Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 44 (2.11.1900)
- Article
- Die Schwestern
- Date
- 1900-11-02
- Page
- 15 (sequence 2)
- Language
- German
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Nr. 44 „Die s£ Welt' Seite 15 Ich hab' ihm gesagt, dass Du Dir's überlegt hast, dass Du den Gedanken nicht ertragen kannst. Deine Eltern auf Erden und Deinen Vater im Himmel zu verlassen — dass es Dein Tod wäre, und da gieng er allein, um Dir zu beweisen, wie sehr er Dich liebt. Du kannst mich tödten, Zillah — aber ich konnte nicht anders." Zillah lauschte, und ihr Gesicht verklärte sich. „Ich wusste. dass mir in der Stunde der höchsten Gefahr Hilfe werden würde," sagte sie, „ach, Salka, was soll ich thun, um Dir das zu vergelten'?" „Enoch heiraten," erwiederte Salka rasch, „das bist Du nicht mir, aber unseren Eltern schuldig, lass" es die Sühne sein für das Leid, das Du ihnen fast zugefügt hättest- Pst!« Sie hob warnend den Finger empor. Man hörte Enoch die Treppe herabkommen. „Möchten Sie die Freundlichkeit haben, mir ein Stück Schnur zu geben?* fragte er, an der Thüre stehen bleibend. „Darf ich fragen, wozu?" fragte Salka. „Ich packe — ich reise morgen früh um fünf Uhr, ich kann meine Angelegenheiten nicht länger vernachlässigen." „Warten Sie einen Augenblick." sagte Salka und stürmte die Treppe hinauf, „oben hab? ich welche." Er trat einen Schritt näher und blickte ins Leere. Plötzlich fühlte er eine leise Berührung an seinem Arm. Zillah stand dicht neben ihm. „Und wenn ich eine von Ihren Angelegenheiten wäre?" fragte sie mit gesenkten Augen. „Zillah!" jauchzte er. Sie blickte auf und sah ihn feierlich an; sie sah die Thränen in seinen Augen und drückte schweigend seine Hand. Fünf Minuten später hielt Anschels Gefährte vor dem Hause. Salka stand auf der Schwelle. „Gute Nachrichten," flüsterte sie ihm zu. Aber sie brauchte Anschel nicht zu sagen, was es war; er hatte es errathen. Mittheilungen des Verbandes „Zion". Der Verband der österreichischen Vereine für Colonisation Palästinas und Syriens hat an die österreichischen zionistischen Vereine nachstehende zwei Rundschreiben gerichtet: Löblicher Verein! Die Leitung des Verbandes „Zion" beruft für den 23. December 1900, 10 Uhr vormittags in das Bureau des Zionisten-Congresses, W i e n, IX/, Türkenstrasse Nr. 9, die statutengemässe (Art. VII.) ordentliche Delegierten- Versammlung seiner Vereine ein und setzt folgende Tagesordnung fest: 1. Protokoll und Ein lauf. 2. Vorlage der neuen Statuten. 3. Rechenschaftsbericht der Leitung. 4. Neuwahlen auf Grund des Art. XV. 5. Eventualia. C. Bestimmung des Ortes der nächsten Delegiertenversammlung. Im Interesse der geregelten Verhandlungen erbittet die Leitung die eheste Bekanntgabe Ihres Delegierten und die schriftliche Einbringung von Anträgen 14 Tage vor der Versammlung. Am Abend des 22. December 1900 findet die Begrüssung der Herren Delegierten in den Räumen des Congressbureaus statt. Am 23. December abend ist ein Festbanquett. über welches noch besondere Verlautbarungen erfolgen. Wir machen ferner auf Art. XIII. der Statuten aufmerksam, wonach den Verhandlungen der Delegierten-Versammlung Mitglieder der Einzelvereine als Zuhörer beiwohnen können. Zugleieh beziehen wir uns auf Art. V der Statuten und ersuchen Sie, uns 14Tage vor dies e r De legierten- Versammlung Ihren Cassebericht vorzulegen und die statutengemässe Hälfte der Gebarungsüberschüsse an unsern Cassier, Herrn Samuel M o h r, XII., Schönbrunnerstrasse 2S9. abzuführen. Zahlreiche Betheiligung an dieser Delegierten-Versammlung erhofft und erbittet für die Leitung des „Zion" Wien, im October 1900. G e w i t s c h, m. p. Dr. O. Kokesch. m. p, Schriftführer. Obmann. Wien, im October 190O Löblicher Verein! Die ausserordentliche Delegierten-Versammlung des Verbandes, welche am 10. Juni d. J. in Prag stattfand, hat den Verband mit der Aufgabe betraut, sich mit allen jenen Vereinen und Verbänden in Verbindung zu setzen, die noch nicht dem Vereine angehören, wenn sie auch zionistisch sind, um sie zum Anschluss an den Verband zu veranlassen, damit dieser als Landes-Comite den Centraipunkt der ganzen Organisation bilde. Wir hätten diese Anschlüsse gerne bis zur ordentlichen Delegierten-Versammlung am 23. December d. J. bewerkstelligt. — Wir bitten Sie daher uns ehestens Ihre Bedingungen mitzutheilen, unter denen Ihr löblicher Verein ein Glied der organisierten zionistischen Judenschaft werden will. Gegen etwaige Befürchtungen für den v'erlust der Bewegungsfreiheit Ihres Vereines oder für materielle Opfer schützen Sie die Statuten des Verbandes und die noch auszuarbeitende Geschäftsordnung des Verbandes, an deren Berathung auch jeder Verein theilnehmen wird. Wir werden alles bei den Behörden regeln, was für Ihren Anschluss nöthig ist; es wird Sie keine Mühe kosten. Wir bitten Sie bloss um Uebersendung von fünf Exemplaren der Statuten Ihres löblichen Vereines, ferner um Bekanntgabe Ihrer Bedingungen und der Bevollmächtigten, mit denen die Leitung des Verbandes über den Anschluss rechtskräftige Verbindungen treffen kann. Sicher, dass Sie selbst in dem Anschlüsse eine Stärkung sehen und daher ehestens Ihre Zustimmung geben werden, zeichnet mit treuem Zionsgruss für die Leitung des „Zion" Gewitsch, m. p. Dr. O. Kokesch. m. p. Schriführer. Obmann. Spenden. Für die rumänischen Juden: J. F. Tärnopol K 4.—, B. Freund, Sassow K 4.—, Armand Bernheim, Mühlhaüsen K 23.5r,. Herz Hufnagl Warschau K 7.G2. Zusammen K 39.17. Für Boryslaw: Armand Bernheim, Mühlhausen K 47.lo. Für die National-Bibliothek in Jerusalem : B. Freund. Sassow K 4.—. Für die Aufsteilung von Nossigs „Ewigen Judenin der National- Bibliothek in Jerusalem: B. Freund, Sassow K 4.—.