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Die Welt · 1900-05-04 · 18 (4.5.1900) · p. 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
18 (4.5.1900)
Article
Neues aus Palästina
Date
1900-05-04
Page
8 (sequence 2)
Language
German
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Seite 8 ,Die & Welt" Nr. 18 geregelte Bahnen lenken und diesem berühmten türkischen Industriezweige zu neuem Ansehen verhelfen soll. In erster Reihe wurde mit Errichtung einer Färberei in Sinan Eunu bei Cäsarea begonnen. Vielleicht findet, durch diese Action der türkischen Regierung bewogen, die Ica Veranlassung, auch ihrerseits die Teppichweberei Palästinas speciell in den Colonien zu fördern. Nachdem es sich hierbei hauptsächlich um Seidenteppiche, Sedjades, handelt, die Colonien jedoch in Rosch- Pinah über eine ganz ausgezeichnete Filaterie verfügen, so wären ja schliesslich alle Bedingungen gegeben, diesen Erwerbszweig raschestens einzuführen! Wir haben ja leider genug Colonien, die fast ausschliesslich Weinbau treiben, durch Monate hindurch fast nichts zu thun haben und glücklich wären, aus eigener Kraft ohne Bettel vor den Thüren der Millionäre existieren zu können. zuwirken. Die Referate des Reichsraths-Abgeordneten Dr. Arnold Rapaport und unseres Gesinnungsgenossen Dr. Stand wurden mit stürmischem Beifall aufgenommen. Lebhafte Zustimmung fand auch die Rede des Vertreters der Wiener „Oesterreichisch- Israelitischen Union", welcher der zionistischen Partei grosse Zugeständnisse. machte. Die Generalredner Dr. Brau de und Dr. Malz befürworteten unter lebhaftem Beifall ein gemeinsames Vorgehen mit der zionistischen Organisation. H—d. -i Lemberg. (Tel. der „Welt) Der jüdische Gemeihdetag, der heute, den 1. Mai, in feierlicher Weise eröffnet wurde, wies eine zahlreiche Betheiligung von zionistischer Seite auf. Die erste Sitzung gestaltete sich zu einer imposanten zionistischen Kundgebung. Die Reden unserer Gesinnungsgenossen Dr. B r a u d e, Dr. Malz und Dr. Stand ernteten grossen Erfolg. Dr. K. Der zweite galizische Gemeindetag. 31: "April. Lemberg, (Am Vorabend des II. galizischen Gemeindetages.) Heute sind von den 150 eingeladenen Cultusgemeinden bloss 30 Delegierte angelangt, darunter 16 Mandate zionistischer Gruppen. Alle 30 hiesigen Gultusräthe haben Sitz und Stimme. Die jüdisch-polnischen Vertreter werden gegenüber der galizischen conservativen Partei weitaus im Vortheile sein. Dieser galizische Gemeindetag wird als Agitatibnscomite für Cultuswahlen, Reichsrathswahlen — wobei die Volksbeglücker nur persönliche Animositäten im Sinne haben — betrachtet. Vorderhand hat die unter Vorsitz der. Herren Julius Hochfeld und Dr. Bier er am 2S. d. M. im Handwerker-Vereine „Jad Gharuzim" stattgefundene Versammlung Stellung gegen den Gemeindetag genommen; es hat sich im Gemeindetage ein zionistischer Club von 16 Delegierten gebildet. Lemberg, 1. Mai. (Tel. der „Welt".) Heute wurde hier der gaüzische Gemeindetag eröffnet. Es waren bloss 40 Delegierte auswärtiger jüdischer Gemeinden nebst 30 hiesigen Cultusräthen anwesend. Zum Vorsitzenden des Gemeindetages wurde der Reichsraths-Abgeordncte Dr. Byk, zu Vicepräsidenten Dr. Gott- Ii eb und Dr. Schaff gewählt Der von 16 zionistischen Delegierten eingebrachte Antrag, es möge bei der Wahl des Bureaus und der Commissionen auf die zionistischen Delegierten Rücksicht genommen werden, konnte nicht durchdringen. Sodann referierte Dr. Byk über die Lage der Juden in Galizien, die er als trost- 1 o s bezeichnete. Dr. G o 1 d m a n n plaidierte für die Einführung der polnischen Sprache in allen Gemeindeämtern. Im weiteren Verlaufe der Sitzung meldete Dr. Schaff seine Resignation auf die Vicepräsidentschaft an. Hierauf wurde Rabbiner Levin aus R o h a t y n zum zweiten Vicepräsidenten gewählt. Aus der Mitte der Versammlung bildete sich ein zionistischer Club, dem sich 29 Delegierte anschlössen. Das Referat über „Golonisation" erstattete unser Gesinnungsgenosse Herr Dr. Adolf Stand. Er plaidierte für Colonisationsthätigkeit in Palästina, sowie für die Anstellung von Lehrern der hebräischen Sprache in den jüdischen Gemeindeschulen. Es wurde beschlossen, an die „Jewish Colonization Association" ein Memorandum zu richten, worin diese Gesellschaft aufgefordert werden soll, durch Gründung und Förderung von industriellen Unternehmungen in Galizien, sowie durch Unterbringung von galizischen Juden in den Colonien der Gesellschaft an dem Hilfswerke zugunsten der galizischen Juden mit- Kundmachung des Jewish Colonial Trust (Jüdische Colonialbank) Limited. London, den 10. April 1900. BEKANNTMACHUNG. Im Auftrage des Directoriums wird hierdurch bekanntgemacht, dass vom 20. Mai a. c. ab für NEU hinzutretende Subscribenten folgende Zahlungsbedingungen in Kraft treten: Entweder a) 20% bei der Zeichnung und der Rest sofort beim Empfange der Mittheilung seitens der Directoren, dass der Subscribent in das Actien-Register eingetragen wird, woraufhin der Actionär seine definitive Actie circa 14 Tage nach Zahlung der restlichen 80°/,, bei einer der autorisierten Zahlstellen empfangen wird, oder b) Vollzahlung des Betrages bei der Zeichnung und Entgegennahme der definitiven Actie ebenfalls circa 14 Tage nach Erlag des Geldes. Es wird emdringlich daran erinnert, dass etwaige Wünsche betreffs Namens- oder Inhaber-Actien bei der Subscription anzugeben sind. James H. L o e w e, General-Secretär. * * * An die einzelnen Zahlstellen, Vertrauensmänner und Vereine, welche Subscriptionen für die „Jüdische Colonialbank" entgegengenommen haben, sind bereits vor längerer Zeit die Allotementbriefe (Zutheilungsbriefe) zur Uebermittlung an die Zeichner abgegangen. In dieser Zuweisung der Allotementbriefe haben die Unleserlichkeit vieler Unterschriften und Adressen, sowie die Nichtbefolgung der von der „Jüdischen Colonialbank" publicierten Verlautbarungen manche Störung verschuldet. Wir fordern hiermit alle Zeichnungsstellen, Vereine und Vertrauensmänner auf, die für London bestimmten Listen deutlich und in lateinischen Schriftzeichen zu führen, und wiederholen zur Vermeidung von Missverständnissen im Folgenden den Zahlungsmodus, der bei allen Rateneinzahlungen strengstens zu befolgen ist Subscribenten, welche bereits im Besitze ihrer Allotementbriefe sind, haben die weiteren Raten an eine der Zahlstellen, die auf der Rückseite der Allotementbriefe für alle Länder genannt sind, gegen Empfang einer Bestätigung zu bezahlen. Diese Zahlstellen sind berechtigt, für Rechnung der „Jüdischen Colonialbank"

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