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Die Welt · 1900-10-19 · 42 (19.10.1900) · p. 9

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
42 (19.10.1900)
Article
Drohobycz [Nachricht] / J. M.
Date
1900-10-19
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 42 ,Die x£ Welt" Seite 9 Herrn Dr. Moriz Pachtmann aus Drohobycz und des Referenten Stand zurückgewiesen. An die Versammlung schloss sich ein animierter Unterhaltungs-Abend. J. M. Kolin. Samstag, den 13. d. M., trat der neugegründete jüdische Volksverein „Zion" in Kolin mit einem grossangelegten Festabend vor die Oeffentlichkeit. Fast alle Angehörigen der Cultusgemeinde — in Kolin ist die Majorität des Cultusvorstandes zionistisch — hatten sich mit ihren Familien eingefunden. In die Referate theilten sich die Herren Polatschek. Delegierter beim Londoner Congresse (deutsch). Dr. Bergmann aus Pardubitz (czechisch) und Berthold Feiwel, ^der als Vertreter des Actions- Comites erschienen war (deutsch). An die mit grossem Beifalle aufgenommenen Referate schloss sich eine interessante Discussion, an der sich einige Socialdemokraten und von unseren Gesinnungsgenossen, ausser den Referenten, die Herren Emil O b e r n i k (als Vertreter des Prager zionistischen Handels-Angestellten-Vereines) und Marcus (Zions-Verein in Kuttenberg) betheiligten. Die Referenten hatten die Sache des Zionismus so energisch vertreten, dass selbst die ursprünglichen Gegner ihre volle Sympathie für den Zionismus zum Ausdrucke brachten. Z. Krakau. Samstag, den 29. v. M.. fand im Vereinsiocale der jüdischen Arbeiter und Handelsangestellten „Achdus" eine Versammlung statt, auf d*»ren Tagesordnung ein Referat des Krakauer Delegierten J. Kreppel stand. Herr Kreppel entledigte sich seiner Aufgabe in vortrefflicher Weise. Sofort nach dem Referate provocierten aber die anwesenden Socialdemokraten Lärmseenen, die den Vorsitzenden zwangen, die Versammlung vorzeitig zu sehliessen. Der socialdemokratische „Naprzöd" triumphierte darüber. Er hätte es wohl nicht gefhan. wenn er wüsste. dass gerade an diesem Abend eine beträchtliche Zahl von Handelsangestellten dem Vereine „Achdus" beitrat. Gleich nach der obenerwähnten Versammlung fand eine zweite statt. Es referierten die Herren Redacteur Berkowicz und Dr. Wahrhaftig in so ausgezeichneter Weise, dass eine Resolution, in der die Nothwendigkeit des Zionismus betont wurde, unter grossem Beifalle zur Annahme gelangte. M. Bl. Rzeszöw. D*»r Verein „Chowewe Zion" veranstaltete an den Feiertagen in den geräumigen Vereinslocalitäten Gottesdienste, die von Herrn rab. cand. Bau geleitet wurden. S. K. Sulina. Am 24. v. M. veranstaltete der Verein „Chowewe Zion", Section „Arzei Halwunoin" im hiesigen Tempel eine General-Versammlung, an der nahezu die ganze jüdische Gemeinde theilnahm. Unter stürmischem Beifalle sprach der Präses des Vereines, Herr Feinsilber, in nahezu einstündiger Rede über die bisherigen Erfolge des Zionismus. Zum Schlüsse verlas er einen Bericht des Sulinaer Delegierten. Dr. Moskowitz aus Braila, über den vierten Congress. Für zionistische Zwecke wurden in dieser Versammlung 41 Francs gespendet. S. R. Voranzeigen. Brünn. Samstag, den 20. d. M. Simchas-Thora-Festabend mit Tanzkränzchen des Vereines zionistischer Handels- Angestellter „Emunah" in Brünn. Ort: Altbrünner Bräuhaus. Beginn : S Uhr. Karlsbad. Sonntag, den 21. d. M. constuierende Versammlung des zionistischen Handels-Angestellten-Verein es „Emunah". Wien. Verein jüdischer Mädchen .,H a d a s s a". Sonntag, den 21. d. M. Vortrag des Herrn Berthold Feiwel über ..Doctor Kohn" von MaxNordau. Ort: IX., Türkenstrasse 9. Beginn präcise 4 Uhr Nachmittags. Gäste herzlich willkommen. Der Verein bittet uns gleichzeitig um Veröffentlichung nachstellenden Aufrufes: Liebe Mitschwestern, jüdische Mädchen! Immer dringender tritt an uns die Nothwendigkeit eines engen Zusammenschlusses heran. Die jüngsten Ereignisse haben uns zur Genüge gezeigt, dass wir nur auf eigene Kraft vertrauen, nur auf Selbsthilfe bauen können. Wir gehören zusammen, gehören