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Die Welt · 1900-03-23 · 12 (23.3.1900) · p. 15

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
12 (23.3.1900)
Article
Wenn nicht noch höher...
Date
1900-03-23
Page
15 (sequence 2)
Language
German
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Ni. 12 „Die Weif* Seite 15 »Welcher Wassü und was willst Du?" „Habe Holz zu verkaufen und billig, fast umsonst. antwortete der Rabbi. Und ohne die Antwort abzuwarten begab er sich in das Stübchen. Der Litthauer schlich dem Rabbi nach. Im grauen Halbdunkel des Morgens erblickte er das armselige Gemach mit der entsprechend armseligen Einrichtung. Auf dem Bette, in Lumpen gehüllt, lag ein krankes Frauenzimmer, das dem eintretenden Wassil mit Verzweiflung sagte: „Das Holz abkaufen? . . . Womit soll ich es kaufen? Woher soll ich, eine arme Witwe, Geld haben?* „Ich werde Dir das Holz auf Borg geben," entgegnete der verkleidete Rabbi; „im ganzen nur sechs Groschen" . . . „Und woher werde ich diese sechs Groschen hernehmen?" „Du närrisches Geschöpf!" sagte der Rabbi streng, „schau, Du bist eine arme, kranke Frau, und ich glaube Dir -. . Ich bin überzeugt, dass Du mirbezahlen wirst... Du hast einen so grossen und allmächtigen Gott und .. . vertrauest ihm nicht?! Du vertrauest ihm nicht sogar in einer Sache von nur sechs Groschen, welche das Holzbündel kostet!" . . . „Und wer wird einheizen?" frug die Kranke wehmüthig, „ich bin nicht imstande, aufzustehen, mein Sohn ist noch in der Arbeit" ... „Ich werde einheizen", entgegnete der Rabbi. * * * Während der Rabbi das Holz in den Ofen legte sprach er ächzend den ersten Abschnitt der „Selichoth." Als das Holz lustig zu brennen begann, sprach der Rabbi schon etwas munterer den zweiten Abschnitt Den dritten und den letzten Abschnitt der „Selichoth" hatte der Rabbi erst dann gesprochen, als das Zimmer sich mit einer angenehmen Wärme zu füllen begann .. . Der Litthauer, welcher alles dies sah, wurde seit dieser Zeit der treueste Anhänger des Rabbi. Später, als irgend ein Chossid zu erzählen begann, dass dei Rabbi von Neinirow zur Selichot-Zeit in den Himmel steigt, lachte der Litthauer nicht mehr, sondern pflegte leise zu sagen: „Wenn nicht noch höher...!" K. V., Szegedin. verwendet. Besten Dank. Wi« Sie sehen, beides Geldsendungen können in recommandierten Briefen erfolgen. Es wird Papiergeld aller Staaten angenommen. Anstatt kleiner Münze können Briefmarken beigeschlossen werden. Verschiedene Nummern des Jahrganges 1899 können zur Propaganda an Vereine gegen blosse Entrichtung des Portos abgegeben werden. — Porto für Oesterreich und Deutschland für 5 Kilo Kronen 0.60 Serbien Briefkasten. Dr. S. A. W. Passt leider nicht in den Rahmen des Blattes. Als kleine Notiz konnte es noch durchgehen, aber in diesem Umfange — Gesinnungsgenossen in Tiflis Besten Dank und herzlichste Zionsgrüsse. Russland Rumänien England Irland 2.— 1.25 2.35 2.60 Vom Neujahr 1900 an haben wir dem Verlage „Tuschijah" in Warschau unsere Vertretung für Russland übergeben. Die demnächst zur Ausgabe gelangende Agitations- Nummer (deutsch) wird nur gegen Voreinsendung des Betrages von 30 Heller, 30 Pf., 15 Kop. abgegeben. BVis&i&züpnxari DjnjroiK 12 .13 wt-is? psd^h -itox -jn ir-2 fs?ö^8rns?s 3733*3 am -pn osnaw ,1W JPÖÖSpWIX »3": f37t3«OD37-nS! fSH p?ÖÖ13 -wn nsnpwiK ^ntD jrr^ js -rn jptrrnsyaDpp □3H ta-o!—7 pyöttu im d^sö-is»* jsraasttsp* I?" ns \vvbynn& tabrasip rabn osn üybbx ,js?sins? .jvhbipn is fsnasnnps T,b:rTppPTis snagwasna Statt jeder besonderen Mittheilung. Unsere hebe Mutter und Schwester, Schwägerin und Grossmutter, Schwiegermutter und Tante B©rt&a Letwe geb. Plaut entschlief heute nachmittags 3V2 Uhr sanft im Alter von 74 Jahren. Magdeburg, den 13. März 1900. Namens der Hinterbliebenen: Dr. Heinrich Loewe. Soebe„ ersehn: , |^ IQ j"| f Band III. Derselbe (18 Bogen stark) enthält unter anderem mehrere interessante und gediegene Essays von den hervorragendsten Gelehrten und Literaten, wie Herren: Dr. S. Rubin (»Das Romantische in der Mystik«), Dr. M. J. Berdiczewski (»Chassidismus«), S. A. H o r o d e c ky (»R. Mordchoi Jäfe«), R. B r a i n i n (»Aus meiner Kinderstube«), S. M. Lazar (»Die Urbewoher Palästinas*), D. B. S u 11 e r (»Der dritte Baseler Congress«), Josef Kohn-Zedek (»Zur Geschichte der Blutbeschuldigung in Polen«), Salomon Bob er (»Die Rabbiner Ziolkiews«), Josef Klausner (»Ein Dichter von Gottes Gnaden«), wie auch einige gelungene Skizzen, Bilder und Gedichte von den bekanntesten Schriftstellern und Dichtern, wie Ch. N. Bialik, D. Silberbusch, Gottlobe r. J. A. Lübeck i, S. Tschernichowski, Ch. D. H u r w i t z. Dr. S. Mandelkern, N. N. Samuely, S. L. Gordon, A. Lüboschützki, D. Rothblum etc. — Der Preis des dritten Bandes (sammt Porto): fl. 1.30, R. 1.30, M. 2.30, Frcs. 3.30. Alle drei Bände zusammen (die ersten zwei sind nur noch in wenig Exemplaren vorräthig) fl. 3.i>0. — Zu beziehen durch die Redaction Dr. J. Günzig, Biala bei Bielitz (Oesterreich).

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