Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 18 (4.5.1900)
- Article
- Gedenket des Schekels!
- Date
- 1900-05-04
- Page
- 16 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 16 „Die & Welt" Nr. IS Mittheilungen des Actions Comites. Alle Zuschriften sind an das Sekretariat des Congress-Bureaus, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Gedenket des Schekels! Im Sinne des Punktes I, Abschn. I, des Baseler Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene Juden» welche sich mit dem Programm des Zionisten-Congresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind) fordern wir die Vereine, Ortsgruppen und Vertrauensmänner auf, unverzüglich an die Einsammlung des Schekels zu schreiten. Oer Schekel soll nur von Gesinnungsgenossen eingehoben werden, da mit demselben das active und passive Wahlrecht für den Congress verbunden ist Pflicht eines jeden Zionisten ist es aber, alle diejenigen in seinem Wohnorte, die das Baseler Programm anerkennen, wenn sie auch einer zionistischen Vereinigung nicht angehören, ausfindig zu machen und sie zur Leistung des Schekels zu veranlassen. Jeder Zionist muss seinen Schekel zahlen. Dazu die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, ist Sache der Vertrauensmänner. Im Interesse einer beschleunigten Führung der Angelegenheiten des Jewish Colonial-Trust (Jüdische Colonialbank) wurde im August 1899 ein Specialcomite der Directoren eingesetzt. Es bestand aus den Herren J. Kann (Haag) und G. Lourie (Pinsk). Schon seit längerer Zeit musste sich aber der Aufsichtsrath mit Beschwerden über den schleppenden Gang der Angelegenheiten der Bank beschäftigen. Insbesondere gab die langsame und mangelhafte Versendung der Allotmentbriefe, sowie die Verzögerung der Ausstellung der volleingezahlten Shares vielfach zu Klagen Anlass. Nun wollte sich das Specialcomite die durch pflichtgemässe Ueberwachung gebotene statutarische Einflussnahme des Aufsichtsrathes nicht gefallen lassen. Herr J. Kann stellte sogar das Ansinnen, der Aufsichtsrath solle sich verpflichten, auf die Dauer von fünf Jahren der Einmischung in die Gebarung zu entsagen. Selbstverständlich konnte einem solchen Verlangen nicht entsprochen werden. Der Präsident des Aufsichsrathes reiste nach London, um, wenn möglich, ein harmonisches Zusammenwirken von Aufsichtsrath und Specialcomite herbeizuführen. Leider waren die beiden nach London geladenen Mitglieder des Specialcomites nicht erschienen. Der Präsident des Aufsichtsrathes benützte seine Anwesenheit in London dazu, eine Prüfung der gesammten Gebarung vorzunehmen unter Zuziehung von beeideten Buchverständigen und eines als Vertrauensmann fungierenden Banquiers. Hierbei wurde die Cassa- und Buchführung, wie nicht anders zu erwarten war, in vollkommenster Ordnung befunden. Dagegen erwiesen sich die Beschwerden über den schleppenden Gang der Arbeiten als begründet. Um diesem Uebelstande abzuhelfen ^wurden von den in London anwesenden Directoren zweckentsprechende Massnahmen beschlossen und das Special-Gomite um deren Durchführung ersucht. Hierauf gab Herr J. Kann seine Demission mit der Motivierung, dass das Eingreifen des Aufsichtsrathes in die Arbeit der Directoren ihn zu diesem Entschlüsse bestimme. Der Aufsichtsrath bedauert gewiss das Ausscheiden dieses ehrenhaften und verdienstvollen Mannes, aber der Aufsichtsrath konnte und durfte im Interesse der Sache sich seiner üeberwachungspflicht nicht entziehen. Durch diesen Zwischenfall erleidet die Führung der