zu unseren armen jüdischen Brüdern und Schwestern. Nie haben wir dies so deutlich gefühlt wie in den letzten Wochen. Dass wir den Unglücklichsten unseres Volkes, den rumänischen Auswanderern, diesen Opfern moderner Barbarei, nur einen mühsam zusammengebettelten Pfennig als Almosen reichen konnten, um sie dann weiterziehen zu sehen, in eine düstere, ungewisse Zukunft, das erfüllte uns mit tiefer Trauer . .. Doch eines gibt uns wieder die Zuversicht: Wir begrüssen es mit tausend Freuden, dass überall die besten Männer zusammentreten zu kräftiger Abhilfe, zu Rath und That. Sollen aber wir Mädchen und Frauen fremd und müssig beiseite steh0**, wenn sich die Geschicke unseres Volkes entscheiden? Nein! Wir wollen mit rastlosem Eifer, mit unseren besten Kräften, mit vollster Hingabe, an der Regenerierung unseres Volkes mitwirken. Das Beispiel der stolzen Frauen unserer Vergangenheit leuchtet uns voran, es soll uns mit Muth und Ausdauer erfüllen. Durch Gehurt und Bande des Blutes, doch nicht minder durch die Zusammengehörigkeit des Geistes fühlen wir uns mit unserem Volke verknüpft. In diesem Sinne gründeten wir vor vier Jahren unseren Mädchen-Verein ..Hadassa". Und nun ergeht der Ruf an alle Familien, in denen der Geist des Judenthums noch waltet, an Euch, jüdische Mädchen, mit uns gemeinsam zu wirken : durch Pflege der jüdischen Geschichte und Literatur zur Bildung und Kräftigung des nationalen Bewusstseins beizutragen und dadurch auch zur nationalen Wiedergeburt! Dieses Ziel trachten wir vor allem durch dementsprechende Vorträge und Diecussionen. welche alle 14 Tage. Sonntag Nachmittags, stattfinden, zu erreichen. Wir laden die jüdischen Frauen und Mädchen ein, an unseren Nachmittagen theilzunehmen, unsere Bestrebungen zu den ihren zu machen Anmeldungen und Zuschriften nehmen entgegen: Amelie Gelbtuch, dz. Präsidentin, IX., Lichtensteinstr. 17. Rosalie Hammer, dz. Cassierin, II., Praterstrasse 13. Bsitecb^ifteotfüijdscbaa. Von der „Jüdischen Volksstimme" in Brünn liegt die Nummer 18 vor. Das Blatt ist frisch und anregend geschrieben wie immer. Besondere Erwähnung verdient der Leitartikel: „Wo sind die Juden worin die Todtschweige-Politik gebrandmarkt wird, welche der Pariser Socialisten-Congress der Judenfrage gegenüber zu beobachten beliebte. Interessant und erfreulich sind die Fortschritte der zionistischen Handelsangestellten-Organisation, von denen das Blatt berichtet. „Wschöd" (Osten) betitelt sich ein neues, zionsfreundliches Organ, das als Wochenblatt in polnischer Sprache erscheint. Die ersten zwei Nummern, die uns vorliegen, vertreten den national-jüdischen Standpunkt in schneidiger Weise. Ueber die zionistische Bewegung bringt der „Wschöd" eingehende Berichte. Auch der literarische Theil ist gut bestellt. Die Redaction und Administration befindet sich in Lemberg, pl. Smolki r». Von der .Jüdischen Turner-Zeitung" in Berlin ist die October-Nummer erschienen. Sie bringt unter anderem die Fortsetzung des Mandelstam m'schen Referates : „Ueber die Frage der körperlichen Hebung der westeuropäischen Juden" und den Schluss des Artikels: „Die Bergjuden im Kaukasus." Organisation der zionistischen Vereine Oesterreichs. Der Verband der österreichischen Vereine für Colonisation Palästinas und Syriens hat an die österreichischen zionistischen Vereine nachstehende zwei Rundschreiben gerichtet : Löblicher Verein'. Die Leitung des Verbandes „Zionberuft für den 23. December 1900, 10 U h r vorm.i tags in das Bureau des Zionisten-Congresses, Wien, IX/, Türkenstrasse Nr. 9 die statutengemässe (Art. VII.) ordentliche Delegierten- Versammlung seiner Vereine ein und setzt folgende Tagesordnung fest: 1. Protokoll und Einlauf. 2. Vorlage der neuen Statuten. 3. Rechenschaftsbericht der Leitung. 4. Neuwahlen auf Grund des Art. XV. 5. Eventualia. 6. Bestimmung des Ortes der nächsten Delegiertenversammlung. Im Interesse der geregelten Verhandlungen erbittet die Leitung die eheste Bekann t g a b e I h r e s D e 1 e g i e rt e n und die schrift-

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