Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 30 (27.7.1900)
- Article
- Gedenket des Schekels!
- Date
- 1900-07-27
- Page
- 16 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 16 „Die j£ Welt" Nr. 30 Mittheilungen des Actions Comites. Alle Zuschriften sind an das Secretariat des Congress-Bureaus, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Gedenket des Schekels! Im Sinne des Punktes I, Abschn. I, des Baseler Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene Juden, welche sich mit dem Programm des Zionisten-Congresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind) fordern wir die Vereine, Ortsgruppen und Vertrauensmänner auf, unverzüglich an die Einsammlung des Schekels zu schreiten. Der Schekel soll nur von Gesinnungsgenossen eingehoben werden, da mit demselben das active und passive Wahlrecht für den Congress verbunden ist. Pflicht eines jeden-Zionisten ist es aber, alle diejenigen in seinem Wohnorte, die das Baseler Programm anerkennen, wenn sie auch einer zionistischen Vereinigung nicht angehören, ausfindig zu machen und sie zur Leistung des Sghekels zu veranlassen. Jeder Zionist muss seinen Schekel zahlen. Dazu die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, ist Sache der Vertrauensmänner. Oesterreich-Ungarn. Wien. Mit Unterstützung des Einzel Vereines „Fünfhaus" des „Zion* wurde ein Gesangsverein : ..Gesangsverein Zion in Fünf'haus" gegründet. In den Aussctiuss wurden gewühlt die Herren : 1. "Fuchs, O. Kohn. J. Mohr, B. Schulhof, Ph. Porges, S. Mohr. E. Fink, B. Steiner. Der Verein hält allwöchentlich Gesangsproben ab. Prag. Am i>8. Juni fand der Schlusscommers der jüdischnationalen Tafelrunde rFratemitas" statt. Der Obmann Herr A. Pariser eröffnete den Commers mit einer kurzen Begrüssungsrede. Er wies darauf hin, dass die „Fraternitas" die erste zionistische Corporation in Böhmen war, und dass sie den „Jüdischen Volksverein* in Prag gegründet habe. Nach der beifällig aufgenommenen Rede des Obmannes wurde das Farbenlied angestimmt, nach welchem die Herren Otto L ö w y und Leo Schorr ihre Festreden hielten, die beifällig aufgenommen wurden. An der lebhaften Debatte betheiligten sieh u. a. die Herren Dr. Kohn, Prof. I. Werthei m e r als Vertreter des Volksvereins und Herr J.-U.-C. Fischer vom „Verein jüd. Hochschüler „Bar Kochba11. Um das Gelingen des inofficiellen Theiles machten sich die Herren M.-U.-C. Grün, Ing.-Cand. Klein, welche die Zuhörer mit den neuesten „Schlagern" ergötzten, und der Herr M.-U.-C. Stränsky, welcher das Präsidium mit gewohnter Umsicht leitete, verdient. Die gelungene Commers-Zeitung fand reissenden Absatz. Stanislau. Dienstag den 10. Juli veranstalteten die zionistischen Handelsangestellten zugunsten der nothleidenden rumänischen Juden eine Theater - Vorstellung „Esra", „Der ewige Jude". Der Theatersaal war bis auf den letzten Platz ausverkaufe. Der Reinertrag nach Abzug der Spesen von?>~>0 Kronen machte iSo Kronen aus. Die Theilnahme der jüdischen Bevölkerung an der Vorstellung lieferte den Beweis, dass die Juden von Stanislau nicht wie einzelne ihrer Cultusvorsteher über ihre rumänischen Brüder denken. Deutschland. Berlin. Am 12. Juli sprach Herr R. B r a i n i n im Vereine „Safa Berurah" über das Thema „Die culturellen Aufgaben des künftigen Zionisten-Congresses". Folgende Resolution wurde angenommen: 1. Der Congress möge Sorge tragen für die Wiedereröffnung und Erhaltung der Schulen in Jaffa, i. Der Congress möge die geeigneten Lehr- und Erziehungsmittel aus den Schekelgeldern herausgeben. Köln. Montag den 1<>. Juli fand im Krystallpalast eine Versammlung statt, bei der Redacteur E. L. W e i n m a n n über das „Wiederaufcauchen des Blutmärchens" und Doctor Boden heimer über den Rumänischen Exodus sprach. Amerika. Das in Pittsburg erscheinende Blatt „Jewish Criterion" enthält in seiner letzten Nummer zwei sehr interessante Artikel über die „jüdisch - nationale Bewegung" von Mr, R. B. Raphael