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Die Welt · 1900-06-15 · 24 (15.6.1900) · p. 14

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
24 (15.6.1900)
Article
[Kommentar] / M. Z.
Date
1900-06-15
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 „Die 2$ Welt** Ni. 24 auf fremden Unternehmungsgeist angewiesen ist wenn es gilt, ein nationales Schriftwerk zu schaffen, das die Resultate seiner vieltausendjährigen Cultur zusammenfassen soll ... . M. Z. Bücherwelt. ^3Xn- Hääbhibh. Eine Sammlung von Aufsätzen, Gedichten und Erzählungen zur Leetüre für die Jugend. Herausgegeben von J. Ch.Rawnitzky. Verlag „Achiasaf", Warschau, 1900. 8°, 130 S. Von dieser Sammelschritt kann nur Rühmliches gesagt werden. Sie .ist geschmackvoll und sorgsam zusammengestellt und auch äusserlich gut ausgestattet. Den Zweck eines Lesebuches Tür die heranreifende Jugend wird sie gewiss aufs beste erfüllen. Von den Beiträgen sind besonders hervorzuheben die beiden Gedichte des reich begabten Lyrikers Ch. N. B i a 1 i k, die biblische Erzählung „Aus der Knechtschaft in die Freiheit" von B e n - A m i, die reizvollen Legenden von S. J a w e t z über den König David, die Skizze „Der sterbende Dichter" von R. B r a i n i n, die Monographien : „Ratnses II." von S. Rosen feld. „Die Samaritaner" von M.M. Silmann, „Die HöhleMachpela" von A. Saphir und „Die Grabinschrift des Königs Mesa von Moab* vom Herausgeber. M. Z. Büchereinlauf. Dor. Waldau. Jugendsünden. Gedichte. Czernowitz 1900. Verlag von Romuald Schally. T1X 'D Ot Chadasch. Von Nachum Schkarowsky. Odessa. Im Selbstverlag. 1900. Geschichte der hebräischen Typographie in Krakau von 1530 bis auf die Gegenwart Von B. Friedberg. (Hebräisch.) Krakau 1900. Verlag des Verfassers. Preis 60 Heller. , A zsidö nep es a sionismus. Egy komoly szö nepemhez. Irta Eber Abraham. (Das jüdische Volk und der Zionismus. Ein ernstes Wort an mein Volk. Von Abraham Eber.) Raab 1900. Im Selbstverlag. Ein jüdisch-deutsches Räthsel. Ein Vogel war fliegen Vom Himmel bis auf der Erden Ohn' Flügel, Und setzt" sich auf ein kleines Bäumlein Gar hübsch und gar fein. Er wendet und kehret das Bäumlein hin und her: Man sieht den Vogel nimmermehr. Er kräftigt das Bäumlein Bis es thüt blüh'n die schönsten Blumen; Es zieht an sich alle Kräften, Die es nur kann bekummen. Unversonnen dörrt das Bäumlein Und wird ganz vergift't. Der Vogel fliegt von ihm in die Luft, Hebt an zu singen und zu brummen: „Ei, Du betrübtes Bäumlein Wer hat Dir Dein Kräften genunimen? Da Du sie gern gehabt hättest, Kannst Du sie nit bekummen; Nun hast Du sie bekummen durch mich. So verdorrst Du: Was hilft es Dich?« (Auflösung folgt in der nächsten Nummer.) Feuilleton. Ein König im Exil. Von Max Kleinberg. Es war einmal ein König, der war jung und stark und schön und herrschte über ein mächtiges Reich, drin Handel und Gewerbe gediehen und Kunst und Wissenschaft blühten. Der junge König aber war in seinem Glücke nicht übermüthig, er blieb fromm und gut und war nur auf das Wohl seines Volkes bedacht. Ferne lag ihm auch der Gedanke, mit gewaffneter Hand die Gemarkung seiner Lande zu erweitern, die Rechte anderer Könige, fremder Völker zu bedrohen. Und doch schickte Gott arge Heimsuchung über ihn. Eines Tages brach ein übermächtiger, arglistiger Feind in das Reich ein. Der wusste des Königs Bruder zum