Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 49 (7.12.1900)
- Article
- Die Fragen der körperlichen, geistigen und wirtschaftlichen Hebung der Juden
- Date
- 1900-12-07
- Page
- 10 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 10 ,Die & Welt" Ni. 49 sein wird, dass das lebendige Beispiel vielleicht deutlicher sprechen wird als alle Worte. Und darum rufe ich mit Dr. K o m m e r : Auf, ans Werk! Denn die Arbeit bringt herrlichen Lohn. Stanislau. Anna Horowitz. ^©FFespoodeozei). Bukarest. (Zur Lage der rumänischen Juden.) In der „Noua Revista Romana" wirft Professor R a d u- 1 e s k u -M o t r u, der, wie die Leser der „Welt" aus dem Artikel vonMaxNordau wissen, bei ausländischen Gelehrten eine Enquete über die rumänische Judenfrage eingeleitet hatte, die Frage auf, „ob die jetzige Regierung unter den obwaltenden Umständen die Judenfrage zu einer glücklichen Lösung bringen werde oder überhaupt bringen könne?" Er spricht seine Ueberzeugung dahin aus, dass sie nicht im Entferntesten auch nur daran denke oder denken könne. Als Beweis gibt er die_ Erklärungen ausführlich wieder, welche dem Advocaten B. in Paris von einer Anzahl rumänischer Staatsmänner zutheil wurden. Dieselben stimmen allesatnmt darin überein, dass an irgend eine Gesetzesänderung zu Gunsten der Juden in absehbarer Zeit nicht gedacht werden könne. Niemals werde ein rumänischer Minister eine so grosse Majorität in der Kammer besitzen, um auch nur ein e i n z i g e s Gesetz zu Gunsten der Juden durchbringen zu können. Von einem Einverständnis zwischen der conservativen und der liberalen Partei könne in dieser Hinsicht niemals die Rede sein, und zwar deswegeu nicht, weil die antisemitische Agitation in der Hand jeder Opposition eine Waffe sei, welche keine Partei entbehren könne. Diejenigen unter den Juden, denen die bestehenden Gesetze und Verordnungen unerträglich sind, sollten eben auswandern: geduldig ertragen oder auswandern — eine andere Lösung gebe es nicht! Diese Lösung sei sicherlich nicht neu; aber es habe sein Gutes, dass diejenigen, die es angeht, sie nochmals bestätigt hören. Auf diese Art werde die Unruhe verschwinden, die Carp's Regierungsantritt in vielen Gemüthern hervorgerufen habe. P. P. Carp werde der Tradition derjenigen treu bleiben, die vor ihm das Staatsruder führten : was aber die Absichten betrifft, die man ihm allgemein bezüglich der Lösung der Judenfrage zuschrieb, so bewahrheite es sich jetzt, dass sie für ihn nichts mehr seien als ein Jugendtraum. Soweit Prof. Radulesku- Motru. Seine Ausführungen werden wohl hinreichen, die hochgespannten Hoffnungen, welche gewisse naive jüdische Assimilantenorgane auf die „humane" Regierung Carp noch immer setzen, ein bisschen zu dämpfen. Lemberg. Bei einer jüdischen Wählerversanmilung, die hier kürzlich stattfand, wurde ein Socialdemokrat christlicher Confession und polnischer Nationalität während seiner Candidatenrede interpelliert, und zwar in Gegenwart seiner zahlreichen jüdischen „Genossen", ob er die Juden als eine Nation ansehe? Darauf erwiderte er: „Wenn sich die Juden als Nation fühlen, so sind sie eben eine Nation wie jede andere, wie die Polen, Böhmen, Ungarn etc., und auch ihnen steht das Recht auf ihre Existenz zu, das Recht zu freier Gestaltung ihres Nationallebens und Nationalempfindens." Und mit einem Blick auf seinen jüdischen „Genossen" S., der den Vorsitz führte, sagte er: „Ich will mich weiter darüber nicht äussern, weil ich fürchte, die Gefühle derjenigen zu verletzen, welche sich als Polen oder Mitglieder anderer Nationen fühlen/' — Diese Aeusserung eines christlichen socialdemokratischen Führers ist sehr charakteristisch. J**. Wien. (Israelitische Cultusgemeinde.) Sonntag den 9. December 1900, 10 Uhr vormittags, findet eine öffentliche Plenarsitzung des Vorstandes der israelitischen Cultusgemeinde Wien (I., Seitenstebtengasse 4, IL Stock) - statt. Tagesordnung: Budget-Berathung (§ 9G Statut). ^eitscbFiftei)= ui>d Höchen Rui>dscbau. Bücher-Einlauf. ♦li^S w"HiT ^n address supposed to be delivered at the Cooper Union ZioDistic Mass-Meeting, on Sunday, October 21, 1900. By Rev. Nachman Heller. New York 1900. Bericht der Israelitischen Allianz zu Wien über ihre bisherige Hilfsaction für die rumänischen Juden. Wien 1900. Volkstümliches Handbuch des Oesterreichischen Rechtes. Heft :.i und 4. Mit mehreren hundert Formularien für Verträge, Eingaben, Gesuche, Klagen in Civilsachen, in Strafsachen, in Verwaltungs- und politischen Angelegenheiten. Von Doctor J. Ingwer und Dr. J.Rosner. Verlag der Wiener Volks- Buchhandlung IgnazBrdnd, Wien, VI., Gumpendorferstrasse 18. ..Philister über dir, Judenthum!"' Rede, gehalten am Versöhnungstage im israelitischen Tempel von Dr. Caesar S e 1 i g m a n n. Hamburg. Verlag von Hermann Rothschild. 1900. ♦ffbüiTSp^nnw: .miarr-ibd .^an -»ab ♦«"□"in «SHsn /rran« n*ann .'a pbn hnz' nsa .crjnhna'nK) nnsy pwb pnpi ♦trenn srensn ♦Trrcin. nssm .«na ama« "-s? ta^a -7? ns?a mSin je /a pb- .t?*-iv nn:x .TPsnn« n«xm .-i 2 a b *a / n*a »naa mb: nsa .p-r^ba "ya-in ^rsn onj:ipn Ca 'a "nnsaai □,*nr«) .'ai 'a mnn .jrsn^a ain: .wenn srenwn /rran» nxsin nzbv ta-a-iipn ♦nnaobi naan? pp .nvb n?a .wenn p-ur-r; pp ♦nya-na jnan sn:a .jKanv Demnächst erscheint im VorInge von S. Schottlaender in Breslau ein Roman von Rosa Pomeranz, „Im Lande der Noth" betitelt. Rosa Pomeranz ist unseren Lesern von ihren vorzüglichen Beiträgen in der „Welt" her gut bekannt. Ihr neues Buch ist ein Judenroman, in dem die Erörterung des zionistischen Problems einen breiten Raum einnimmt. Wir werden auf das Buch nach dessen Erscheinen noch zurückkommen. Von Neujahr lüoi ab beginnt die bekannte hebräische Monatsschrift „Haschiloah" wieder zu erscheinen. Der Verlag „Achiasaf" hatte sie, infolge der Reise ihres Redacteurs Achad-Haam (U. G i n s b e r g) nach Palästina, zu Beginn dieses Jahres siotiert. Nun wird Achad-Haam wieder die Redaction übernehmen. Die Nummer t> der Jugend-Zeitschrift^,Jüdisches Gefühl" (Redaction: Prag, Smeckagssse 7) ist soeben erschienen. Sie weist gleich den früheren Nummern einen gediegenen Inhalt auf. Sehr lesenswert ist der biographische Aufsatz „Beruria" (GaUin des Tanai'ten R. Mei'r), ferner die „Perlen aus dem Talmud". „ Rabbi Josua ben Levi in Rom", „Mordeehai, der Sohn Jai'rs, und die Schulkinder" etc. Die hebräische Preise brachte der Betheiligung unserer Wiener Gesinnungsgenossen an den Cultusvorstands-Wahlen lebhaftes Interesse entgegen. „Hameliz" brachte unseren Artikel „Die Cultusgemeinde, wie sie ist und wie sie sein soll" vollinhaltlich zum Abdruck, während „Hazefirah" unser Cultusgemeinde-Programm, gleichfalls"~in wörtlicher Uebersetzung, wiedergab. Beide Blätter heben hervor, dass.