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Die Welt · 1900-03-09 · 10 (9.3.1900) · p. 14

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Journal
Die Welt
Volume
4 (1900)
Issue
10 (9.3.1900)
Article
Grenzwächter
Date
1900-03-09
Page
14 (sequence 2)
Language
German
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Seite 14 „Die & Welt" Nr. 10 die grosse Enttäuschung des Antisemitismus, und unter den Enttäuschten war auch der Pole Dr. Kohn. Aber er wusste die richtigen Consequenzen aus den Verhältnissen zu ziehen : er wurde der Jude Dr. Kohn. An jenem Abende nun kehrte Dr. Kohn höchst erregt nachhause zurück. Er war längst der Ueberzeugung, dass der Jude sich nichts, auch nicht das Geringste gefallen lassen dürfe. Selbstverständlich war er sofort fest entschlossen, sein Recht zu wahren. Am nächsen Tage war die Ehrenbeleidigungsklage gegen Wladziciejski und Czyzowski überreicht. Ungefähr ebenso lange Zeit war nöthig, um die Kunde von dem Ereignisse im ganzen Städtchen zu verbreiten und zum allgemeinen Gesprächsstoffe zu machen. Namentlich in jüdischen Kreisen wurde übar die AfTaire lebhaft diseutiert. Dr. Kohn wollte seine Angelegenheit nicht selbst vor Gericht vertreten. Darum wandte er sich an einen seiner jüdischen Collegen nach dem anderen mit der Bitte, seine Vertretung zu übernehmen, aber siehe, einer wie der andere fand eine Ausrede, ein einziger war ehrlich genug, zu gestehen, dass er Angst habe, es sich mit den Deutschen christlicher und namentlich mosaischer Confession zu verderben. Endlieh bot sich ein polnischer Advocat Herrn Dr. Kohn aus freien Stücken als Verteter an. Di-ei Tage vor der Verhandlung erschien einer der angesehensten Juden des Ortes bei Dr. Kohn, um ihn zu einein Ausgleiche zu bewegen. „Hören Sie, Herr Steiner, wie Sie gerade mir damit kommen können, finde ich unbegreiflich. Ich kann mir doch solch eine antisemitische Anrempelung unmöglich ruhig gefallen lassen." „Ja, wer sagt Ihnen denn, dass Sie als Jude beleidigt worden sind? Das hat ja nur dem Polen in Ihnen gegolten." „Herr, ich habe mich seit drei Jahren von allen polnischen Vereinen zurückgezogen, die Polen selbst betrachten mich nicht mehr als den ihrigen. Uebrigens, warum hätte denn der Wladziciejcyk gejüdelt. wenn er nur den Polen Kohn treffen wollte?" .Also ich versichere Sie, gerade der Wladziciejczyk ist kein Antisemit, er verkehrt mit Juden beinahe lieber als mit Christen. Er hat es mir selbst erst gestern gesagt." „Dann hat er pro domo ge—logen, denn er ist ja ein stadtbekannter Judenfresser. Aber lassen wir die Sache. Sie werden mich ja doch nicht umstimmen." Es kam der Verhandlungstag. Bleich erschienen die beiden Angeklagten vor den Schranken des Gerichtes. Sie waren fest entschlossen, durch jedes beliebige Opfer einen Ausgleich zu erkauten, um nur der gerichtlichen Vorbestrafung zu entgehen. Aber der Vertreter des Dr. Kohn Sellien unerbittlich. Endlich Hess er sich auf Drängen des Richters doch zu einer Beilegung hei-bei, unter der Bedingung, dass jeder der beiden Herren eine Summe von fünfzig Kronen für den