" von Heine). Hermine Kornfeld u. Herr Deutsch Liedervorträge. Dem gründenden Comite der „Jüdischen Toynbee- Halle" gehörten an die Damen: Hermine Körnfeld, Sidonie Kahn, Fanny Weiss, Mädchenverein „Moria", Mädchenverein „Hadassa", Prof. Dr. Leon Kellner und Herr Albert S na © 1 e n s k y. Das Comite erachtet es als seine Pflicht, bei der Veröffentlichung des stattgehabten Wochenprogramm<v<? den Mitwirkenden seinen wärmsten Dank auszudrücken. Gleichzeitig richtet vs an alle, die ihre Kräfte für musikalische, declamatorisehe oder belehrende Vorträge zur Verfügung stellen wollen, die herzliche Bitte, dies einem der Unterzeichneter, bekanntzugeben. Prof. Dr. Leon Kellner. XVIIL Gersthoferstrasse St). Frau Dr. S i e g m u n d Kornfeld, IX., Aiserstrasse S. Cand. techn. A 1 b e r t P. S m o 1 e n s k y, IX., Stroheckgasse 13. Spenden. Für die rumänischen Juden: Sammlung Heilpein, Micholowo K 12.05. J. A., Wien K 1.—. Zusammen K 13.65. Namensverzeichnis zu den in Nr. 41 ausgewiesenen Spenden aus Nizbozki-Michalow für die rumänischen Juden: J. Glückfeld. M. Epstein, G. Backstein, L. Blecher. S. Glaser je R. — .50, M. Friedmann R. — .30, A. J. Taschinowsky, M. J. Singerje R. — .30, M. Bliskowsky, D. Perzowitz, M. Kulisch, A. Schein je R. —.25, M. Krugmann, D. M. Levin. J. Blate, J. Salamon. D. Islutzky. A. Kluger je R. —.20. E. Becker R. —.18, D. Nissenbauer, M. Brastoff, J. J. Ozor je R. —.15, A. J. Rubinstein R. —.10. Summe: R. 6.30. Hievon Abzug für Porti etc. R. 1.39. Bleiben R. 5.—. Briefkasten. Med. Ä. H. in Prag. Max Nordau, Theodor Herzl, Heinrich York-Steiner, Dr. Leon Kellner, Dr. J. Rülf, Dr. Philipp Menczel, Dr. A. Friedemann, Dr. Theodor Zlocisti, Max Jungmann, Bernhard Tag. N. Sokolow, Dr. Heinrich Löwe, Martin Buber, Rudolf Kohn-Schlackenwerth. Max Aram, Emil Kronberger, Erwin Rosenberger, Dr. Bodenheimer, Dr. Alexander Marmorek, Dr. N. Syrkin, Leo Motzkin u. a. m. Einige Correspondenzen und Vereinsnachrichten, ferner Anmeldungen zum „Vereine für technische Studien in Palästina" mussten für die nächste Nummer zurückbleiben. E. 0. in Smichow. Wir haben die Liste wegen Vervollständigung weitergegeben. M. Sch. in Prag. Dank. Erledigung folgt. National B. Besten Dank, jedoch noch nicht völlig druckreif wegen einzelner technischer Mängel. E. L. in Stryj. Wieder zu spät. Redactionsschluss war diesmal am 10. M. J., Arzt in Freiburg. Wir haben die nöthigen Informationen unseres Gewährsmannes noch nicht erhalten. M. H. in Rzeszöw. Hübsch, doch für uns nicht geeignet. Hazijoni, Krakau. Es freut uns, dass Sie uns beipflichten. „Hamagid" setzt sich selbst ins Unrecht, indem er einerseits den „pessimistisch ungeschminkten" Wiener Wahlbericht, den wir gerügt hatten, durch den Ausgang der Wahlen gerechtfertigt sieht, andererseits aber in derselben Nummer eben diesen Wahlausgang als grossen zionistischen Erfolg feiert. Was schliesslich die unqualificierbaren Angriffe auf den Verfasser unserer Notiz, der ein Mitglied unserer Redaction ist, betrifft, so richten sich diese von selbst. In dem zweiten Aufsatze Max Nordaus (Nr. 48 der „Welt~) haben sich einige Druckfehler eingeschlichen, die wir nachstehend berichtigen: Nr. 48, Seite 5, Spalte 2. Zeile 33 von oben lies statt: „Wir wollen . . . uns bemühen, auch an Bildung gleich", .euch an Bildung gleich". Seite 6, Spalte 1, Zeile 12 von oben statt: „Wenn sie thatsächlich vor sich gieng", „Wie sie thatsächlich vorsieh gieng". Zeile 14 von oben statt: „Die Staatsregierungen fassen sie als einen Pact auf, „fassten sie als einen Pact auf. Spalte 2, Zeile 15 von unten statt: „Sie hat alle altruistischen Talente", „sie hat alle altruistischen jüdischen Talente den jüdischen Volksinteressen entfremdet". Zeile 16 von unten statt: »Mitten in der Friedensmenge", „mitten in der Feindes menge".