Die Welt
- Journal
- Die Welt
- Volume
- 4 (1900)
- Issue
- 12 (23.3.1900)
- Article
- Gedenket des Schekels!
- Date
- 1900-03-23
- Page
- 16 (sequence 1)
- Language
- German
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Seite 1ß „Die & Welt',' Nr. 12 Mittheilungen des Actions=Comites. Alle Zuschriften sind an das Secretariat des Congress-Bureaus, IX., Türkenstrasse 9, zu richten. Gedenket des Schekels! Im Sinne des Punktes I, Abschn. I, des Baseler Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene Juden, welche sich mit dem Programm des Zionisten-Congresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind) fordern wir die Vereine, Orsgruppen und Vertrauensmänner auf, unverzüglich an die Einsammlung des Schekels zu schreiten. Oer Schekel soll nur von Gesinnungsgenossen eingehoben werden, da mit demselben das acthre und passive Wahlrecht für den Congress verbunden ist. Pflicht eines jeden Zionisten ist es aber, alle diejenigen in seinem Wohnorte, die das Baseler Programm anerkennen, wenn sie auch einer zionistischen Vereinigung nicht angehören, ausfindig zu machen und sie zur Leistung des Sghekels zu veranlassen. Jeder Zionist muss seinen Schekel zahlen. Dazu die nöthigen Vorkehrungen zu treffen, ist Sache der Vertrauensmänner. Orthodoxe Rabbiner für den Zionismus. Gemäss einem Antrage des Vereines in Beresin veröffentlichen wir ein Verzeichnis der Städte, in denen die Rabbiner als Hauptmitarbeiter für Zion gelten können, wobei wir von circa 100 Städten absehen, in denen die Rabbiner wohl im Stillen arbeiten, jedoch den Verhältnissen ihrer Stellung gewisse Concessionen machen müssen und daher ungenannt bleiben wollen. Die betreffenden Städte sind : A 1 e x o t. Lida. Bender. M u s i r, Mansir, Belschitz, Lomza. Luznitza, Lyach owitschi, Odessa, Beliani, Paritsch, Smila. Schurnitz a, Nowoja-Majatschka, Kukaschowka, Nuesin, Talna, Stavaj a-Russa. Mariampol, Golschani, Birso, Ganoschischki, Janowa, Possola t, Jezna, Koschodari. Uzjori.Kalinowka. O k n a, Falstin. Jaruga, Helsingfors, Schwinzian, Wischniw, N o w a - A1 e x a n d i owsk. J a n d o w a. * * Der Rabbiner von Sopotzkin. Herr S. J. Rabinowitsch. hat an seine orthodoxen Amtsgenossen einen Aufruf gerichtet, in dem er sie ersucht, ihm Erklärungen des Inhaltes zukommen zu lassen, dass der Zionismus vom Standpunkte des orthodoxen Judenthums einwandfrei sei und die weitgehendste Förderung verdiene. Diesem Aufrufe ist ein früherer vorausgegangen, in dem die Gutachten namhafter orthodoxer Rabbiner zugunsten des Zionismus veröffentlicht waren. Dieser erste Aufruf hat gute Früchte getragen, indem bei Rabb. Rabin owitsch Erklärungen und Aeusserungen von mehr als 50 orthodoxen Rabbinern, darunter sehr angesehenen, eingelaufen sind, die alle den Zionismus freudig begrüssen und ihm ihre Unterstützung zusagen. Da jedoch dem Rabb. Rabino witsch bekannt ist, dass es noch viele orthodoxe Rabbiner gibt, die die zionistische Bewegung billigen, aber mit ihrer Meinung aus verschiedenen Gründen noch zurückhalten, richtet er an diese Rabbiner den vorliegenden zweiten Aufruf, in dem mehrere neue Gesichtspunkte vorgebracht werden und namentlich betont wird, dass es gegenwärtig, wo einige gewissenlose Menschen durch allerlei Mittelchen drei der angesehensten Rabbiner bewogen haben, gegen den Zionismus Stellung zu nehmen, unumgängliche Pflicht der zionistischen Rabbiner sei, ihr zionistisches Bekenntnis öffentlich abzulegen. Zionistische Bewegung. Freiburg i. Br. Gemäss eines Beschlusses der Karlsruher C.mferenz hat sich ein zionistisches Comits für Baden und die Pfalz gebildet, das im Vereine mit dem Centralcomite der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland " in Köln an die süddeutschen Juden einen begeisterten Aufruf zum Anschlüsse an die zionistische Bewegung erlassen hat. Der Schlusspassus lautet: „So stellt sich uns der Zionismus als ein Princip dar, das alle Juden ohne Rücksicht auf ihre