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Die Welt · 1900-06-01 · 22 (1.6.1900) · p. 9

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
22 (1.6.1900)
Article
Die Legate der Baronin Hirsch
Date
1900-06-01
Page
9 (sequence 2)
Language
German
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Nr. 22 „Die # Welt" Seite 9 der göttlichen Liebe. Unterstützungsverein für aus der Haft Entlassene und ihre Familien, Feriencolonien-Spar- und Unterstützungsverein, Asylverein für Obdachlose je 2000 Kr., Ottakringer Knabenhort, St. Antonius-Asylverein in Fünfhaus, Werk des heiligen Franciscus Regis, Wiener Frauenheim, Erster Blinden-Unterstützungsverein für Niederösterreich, Verein zur Unterstützung mittelloser taubstummer Kinder in Wien, Waisen-Asylverein in Breitensee, Kinderbewahr-Anstalt Favoriten (Leibnizgasse), Katholischer Arbeiterinnen-Verein in Ottakring je 1000 Kr., Verein zur Gründung eines Heims katholischer Lehrerinnen auf der Wieden, Blaues Kreuz, Frauenverein für sociale Hilfsthätigkeit, Allgemeiner Wiener Jugendhort, Erster Unterstützungsverein der Witwen und Waisen der k. k. activen Diener in Wien, Verein der städtischen Raths- und Amtsdiener, Verein zur Fürsorge für Blinde in Hietzing, Knabenasyl des St. Josef Vincenz-Wohlthätigkeitsvereins Fünfhaus (Tellgasse), Communal-Kinderbewahr-Anstalten in Ottakring je 500 Kr., Verein katholischer Lehrerinnen und Erzieherinnen im 1. Bezirk 300 Kr., Mathildenheim bei Leoben, Verein zur Ausspeisung armer Schulkinder im Bezirke Landstrasse, St. Annen-Kinderbewahr-Anstalt, Kinderbewahr-Anstalt in Simmering, jene in Hietzing und jene im Bezirke Landstrasse je 200 Kr. Ausserdem erhielten auf Wunsch der Erben und nach deren Anträgen: Israelitisches Blindeninstitut und Mädchen-Unterstützungsverein in der Leopoldstadt je 10.000 Kr., Verein zur Unterstützung hilfsbedürftiger Waisen der israelitischen Cultusgemeinde, Armenanstalt der israelitischen Cultusgemeinde je 3000 Kr., Kinderhort im 2. Bezirke, Grosse Pfarrgasse, Israelitischer Frauen-Wohlthätigkeitsverein in der Inneren Stadt, Theresien-Kreuzerverein, Israelitische Kinderbewahr-Anstalt im 2. Bezirke, Israelitisches Taubstummen-Institut im 3 Bezirke, Verein zur Förderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten je 2000 Kr., Frauenhort im 9. Bezirke 1000 Kr., Treubund im 2. Bezirke, Mädchenhort im 2. Bezirke, Kaiser Franz Joseph-Ambulatorium im G. Bezirke je 500 Kr. Allerlei Nachrichten. Die New-Yorker Presse verzeichnet die merkwürdige Thatsache, dass die Insassen des jüdischen Altenheims ein bedeutend höheres Alter erreichen, wie die ähnlicher, nicht jüdischer Institute, was zweifelsohne der ausgezeichneten Pflege zuzuschreiben ist. Das Durchschnittsalter nimmt mit jedem Jahre zu, im abgelaufenen betrug es 78 Jahre. Der Aufenthalt variiert zwischen 13 und 23 Jahre. Es finden sowohl zahlende, wie nichtzahlende Leute Aufnahme, die letzteren sind in der Mehrzahl. Am 15. d. M. starb in dem kleinen bayerischen Orte Hürben einer der bedeutendsten Fachleute auf dem Gebiete des jüdischen Synagogengesanges, der Lehrer und Cantor I. Lachmann. * In einem Berliner antisemitischen Blatte macht ein, wie es scheint, ehrlicher Antisemit den Vorschlag, eine Berufs Statistik der Antisemiten aufzunehmen. Diese würde „Klarheit über die beinahe völlige Zersetzung vieler unserer Parteivereine bringen, und die Partei selbst zur Stellungnahme in socialen Fragen veranlassen, sonst geht die Partei einem unabwendbarem Siechthume entgegen." Wir berichteten jüngst, das Lazarus' „Ethik des Judenthums* ins Englische übersetzt worden ist. Nunmehr wird mitgetheilt, dass die „Gesellschaft zur Förderung der Bildung unter den Juden