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Die Welt · 1900-07-06 · 27 (6.7.1900) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
27 (6.7.1900)
Article
[Ohne Titel]
Date
1900-07-06
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 27 ,Die 2> Welt4* Seite 9 deren Herz blutet ob ihrem Elend, die sie brüderlich lieben und die für sie bis zum letzten Pulsschlage kämpfen werden. Die Mitglieder des „Cercle Israelite* zu Genf: Jacob-Meir Salkind, cand. phil., L. Finkeiste In, Kaufmann, Maurice Tahar, Kaufmann, S. Rudstein, cand. ehem., A. Gurlans, etud. en phil., Esther S c h n e ersohn. etudiante, J. ßercovici. Voyageur, J. Naphtaly, Voyageur, J. Schkolnick, nägociant, B. G a n s, Schneider, Simon Bercovici, Commis, Isidore Reivici, Kaufmann, Z6vi Aberson, 6tudiant, Marcus Wechsler, etudiant, Jacob Schwetz, stud. med., L. Sandberg, etudiant, Malka Steinberg, stud. phil., Sylvia Fuchs, etudiante en medecine, Schoschano Grünblatt, etudiante en lettres, Rebecca A r o n s, etud. en med., Joe L e m a n n, tailleur. Kundmachung des Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank) Limited. London, den 10. April 19U0. BEKANNTMACHUNG. Im Auftrage des Directoriums wird hierdurch bekanntgemacht, dass vom 20. Mai a. c. ab für NEU hinzutretende Subscribenten folgende Zahlungsbedingungen in Kraft treten: Entweder a) 20% bei der Zeichnung und der Rest sofort beim Empfange der Mittheilung seitens der Directoren, dass der Subscribent in das Actien-Register eingetragen wird, woraufhin der Actionär seine definitive Actie circa 14 Tage nach Avis der Zahlung der restlichen 80% bei einer der autorisierten Zahlstellen empfangen wird, oder b) Vollzahlung des Betrages bei der Zeichnung und Entgegennahme der definitiven Actie ebenfalls circa 14 Tage nach Avis der Vollzahlung. Es wird eindringlich daran erinnert, dass etwaige Wünsche betreffs Namens- oder Inhaber-Actien bei der Subscription anzugeben sind. James H. L o e w e, General-Secretär. Weltchronik. Erwin Rosenberger ist am 1. d. M. von der Redaction der „\Veltu zurückgetreten, um sein medicinisches Studium zu beenden. Unsere Leser \v»r.len diese Thatsache sicherlich mit ebenso lebhaftem Bedauern zur Kenntnis nehmen, wie wir, die Gollegen und persönlichen Freunde des Scheidenden. Den Verlust aber, den die „Welt" durch den Abgang Erwin Rosenbergers erleidet, vermögen nur wir, die Augenzeugen seiner hingebungsvollen Wirksamkeit für unser Blatt, richtig zu schätzen. Es wird die Verehrer von Erwin Rosenbergers literarischen Arbeiten — und das sind alle Leser der „Welt" — gewiss mit herzlicher Freude erfüllen, dass die Hoffnung besteht, unser scheidende College werde seine geistvollen, feinsinnigen Beiträge auch fernerhin unserem Blatte nicht ganz entziehen. Der Wiener Männergesang-Verein und die auswandernden rumänischen Juden. Wie wir aus Paris erfahren, hat der Wiener Männergesang-Verein, der es bekanntlich nicht wagte, einen Kranz auf das Grab seines Liederspenders Heine niederzulegen, eine namhafte Geldspende von einem Juden erhalten. Baron Albert Rothschild, der Chef dieses Wiener Bankhauses, der sich gleichzeitig mit dem Wiener Männergesang-Verein in Paris befand, hat, um das materielle Erträgnis der Pariser Productionen zu verbessern, den Gesangsreisenden 20.000 ü. zukommen lassen. Das ist gewiss eine munificente Ueberzahlung des Eintrittspreises. Gleichzeitig wird aber auch bekannt, dass derselbe Baron Albert Rothschild bei den Sammlungen, welche in Wien für die durchwandernden Juden aus Rumänien veranstaltet wurden, einen Betrag von 4 )03 Francs hergegeben