Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 21 (25.5.1900)
- Article
- Das Wesen des Zionismus
- Date
- 1900-05-25
- Page
- 3 (sequence 2)
- Language
- German
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•ffr. fcl- ,Die # W-elt" Seite 3 duwie wehigdie Volker daran denken, dieser Formel . j>olitismiis aber, welcher «hihin stnbt. die *<M»mäss zu" leben; man braucht nur lielVr nachzuü«»nk«n \uinl Nalhinalit/ilen in ••ine > uri;i 1 c S u j» un» zu der Sehlussf«>lg«?rung zu gelangen, «lass «l'mse. Formel, ..welche so elastisch, so veischwommen. so inhaltsarm. ist, u »Hl urc Ii l ü h r b a r sei. .Wenii ich sage: »leb bin in erster Reih«» ein Mensch (homosiun '.) nachher erstein Franzose, «»in DtMdst hf-r, ein Juli-' so'ist-das verblüffen»!' richtig; der »•r.-de'IVgriff «IrüekJ die Gattung (geuusj. der ander«- die Art' (sj», ei« s| au-. 'Diese ■ sozusagen zoologisch.' Fdntheiluiig vt-rplliehtet mich als'Menschen, als'vernüidtiges W»»seii, als .soc-iaN-s Thfer in erster Reihe zur; Erfüllung allgemein menschlicher Pflichten, wenn Du w.ülsT. zur. Kii'ihallur:^ «l«»r ze)m Gebote. .Indem ich aber' <*in«»r be.-oud«; eii Art. einer gewissen Nation angehöre, bin. ich* fn< lisen und physisch nicht anders zu arbeiten inistände, als fast ausschliesslich für diese Nation., derich angehöre. Indem »eli aber für sie arbeile;'- arbeite ich zugleich 'auch für die ganze M«-nsr-hh«-il. denn meine Nation.ist* ein Bestandtheil .dieser Menschheit. Nicht "nur der gewöhnliche Mensch, sondern auch die W«Ugeiiieit. "Welche reine - ethische Priucipien schaffen, w.-k-he «1er Welt gross«1 -wiss«>!ischaftliche Wabrli.it.-n verkünden, auch diese nähren und befruchten sich »hirch die\Safte. welche sie airs' der Tiefe jener Volksseele schöpfen, «le,r sie angehören y l>er l'rocess «l«»s Werdens und .'ler. Diffei-enzierung ierschieilener Nationen vollzieht sich ohne unser HinzulUun und -bildet eine ebensolch«.»*N\Uui-imlhweiuiigke»L wie ili«» Differenzierung «ler einzelnen Organe eines b«-li«»big«-n Organismus. Je feiner iliese Differenzierung ist. je hd« nsiV«T ""dir Nationen die ihnen . eigenen ethischen. geistig«»ii und physis« h('»i^Higensd»Tiften in . sich entwickeln, -destomehiv -irafgrn sie zur Entwicklung uhd Veredelung der ganzen: Menschheit bei. Als Musikerin wirst. Du besser als je<l<»r\an«iere vt-rstehen, wie armselig und bemitleidensjvertulie polyphonische Orchester- Musik der vergangenen Jahrhunderle war im Ycr-. gleiche ii»it der polyphoms«|h»»n Musik der. Gegenwart. \\. mit den Symphonien voh Ueethoven . . . Von , ihren nationalen Eigenthüm ichkeiten könne»» sich ni«-ht nur einfache'Menschen nicht lossagen, 'sondern sogar Männer, welche »lie höchste Stufe «ler geistige!» Leiter erklommen haben. So müss es auch sein! Ks ist nicht mir nicht ■ wünschcnswei t. dass «lie Shakespeares und Goethes,'die Schillers uu»l Hugos, die. Turgenjews und Tolstojs; die Heine "und* Jehuda Halevy unter «lern Einflüsse der allgemeinen Cultur in ihrem Denken un«l Schaffen nivelliert -wenlcn. sondern ii»i Gegeidhcil-: in «leif V i e l s f i t i g k e i t «1 e r F o r nf' ihres Denkens und Schaffens, die eben durch ihre Nationalität bedingt wird, 'liegt der ganze Reiz der Entwicklung des menschlichen Gedank« ns. Alle grossen Culturen sind bis jetzt nur auf nationale.»!» B«nk\n entstanden-; sie blühten unter der Rivaiilät «ler Völker . uiitere'inander auf. M. iis.;h. n erbte«. dcS ■r Sprache Evolution, .värts*. d.-r -artet. idsalz Ein.Kosmopolit sein, darf deshalb nicht heissen, ein Weltbürger,, d. h. A.l l e s und Nichts, sein; der- Sinn vdes WelLbürgerthunis muss darin liegen, «lass man-dem .Grundsätze des weisen I\abbi Hillel huldigt, der lautet:. „r üge deinem Nächsten" nichts zu, was du nicht. \yillsi%dass nian -dir zufügt.6 Und nur in* diesem Grundsätze; dercdie Quintessenz der progressiven Weltanschauung bildet,- d. h* nur in der Ver.theidigung »ler- Freiheit der Periön, der Gleichheit vor dem Gesetz«-, «ler/ 'Afeinüngsfreiheit- und der ' absoluten religiösen Tplerän^ fiyeh t.aber. in der Lössagu"n g von #ic}^.eXU^^Xn d e r n a ti on aTen Entmannung, xhüssadae^KosmopoliUsmüs. liegen. Jener- JEosmonicngcn. ist ebenso rü« kschril!lieh, wie Vnlapük^d. h. «Ii.