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Die Welt · 1900-10-26 · 43 (26.10.1900) · p. 11

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
43 (26.10.1900)
Article
Preisausschreibung
Date
1900-10-26
Page
11 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 43 „Die & Welt" Seite 11 Wettbewerb zur Erlangung eines gemeinverständlichen and leichtfasslichen Flugblattes über den Zionismus. Dasselbe soll nicht grösser als ein Druckbogen (16 Octavseiten) sein und in möglichster Klarheit und Präcision den Begriffund die Ziele der zionistischen Bewegung darlegen. Drei Preise sollen zur Vertheilung gelangen: ein 1. Preis im Betrage von 200 Frcs. in Gold » 2' 7> » » » 100 » » » » t, » » 50 » » > Dem Preisgerichte, dessen Zusammensetzung in der nächsten Nummer dieser Zeitschrift bekannt gemacht wird, steht es frei, bei Vorhandensein gleichwertiger Arbeiten eine andere Vertheilung der Preise vorzunehmen, aber auch — im Falle noch andere gelungene Arbeiten einlangen — deren Ankauf und Publicierung in der „Welt" zu beantragen. An der Bewerbung kann sich jedermann betheiligen. Die Preisschriften müssen in deutscher Sprache abgefasst sein, und sind in der für die Drucklegung nothwendigen Form (einseitiges Beschreiben des Papieres und deutliche Schrift) mit einem Motto versehen, frankiert bei der Redaction der „Welt" einzureichen. Ein beigeschlossenes, versiegeltes, mit dem gleichen Motto versehenes Couvert soll den Namen des Autors und seine Adresse enthalten. Die Couverts werden nur im Falle der Preiszuerkennung geöffnet. Nicht preisgekrönte Arbeiten werden dem Absender franco retourniert. Die preisgekrönten Arbeiten werden Eigenthum der „Welt", der die Publicierung in jeder ihr geeignet scheinenden Form, ebenso wie das Recht der Uebersetzung in fremde Sprachen ausschliesslich zusteht. Als Endtermin der Einlieferung der Arbeiten für den Wettbewerb ist der 31. D e c e m b e r 1900, 12 Uhr mittags, festgesetzt. Arbeiten, die später einlangen, werden nicht berücksichtigt werden. Alle weiteren gewünschten Auskünfte ertheilt bereitwilligst für die Redaction der „Welt" Dr. J. W. Marmorek. W i e n, 15. October 1900. üeifscbinftei)- ui)d %i\chtv= Rundschau. Antisemitisme et Sionisme. Par pasteur E. Patavel- O Iii ff. Geneve. A. Robert, libraire-4 diteur, 1900. Ueber Ersuchen einer Genfer Pastoren-Gesellschaft Hess Pastor E. Patavel-Olliff seinen Vortrag über Antisemitismus und Zionismus der Oeffentlichkeit übergeben. Wir empfehlen die Leetüre des bescheidenen Büchleins, aus dem ein edler christlicher Geist spricht, all jenen jüdischen Sectierern, die mit Talmud- und Bibelgelahrtheit bewaffnet, gegen den Zionismus zu Felde ziehen. „Sind diese Argumente denn wirklich ein Damm gegen den Strom der zionistischen Bewegung, die an Stärke und Kraft täglich zunimmt?" — Mit dieser stolzen Frage schreitet ein .christlicher Jude" über das kunstvolle Dickicht biblischer Beweise hinweg, das Dr. Adler im Schweisse seines Angesichtes geschaffen hat. „Die schwache Seite des Zionismus ist einzig und allein der Umstand, dass er im Judenthum selbst zahlreiche Gegner hat" — Wie wahr und wie beschämend im Munde eines christlichen Freundes! Wahrlich, die christliche Freundschaft, die sich der Zionismus erworben, ist eine der schönsten Blüten des nationalen Frühlings, der tür uns gekommen. Evangelische Priester begeistern sich für die nationale Wiedergeburt der verfehmten „Heilandsmörder": „Gleich wie unsere Väter vor siebzig Jahren Philhellenen waren, werden auch wir für unseren