Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 44 (2.11.1900)
- Article
- Gedenket des Schekels!
- Date
- 1900-11-02
- Page
- 16 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 16 „Die x> Welt" Nr. 44 Mittheilungen des Actions Comites._ Alle Zuschriften sind an das Secretariat des Congress-Bureaus, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Gedenket des Schekels! Im Sinne des Punktes I, Absehn. 1, des Baseler Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene Juden, welche sich mit dem Programm des Zionisten-Congresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind) fordern wir die Vereine, Ortsgruppen und Vertrauensmänner auf, unverzüglich an die Einsammlung des Schekels zu schreiten. Der Schekel soll nur von Gesinnungsgenossen eingehoben werden, da mit demselben das active und passive Wahlrecht für den Congress verbunden ist. Pflicht eines jeden Zionisten i^t es aber, alle diejenigen, in seinem Wohnorte, die das Baseler Programm anerkennen, wenn sie auch einer zionistischen Vereinigung nicht angehören, ausfindig zu machen und sie zur Leistung des Schekels zu veranlassen. Jeder Zionist muss seinen Schekel zahlen. Dazu die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, ist Sache der Vertrauensmänner. Gesinnungsgenossen! Es sind uns Anfragen zugekommen, in welcher Weise die Hilfsaction der Jüdischen Colonialbank für die palästinensischen Arbeiter gedacht ist. Diese einzuleitende Aciion kann keineswegs in einer unmittelbaren Betheilung der Hilfsbedürftigen aus den Fonds der Bank bestehen. Vielmehr ist beabsichtigt, im Rahmen des Bankstatuts in dem Augenblicke, wo das zur Geschäftsaulhahme nothwendige Capital eingezahlt ist, durch Betheiligung an industriellen Unternehmungen für die aus den Colonien entlassenen Arbeiter eine ausgiebige Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Pflicht aller Vertrauensmänner ist es daher, für die Einzahlung der rückständig j Raten und den Verkauf von Inhaber-Actien zu agitieren. Die Thatsache der Entlassung der palästinensischen Arbeiter ist ein neuerlicher, unumstösslicher Beweis für die Nothwendigkeit einer baldigen Aufnahme der Geschäfte der Bank. Hierfür zu sorgen, ist die erste Pflicht aller unserer Vertrauensmänner. Deutschland. Köln. Das Central-Comite der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland" hat an 3000 jüdische Lehrer in Deutschland folgenden Aufruf versendet: Sehr geehrter Herr! Es dürfte Ihnen bekannt geworden sein, dass in den letzten Jahren innerhalb des Judenthums der ganzen Welt eine Bewegung entstanden ist, welche die Seele der grössten Geister, vieler edeldenkendor Menschen ergriffen hat. Diese Bewegung ist der Zionismu s. Derselbe bezweckt „die Schaffung einer öffentlichrechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Paläs.ina", mit anderen Worten: Der Zionismus will den Heimatlosen eine Heimat, den Hungernden Brot und den Rechtlosen ein Recht schaffen. Wir haben uns eine grosse Aufgabe gestellt, deren Verwirklichung scheinbar unüberwindliche Schwierigkeiten im Wege stehen; jedoch der letzte Congress in London, welcher von über vierhundert Juden als Delegierten aus allen Ländern der Weit beschickt war, er hat uns bewiesen, welch ungeheure Fortschritte unsere Bestrebungen gemacht haben. Während wir bei dem ersten Congresse im Jahre 1897 nur circa 20.000 Zionisten zu verzeichnen hatten, sind auf dem letzten Coegresse über 