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Die Welt · 1900-08-03 · 31 (3.8.1900) · p. 16

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
31 (3.8.1900)
Article
Mähr.-Ostrau [Nachricht]
Date
1900-08-03
Page
16 (sequence 1)
Language
German
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Seite 16 „Die Welt" Nr. 31 Mittheilungen des Actions Comites. Alle Zuschriften sind an das Secretariat des Congress-Bureaus, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Oesterreich. Mähr.-Ost rau.Die jüdisch-akademische Ferial-Verbindung gibt einer löblichen Redaction bekannt, dass in der am Donnerstag den 19. Juli abgehaltenen Plenar-Versammlung cand. jur. Josef Reisz zum Xcand. ing. Rudolf S p i t z e r zum XX und cand. jur. Franz Reisz zum XXX gewählt wurden. Krakau. In dem hiesigen Vereine der jüdischen Handelsangestellten „Achdus" fand kürzlich eine Plenar-Versammlung statt, bei der die am Wiener Parteitage die jüdischen Handelsangestellten vertretenden Delegierten ihren Bericht erstatteten. Der Bericht (erstattet von Herrn Paul Rieser) wurde unter lautem Beifalle entgegengenommen. Hierauf wurde beschlossen, dem Stanislauer Club der Handelsangestellten im dortigen Vereine „Erez Israel" für ihr wackeres Auftreten zum Schutze der rumänischen Emigranten die Anerkennung auszudrücken. Zum Schlüsse ergriff der Vice-Präses des Vereines, Herr Michael B e r k o w i c z, das Wort und setzte in sachlicher Weise die Bedeutung des IV. Congresses und dessen Stellung in der Geschichte des Zionismus auseinander, worauf folgende, vom Referenten vorgeschlagene Resolution einstimmig angenommen wurde: „Die im Vereine der jüdischen Arbeiter und Handelsangestellten „Achdus" in Krakau stattgefundene dritte Plenar-Versammlung sieht im Zionismus die einzige mögliche Lösung der Judenfrage und in der Institution der Zionisten-Congresse den berufenen Factor zur Verwirklichung der hohen Ziele, die sich der Zionismus gesteckt hat. Die Versammlung beschliesst, dem in London stattzufindenden IV. Congresse durch den Krakauer Delegierten die Sympathien und die Anhänglichkeit der Krakauer zionistischen Arbeiter und Handelsangestellten zum Ausdrucke zu bringen. " P. R. Deutschland. Leipzig. Auf Initiative des Herrn stud. L. Jaffe wurde eine theoretische Vereinigung „Zionah" ins Leben gerufen, die sich das Ziel stellte, zionistische Agitatoren auszubilden und ihren Mitgliedern, wie auch eventuellen Gästen die Möglichkeit zu verschaffen, sich über den Zionismus, seine Bestrebungen und Mittel genauer zu unterrichten. Unsere Vereinigung entfaltete eine rege Thätigkeit. Auf den bis jetzt stattgefundenen zehn Versammlungen wurden folgende Vorträge gehalten: 1. „Ziel und Bestrebungen der theoretischen Vereine", stud. L. Jaffe (Grodno). "2. „Die geographische Lage Palästinas vom ökonomischen Standpunkte aus", stud. B. Gottesmann (Schitomir). 3. „Das Wesen des Zionismus", stud. L. Jaffe. 4. „Bar-Kochba", stud. Benjamin (Curlandj. 5. „Ein englischer Schriftsteller über die Juden in Russland", stud. L. Holodez (Schzedrin). ü. „Pinskers Autoemancipation in der Beleuchtung von Achad-Haam", stud. J. Eliasberg (Pinsk). 7. „Die Nationalschule in Jaffa und das Schulwesen in Palästina-1, L. J a ffe. S. „Nationalisierung", Frl. stud. S. Hefter (Moskau). Die Bedeutung einer solchen Vereinigung in einer Universitätsstadt wie Leipzig ist eine grosse, da die Mitglieder sich hier aus den entferntesten Oiten zusammentreffen und Gelegenheit haben, sich in Vortrag und Discussion zu üben. Russland. Werchnendinsk (Sibirien). Herr M. Grossman - K o gan gründete einen Zionsverein, der bereits 200 Mitglieder zählt. Kamenetz-Podolsk. Unser Gouvernement gehört nicht zu den intelligentesten. Wir haben keine besonders hervorragenden Persönlichkeiten, keine besonderen Anstalten hervorzuheben. Seitdem aber der Zionismus auftrat, hat sich unser Gouvernement gänzlich geändert. Man nahm sich vor allen Dingen an die Reform des Schulwesens; so haben wir in der ganzen Provinz gut eingerichtete jüdische Schulen an Stelle der früheren Cheder. Für die Erwachsenen sind Sabbathschulen eingerichtet. In jedem Städtchen sind zionistische Vereine, in welchen Vorträge abgehalten werden. Für die Masse luden wir die Jargonprediger J e w s e r o w und Dragotschin ein. Die intelligente Classe hält seltener und in geschlossenen Kreisen