Talmud-Thora-Verein spende. Zähneknirschend und doch hocherfreut willigten die beiden ein. Drei Tage später erhielt Herr Dr. Kohn vom Vorstande des Talmud-Thora-Vereines folgendes Schreiben : rEuer YV o h 1 g e b o r e n. geehrter Herr Doctor Wir theilen Ihnen mit. dass unser Vei*ein ein deutscher ist und dass wir es, gerade in unserer exponierten Position an der Grenzmark unseres Volksgebietes, mit unseren nationalen Pflichten nicht vereinbar finden, anderen Deutschen abgepresste Strafgelder als Spenden anzunehmen .. ." Briefkasten. J. A., Brody. Der Zusammenhang mit der Tiigesgeschichte ist nicht recht ersichtlich. Besten Dank. E- F., Jassy. Leider nicht geeignet. Spandau. Für zionistische Zwecke: J. Bodanski in M.-Schönberg. Sammlung bei der Hochzeit Steiner-Lederer..........K 4.80 Nathan Gottlieb, Zydaczow. Anlässlich der Verlobung seiner Tochter Hedi mit Hr. Chaim Eisenstein . ,, 1.— Dem Unterstützungsverein für jüdische Hausierer in Wien. S. T...................K IC- Geldsendungen können in recommandierten Briefen erfolgen. Es wird Papiergeld aller Staaten angenommen. Anstatt kleiner Münze können Briefmarken beigeschlossen werden. Verschiedene Nummern des Jahrganges 1899 können zur Propaganda an Vereine gegen blosse Entrichtung des Portos abgegeben werden. — Porto für Oesterreich und Deutschland für 5 Kilo Kronen 0.60 Serbien ,, ö ,, „ 1.— Russland „ 2 „ ,, ii.— Rumänien ,, 5 „ „ 1.2"> England 5 „ „ 2.35 Irland „ r> „ „ ±m Vom Neujahr 1900 an haben wir dem Verlage „Tuschijah" in Warschau unsere Vertretung für Russland übergeben. Die demnächst zur Ausgabe gelangende Agitations- Nummer (deutsch) wird nur gegen Voreinsendung des Betrages von 30 Heller, 30 Pf., 15 Kop. abgegeben. ,DS70tM6a3ija-«ttPT Dpnpisis io .-13 or^-ip pa^n mups -jn x^s fpisSsrnrä vm? asn -pn cjhsk: ,W J3?ÖÖ$pWlX 03,3 T3?lD«OD3?-n& |3H p3?ÖÖ13?by£ -^ac-n -istipuik b^nts p?r"K -m jsnnpaDpr ajn rs^a 1—7 p?ö£i3 rvi oSsenpag j3?tö3p:$3s ]s?sr ms fSHD^rmp öbpssssrr yzbv' D*n avbb* »fyami? .fP^xn fp-urmpä -p^^PP?"11* SH3s?3K2*n2 Trvn-TnT^ rvncsrn np^es* suspnrs yiatrs nns c?a nraev .-itr .11 b? ptrsr.m jvxS prtr- »ny sree izb xb srn n'nrn wiym mren nytnb nsitsss ~n?n «rrir-sei« -sj? nstrr •Etr jvä "•ssrer -kps bwzzn msi?,;;n r>T,zh >mtpa: nb Tns »*rne \i>' znzrz d: srn nSs bz izbz »irra vsn bzm bbzz mrnan ":':> bzv bs-v nszb yman »•irner. *s-.r srn n ■» n n rt .tsisa nneem mirrrt icmrrrr? 3»i:n ~.nbbzz rinn zb^z ntr;:n bz ns msr1? ir^r n- ^trs whr. ♦s-s: bsew chv;z% .cn:i2*n *-.as n * n n n b uy-;rz crixo irerni irnaic 12 sin »s*cr. »n^ir inaiTs r\vn» bzz n » n n n vne 3"r. 5 rr.Tis stt. v-ss .n:tr *snS nnsa 6 >nzvb --sr: "n'r^» n-,2s^nn p.ss *trs"in picn jnsvh c*SBnm .".Ttnn»S rtüsh cn%Sy n^-nnn s*cra ia^sarrn bz\ .irSs n-.tr" -p-m *t,:bS cn^*; *T.si8n -.swra nz t p s\n npnesa nriyen mb nc^isn W. Schur, 216 Maxwell Street Chicago Iii. Comptoirist absolvierter Handelsschüler, wird mit Anfangsgehalt aufgenommen. Selbstgeschriebene Offerte unter der Chiffre A. Z. sind an die Administration der „Welt" einzusenden.

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