Aufstande zu verführen, einen Zwiespalt in das friedliche Volk zu tragen, und in mörderischen Schlachten vernichtete er das durch die inneren Wirren geschwächte Heer. Das schöne Land wurde verwüstet, Städte und Dörfer dem Erdboden gleichgemacht, die Bevölkerung, so weit sie nicht dem Mordstahl gefallen war, in die Gefangenschaft weggeschleppt, den König warf man in einen tiefen, finsteren Kerker. Da schmachtete er nun unter den schrecklichsten Martern viele, viele Jahre, und als er endlich wieder freigelassen wurde, da war sein Haar gelichtet und gebleicht, die Haut gelb und runzelig, der Körper zerrüttet und krank. Nur sein Geist war stark geblieben. Den hatte die feste Hoffnung auf die Freiheit erhalten. Da stand nun der arme König, bar aller Mittel. Weil man ihn aber doch nicht verhungern lassen konnte, hatte die Regierung ein Einsehen und stellte ihm einen Hausiererpass aus. So zog er denn mit seinem Bündel von Stadt zu Stadt, von Haus zu Haus, und hielt seine Waren feil. Weil er aber arm und schwach und zufolge der grossen Noth krank und hässlich war, missfiel er den Gesunden. Denn der unedle Mensch fühlt dem Elende gegenüber statt Mitleid und Erbarmen nur Verachtung und Hohn. So wurde denn unser königlicher Hausierer überall geschlagen und gescholten und nur selten fand sich eine mitleidige Seele, die ihm gute Worte gab. In all dem Elend wurde der alte König immer kränker und schwächer, aber immer noch hielt ihn seine grosse Hoffnung aufrecht, die Hoffnung, dass sich doch noch alles wenden müsse. Nun hatte der vertriebene König drei Söhne. Der älteste, der war ein gar geschmeidiger Geselle. Er verstand es, sich bei den Grossen des Landes einzuschmeicheln, er wusste es zu Macht und Reichthum zu bringen. Gegen die Niederen aber war er hochfahrend, seinen Vater verleugnete er, ja, um jeden Schein einer Beziehung zu vermeiden, spie er ihm, als er ihn einst auf der Strasse traf, ins Antlitz. Doch der unglückliche Greis wischte ruhig den Geifer weg und sprach: „Thut meine Schmach zu Deinem Glücke noth, ich trag' sie gern!" Der zweite Sohn hatte ein gutes Herz. Ihn jammerte des Vaters schreckliches Geschick. Er weinte viel darob, und streichelte des Alten fahle, hagere Wange. Zu helfen wusste er aber nicht, er konnte eben nur weinen. Der dritte Sohn, der jüngste, der verleugnete seinen Zeuger nicht, er weinte auch nicht, er gieng hin, sammelte die Ueberreste des vernichteten Volkes, erinnerte sie an das Glück, das sie unter seines Vaters Herrschaft genossen und brachte so eine begeisterte Schar zusammen, mit der er das verlorene Vaterland wieder eroberte und seinen König wieder auf den Thron erhob. Da war des greisen Fürsten grosse Hoffnung erfüllt, und wenn ihm auch die verlorenen Jahrzehnte der Jugend nicht wiedergegeben werden konnten, im Sonnenschein neuen Glückes gesundete sein Körper und verjüngte sich, und er herrschte noch durch viele Jahre über ein beglücktes Volk und wurde steinalt, und wenn er noch nicht gestorben ist, so . . . Verschiedene Nummern des Jahrganges 1899 können zur Propaganda an Vereine gegen blosse Entrichtung des Portos abgegeben werden. Porto für Oesterreich und Deutschland für 5 Kilo Kronen 0.60 Serbien „ 5 „ „ 1.— Russland „ 2 „ „ 2.— Rumänien „ 5 „ 1.25 England „ 5 „ „ 2.35 Irland „ 5 „ „ 2.60

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