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Die Welt · 1900-10-19 · 42 (19.10.1900) · p. 10

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
42 (19.10.1900)
Article
Organisation der zionistischen Vereine Österreichs
Date
1900-10-19
Page
10 (sequence 2)
Language
German
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Seite 10 „Die 2$ Welt" Nr. 42 liehe Einbringung von Anträgen 14 Tage vor der Versammlung. Am Abend des 22. December 1000 findet die Begrüssung der Herren Delegierten in den Räumen des Congressbureaus statt. Am 23. December abends ist ein Festbanquett. über welches noch besondere Verlautbarungen erfolgen. Wir machen ferner auf Art. XIII. der Statuten aufmerksam, wonach den Verhandlungen der Delegierten-Versammlung Mitglieder der Einzelvereine als Zuhörer beiwohnen können. Zugleich beziehen wir uns auf Art. V der Statuten und ersuchen Sie, uns 14 Tage vor d i e s e r Delegierten- Versammlung Ihren Cassebericht vorzulegen und die statutengemässe Hälfte der Gebarungsüberschüsse an unsern Cassier Herrn Samuel M ohr, XII. Schönbrunnerstrasse 280 abzuführen. Zahlreiche Betheiligung an dieser Delegierten-Versammlung erhofft und erbittet für die Leitung des „Zion" Wien, im October 1900. Gewitsch, m. p. Dr. O. Kokesch. m. p. Schriftführer. Obmann. * * * Wien im October 1900. Löblicher Verein! Die ausserordentliche Delegierten-Versammlung des Verbandes, welche am 10. Juni d. J. in Prag stattfand, hat den Verband mit der Aufgabe betraut, sich mit allen jenen Vereinen und Verbänden in Verbindung zu setzen, die noch nicht dem Verbände angehören, wenn sie auch zionistisch sind, um sie zum Anschluss an den Verband zu veranlassen, damit dieser als Landes-Comite den Centraipunkt der ganzen Organisation bilde. Wir hätten diese Anschlüsse gerne bis zur ordentliche Delegiertenversammlung am 23. December d. J. bewerkstelligt. — Wir bitten Sie daher uns ehestens Ihre Bedingungen mitzutheilen, unter denen Ihr löblicher Verein ein Glied der organisierten zionistischen Judenschaft werden will. Gegen etwaige Befürchtungen für den Verlust der Bewegungsfreiheit Ihres Vereins oder für materielle Opfer schützen Sie die Statuten des Verbandes, die Oberhoheit des Actions-Comites und die noch auszuarbeitende Geschäftsordnung des Verbandes, an deren Berathung auch jeder Verein theilnehmen wird. Wir werden alles bei den Behörden regeln, was für Ihren Anschluss nöthig ist: es wird Sie keine Mühe kosten. Wir bitten Sie bloss um Uebersendung von fünf Exemplaren der Statuten Ihres löblichen Vereines, ferner um Bekanntgabe Ihrei Bedingungen und der Bevollmächtigten, mit denen die Leitung des Verbandes über den Anschluss rechtskräftige Verbindungen treffen kann. Sicher, dass Sie selbst in dem Anschluss eine Stärkung sehen und daher ehestens Ihre Zustimmung geben werden, zeichnet mit treuem Zionsgruss für die Leitung des „Zion" Ge witsch, m. p. Dr. O. K o k e s c h, m. p. Schriftführer. Obmann. Mittheilungen des zionistischen Districtsvorstandes für Niederösterreich. Einladung zur Jahresversammlung. Die Jahresversammlung zur Wahl des Districtsvorstandes und zur Erledigung der übrigen damit verbundenen Gegenstände der Tagesordnung findet Samstag, den 3. November abends präcise 7'/, ühr, im Saale des Congressbureau statt. Tagesordnung. 1- Begrüssung durch den Obmann des D.-V. 2. Rechenschaftsbericht: a) des Secretärs; b) des Cassiers; c) des Hilfscomites für die rumänischen Juden. 3. Debatte über den Bericht, i. Anträge.