religiösen Richtungen und Ueberzeugungen eint und sammelt. Die Aengstlichen unter uns, welche von einem Eintreten für das Gesammtjudenthum Gefahren fürchten, mögen sich sagen lassen, dass die Bestrebungen des Zionismus ausserhalb des Judenthums bisher keine Gegnerschaft, sondern nur Beweise von Sympathie gefunden haben : sie seien aber auch darauf hingewiesen, dass das offene und charaktervolle Eintreten für unseren Volksstamm der Achtung aller ehrlich denkenden Menschen sicher ist. Das sind die Gesichtspunkte, die wir unseren jüdischen Mitbürgern unterbreiten mit der Bitte, an den Bestrebungen des Zionismus theilzunehmen. Nach § 2 der Statuten der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland" kann jeder in Deutschland lebende Jude, der sich zu den Grundsätzen des Zionismus bekennt, Mitglied der Vereinigung werden. Der Mindestbeitrag pro Jahr beträgt 3 Mark. Das Bureau der Vereinigung in Köln, Baumstrasse 12, ist gern bereit, weitere Auskunft über zionistische Angelegenheiten zu ertheilen. Anmeldungen nehmen die unterzeichneten Herren des zionistischen Comites für Baden und Pfalz entgegen." Der Aufruf ist unterzeichnet: Das Centralcomite der „Zionistischen Vereinigung für Deutschland" in Köln. Dr. Bodenheimer, Rechtsanwalt in Köln. Dr. Nobel, Rabbiner in Köln. D. Wolffsohn in Köln. Dr. Rülf Rabbiner in Bonn. Dr. phil. Klee in Bonn. Dr. Schauer Rechtsanwalt in Mainz. M. Moses in Kattowitz. Das zionistische Comite fürBaden undPfalz in Freiburg i. Br.: M. Kau f m a n n, Arzt in Freiburg. JakobMayer, Kaufmann in Freiburg (Bertholdstr. 57). Jul. Sommer, Schriftsteller in Freiburg. Moritz Weil, Kaufmann in Freiburg (Rosastr. 17). Heinrich Zivi, Kaufmann in Freiburg. M. Jungmann, cand. med. in Freiburg. Dr. Ju 1.St ern, Arzt in Kippenheim. Dr. Kupfer, Arzt in Lahr. BertholdEpstein, Kaufmann in Eichstetten. SimonRothschild, Kaufmann in Gailingen. M. Bloch, Rechtsanwalt in Konstanz. Heinrich Dreifuss, Kaufmann in Karlsruhe. Dr. Moses, Arzt in Mannheim. Dr. Felsenthal, Arzt in Mannheim. Dr. R egensburger, Arzt in Mannheim. Dr. J. Dreyfuss, Arzt in Kaiserslautern. Gust. B en ari.o, Kaufmann in Landau. Hugo Weil, Rechtsanwalt in Landau. Dr. Max Jacob, Arzt in Landau. Petersburg. Der St.PetersburgerHerold meldet: „Preisausschreibung der Zionisten. Die Zionisten haben einen Preis von 100 Rubel für die beste populäre Broschüre ausgesetzt, in welcher erläutert werden soll, was der Zionismus sei, welche Zwecke er verfolge etc. In dieser Broschüre, die zur Verbreitung unter der einfachen jüdischen Bevölkerung bestimmt ist, sollen ferner die Colonien in Palästina und die Zionistencongresse geschildert werden. In Warschau macht, wie der „Warschawski Dnewnik" schreibt, der Zionismus augenscheinlich grosse Fortschritte. Unter den Institutionen, die Gelder für die jüdische Volksbank in London annehmen, figurieren die Warschauer Directorenbank und das Warschauer Bankhaus Goldfeder." SpendenbQcher. Im Sinne der Anträge der Organisations-Commission des III. Congresses (Der Schekel kann nur von Personen, die sich mit dem Baseler Programme einverstanden erklären, eingehoben werden. Von Personen, die mit der zionistischen Bewegung sympathisieren, ohne das Baseler Programm anzuerkennen, können nur Spenden in Empfang genommen werden) und des Abs. 1 des Art. 3 des vom in. Congresse beschlossenen Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene Juden, welche sich mit dem Programme. des Zionisten-Congresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind) hat das Actions-Comite nach dem Muster der Schekelhefte nunmehr auch Spendenblocks (mit gelbem Umschlage) ausgegeben. Das Protokoll des IM. Zionisten-Congresses ist bereits erschienen und durch das Bureau des Zionisten-Congresses, IX.. Türkenstrasse 9, zum Preise von 40 kr. excl. Porto zu beziehen. Herausgeher: P. Naschauer. Verantw. Red.: Erwin Rosenberger. Buehdruckerei »Industrie" (S. Bergmann) VIII., Schlösselg. 11.