300.000 Zionisten durch diese Abgeordneten vertreten worden. Die Thatsache, dass Fürsten und andere hochstehende Personen von unserer Idee tief durchdrungen sind, die Thatsache unter anderen, dass 100 englische Parlaments-Mitglieder mit aller Wärme für unsere berechtigten und unumgänglich nothwendigen Bestrebungen einzutreten versprochen haben, haben unsere Thatkraft angespornt und uns das Ziel näher vor die Augen gerückt. Sie, sehr verehrter Herr, sind ein berufener Erzieher und Führer des jüdischen Volkes. Wollen Sie abseits stehen in einer Frage, die das Leben und die Seele des jüdischen Volkes erfüllt? Können Sie Ihre Hilfe versagen in dem Augenblicke, wo selbst christliche Völker unser Recht auf Palästina zu betonen und anzuerkennen anfangen? Werden Sie es über sich gewinnen, zuzusehen, dass unsere Brüder im Osten moralisch und physisch zugrunde gehen und eine unzeitige kosmopolitische Lebensauffassung die assimilierten Elemente dem Judenthum abwendig macht. Noch ist es Zeit, dass wir uns verbinden. Und deshalb bitten wir gerade Sie, als den Erzieher der Jugend, unserer Vereinigung beizutreten, denn im Kampfe für Freiheit und Recht darf kein Lehrer fehlen. Wir erlauben uns, Ihnen eine Karte beizufügen, die Sie gefälligst ausfüllen und uns so bald als möglich zustellen wollen. Mit vorzüglicher Hochachtung Das Central-Comite der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland: Dr. Bodenheimer, Rechtsanwalt, Köln. Dr. Nobel, Rabbiner, Königsberg. D. Wolffsohn, Köln, Dr. Rülf, Rabbiner, Bonn. Dr. phil. Klee, Bonn. Dr. Schauer, Rechtsanwalt, Mainz. M. Moses, Kattowitz. Gustav W o 1 ff. Köln. Eduard Levinsohn, Redacteur, Hamburg. Dr. K a n t o r o w i t z, Rechtsanwalt, Hamburg. Das zionistische Comite fürßaden undPfalz in Freiburg i. B.: M. Kaufmann. Arzt, Freiburg. JacMayer, Kaufmann, Freiburg, Bertholdstr. 57. J u 1. Sommer, Schriftsteller, Freiburg. Moritz Weil, Kaufmann, Freiburg, Rosastr. 17. Heinrich Zivi, Kaufmann, Frei bürg. Dr. M. J u n gm a nn. Arzt, Freiburg. Dr. Jai.Stern, Arzt, Kippenheim. Dr. Kupfer, Arzt. Lahr. Berthold Epstein, Kaufmann, Eichstetten. Simon Rothschild, Kaufmann, Gailingen. M. Bloch, Rechtsanwalt, Constanz. Heinrich Dreyfuss, Kaufmann, Karlsruhe. Dr. Moses, Arzt, Mannheim. Dr. Felsexitual, Arzt, Mannheim. Doctor Regensburger, Arzt, Mannheim. Dr. J. Dreyfuss, Arzt, Kaiserslautern. G u s t. B e n a r i o, Kaufmann, l^audau. Hugo Weil, Rechtsauwalt, Landau. Dr. Max Jacob, Arzt, Landau. England. London. Bei der leUten Sitzung des Executiv-C^mites wurde Mr. G r e e n b o r g zum Vorsitzenden der „Federation" für die folgenden »hei Monate gewählt. Der nächste Delegiertentag der , hhiglish Zionist Federation" findet in Cardiff statt. Am Abend dos Eröffnungstages wird zu Ehren der Delegierten ein Massen-Meeting stattfinden. Telegramm aus London. Das Mitglied des königlichen Hauses, Duke of York, hat die Statuten, Shareciubmarken und Passbook der „Jüdischen Colonialbank" acceptiert. Das stenographische Protokoll der Verhandlungen des IV. Congresses ist nur vom Congress - Bureau, IX. Türkenstrasse 9, zum Preise von §0 Heller excl. Porto (20 Heller für das Inland, 35 Heller für das Ausland) zu beziehen. Vereine und Buchhändler erhalten 33 Percent Rabatt gegen Bareinsendung des Betrages. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Isidor Marmorek. — Buchdruckerei „Industrie" (S. Bergmann), Wien, VDX, Schlösselgasse 11.