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Die Welt · 1900-03-16 · 11 (16.3.1900) · p. 16

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
11 (16.3.1900)
Article
London
Date
1900-03-16
Page
16 (sequence 1)
Language
German
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Seite 16 „Die Welt4,' Nr. 11 Mittheilungen des Actions«Comit6s. Gedenket des Schekels. England. London. Am Sonntag voriger Woche fand im „Jewish Working Mens Club" eine zahlreich besuchte Versammlung statt. Den Vorsitz führte Sir Francis M on t efiore. unterstützt von denHerren J. Co wen undL.J. Greenb e r g als Vertreter der Londoner zionistischen Vereinigungen. Im Laufe seines vorzüglichen Vortrages bemerkte Sir Francis, dass die Jüdische Colonialbank das Mittel darstelle, das die Fonds aufzubringen habe, durch welche der Zionismus praktische Wirkung erzielen solle. Darum müssten alle, welche die nationale Bewegung unterstützen wollen, auf die Actien der Bank subscribieren. Es sei absurd, wenn behauptet werde, dass die Bank nicht gut sei, da die grossen Financiers ihr nicht gewogen seien. Er erinnerte daran, dass die Mehrzahl der grossen Bankgeschäfte Emporkömmlinge wären, und dass das jüdische Volk früher existierte und noch vorhanden sein werde, wenn ihre Namen schon lange aus dem Gedächtnisse der dann Lebenden geschwunden seien. Bezüglich der finanziellen Richtung, die der Zionismus nehmen werde, bemerkte Sir Francis, es läge die Absicht vor, die Hilfsquellen des jetzt so sehr vernachlässigten Landes zu erweitern. Die Aussichten hierzu seien die besten. Zum Beweise verlas er einen Auszug aus dem Buche von Colonel Conder, worin der berühmte Reisende den Nachweis erbringt, dass das Land sehr productiv sei und dass in der jetzigen Misswirtschaft der einzige Grund für den augenblicklichen trostlosen Zustand zu suchen sei. Es sei mit der Nothwendigkeit zu rechnen, dass Dr. H e r z 1 dem Sultan die nöthigen Fonds zur Verfügung stellen könne, und wies der Redner nach, wie die ottomanische Regierung, indem sie der jüdischen Nation einen Charter gewähre, nur gewinnen könne. — Die Rede wurde unter fortwährendem Applaus angehört.—Mr. J. C o w en brachte eine Resolution in Vorschlag, dahin gehend, „dass die Versammlung sich verpflichtet, was in ihrer Macht steht, zu thun, die Jüdische Colonialbank zu einem werkthätigen Instrumente zu machen und demgemäss alle Freunde die noch nicht subscribiert, Antheilscheine zu zeichnen, jene aber, die deren bereits besitzen, sofort weitere Shares zu nehmen verpflichtet". Die Resolution wurde unter grosser Begeisterung angenommen. In London fand am 18. Februar eine stark besuchte Versammlung der „West London Zionist Association" statt, in welcher Sir Francis M o n t e f i o r e als Präsident den Vorsitz führte. Der Hauptredner des Abends war Dr. Gast er, der nach einer sechswöchentlichen Krankheit zum erstenmale wieder in öffentlicher Versammlung erschien und aufs herzlichste begrüsst wurde. In ausgezeichneter Rede verglich er die Zeit der Entstehung des jüdischen Volkes mit der heutigen. Er wünsche, dass man endlich aufhöre, unseren nothleidenden Brüdern durch „Wohlthaten" zu helfen. In dieser Beziehung sei der Schritt der „Anglo Jewish Association" betreffs Uebernahme der Rot h s c h i 1 d'schen Colonien zu begrüssen. Das sei ein grosser moralischer Sieg der zionistischen Bewegung, die seit dem ersten Tage gegen jedes Wohlthätigkeitssystem sich ausgesprochen habe. London. Am 17. Februar nahm die „Mile End Zionist Society* Besitz von ihren heuen Localitäten. Sir Francis nahm die Eröffnung vor. Ausserdem sprachen die Herren Lozinsky, Chait, J. de Haas u. a. Frankreich. Paris. Am Samstag den 3. d. M. sprach im Verein „Mebassereth Zion* Herr Leon Paperin über „Die C^pern-Frage". Zum Schlüsse kam eine Resolution folgenden Wortlautes zur Annahme: Die Pariser Zionisten, versammelt im Locale des Vereines „Mebassereth Zion", erklären, dass sie die Unternehmung des Herrn Trietsc h lediglich als ein gewöhnliches Colonisationswerk betrachten, das mit dem politischen Zionismus nichts gemein hat. Sie tadeln diejenigen Zionisten, welche die Cypernfrage