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Die Welt · 1900-11-30 · 48 (30.11.1900) · p. 12

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
48 (30.11.1900)
Article
Englische Chronik
Date
1900-11-30
Page
12 (sequence 2)
Language
German
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Seite 12 ,Die & Welt" Ny. 48 interessanten Vortrag über „Zionismus". Montag fand eine sehr zahlreich besuchte Versammlung statt, in der gleichfalls Mr. Greenberg referierte. In Manchester fand Dienstagabends unter dem \ orsitze des Mr. H. Steinhart eine zahlreich besuchte \ ersammlung statt, in der viele Mitglieder für die zionistische Organisation gewonnen wurden. Referent war Mr. L. J. Green berg, der über die Entstehung und die Entwicklung des Zionismus sprach. Nach dem Referenten ergriffen noch andere Redner das Wort, die sich begeistert für den Zionismus aussprachen. In Lee ös wurde unter dem Vorsitze des Herrn Dr. Um an ski in den Localitäten der Board Schools in der Gawer Street eine sehr zahlreich besuchte Versammlung abgehalten, in welcher der Referent Mr. L. J. Greenberg durch seine ausgezeichnete Rede grossen Erfolg erzielte. Bulletin Nr. 4. Die „English Zionist Federation" berichtet über eine bemerkenswerte Versammlung der „Neuen Literaturgesellschaft" in Humpstead. Dort sprach Israel Z an g will, der sich in entschiedener Weise für den Zionismus aussprach. In den Londoner „Bnei Zion" erstattete Mr. Shire ein Referat über das Thema: „Der Judenstaat der Zukunft", das bei dem in dichten Scharen herbeigeströmten Publicum das lebhafteste Interesse erweckte und eine ungemein anregende Discussion entfesselte. In East-End ist eine neue Organisation entstanden, die den Titel „Herzl-Nordau-Cultur-Verein" führt und zunächst eine Bibliothek ins Leben zu rufen beabsichtigt. In Leeds sprach Mr. Halpern in einem Massenmeeting, bei dem eine beträchtliche Anzahl Schekel entrichtet wurde. Mr. Greenbergs Agitationsreise durch England gestaltete sich zu einem grossen Erfolge des Zionismus. Der Schekel-Record. Die Schekelsammlung geht in äusserst befriedigender Weise vor sich. Neben Manchester stellt sich jetzt Leeds ins erste Treffen, indem es den Record von Manchester, KKX) Schekel, zu überflügeln hofft. Ein englischer Schriftsteller über Palästina und den Zionismus. Der bekannte englische Novellist Mr. Robert Barr ist neulich von einer längeren Paiäst inareise zurückgekehrt. Seine Beobachtungen und Reiseerlebnisse hat er in einem Buche veröffentlicht, das den Titel „The Unchanging East" führt und soeben erschienen ist. In dieser Reisebeschreibung nun redet Mr. Barr dem politischen.Zionismus an mehreren Stellen das Wort. So z. B. sagt er bei Gelegenheit einer Schilderung der Naturschönheiten von Sidon, dass sich ihm bei deren Betrachtung der Gedanke aufgedrängt habe, von welchem grossen civilsatorischen Nutzen es wäre, wenn die Juden Palästina von der türkischen Regierung zur rechtlich gesicherten Ansiedelung zugewiesen bekämen. Ihrer Energie würde es sicherlich gelingen, die syrische Küste in eine klimatische Gesundungsstätte für die Europäer umzuwandeln, wie dies den Engländern mit Aegypten geglückt ist. Nachträgliches zu den englischen Parlamentswahlen. Die „English Zionist Federation" theilt uns mit: „Seit der ersten Ausgabe unserer Flugschrift *) erhielten wir weitere Zustimmungskundgebungen, m e i s t e n s von g ewähltenMitgliedem. Diese Antworten wurden nicht mehr während, sondern erst nach den Wahlen geschrieben. So schreibt am G. November Mr. J. G. Meier, Deputierter des Nordwest-Bezirkes in London; „„Ich werde mich .sehr freuen, jede zionistische Action im Parlamente zu unterstützen und die Bestrebungen der Federation zu fördern."" Ganz so äussert sich Mr. R o b s o n, Deputierter von South Shields. Sein Schreiben lautet: *) Siehe den Artikel „Unsere Freunde im englischen Parlament" in Nr. i4 der „Welt". „„Geehrter Herr! Es thut mir sehr leid, dass ich nicht während der Wahlen die Zeit hatte. Ihr wertes Schreiben zu beantworten. Sie fragten mich in diesem Briefe an, welche Stellung ich zum Zionismus im Parlament nehmen und ob ich zur Erlangung eines Charters für die Ansiedlung der Juden in Palästina mitthätig sein werde. Ich kann Sie versichern, dass ich mit den Bestrebungen der Z i o n i s t F e d e r a t i o n ganz übereintimme und dieselben beijeder sich nur darbietenden Gelegenheit auf das thatkräftigste untersützen werde. Ich werde mich diesbezüglich mit einigen Parlamentsmitgliedern in Verbindung setzen, um unseren Einfluss bei der Regierung dahin geltend zu machen, dass dieselbe dem Sultan der Türkei Vorstellungen machen möge, in Bezug auf den erwähnten Charter oder auf etwas Aehnliches, was die Ansiedlung der Juden in Palästina rechtlich begründen könnt e.u" ^MW^V^w^»»W^»>>»^«>«MW<W>*<»P^»^^> m+*++++>^*i+*m ^abri1<ai)teo> (5 exb erb etrei b ei) d e, Technik*13« Um den 400 beschäftigungslosen jüdischen Arbeitern in Palästina Brot und .Arbeit zu schaffen, ist die Begründung industrieller und gewerblicher Unternehmungen in Palästina (fabriksmässiger und Hausbetrieb) geplant. Es handelt sich vor allem um die Erzeugung solcher Artikel, die theils in Palästina selbst dringend benöthigt und daher dort placiert werden könnten, theils aus den im Lande vorhandenen Rohmaterialien gewonnen und zum Export gebracht werden können. In erster Linie kommen in Betracht: Gerbereien, Spinnereien, Kleider-, Waschseife-, Papier-, Zündhölzchen-, Cement-, Maschinen-, Textil- und chemische Fabriken, ferner Korbflechtereien (Hausindustrie). Jenen Unternehmern, die sich verpflichten, die Arbeitskräfte für die zu eröffnenden Betriebe den Reihen der palästinensischen Arbeiter zu entnehmen, und die für eine angemessene Entlohnung und gerechte Behandlung dieser Arbeiter sich verbürgen, wird ein entsprechender Credit und eine ausreichende Subvention in barem Gelde verschafft. Alle näheren Auskünfte ertheilt JDas Secretariat des Congress-Bureaus, Wien, IX., Türkenstrasse 9.

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