hat. Man sieht also den in Ziffern ausgedrückten Unterschied der Theilnahme, welche das Schicksal der hungernden Wanderjuden und des männerscheuen Liedervereines dem Chef des Wiener Hauses RothschiM einflössen. Ein neuer Kinderraub in Galizien. Die „Oesterreichisch- Israelitische Union" theilt uns Folgendes mit: Am 7. August 1899 verliess die minderjährigeRoza, recte Rochme Weiss in Wrieliczka heimlich das Elternhaus unter Mitnahme von Wäsche, Kleidern und zweier Sparcassebücher. Aus einem zurückgelassenen, an das Mädchen gerichteten Briefe gieng hervor, dass ein junger Bursche, namens Josef Juszk i e w i c z, sie verleitet hatte, sich in ein Kloster zu flüchten und daselbst taufen zu lassen. Am folgenden Tage kehrte Roza Weiss ins Elternhaus zurück, entfloh jedoch am 1. September neuerdings, hielt sich vier Tage hindurch bei dem Gemeinde-Aufseher Adam Zapalski in Wieliczka auf und wurde am 5. September nachts von Adam Wiarowski unter Beihilfe Zapalskis in das Kloster der Felicianerinnen zu Krakau gebracht. Unmittelbar nach der zweiten Flucht des Mädchens hatte der Vater Marcus Weiss die Anzeige bei der Polizeibehörde erstattet und um Ausforschung seines Kindes gebeten. Der Wieliczkaer Polizei-Inspector J a r s i k erklärte d«»m Vater, er wisse wohl, wo das Mädchen sei, er sei aber nicht dazu da, um jüdische Kinder ins Elternhaus zurückzubringen. Am 7. September richtete Marcus Weiss an die Krakauer Polizeibehörde die Bitte, ihm die erforderliche, im Gesetze begründete Assistenz zur Erreichung einer Unterredung mit seiner Tochter zu gewähren. Die Erfüllung dieser Bitte wurde wochenlang verzögert, bis endlich der Polizeicommissär T o m a s i k beauftragt wurde, Marcus Weiss und einen gewissen Weisser aus Szczucina, desseu Tochter gleichfalls von den Felicianerinnen zurückgehalten wurde, ins Kloster zu begleiten. Der Commissär Hess beide Väter im Hofe warten und erschien nach zwei Stunden mit einem Protokolle, das angeblich mit den Mädchen aufgenommen worden war und wonach sich dies.-Iben weigerten, mit ihren Vätern zu sprechen. Im November 1S99 erwirkten Marcus Weiss und Srul Straussberg, der in der gleichen traurigen Lage war, eine oberhirtliche Erlaubnis, ihre Kinder zu sprechen. In dem Schreiben des Fürstbischofs wurde die Oberin angewiesen, die Mädchen für die Unterredung mit ihren Vätern „vorzubereiten". Die Oberin verweigerte jedoch den Vätern den Zutritt ins Kloster mit dem Bemerken, dass ihre Kinder sie nicht sehe« wollten. Diese Aussage steht im Widerspruche mit den Angaben der Gattin und einer zweiten Tochter des Marcus Weiss, welche Roza wiederholt durch eine Spalte des Gartenthores gesprochen hatten und denen letztere weinend klagte, dass man sie eingesperrt halte, obwohl sie gerne nachhause möchte. Auch die Anrufung der Gerichte ist, gleichwie im Falle A r a t e n, bisher erfolglos geblieben. Von der jüdischen Nationalbibliothek in Jerusalem. Man schreibt dem „Hameliz" aus Jerusalem: Der Grundstein für das Gebäude der Nationalbibliothek in Jerusalem ist schon gelegt worden, es wird auch schon mit dem Bau begonnen, und noch immer zeigt sich keine Theilnahme von Seiten der Brüder in der Diaspora, denen dieses Haus zum Culturmittelpunkte werden soll . . . Versprechungen liefen aus verschiedenen Städten in Europa, Amerika und selbst Transvaal ein. Wann aber werden diese Versprechungen eingehalten werden? Die Arbeit hat ja schon begonnen, und das Baumaterial muss bezahlt werden, nicht minder die Maurer und sonstigen Arbeiter. Es verlautet, der Vor-

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