Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 45 (9.11.1900)
- Article
- Fabrikanten, Gewerbetreibende, Techniker!
- Date
- 1900-11-09
- Page
- 1 (sequence 1)
- Language
- German
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Redaction und Administration: IX., Türkenstrasse Nr. Telephon 14199. Erscheint jeden Freitag. Zuschriften sind nicht an einzelne Personen, sondern an die Redaction oder Administration: Wien, EX., Türkenstrasse Nr. 9, zn richten. Unfrankierte Briefe werden nicht angenommen und Manuscrlpte nicht zurückgesendet. Sprechstunden der Redaction: Montag, Mittwoch und Freitag von 3—4 Uhr. Preise der Anzeigen: Die viermal gespaltene- Petitzeile 20 Heller. Der Inseratentheil wird Dienstag abends geschlossen. Einzelne Nummern 30 Heller. Oesterreich-Ungarn: ganzjährig 12 Kronen, halbjährig 6 Kronen. Für das Ausland: Deutschland __ ganzjährig 13 Mk. 70 Pf., halbjährig 6 Mk. 85 Pf., England ganzjährig 14 Shg., halbjährig 7 Shg., Russland ganzjährig 7 R., halbjährig 3 R. 50Kop., Schweiz, Frankreich, Italien, Türkei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Griechenland, Aegypten ganzjährig 17 Eres., halbjährig 8 Fr es. 50 Cts., Amerika ganzjährig 3 DolL 40 Ct. Nr. 45. Wien, 9. November 1900. 4. Jahrgang ^ab*»il^ai)tei), (§evfre¥>befr>eibei)<Ie, ^f>ecbt)i1<ef>! Um den 400 beschäftigungslosen jüdischen Arbeitern in Palästina Brot und Arbeit zu schaffen, ist die Begründung industrieller und gewerblicher Unternehmungen in Palästina (fabriksmässiger und Hausbetrieb) geplant. Es handelt sich vor allem um die Erzeugung solcher Artikel, die theils in Palästina selbst dringend benöthigt und daher dort placiert werden könnten, theils aus den im Lande vorhandenen Rohmaterialien gewonnen und zum Export gebracht werden können. In erster Linie kommen in Betracht: Gerbereien, Spinnereien, Kleider-, Waschseife-, Papier-, Zündhölzchen-, Cement-, Maschinen-, Textil- und chemische Fabriken, ferner Korbflechtereien (Hausindustrie). Jenen Unternehmern, die sich verpflichten, die Arbeitskräfte für die zu eröffnenden Betriebe den Reihen der palästinensischen Arbeiter zu entnehmen, und die für eine angemessene Entlohnung und gerechte Behandlung dieser Arbeiter sich verbürgen, wird ein entsprechender Credit und eine ausreichende Subvention in barem Gelde verschafft. Alle näheren Auskünfte ertheilt Das Secretariat des Congress-Bureaus, Wien, IX., Türkenstrasse 9. Die Consequenz. Von Eli S am gar (Berlin). Die diesjährige October-Nummer der „Preussischen Jahrbücher", die in dem politisch-parteilosen, rein natio* nalen Geiste T reitschkes fortgeführt werden, bringt einen Aufsatz über die Judenfrage, der nicht nur allerorts grosses Aufsehen erregt, der auch — und das ist ungleich verhängnisvoller — in den jüdischen Kreisen von Besitz und Bildung im deutschen Sprachgebiet eine gefährliche Verwirrung anzurichten imstande ist. Es ist keine Frage, dass der jetzige Herausgeber jener Zeitschrift, Professor Delbrück, vollkommen Recht hat, wenn er von dem Aufsatz sagt: „Die ganze Darlegung ist psychologisch wie culturell so interessant, die Stimmung, die sich$darin kundgibt, ein so wichtiges und bedeutsames Symptom, die Zeichnung der Situation, wenn auch nicht in jeder Einzelheit, so doch in den Grundlinien so richtig und kräftig durchgeführt, dass nicht nur unsere Leser mit Interesse davon Kenntnis nehmen werden, sondern ich mich auch der Hoffnung hingeben darf, dass die „Preuss. Jahrb." sich durch die Veröffentlichung ein Verdienst erwerben." Kein Wort dieser Charakteristik ist zu viel. Der Aufsatz Benedictas Levita's „Die Erlösung des Judenthums" ist keine Stilübung, auch nicht im besten Sinne. Jedem Worte merkt man es an, dass es jahrelang gedauert hat, bis es sich aus dem Gewoge allgemein unbehaglicher Stimmungen herauskrystallisiert hat. Wie Quadersteine sind die Sätze aneinandergefügt. Was gerade uns Zionisten diese Selbstbefreiung eines abgeklärten) leidenschaftslosen Menschen so nahe führt, und was jeden unserer Freunde bestimmen sollte, sich mit diesem Bekenntnis eines deutschen Juden intimer zu beschäftigen — das ist: Hier ist die Schlussabrechnung für die hundertjährige Verwüstungsarbeit deutscher Rabbiner mit kalten, straffen, prägnanten Worten gezogen. Die Saat, die sie in Dummheit, Bosheit oder Verblendung ausgestreut, sie ist erschreckend aufgegangen. Levita kennt die deutsche Judenheit: „Dass das Verhältnis des Judenthums zum Deutschthum ein unbefriedigendes ist, wird allseitig anerkannt. Es ist etwas Halbes, Grundsatzloses in ihm." Die Einschmelzung der Juden ins Deutschthum kann sich erst wirklich vollziehen, wenn auch das jüdische Bekenntnis fällt Levita ist sich