*) 5. Wahl des neuen Districtsvorstandes. Zutritt zur Versammlung haben alle Vereinsmitglieder, Schekelzahler nach Massgabe des Raumes. Die Theilnahme an der Debatte steht nur den Delegierten, den Mitgliedern des- Districtsverbandes, des Landes- und des Actions-Comites zu. Zur Betheiligung an den A bstimmun gen und Wahlen sind nur die Delegierten der im zionistischen Districtsvorstande für Nieder-Oesterreich vertretenen Organisationen befugt. *) Initiativ-Anträge müssen bis spätestens Mittwoch den 24. d. M. bei unserem Secretariate eingei-eicht werden. Die Delegierten werden dringend um rechtzeitiges Erscheinen ersucht, da die Erledigung der Tagesordnung einen späteren Beginn der Versammlung nicht zulässt. Wien, den 12. October 1000. Mit Zionsgruss Zionistischer Districts vor stand fürNieder- Oesterreich. Herrn. Berliner, Dr. S i e g m. Kornfeld, Secretär. Obmann. Bücher-Einiauf. (Besprechungen vorbehalten.) Wanderungen in Russland. Zeitbilder aus den Balkanländern, Centrai-Russland, der Krim, dem Kaukasus und Centrai-Asien von Jacques Jäger. Wien 1000, Carl Teufen. Verzeichnis der Sammlungen der Gesellschaft für jüdische Volkskunde. Hamburg 1900. „Patriotische Reden" von Rabbiner W. Reich, 1900. Samuel David Luzzatto. Ein Gedenkbuch zum hundertsten Geburtstage 20. August 1000, herausgegeben vom Verein für jüdische Geschichte und Literatur in Deutschland. Berlin 1000. Verlag Albert Katz. Populär-wissenschaftliche Vorträge. Mittheilungen der Gesellschaft für jüdische Volkskunde, herausgegeben von M. G r u n w a 1 d. I, II. III. IV. Düdiscbe Wissenschaft atyd JfiteFafrir. Die Bibel im Lichte eines ägyptischen Archivs aus dem XIV. Jahrhundert v. Chr. Von Dr. M. Schorr. (Schluss.) Als bemerkenswert heben wir nur hervor, dass „J e r u s a 1 e m" schon in ihnen vorkommt. Sieben Briefe stammen vom Fürsten von „Urusalim". Interessant ist, dass auch in der Bibel Jerusalem vor der Einwanderung der Israeliten der Sitz eines Ortskönigs l ist (Jos. 10. 15). Die Israeliten vermochten die Stadt nicht zu erobern (Jud. 1. 21, 10. 11—12), erst David gelang es, die starke Burg der Jebusiter „Sion" einzunehmen, wonach er Sion zur Residenz und Jerusalem zur Hauptstadt machte.2) IV. Geschichtliches. Unter den Völkerschaften, über deren Einfälle in Palästina die ägyptischen Statthalter sich besonders beklagen, tritt hauptsächlich ein Beduinenstamm hervor, der vom Osten her in Palästina einwandert und in den sieben Briefen de.<> Fürsten von Jerusalem „Habiri" genannt wird. Wie, wenn diese „Habiri" in den Thontafeln mit den „Hebräern" in der Bibel identisch wären? Dieser Frage, deren Beantwortung angesichts dessen, dass wir uns in den Tell-Amarna-Briefen ungefähr in der Zeit des Auszuges aus Aegypten befinden, von ganz ungewöhnlicher Tragweite ist, haben auch die Historiker ihre intensivste Aufmerksamkeit zugewendet. Bevor wir nun die einzelnen Ansichten in dieser Frage kennen lernen, wollen wir einige auf die „ Habiri" sich beziehenden Stellen anführen. Im Briefe 170 schreibt Abd-Hiba aus Jerusalem: „So wahr der König lebt, weil ich sagte den Beamten des Königs, meines Herrn: Warum bevorzugt ihr die Habiri, und die ansässigen Lehnsfürsten hasset ihr (benachtheiligt ihr), deshalb verläumden sie mich beim König." Brief 180: „Siehe, diese That ist eine That Milkiels und eine That der Söhne Lapajas. welche ausliefern das Land des Königs den Habiri." Brief 181: „So lange Schiffe auf dem Meere waren, hat der mächtige Arm des Königs besetzt Nahrima und Kas (Babylonien), aber jetzt die Städte des Königs besetzen die H a b i r i." Aus diesen Briefen, die sämmtlich aus Jerusalem stammen, ist klar ersichtlich, dass die Habiri den südlichen J) Mit dieser durch alle Stellen sonst bestätigten Thatsache steht allerdings in völligem Widerspruche Jud. 1. 8: „Und die Söhne Judas kämpften in Jerusalem, und eroberten es."

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