Bankangelegenheiten keinerlei Störung. Zionistische Bewegung. Philadelphia. Unter den Auspicien der „B e t h -1 s r a 1"- Association fand am 15. April in der Adas-Jeschurun- Synagoge eine grosse Festversammlung statt, bei der Das Protokoll des III. Zionisten-Congresses ist durch das Bureau des Zionisten-Congresses, IX., Türkenstrasse 9, zum Preise von 40 kr. excl. Porto zu beziehen. Rev. H. Illiovitzi über den Effect der zionistischen Idee aut Israels nationale Unabhängigkeit referierte. Rev. E i c h 1 e r sprach über die Notwendigkeit des Zionismus vom humanitären und ökonomischen Standpunkte. — „Priends of Zion" hielten eine Versammlung am 22. v. M. Redner Dr. J. J. Bluestone, Rev. Eichler und Levinthal. — Die „Zionist Organisation" in Hartford veranstaltet eine Sammlung zugunsten der südrussischen Juden. — Vor der „Education AUiance" in Boston wurde über die Frage discutiert: „Ist der Zionismus die wahre Lösung der Judenfrage?" — In New-York veranstaltete der Verein „Jung-Zion" am 15. v. M. eine hochinteressante Soiree, bei der Scenen aus „Judas Maccabäus" von Longfellow zur Aufführung kamen. Die Festrede hielt Rev. Stephen S. W i s e. — Am 29. April beabsichtigte Prof. R. Gottheil im Vereine „HadassaK einen mit Vorführung von Bildern aus dem heiligen Lande begleiteten Vortrag zu halten. Im „Verein jüdischer Studierender" zu Paris sprach am 3. April Herr Nathanson aus Sofia über den Zionismus in Bulgarien. Am 7. April sprachen im gleichen Vereine Herr D. Jacobson über die nationale Bedeutung des Pessach-Festes und Herr E. Eberline über das zwischen den zionistischen Ideen und dem Befreiungsfeste bestehende Verhältnis. — Am 14. v. M. fand eine grosse Seder-Feier statt. .An die Vertrauensmänner und Vereinsvorstände! Es ergeht hiermit an alle Vertrauensmänner und Vereinsvorstände die Aufforderung, von jeder neuen Drucksorte ein Exemplar an das Zionistische Archiv in Basel, eines an das Wiener Secretariat des Congress-Bureaus und eines an die Redaction der „Welt" abzuliefern. An die zionistischen Vereine! Hiermit ergeht an sämmtliche zionistischen Vereine (Colonisations-, Literatur-, Geschichts-, Turn-, Gesang- und Studentenvereine) die Aufforderung, eine kurze, aber genaue Angabe ihres derzeitigen Standes umgehend einzusenden. Jeder Verein hat das Gründungsjahr, die Mitgliederanzahl, Statuten, die Namen der Functionäre, den Zweck des Vereines und die diversen Veranstaltungen mitzutheilen. Diese Mittheilungen sind zu richten an das Bureau des Zionisten-Congresses, Wien, DL, Türkenstrasse Nr. 9. Diese Aufforderung ist zu verbreiten. Das Actions-Comite. Gaiizien. Zionistisches Landes-Comite. Alle Zuschriften, die zionistischen Angelegenheiten Galiziens betreffend, sind an das Landes-Comite, Lemberg, Ringplatz Nr. 17, zu richten. Die Adresse für Geldsendungen (Schekel und Spenden) lautet: Max Sprecher, Lemberg 15 (Fabrik). Die Geldsendungen haben den Vermerk zu tragen: „Schekel" oder „Zionistische Spende". An unsere Vertrauensmänner! Wir ersuchen unsere Gesinnungsgenossen, wichtige Pressstimmen über den Zionismus oder die zionistische Bewegung, namentlich aus Zeitungen, die in entfernten Gegenden erscheinen, uns gütigst übermitteln zu wollen. Die Zeitungsausschnitte sind mit genauer Angabe des Namens des Blattes und des betreffenden Datums an das Secretariat des Congressbureaus, Wien, DL, Türkenstrasse Nr. y, zu senden. Herausgeber: P. Naschauer. Verantw. Red.: Erwin Rosenberger. Buchdruckerei .Industrie* (S. Bergmann), VIII., Schlösselg. 11.