ihre Versammlungen ab. Am Wochenfeste war eine solche Versammlung in Dunajewce. Es sprachen Herr Drd. Rubin K n o p p i n g und Herr Prellmowsky. In Kamenetz-Podolsk existieren fünf zionistische Vereine. Die Zionisten unterhalten auf eigene Rechnung zwei Schulen : eine für Knaben und eine für Mädchen. In unserer verhältnismässig kleinen Stadt sind ca. 7()0 Actien verkaufe worden. Dank den unermüdlichen Bemühungen des Herrn Rechtsanstalt Schleifer gedeiht die Agitation auf das vortrefflichste. Amerika. New-York. Rabbiner Seff weilt in unserer Mitte. Er versteht es meisterhaft, die Arbeiterclasse. die sich mehr zur socialistischen Partei hinneigte, für den Zionismus zu begeistex'n. So will ich nur von der letzten Versammlung berichten. In einer, trotz ihrer ungeheuren Grösse überfüllten Synagoge hielt Rabbi Seff letzte Woche eine rührende Rede, in der er die praktischa Durchführung des Zionismus, sowie die Pflicht eines jeden „jüdischen Juden'', sich diesem anzusehliessen, nachwies. Die Rede war reich an Beweisen aus der heiligen Schrift, besonders aus dem „Sohar", die sehr überzeugend wirkten. „Wir können unmöglich", führte der Redner am Schlüsse aus. „eine Thora haben, wenn wir nicht auch ein Land haben." „Die chemische Verbindung", sagte er weiter, „von Chlor und Natrium ergiebt ein Salz, getrennt ist jedoch das erstere ein flüchtiges Gas, während letzteres ein Metall ist.- „Wir sind nur echte Juden, und unsere Thora ist eine echte Thora, wenn auch S^j» das wirklich .jüdische" Land ist, und diese drei Elemente vereinigt sind. Getrennt, aber, verliert jedes von ihnen seine Echtheit." Australien. Sidney. In einem offenen Briefe an den Herausgeber der angesehenen Zeitung „The Hebrew Standard" schreibt Herr Samuel Gold stein unter anderem : „Der Zionismus ist ein uns von Gott gewährter Rettungsgedanke. Er allein kann uns unsere alte Grösse wiedergeben. Sollte der Zionismus fehlschlagen, so wäre die letzte Gelegenheit zur Rettung des Judenthums auf unabsehbare Zeit vorüber. Mit dem Falle des Zionismus würde unsere heilige Sprache, würden alle unsere Institutionen zugrunde gehen. Sollen wir in Australien müssig zuschauen, wenn die Juden in Europa rechtlos gemacht werden, ihr Leben und Eigenthum am hellichten Tage bedroht ist? Sidney, die Hauptstadt von Australien, soll allenanderen mit leuchtendem Beispiele vorangehen. Heraus. Jung und Alt, Männer und Frauen! Unsere wichtigste Aufgabe ist, uns zu einigen auf Grundlage des H e r z l'schen Zionismus." Diese Einsendung hatte eine grosse Discussion im Gefolge. „The Hebrew Standard" berichtete in jeder Nummer über den Zionismus. Das Blatt brachte auch folgende Meldung : Lord Gwydir. ein höh er englischer Würdenträger, sagt über die zionistische Bewegung: „Ich bin überzeugt, dass die zionistische Bewegung des endlichen Erfolges sicher ist, denn sie ist eine gebieterische Notwendigkeit. Deshalb konnten auch die Baron H i r s c h'sehen Colonien nicht reüssieren, weil Palästina das dieser wunderbaren Race vorbestimmte Land ist. Ich glaube, dass Englands Grösse die Belohnung ist für die Freundschaft, die es den Juden stets entgegengebracht hat." Perth (Westaustralien). [Bereits gemeldet.] Hier gründete sich infolge der Bemühungen des Herrn Rabbiner Friedmann ein zionistischer Verein. Ein grosser Theil der hiesigen Gemeinde trat dem Vereine bei, zu dessen Obmanne Rabbiner Fried mann gewählt wurde. Herr J. Masel ist Cassier und Herr L. Harris Secretär des neuen Vereins, der sehr erfolgreich für die zionistische Sache zu wirken verspricht. An unsere Vertrauensmänner! Wir ersuchen unsere Gesinnungsgenossen, wichtige Pressstimmen über den Zionismus oder die zionistische Bewegung, namentlich aus Zeitungen, die in entfernten Gegenden erscheinen, uns gütigst übermitteln zu wollen. Die Zeitungsausschnitte sind mit genauer Angabe des Namens des Blattes und des betreffenden Datums an das Secretariat des Congressbureaus, Wien, EX., Türkenstrasse Nr. 9, zu senden. Das Protokoll des III. Zionisten-Congresses ist durch das Bureau des Zionisten-Congresses, IX., Türkenstrasse 9 zum Preise von 40 kr. excl. Porto zu beziehen. In Abwesenheit des Dr. Isidor Marraorek für die Redaction verantwortlich: M. Hermann. — Buchdruckerei »Industrie" (S. Bergmann), Wien, VIII., Schlösselgasse 11.

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