und Fräulein Rosa Raphael. — Die „Jewish Times" in Montreal besprechen in sehr günstiger Weise Emma Lazarus, „Brief an die Juden", welches Werk jüngst durch die „American Zionist Föderation" veröffentlicht wurde. Sie schreiben wörtlich : Der Zeitpunkt für die Reproduction dieses schätzenswerten Werkes scheint uns äusserst günstig gewählt, und wir hoffen, es wird nicht nur bei den Juden, sondern auch bei den Christen weite Verbreitung finden. Wenn so viele Nichtjuden für die Juden warmes Interesse an den Tag legen, wissen wir kein besseres Mittel, diesen unsere Dankbarkeit zu beweisen, als indem wir ihnen das Werk eines Autors in die Hand geben, der, so warm sein Herz auch für das Judenthum schlug, nichtsdestoweniger ein loyaler Anhänger der amerikanischen Institutionen war. —"Der Verein „Bnei Zion" in Hartford veranstaltete unlängst ein Massenmeeting in der orthodoxen Synagoge. In der Versammlung sprachen: Rabb. H o r o w i t z. Herr S. L e v y und Herr Abraham L u b i n. Der Verein weist trotz seines kurzen Bestandes eine beträchtliche Anzahl von Mitgliedern auf. — Ein Massenmeeting wurde unlängst in Troy (Staat New-York) in der Division-Street- Synagoge abgehalten. Rabbi L a s k e r hielt eine glänzende Rede über den Zionismus und berichtete ausführlich über den kürzlich abgehaltenen Verbandstag der „American Zionist Federation", dem er und Herr Jacob B. L a z d o n als Delegierte beiwohnten. — Bei der jüngst in den Räumen der „Hebrew Free School" abgehaltenen Versammlung der „Young Hebrew Zionists" von Syracus (Star.t New-York, wurden Herr William Gerber zum Präsidenten und Herr R. S t o n e zum Vicepräsidenten gewählt. — Der „Chicago Record" veröffentlicht ein Interview mit Dr. N. S. Margulies, der vor kurzem von einem längeren Aufenthalte in Palästina zurükgekehrt war. Dr. Margulies erzählt, „dass, während den jüdischen Colonisten in Palästina ihr Geburtsort kein, wärmeres Gefühl einzuflössen vermag, sie insgesammt mit grösstem Eifer für die Wiederherstellung Judäas arbeiten. Sie sind viel glücklicher als der Durchschnitt der europäischen Juden, insbesonders in Russland und anderen slavischen Gegenden". Dr. Margulies gieng sogar soweit, zu prophezeien, dass innerhalb eines Jahrhunderts Palästina ein jüdisches Gemeinwesen bilden werde unter der Suzeränität der Türkei. „Die Aufgabe der gegenwärtigen Generation" sagte Dr. M a r g u Ii e s, „ist. ein mächtiges Gemeinwesen zu schaffen, welches Ackerbau, Industrie und Handel fördern soll." Afrika. Capetown. Ihr verehrtes Schreiben dem ganzen Inhalte nach beherzigend, hat der Verein „Dorshei Zion" sofort eine General-Versammlung einberufen, zu der sich 400 Personen einfanden. Sowohl das vorgelesene Schreiben des Actions- Comites wie auch unser warmer Appell übten eine Begeisterung auf die Zuhörer aus, welche in dem Resultate zum Ausdrucke kam, dass an demselben Tage 250 Actien verkauft wurden und inclusive der bereits früher verkauften zusammen!>50 Actien ausmachen. Am 17. Juni wurde beschlossen, einen Frauenverein hier und einen neuen zionistischen Verein in Parel zu gründen. Bei der Constituierung derselben werden wir Sie sofort verständigen. Afrika ist ein sehr bedeutendes Gebiet zur Verbreitung unseres Gedankens, und die Verhältnisse sind darnach, um uns in dieser Arbeit zu unterstützen. An die Vertrauensmänner und Vereinsvorstände! Es ergeht hiermit an alle Vertrauensmänner und Vereinsvorstände die Aufforderung, von jeder neuen Drucksorte ein Exemplar an .das Zionistische Archiv in Basel, eines an das Wiener Secretariat des Congress-Bureaus und eines an die Redaction der „Welt" abzuliefern. Das Protokoll des Hl. Zionisten-Congresses ist durch das Bureau des Zionisten-Congresses, IX., Türkenstrasse 9 zum Preise von 40 kr. excl. Porto zu beziehen. In Abwesenheit des' Dr. Isidor Marmorek für die Redaction verantwortlich: M. Hermann. —Buchdruckerei „Industrie" (S. Bergmann), Wien, VIII., Schlösselgasse 11.