Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 23 (8.6.1900)
- Article
- Bekanntmachung
- Date
- 1900-06-08
- Page
- 10 (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 10 ,Die Welt" Nr. 23 Subscribenten folgende Zahlungsbedingungen in Kraft Ireten : Entweder a) 20% bei der Zeichnung und der Rest sofort beim Empfange der Mittheilung seitens der Direcloren, dass der Subscribent in das Actien-Register eingelragen wird, woraufhin der Actionär seine definitive Actio circa 14 Tage nach Avis der Zahlung der restlichen S0% bei einer der autorisierten Zahlstellen empfangen wird, oder b) Vollzahlung des Betrages bei der Zeichnung und Entgegennahme der definitiven Actie ebenfalls circa 14 Tage nach Avis der Vollzahlung. Es wird eindringlich daran erinnert, dass etwaige Wünsche betreffs Namens- oder Inhaber-Actien bei der Subscription anzugeben sind. James H. L o e w e, General-Secretär. Tribüne. Czcrnowitz, den 1. Juni 1900. Der jüdisch-nationale Verein „Zion" in Czernowitz veranstaltet am 24. Juni 1. J. auf der Göbelshöhe ein grossangelegtes jüdisches Volksfest, zu dem hiermit an alle Gesinnungsgenossen die herzlichste Einladung ergeht. Gleichzeitig gestatte ich mir, die verehrten gesinnungsgenössischen Schriftsteller um geneigte Beiträge für das zur Ausgabe gelangende Festblatt höflichst zu ersuchen. Die Beiträge können ernsten oder humoristischen Inhaltes, in gebundener oder ungebundener Sprache verfasst und müssen bis zum 18. Juni d. J. in meinen Händen sein. Da es sich zugleich um ein hervorragendes Propaganda mittel handelt, erbitte ich eine recht zahlreiche Betheiligung. Mit Zionsgruss Dr. Ph. MenczeL Obmann des Press-Comites. Danksagung! Cliajem Friedman, gewesener Präsident des lVereines .Ohawc Zion" aus Boryslaw (Galizien), welcher seine Existenz durch die Bergpolizei-Vorschriften verlor, wurde gezwungen, mit seiner Frau, sowie auch mit seiner aus fünf Kindern bestehenden Familie nach Amerika auszuwandern. Er spricht hiermit seinen innigsten Dank dem hochgeehrten Zionsgenossen Herrn Professor Dr. Richard G o 11 h e i l in New-York aus, der ihm in dem neuen Lande mit T h a t und Geldmitteln half, und ihm die Gründung einer Existenz ermöglichte. N e w - Y o r k, den 22. Mai 1900. Chajem F r i e d m a n, 1G5 Attorneystr. * * * Wir haben in unserem Berichte über die Petition der Vereine an die Cultusgemeinde vei gessen, den Verein „ Alsergrund"' zu erwähnen, und constatieren jetzt, da^s dessen Schriftführer, Herr Albert Smolensky, für diesen Verein zeichnete. Weltchronik. Eine jüdische Arbeitergenossenschaft in Palästina. Die jüdischen Arbeiter und Taglöhner in den Ackerbaucolonien von Palästina haben sich vor kurzem zu einer Genossenschaft organisiert, deren Zweck es ist, die Interessen der jüdischen Arbeiterschaft in den Coionien nach allen Richtungen hin zu wahren. Aus den Mittheilungen, die die Genossenschaft veröffentlicht, ist ersichtlich, dass die l>age der jüdischen Arbeiter in den Colonien sehr schlecht ist. Ueberdies sehen die Arbeiter infolge der Uebernahme der Colonien durch die Ica einem ungewissen Schicksal entgegen. Die neue Verwaltung will nämlich eine neue Üekonomie in der landwirtschaftlichen Arbeit einführen, wodurch die Taglöhner durchaus entbehrlich würden. Es wäre zu wünschen, dass