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Die Welt · 1900-11-23 · 47 (23.11.1900) · p. 13

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
47 (23.11.1900)
Article
Der Tabakbau in den jüdischen Colonien in Palästina
Date
1900-11-23
Page
13 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 47 ,Die & Welt" Seite 13 zweitenmale Ende December, zum drittenmale um die Mitte des Februar, zum vieitenmale um die Mitte des März, endlich zum fünftenmale drei Tage vor dem Anbau, das ist um die Mitte des April. III. Anlegung einer Baumschule. Vor dem Anbaue des Tabaks muss eine Baumschule (Pepiniere) angelegt werden. Dies geschieht in folgender Weise: Zu Beginn des Jänner werden Mistbeete cultiviert nach Art der Beete in Gemüsegarten. In diese Beete senkt man den Samen des Tabaks. Ueber Nacht werden die Beete mit Matten zugedeckt, damit sie vor Frost geschützt seien. Der Tabak wächst in den Beeten Anfang oder Mitte April, je nach der Temperatur. IV. Endgiltige Verpflanzung des Tabaks. Wie sub II gesagt worden ist, erfolgt die fünfte, die letzte Bestellung des Bodens um die Mitte des April. Drei Tage darauf werden nun in dem durchgeackerten Boden 10 cm tiefe Canäle gegraben, deren Abstand von einander 40 cm beträgt. Sodann entnimmt man der Baumschule die vierblätterigen Blattstengel und verpflanzt sie in die Canäle. Gleich nach der Verpflanzung müssen die Canäle bewässert werden. Ist die Erde besonders trocken, so werden die Canäle auch vor der Verpflanzung des Tabaks berieselt V. Das Brachackern der Pflanzung (Binage). Acht Tage nach der Verpflanzung gräbt man den Boden um die Bäurneben locker auf. Zwanzig Tage später bricht man den Boden noch einmal auf und wiederholt diese Procedur kurz vor dem Abreissen der Blätter zum drittenmale. Nach der dritten Binage scharrt man um die Bäumchen kleine Erdhügel auf. Vi. Das Abpflücken der Blätter. Gegen den Anfang des Juli wachsen die Blätter nacheinander aus. Zuerst werden die untersten Blätter abgepflückt, sodann weitere Blätterpartien, insgesammt sieben Partien, welche sieben verschiedene Qualitäten liefern. Die obersten Blätter liefern die feinste Qualität. VII. Das Aufziehen und Trocknen der Biätter. Die Blätter werden auf Bindfaden gezogen, jede Qualität gesondert. Hierauf lässt man den Tabak 24 Stunden hindurch oder etwas länger in einem verschlossenen Raum liegen, lässt ihn sodann ungefähr 12 Tage an der Sonne trocknen und bindet ihn schliesslich, wenn er schon ganz trocken ist, in Sträusse wie Blumen. Nunmehr hängt man ihn in einer Dachkammer auf und lässt ihn dort, bis die Regenzeit anbricht, damit er feucht sei VIII. Die Verpackung des Tabaks. Die Tabakblätter müssen bei der Verpackung feucht sein. Sind sie es nicht, so legt man sie für die Dauer von circa 12 Stunden in einen feuchteu Keller, damit, sie Feuchtigkeit in sich ziehen. Dann sortiert man die Blätter nach ihren Qualitäten, glättet und schichtet sie und verpackt sie in eigens hierzu verfertigte Kisten. Später nimmt man sie wieder hinaus und stopft sie in Säcke. So bleibt der Tabak, sorgfältig gehütet, bis gegen Ende Mai stehen. Erst dann gelangt er zur Versendung. Bis jetzt ist der Tabak der Colonien nach London ausgeführt worden, wo Herr Meye r, ein Tabakgrosshändler, gute Preise für ihn zahlt. Herr Meyer war vor einigen Jahren in Palästina und ermuthigte bei dieser Gelegenheit die Colonisten, die Tabakcultur intensiv zu betreiben. Leider stellen sich der Befolgung dieses guten Rathes, wie schon oben gesagt wurde, von Seiten der Regierung Hindernisse entgegen. Unser Bild stellt einige Colonistenmädchen von elf bis zwölf Jahren dar, welche den Tabak zum Zweck»} der Verpackung schichten. Hierbei sind ihnen einige ältere Arbeiter behilflich. Auch ein paar kleine Kinder sitzen dabei und helfen wacker mit. Colonie Rosch Pinah. Ein jüdischer Colon ist.

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