Russlands" das Werk ins Russische übersetzen lässt. Der in Berlin im Jahre 1897 gegründete „Verein zur Förderung der Bodencultur unter den Juden Deutschlands" weist bereits eine Mitgliederzahl von iöO auf, die sich auf 10 Ortsgruppen vertheilen. Correspondenzen. Triest. Wie rasch derZionismus sich hier Bahn bricht, documentiert sich täglich aufs erfreulichste. Bei den von der vAccademia di Studi religiosi „Medrasch Lecah Tov" veranstalteten Vorträgen wird immer häufiger über den Zionismus gesprochen. Auch bei der am 16. d. M. abgehaltenen Conferenz unseres Gesinnungsgenossen, des Herrn Rabbiners Gustavo Rae ah, war der Saal gedrängt voll. Das Thema war: „Vita publica degli Israeliti nel Ghetto". Gleich zu Beginn des Vortrages berichtigte Rabbiner Racah die Correspondenz in Nr. IS der „Welt" über seinen Vortrag, worin gesagt wurde, dass er den Zionismus nur „durch die Blume* erwähnt habe. Vielmehr habe er sich ganz deutlich über den Zionsgedanken ausgesprochen, und wenn er den Ausdruck „Zionismus" nicht gebraucht habe, so geschah dies, weil in den Uranfängen der Idee, von denen er gesprochen, diese Bezeichnung noch nicht existierte. Aber schon vor 2000 Jahren war alles rechtschaffen Jüdische zugleich zionistisch. Ueberhaupt konnte er von dieser Stelle nur das religiöse Moment im Zionismus berücksichtigen. Die politische Seite der Bewegung werde er von anderer Stelle aus besprechen. — Nach Schluss dankte der Vorsitzende^Cav. Vittorio C as tiglione für den zahlreichen Besuch, dessen sieh dieser Cyklus von Vorträgen zu erfreuen hatte und kündigte für den nächsten Herbst einen neuen Cyklus von Vorträgen aus dem Gebiete der jüdischen Geschichte und Literatur an. J. W. New-York, Anfang Mai. Ich ergreite die Gelegenheit, Ihnen über dieThätigkeit der hiesigen zionistischen Frauen- und Mädchen vereine zu berichten. Der Verein „Benoth Zion. Cercle Hadassa" (so genannt nach der verstorbenen Mutter der Frau Professor Gottheil) hat fast täglich Fortschritte zu verzeichnen. Er hält seine regulären Versammlungen jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat und ausserdem eine öffentliche Versammlung jeden vierten Sonntag ab. Bei den Vereinssitzun^en wird vor allem über die Lage unserer Glaubensgenossen in Europa referiert, ferner trägt Rev. Dr. G. Gottheil jüdische Geschichte vor. Unsere letzte öffentliche Monatsversammlung fand gemeinschaftlich mit dem Jung-Zion-Verein und dem „Zionistenverein der Oberen Sta!t" statt. Der Saal war gedrängt voll und bot einen prächtigen Anblick. Der Präsident des letzgenannten Vereins, Mr. MauriceLeon, sprach in seiner Eröffnungsrede über unsere Bewegung und wandte sich namentlich an die jungen Leute, indem er sie mit warmen Worten zur Unterstützung des Zionismus, der einzigen Hoffnung unseres Volkes, aufforderte. Professor Gottheil sprach über Palästina unter Vorzeigung von Stereoskopen. Der Abend war ein grosser Erfolg. — Zur Wahl seiner neuen Schriftführerin Miss Rafsky darf sich der Verein „Benoth Zion, Cercle Hadassa" gratulieren. Ihr gebürt ein guter Theil des Erfolges. — Am 22. v. M. fand eine grosse Versammlung unter den Auspicien der „American Daughters of Zion" statt. Der grosse Saal der Jewish Alliance war viel zu klein, um alle Theilnehmer fassen zu können. Man sollte es kaum für möglich halten, was unsere jungen Zionistinnen zustande bringen. Tagsüber sind sie geschäftlich in Anspruch genommen — und sehr stark, in Europa macht man sich davon kaum einen Begriff — und abends nach Geschäfisschluss arbeiten sie für den Zionismus. Jeden Dienstag ist Vereinsabend, an dem von den Schülern des Seminars jüdische Geschichte vorgetragen wird. — In

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