die Ica sich dieser Armen annehme und sie in den Colonien anderweitig beschäftige. Rumänische Auswanderer in der Bukowina. Aus Sereth schreibt man uns: Dieser Tage trafen hier 111 jüdische Auswanderer aus Berlad und Bukarest ein, die zu Fusse nach H am bürg reisen, um sich dort nach Amerika einzuschiffen. Ueber Intervention des Gutsbesitzers Abraham Achn er bei der bukowinischen Landesregierung wurde don Emigranten an der österreichischen Grenze ein Passierschein ausgefolgt. Unter dem Andränge einer grossen Menschenmenge hielten die Unglücklichen Einzug in unsere Stadt. Sie wurden von jüdischen Privaten aufs beste bewirtet und mit Geldmitteln zur Weiterreise versehen. Ein Hilfscomite hat sich gebildet, dass aus den Herren Buchhändler Grauer, Banquier Salomon Schreiber, Bankdirector Isak Berall und Emil G ottlieb besteht. Von den jüdischen Ackerbaucolonien in Russland. Aus der jüdischen Colonie L w o w a, Kreis Cherson, schreibt man russischen Blättern, dass die Aussichten für die bevorstehende Ernte sehr gut sind. Der Regen, der zu Beginn des April niedergieng, erwies sich als überaus vortheilhaft, sowohl für die Winter-, als für die Sommersaat, und auch das Wachsthum des Weidegrases auf den Wiesen wurde durch den Regen gefördert. Heuer begann man in den Colonien mit dem Anbau neuer, bisher nicht cultivierter Pflanzungen. In Lwowa wurden Kartoffel gebaut. Unter den Colonisten macht sich Geldmangel fühlbar, da der für sie bestimmte Credit von der Verwaltung der Krongüter nicht gutgeheissen wurde. Selbstanzeige wegen der Entführung der Madame Gyp. Aus Toulon erhält der „Temps" folgende Mittheilung : Ein Soldat des 8. Marine-Regimentes, der neunzehnjährige Charles Minerot, stellte sich der Polizei mit der Selbstanzeige, eine Frau, Angele D e v a u x, in Paris ermordet und Madame G y p entführt zu haben. Beim Verhör erklärte er, am 10. October in Paris verhaftet worden zu sein, weil er auf dem Boulevard Bonne Nouvello die Scheiben des Cinematograph Lumiere zerbrochen habe. Während der Haft machte eine Frau, Angöle Devaux, die Anzeige, dass er der Räuberbande des Milo angehört. Wegen Mangels an Beweisen wurde er in Freiheit gesetzt. Er habe alsbald die Angele Devaux ins Bois gelockt, wo er sie tödtete; er schnitt ihr den Kopf und die Füsse ab und verbarg diese Glieder in verschiedenen Gegenden von Paris. Was die Affaire Gyp betrifft, so erklärt Minerot, dass er Madame Gyp in der Nacht vom 11. Mai in das mysteriöse Haus gebracht habe, welches sich bei Saint Maurice unter dem Plateau von Gravelle befindet. Er habe im Auftrage eines seither wiedergewählten Gemeinderatb.es gehandelt, gegen welchen die Gyp agitierte. Er habe öOO Francs für dieses Geschäft bekommen. Minerot behauptet, er schreite zur Selbstanzeige, weil er fürchte, seine Complicen würden ihn verrathen und er wolle von dem Geständnis bei der Strafbemessung profitieren. Seit Jänner ist Minerot Soldat. Am 11. Mai war er auf Urlaub in Paris. Man glaubt, der junge Soldat sei krank und von Hallucinationen beherrscht. Er wurde in Haft behalten. Christliche Propagandisten der Sabbathruhe. Eire interessante Nachricht findet rieh in der jüngsten Nummer der Chicagoer hebräischen Wochenschrift .Hutechijalr. Demnach gibt es in Amerika eine Partei von „Pro-