- Idee der Einführung . i:i für alh.-^MeiiM-hen. Heid«- bedeuten nicht soiid'«*nrJnvoluli«>u.' nicht eim-n ScbritJ -»ach 'soii»t»'rn '«'inirii Schritf nacli. rückwärts . , . v ' Es"" ist s«-H».-tver.-lätntlich traiing. w N a t i «> n a 1 i s m u - in' (". b' a u v i n i V in u s wenn «lein (Mun.l-atze d,-> Rabbi HillM «ler* d« s XIX. Jahrhundert-: _<">l<- toi <l<- la. «fue je m'v tiiett»-~ ^egenübergi-sieiit winb . I)ie^ -,r Cirund-a»/. "wirit in erster Hi-ihe auf die .1 u «l e n angewendi-t. und «ler Zionismus bat -ich zur Aufgabe gemacht. di«-s«-m r;iubvris<-h«-n .Gruri«lsatz«* Wider.-tand enlg^gen/ubriugen. -Wenn aiso tudi-r uns .bjden Keule v«»rban«len >ind. welch«'-den Zioni.-nms'ni<-bl »uir b«-känipf«-n. -oiidem urder «leni Vorwaude ihrer ko.-niopoJiti-chen Wellanschammg duri-h Iieliginnswechsij . r.d.-r . auj anderem Wege >i« b bemühen, gewaltsam unb-r. fremd»- Völk< r einzij'b-ingeii. sich leichten Herz«-»is. und mei-ten< für ein Linsengi'richt. v«>n ihrer I^OO-jährigen Vergang«'Uheit lossagen: w«-iin «lies«- Juden so kurzsbditiu' sind, das? sie nicht s(-ben. .«lassnicht* «lauk «•ineiu <rinf a <: h e n Z u-fa 1 1 e. s«uulern- '.kraftgewisr-er . fester geistiger u n d 11» i s r-Ü e_r G r u n «l p ffi 1 r tlas jüdi-irbe Volk - sieb bis jetzt erhajten. 'trotz a'th r iu -der Ges«-.hi« bti' .üiieihörii'-n Leiden im«l 'Verb>'^äi?tigrn. <.!«-nen e?>iiinterw«"ir{en war. und r.ocb ui.itt-jfxvH^Jf»-u i-t. "'— -so be^t-b'en solch«» Juden ein Vi-rbi'ecbeii.. nn lj nur^ gcg«»n si«:h und iiir V-oik. sond«*rn. * auch .gegen' :ie uanze Mens«:hheiL weil sie -gewaltsam in sich und ihren Kindern j«-i!.e schönen und. gesunden Krim«» vernichte»». «l«»»vn Entwicklung und Wrvüllkommnung der Cultur' uiul der (avilisation der ga»»zen Mens«-hh«-it-. zum Frommen-und Nutzen gereiejien \vurden ... Wenn aber ein shi«h» - sich iii. den Dienst dieses "unglücklich«»»!; g«'d«MnY»thigten -un«l 'zum. Kiüj.pel g«»?ch;igenen Volk, s'stellt, wenn Qr.'.in dem Sclmtt; jlen das. jüdisch«» <i'hcjt«) bildet, -hei-utuwühlt - und dort moralische un«l geistige Proben des tolksgenius ^wi«b-t.» kratl deren «lies«;< Voik sich bis jetzt «»i:halt«-n k^unt«/. \ve;in «ler. Jud«» dafür Sonic* trägl-^-. «la^s dh» dun b Jahrhunderh» v« reihten culturfähigen Ke'nn«», des juidr- .-«•h«-»»» Volkes. _\\ eJcht». sich je'tz^ im v e r-b «> r g e n «•»» Zustand«» befimh-n. sich unter gühstig«»»-"e'n \J5vdln-' gungen entwickeln sollen : wenn ein Ju«l«.>. sich ^Füh«» gibt, das Volk aus «lern verhexu-n Kreise. w<^ « s «»xi.-tiert. wo es stündlich physisch und moralisch aus-dirbt. i»t »lie Welt des Lichtes zu fuhren, so gill die Arb« it «»ines s»>l"«-hen od«»r s«>lcl;er Männer, nicht nur'- «l«»nr. Nutzen der Juden. son«l«»rn auch »b-m «ler ganz«.n Cultur utuICjvilisation. Diese Arbeit i>t mit »1-r Arb«»it eines Meiste»'s zu veigleititTn.-; »ler ein gut«v». wj»hb tönendes. ab«?r verstimmte? irgen«lwä auf d<.»in Dachboden liegendes Instrument" lichten will, das im Orchester der. ganzen Cultmnienschheit »»be-ji.-«» nothwendig ist,' wie Geige. Cello uiid Fagott in em«»m. Slreichorchesler. m Das ist meine Profession de foi! Bist Du^lliit mit mir einverstanden, so bist Du '■— Zionistin.- G. Das Urbild voh Shakespeare's „Kaufmann von Venedig!"; - Im eilflen Buche des. Lebens des Papstes Sixtus V. erzählt Gregorio L e t i folgendes Exempel, wie der genannte Papst durch gewisse ganz ausserordentliche Acte seine Liebe, zur Gerechtigkeit an den Tag zu legen liebte.