Philosemttismus in die Schranken treten!" „Seien wir christliche Zionisten, wir werden dann arbeiten für das endliche Heil des Judenvolkes; denn der Zionismus unserer Tage steht in keinerlei Widerspruch mit dem Willen Gottes, des Erlösers Israels!" Ld. In der jüngsten Nummer der Zeitschrift „Nord und Süd" finden wir eine bemerkenswerte Besprechung der in der Sammlung „Am Ende des Jahrhunderts" erschienenen Schrift von Dr. S. Bernfeld: „Juden und Judenthum im XIX. Jahrhundert". Wir reproducieren hier einige Stellen aus dieser Besprechung und verweisen unsere Leser auf die Beurtheilung, die wir seinerzeit der Bernfei d'schen Monographie gewidmet haben, und die eine merkwürdige Uebereinstimmong mit den Ausführungen des Recensenten in „Nord und Süd* zeigt. Dieser sagt u. a.: „Der Verfasser weiss ein ganz besonders anschauliches Bild von dem Ringen der Juden nach Gleichberechtigung und von den Reformbestrebungen im Schosse des Judenthums zu geben; er berücksichtigt aber in seiner Darstellung . . . die neue und neueste Zeit doch allzu wenig." „Allerdings hinderte der allzu karg bemessene Raum eine weitere Ausgestaltung des Werkchens, aber trotzdem hätte der Verfasser die Mitwirkung der Juden an dem Aufbau und der Ausgestaltung des Deutschen Reiches und viele andere bedeutsame Erscheinungen gebürend hervorheben müssen. Andererseits hätte eine kurze Erwähnung auch der Zionismus verdient, eine Bewegung, mit der man rechnen muss, trotzdem ihr die üherwiegende Mehrheit wie auch der Schreiber dieser Zeilen völlig fernsteht. Vielleicht nimmt Herr Dr. Bernfeld Gelegenheit, den überreichen Stoff, den gerade das Judenthum im XIX. Jahrhundert bietet, in einem zweiten Bändchen möglichst zu erschöpfen und somit eine Ergänzung zu dem vorliegenden Buche zu geben, das in der Gegenwart von wirklich actuellem Interesse ist." Vom „Echo sioniste" liegt die Nummer 23—24, die letzte des ersten Jahrganges, vor. Die Redaction wendet sich bei dieser Gelegenheit an die Zionisten mit der Bitte, das Blatt, das von den bescheidenen Mitteln unserer zionistischen Studenten in Paris herausgegeben wird, nach Möglichkeit zu fördern. Diese Förderung verdient das ausgezeichnet redigierte Blatt in ganz besonderem Masse. Neben dem Artikel: „Der internationale Studententag in Paris", den wir an anderer Stelle im Auszuge bringen, ist ein Artikel Rokeachs: „Die Bilanz des vierten Congresses" von besonderem Interesse. Er sagt darin u. A.: „Der vierte Congress hat ein neues Arbeitsfeld eröffnet, indem'er das Programm der moralischen, physischen und wirtschaftlichen Regeneration des jüdischen Volkes aufstellte. Die zionistische Frage vereinigte sich mit der Frage der Erziehung, des Unterrichtes, der Gesundheitspflege und der körperlichen Hebung, sowie der wirtschaftlichen Förderung der arbeitenden Massen etc. .. . Abendschulen, Turnvereine, Gesangvereine u. Ae. sollen zur körperlichen und moralischen Hebung der Juden gegründet werden, zur wirtschaftlichen Stärkung Cooporativ-Genossenschaften, Vereine zur Beschaffung billiger, gesunder Wohnungen . . . mit einem Worte: Im Zionismus wird die Frage der Emancipation des gesammten jüdischen Volkes, die durch die Vereinigung und Zusammenfassung aller Kräfte, die im Volke liegen, bewirkt wird, ihre Lösung finden." Mittheilungen des Verbandes „Zion". Der Verband der österreichischen Vereine für Colonisation Palästinas und Syriens hat an die österreichischen zionistischen Vereine nachstehende zwei Rundschreiben gerichtet:

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