vermengen wollen mit dem politischen Zionismus, der verlangt „die Schaffung einer öffentlich-rechtlich gesicherten Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina". Holland. Ueber den Zionismus in Holland finden wir im „L'Echo Sioniste" eine treffende Schilderung, aus der hervorgeht, dass es namentlich den Bemühungen unseres Gesinnungsgenossen van C o 11 e m gelungen, inAmsterdam gelegentlich eines Vortrages zahlreiche Anhänger unserer Bewegung zu gewinnen. Vom März an soll eine periodische zionistische Zeitschrift erscheinen. Ausserdem werde das „Centralblad voor Israeliten in Nederland" einige Spalten dem Zionismus widmen. Das Central-Comite" besteht aus den Herren A. van C o 11 e m, Präses; G. P o 1 a k, Cassier; J. Kann, A. J. Mendes. da Costa und J. Henals Mitglieder. Italien. Ueber die zionistische Bewegung in Italien liegen folgende Berichte vor: Ferrara. Am 9. Jänner fand unter dem Vorsitze des Advocaten Herrn Felix R a v e n n a eine zahlreich besuchte Versammlung der hiesigen Ortsgruppe statt zur Entgegennahme des Jahresberichtes und eines Referates über den dritten Congress und die Bank. Modena. Auf Initiative des Herrn Amedee D o n a t i hat sich hier eine zionistische Gruppe gebildet, die bereits mehr als 100 Mitglieder zählt und unter deren Mitgliedern sich die Elite der hiesigen jüdischen Bevölkerung befindet. Ancona. Unser Delegierter zum dritten Congress, Vito An an, erstattete in einer jüngst abgehaltenen Versammlung einen ausführlichen Bericht über den Congress und brachte damit wieder neues Leben in die hiesige Ortsgruppe, infolge dessen auch zahlreiche neue Anmeldungen erfolgten. Livorno. In unserer grossen Gemeinde werden energische Schritte behufs Gründung eines zionistischen Vereines gethan. Unter Zuziehung des Herrn Rabbiners Samuel C o 1 o m b o unternahm das Mitglied des Actions-Comites Herr Felix R a v e n n a die einleitenden Schritte, über deren Erfolg demnächst berichtet werden wird. „E. S." An die Vertrauensmänner und Vereinsvorstände! Es ergeht hiermit an alle Vertrauensmänner und Vereinsvorstände die Aufforderung, von jeder neuen Drucksorte ein Exemplar an das Zionistische Archiv in Basel, eines an das Wiener Secretariat des Congress-Bureaus und eines an die Redaction der „Welt" abzuliefern. Spendenbücher. Im Sinne der Anträge der Organisations-Commission des IE. Congresses (Der Schekel kann nur von Personen, die sich mit dem Baseler Programme einverstanden erklären, ein gehoben werden. Von Personen, die mit der zionistischen Bewegung sympathisieren, ohne das Baseler Programm anzuerkennen, können nur Spenden in Empfang genommen werden) und des Abs. 1 des Art. 3 des vom HL Congresse beschlossenen Statutes (Die zionistische Organisation umfasst jene Juden, welche sich mit dem Programme des Zionisten-Congresses einverstanden erklären und Schekelzahler sind) hat das Actions-Comite" nach dem Muster der Schekelhefte nunmehr auch Spendenblocks (mit gelbem Umschlage) ausgegeben. An unsere Vertrauensmänner! Wir ersuchen unsere Gesinnungsgenossen, wichtige Pressstimmen über den Zionismus oder die zionistische Bewegung, namentlich aus Zeitungen, die in entfernten Gegenden erscheinen, uns gütigst übermitteln zu wollen. Die Zeitungsausschnitte sind mit genauer Angabe des Namens des Blattes und des betreffenden Datums an das Secretariat des Congressbureaus, Wien, DL, Türkenstrasse Nr. 9, zu senden. im Verlage des Vereines „Erez Israel" (Bureau des Zionistencongresses) ist soeben die von Herrn York-Steiner bei der Makkabäer- Feier im Sophien-Saale gehaltene Festrede In Separat-Ausgabe erschienen. Die Broschüre ist vom Bureau . des Zionistencongresses, IX., Türkenstrasse 9, zu beziehen. Einzelpreis 6 Heller und 3 Heller Porto für das Inland, 5 Heller für das Ausland. Das Protokoll des III. Zionisten-Congresses ist bereits erschienen und durch das Bureau des Zionisten-Congresses, IX., Türkenstrasse 9, zum Preise von 40 kr. excl. Porto zu beziehen. Herausgeber: P. Naschauer. Verantw. Red.: Erwin Rosenberger. Buchdruckerei .Industrie" (S. Bergmann) VDL, Schlösselg. 11.

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